Dr. York Dhein fordert: Gemeinsam gegen den Pflegenotstand

Veröffentlicht am 05.04.2018 15:14 von trurnit Pressewerk GmbH

Vorstand der Johannesbad Gruppe kritisiert Gesundheitsminister Spahn – 8.000 neue Pflegekräfte reichen nicht – auch in Akut- und Rehakliniken fehlt Personal

BAD FÜSSING. Gesundheitsminister Jens Spahn will Pflegekräfte aus dem Ausland anwerben: ein Vorstoß, den Dr. York Dhein, Vorstandsvorsitzender der Johannesbad Gruppe erst einmal unterstützt. Die Johannesbad Gruppe, eine der größten Reha-Anbieter in Deutschland, akquiriert seit Jahren Mitarbeiter für ihre Fach- und Rehabilitationskliniken im Ausland – mit guten Erfahrungen. Doch übt Dr. York Dhein auch Kritik an den Plänen des neuen Gesundheitsministers: „8.000 neue Pflegekräfte, wie Jens Spahn fordert, reichen bei weitem nicht aus, den Notstand zu beenden – das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein: In der Altenpflege, in Akutkrankenhäusern und Rehakliniken fehlen Mitarbeiter. Hier müssen wir schnell und wirksam handeln – nicht nur demonstrativ fordern.“ Sein Angebot: „Politik und Dienstleister müssen gemeinsam dem Pflegepersonalmangel entgegenwirken und ihre Aktionen bündeln. Dafür setzen wir uns als Klinikvertreter gerne mit der Bundesregierung an einen Tisch.“

Dr. York Dhein macht deutlich, dass es nicht genüge, kurzfristig Pflegekräfte aus dem Ausland anzuwerben. „Denn auch diese Länder leiden bereits unter dem Fachkräftemangel im Gesundheitssektor. Zudem verschärft der demografische Wandel die Situation.“ Der Vorstandsvorsitzende der Johannesbad Gruppe fordert vor allem eine bessere Bezahlung und mehr Investitionen in die Ausbildung. „Das Personal muss mehr verdienen für den harten Job, den sie täglich in der Pflege und in Kliniken leisten“, betont Dr. York Dhein und ergänzt: „Die höheren Kosten können die Arbeitgeber jedoch nicht alleine schultern, hier müssen die Kostenträger wie Kranken-, Renten- und Pflegeversicherungen mit einspringen.“ Für einen Tag in der orthopädischen Anschlussheilbehandlung erhält eine Klinik im Schnitt pro Patient rund 100 Euro. „Damit sind die medizinischen Leistungen, alle Therapien, Essen und Übernachtung abgegolten“, sagt Dr. York Dhein. Man müsse nur einmal bedenken, was eine Hotelübernachtung koste und das in Relation setzen. „Da bleibt nichts mehr übrig, um höhere Löhne zu finanzieren.“

Die Johannesbad Gruppe wirbt schon heute Mitarbeiter aus Polen, Kroatien, Tschechien und Österreich an. Doch wer im Ausland einen Gesundheitsberuf erlernt hat, muss in Deutschland noch immer sehr lange auf die Anerkennung der erworbenen Abschlüsse warten. „Das muss beschleunigt und vereinfacht werden“, fordert Dr. York Dhein. „Wir achten auf gute Sprachkenntnisse oder unterstützen sie mit Deutschkursen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende. Er fügt an: „Denn gerade in der Therapie am Menschen ist Kommunikation entscheidend.“ Außerdem bildet der Gesundheitsdienstleister mit neun Fachkliniken deutschlandweit in vier eigenen Berufsfachschulen selber aus. Diese sind in Bad Elster und Bad Füssing.

Dr. York Dhein (Foto: Johannesbad)

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