Erfolge gegen Glücksspielsucht

Veröffentlicht am 19.09.2016 08:42 von Redaktion RehaNews24.de

 

Gesundheitsministerin Steffens informiert sich im ZPPM

Hoher Besuch in Bad Lippspringe: Die NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (4. v. l.) mit (v. l.) MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer, Sigrid Beer (Grüne), Michael Ennenbach (Kfm. Direktor MZG), Norika Creuzmann (Grüne), Andreas Bee (Bürgermeister), Dr. Barbara Steffens (Klinik Martinusquelle), Dr. Andrej Volkon (Klinik am Park) und Dr. Regina von Einsiedel (ZPPM). Foto: Heiko Appelbaum

Hoher Besuch in Bad Lippspringe: Die NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (4. v. l.) mit (v. l.) MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer, Sigrid Beer (Grüne), Michael Ennenbach (Kfm. Direktor MZG), Norika Creuzmann (Grüne), Andreas Bee (Bürgermeister), Dr. Barbara Steffens (Klinik Martinusquelle), Dr. Andrej Volkon (Klinik am Park) und Dr. Regina von Einsiedel (ZPPM). Foto: Heiko Appelbaum

Wann fängt Glücksspielsucht an, krankhaft zu werden? Lässt sie sich überhaupt heilen? Darüber informierte sich die NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens im zum Medizinischen Zentrum für Gesundheit (MZG) Bad Lippspringe gehörenden Zentrum für Psychosomatische und Psychotherapeutische Medizin (ZPPM) in Bad Lippspringe. Die Initiative zu dem Erfahrungsaustausch hatten Norika Creuzmann und Sigrid Beer von den Grünen ergriffen. Am Ende des Besuches signierte die Ministerin im Beisein vom Bürgermeister Andreas Bee und MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer das Goldene Buch der Stadt Bad Lippspringe.

Die Chefärztin der Klinik am Park und Leiterin des ZPPM, Dr. Regina von Einsiedel, erläuterte, dass eine pathologische Glückspielsucht anders als Alkohol- oder Drogenabhängigkeiten sich lange kaschieren lasse, sehr häufig mit anderen psychischen Erkrankungen verknüpft sei und Berufsprobleme verursache. 12 bis 16 Wochen seien für eine entsprechend komplexe Behandlung notwendig. Bislang übernähmen die Kostenträger aber nur die Kosten für acht Wochen, skizzierte von Einsiedel das Finanzloch. Mit Blick auf die Folgekosten unterlassener oder ungenügender Therapien, erklärte Gesundheitsministerin Steffens, müssten die Kostenträger ihre Ausgabenpolitik überdenken.

Besonders Interesse der Ministerin fand das Programm für spielsüchtige Mütter mit ihren Kindern. „Bei Frauen ist die Ausprägung der Spielsucht heftiger und der Verlauf schlimmer. Ihre mangelnde Erziehungsfähigkeit führt schnell zu einer Kindswohlgefährdung“, verdeutlichte von Einsiedel. Das Ärzte- und Therapeutenteam im ZPPM verstärkt bei der Video-Interventionsbehandlung gute Ansätze der Mütter in Alltagssituationen wie Spielen, Wickeln oder Füttern.

„Wir müssen die Beratungsstrukturen gegen das Glücksspiel stärker mit passgenauen Angeboten wie dem des Bad Lippspringer ZPPM verknüpfen“, erklärte Ministerin Steffens. Ein frühzeitiges Diagnostik-Signal-System und ein ausreichendes Finanzierungsmodell setze aber einen gesellschaftlichen Konsens über Süchte wie Glückspiele im Internet voraus, wo selbst die Experten sich noch nicht abschließend einig seien, so Steffens.

Im Rahmen des Gespräches berichtete zudem die Leitende Abteilungsärztin Kardiologie der zum MZG gehörenden Klinik Martinusquelle, Dr. Barbara Steffens, über das erfolgreiche Projekt ReGe – Rehabilitation Geschlechtergerecht, das die Trennung von Frauen und Männern im Rahmen der Rehabilitation vorsieht.

 

www.medizinisches-zentrum.de

 

 

 

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