Die Krankheiten der Gesellschaft: Annäherungen an einen schwierigen Begriff

Veröffentlicht am 01.03.2013 12:14 von Redaktion RehaNews24

Pressemitteilung vom 01.03.2013
Universitätsklinikum Heidelberg
Der Deutsche Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie findet vom 6. bis 9. März 2013 in Heidelberg statt. Zum öffentlichen Eröffnungsvortrag „Die Krankheiten der Gesellschaft: Annäherungen an einen schwierigen Begriff“ von Professor Dr. Axel Honneth, Sozialphilosoph und geschäftsführender Direktor des Instituts für Sozialforschung, Goethe-Universität in Frankfurt am Main, ist die interessierte Bevölkerung herzlich eingeladen: 6. März 2013, 18 Uhr, Stadthalle Heidelberg, der Eintritt ist frei.

„Wir leben in einer Zeit, in der 40 Prozent der Frühberentungen wegen psychischer und psychosomatischer Störungen erfolgen“, sagt Kongresspräsident Professor Dr. Wolfgang Herzog, Ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik am Universitätsklinikum Heidelberg. „Wieso soll das eigentlich ein rein medizinisches Problem sein?“, ordnet er die gesellschaftliche Relevanz des Vortragsthemas ein.

Carl Gustav Carus Stiftung fördert psychosomatische Medizin in Lehre und Forschung

Die „Carus-Lecture“ wird von der Carl Gustav Carus Stiftung gefördert. Die Stiftung mit Sitz in Zürich ist nach dem deutschen Arzt, Maler und Naturphilosophen Carl Gustav Carus (1789 bis 1869) benannt. Er gilt als Begründer einer medizinisch-philosophischen Ganzheitsbetrachtung des Menschen. Die Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, die integrierte psychosomatische Medizin in Lehre und Forschung zu fördern. Unter anderem unterstützt sie die Weiterbildung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie mit einem nationalen Programm, das vom Universitätsklinikum Heidelberg, der TU München sowie den Universitäten Tübingen und Hamburg geleitet wird.

Axel Honneth ist als Schüler von Jürgen Habermas einer der wichtigsten lebenden Vertreter der Frankfurter Schule. In seinem Vortrag geht es ihm darum, im Anschluss an Alexander Mitscherlich überhaupt erst einmal zu klären, was mit den „Krankheiten“ einer Gesellschaft gemeint sein kann; dabei bietet sich ein entweder „individualistisches“ oder ein holistisches Verständnis an, wobei im ersten Fall mit einer gesellschaftstypischen Vervielfältigung eines bestimmten individuellen Krankheitsbildes gerechnet wird, im zweiten Fall hingegen von einer „Pathologie“ der gesellschaftlichen Strukturen selbst die Rede sein muss. Im zweiten Schritt sollen zwei Alternativen eines solchen holistischen Verständnisses diskutiert werden, nämlich einerseits die auf Freud zurückgehende Triebtheorie, andererseits die letztlich auf Hegel zurückgehende Anerkennungstheorie. Im letzten Schritt wird schließlich der Versuch unternommen, Argumente zu sammeln, die für eine anerkennungstheoretische Interpretation der Rede von den Krankheiten einer Gesellschaft sprechen.

Weitere Informationen im Internet:

Deutscher Kongresses für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie: https://www.dgpm.de/
Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik am Universitätsklinikum Heidelberg: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Klinik-fuer-Allgemeine-Innere-Medizin-und-Psychosomatik.1088.0.html
Carl Gustav Carus Stiftung: http://www.carus-stiftung.org/

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 110.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und 400.000 Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

www.klinikum.uni-heidelberg.de

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