Ein sicherer Weg zurück in den Alltag

Veröffentlicht am 20.09.2018 10:50 von Redaktion RehaNews24

Der MZG-Therapeut Dieter Thuilot unterstützt eine Patientin an der Deckenliftsicherung.
(Quelle: MZG-Archiv/Groppe)

Deutschlands längste Deckenliftsicherung ist in Bad Lippspringe

Schritt für Schritt bewegt sich Caroline K. nach vorne. Auf den ersten Blick erinnert es ein wenig an das Bewegen von Marionetten: Im Therapiezentrum des Medizinischen Zentrums für Gesundheit (MZG) in Bad Lippspringe ist eine Patientin mit Gurten gesichert, die flexibel an der Decke befestigt sind. Der Gehschultrainer Lukas Busch leitet die Frau behutsam an und Schritt für Schritt bewegt sie sich nach vorn.

Caroline K. trainiert an Deutschlands längster Deckenliftsicherung. Ihr Ziel: Sie will nach und nach das Laufen wieder lernen und sich langfristig allein im Alltag bewegen. Eine hochgesteckte Erwartung, jedoch nicht unrealistisch.

Nach einer komplexen orthopädischen Operation oder schwersten Unfallfolgen ist diese Hürde recht hoch. Auch Patientinnen und Patienten, die amputiert worden sind, bekommen hier die ersehnte Hilfe. Die Angst vor Stürzen ist oft ein Hindernis, eine Barriere im Kopf, die das Training erschwert.

Der Weg durch das Therapiezentrum ist abwechslungsreich und alltagsorientiert. „Wir haben eine kleine Stadt nachgebaut“, sagt Dr. Alexander Strassburg. Er ist Chefarzt der zum MZG gehörenden Teutoburger-Wald-Klinik und nutzt den Gehparcours für seine Patienten. Im Boden sind Straßenbahnschienen eingelassen; auch Kopfsteinpflaster und andere Mini-Hindernisse wie Bordsteinkanten und Treppen, die den städtischen Alltag für Menschen mit Einschränkungen zu einer großen Herausforderung machen, gibt es hier.

„Als gesunder Mensch macht man sich oft keine Gedanken darüber, dass selbst eine einzige Stufe für Jemanden mit körperlichen Einschränkungen eine unüberwindliche Barriere sein kann“, sagt Michael Ennenbach. Er hat die Installation der Deckenliftsicherung als Kaufmännischer Direktor des MZG mit angeschoben und freut sich über dieses „Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Reha-Landschaft.“

Die Patienten sind sehr dankbar für das Angebot in Bad Lippspringe. Oft sind es im wahrsten Sinne des Wortes nur kleine Fortschritte, die ihnen den Mut geben, sich auf den langen Weg zurück in den gewohnten Alltag zu machen.

Eingebettet ist die Deckenliftsicherung in einen komplexen Check-and-Work-Trainingsbereich. Im lichtdurchfluteten Therapiezentrum lernen Patienten mit körperlichen Einschränkungen Alltagsbewegungen. Das reicht vom Heben einer leichten Kiste über das Drehen von Bolzen in ein Gewinde bis zum Rangieren mit einem Hubwagen. Optisches Schmuckstück im Zentrum ist ein flottes Cabrio. „Auf unseren weißen Flitzer werde ich oft angesprochen“, schmunzelt Dr. Alexander Strassburg. „Dabei ist der Hintergrund durchaus ernst. Manche Patienten müssen das Ein- und Aussteigen in ein und aus einem Fahrzeug, das Kuppeln, das Schalten und auch das Be- und Entladen des Kofferraums mühsam wieder lernen. Hier geben wir ihnen in geschützter Atmosphäre die Möglichkeit dazu.“

Es gibt viele Wege zurück in den Alltag. In Bad Lippspringe werden sie erfolgreich gegangen. Ob mit oder ohne Deckenliftsicherung: Das entscheiden die Patienten, Ärzte und Therapeuten jeweils gemeinsam.

www.medizinisches-zentrum.de

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