Die Zukunft der medizinischen Rehabilitation neu beschrieben

Veröffentlicht am 29.10.2015 10:20 von admin

 

Experten diskutierten in Bad Lippspringe Reformvorschläge

Diskutierten in Bad Lippspringe (v. l.): Armin Lang, Achim Schäfer, Thomas Keck, Thomas Bublitz, Prof. Dr. Josef Hilbert und Uwe Borchers. Foto: Heiko Appelbaum

Diskutierten in Bad Lippspringe (v. l.): Armin Lang, Achim Schäfer, Thomas Keck, Thomas Bublitz, Prof. Dr. Josef Hilbert und Uwe Borchers. Foto: Heiko Appelbaum

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) mit Sitz in Bonn hat in den vergangenen Jahren zahlreiche sozial- und gesundheitspolitische Diskussionen angestoßen. Jetzt haben 14 Experten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen im Auftrag der FES ein Positionspapier zur Zukunft der medizinischen Rehabilitation in Deutschland erarbeitet.

Die Ergebnisse wurden im Rahmen des Strategietages Reha OWL in Bad Lippspringe vorgestellt und von Fachleuten diskutiert. Eingeladen hatte das Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL (ZIG).

Achim Schäfer, Geschäftsführer des Medizinischen Zentrums für Gesundheit (MZG) Bad Lippspringe und Vorsitzender der Fachgruppe Rehabilitation im Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VdK), freute sich im Rahmen seiner Begrüßung darüber, dass „in dem Positionspapier die hohe Bedeutung der medizinischen Reha für die zukünftige Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Deutschland“ niedergeschrieben sei.

Uwe Borchers, Geschäftsführer des ZIG, machte deutlich, dass „die Reformvorschläge wichtige Impulse für die Zukunft der Rehabilitation in der Region OWL“ liefern.

Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundeverbandes Deutscher Privatkliniken, und Armin Lang, Mitglied im Präsidium des VdK Deutschland, haben das Positionspapier mit initiiert und erarbeitet und stellten es in Bad Lippspringe rund 50 Gästen vor.

Thomas Bublitz stellte klar, dass in der zukünftigen medizinischen Reha der Mensch noch deutlicher im Mittelpunkt stehen müsse. Der Nutzen einer Reha liege klar auf der Hand: „Auf der Haben-Seite sehen wir die Sicherung der Arbeitsfähigkeit der Menschen und die Unabhängigkeit von Pflegebedürftigkeit im Alter bei zunehmender Lebenserwartung.“

Der Zugang zur Reha – so ein Ergebnis der Studie – müsse transparenter und einfacher werden. Eine Loslösung von den Kostenträgern könne ein Weg sein. „Wir müssen hin zur Verordnung und weg von der Genehmigung einer Reha-Maßnahme“ erklärte Bublitz.

Ein kleiner Erfolg kündigt sich für 2016 an: Die Zahl der Ärzte, die bundesweit eine Reha verordnen dürfen, soll nach Plänen der Bundesregierung erhöht werden.

Der niedrigschwellige, diskriminierungsfreie Zugang müsse nach Ansicht der Experten sichergestellt werden. Vor allem Erwerbstätige mit Migrationshintergrund sind aktuell benachteiligt und nehmen vergleichsweise selten eine Reha in Anspruch.

Verbesserte Bedarfsgerechtigkeit der Reha sehen die Verfasser des Positionspapiers auch bei Kindern und Jugendlichen. Auslösende Faktoren sind Stress, Mobbing und Bewegungsarmut. „Wir müssen dringend die Lebensläufe der Menschen sichern, die wir später im Berufsleben benötigen“, so Bublitz.

Er mahnte gleichzeitig eine neue Struktur der Reha-Landschaft in Deutschland an. Dazu gehörten die Einrichtung eines Bundesausschusses Reha und die stärkere Vernetzung von medizinischer und beruflicher Rehabilitation.

Armin Lang sieht die Stärkung der Reha als gesamtgesellschaftliche Aufgabe: „Die demographischen und sozialen Veränderungen benötigen eine Neugewichtung im medizinischen Sektor. Die Politik hat nun die Aufgabe, für die medizinische Reha einen bedarfsorientierten Ordnungsrahmen neu zu schaffen. Die Neuausrichtung der medizinischen Reha muss unsere Antwort auf die älter werdende Gesellschaft und die sich stetig verändernde Arbeitswelt sein.“

Ohne Reha gingen Deutschland die Arbeitskräfte noch eher aus, als dies ohnehin schon der Fall sei.

„Die Investition in die Reha ist eine Zukunftsinvestition für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und zunehmend auch für Pflegende“, sagte Lang.

Ein Aspekt, der gerne vergessen wird, betrifft unmittelbar auch Ostwestfalen-Lippe: Die Reha findet überwiegend im ländlichen Raum statt und ist für diesen ein bedeutender Jobmotor.

Im Anschluss an die Vorstellung des Papiers gab es noch eine lebhafte Diskussionsrunde, an der neben den Referenten auch Thomas Keck, Erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung Westfalen, Achim Schäfer und Prof. Dr. Josef Hilbert, Geschäftsführender Direktor des Institutes für Arbeit und Technik, Gelsenkirchen, und Vorstandsvorsitzender des Netzwerks Deutsche Gesundheitsregionen, teilnahmen.

Einig waren sich alle Teilnehmer des Strategietages in Bad Lippspringe: Die Bedeutung der Reha muss noch stärker in die Öffentlichkeit getragen werden. Auch die politische Diskussion muss noch intensiver geführt werden. Dazu kann das Positionspapier zur Zukunft der medizinischen Reha einen wichtigen Beitrag leisten.

 

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Bild: Diskutierten in Bad Lippspringe (v. l.): Armin Lang, Achim Schäfer, Thomas Keck, Thomas Bublitz, Prof. Dr. Josef Hilbert und Uwe Borchers.

 

Foto: Heiko Appelbaum

 

Mit vielen Grüßen

 

Heiko Appelbaum M.A.

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