DGPPN Kongress 2014: Herausforderungen durch den demographischen Wandel

Veröffentlicht am 29.08.2014 10:33 von redaktion

26. November 2014bis29. November 2014

 

Mit dem Leitthema „Herausforderungen durch den demographischen Wandel“ steht auf dem DGPPN Kongress 2014 ein Thema im Vordergrund, das unsere Gesellschaft und das ärztliche Handeln in den kommenden Jahren entscheidend beschäftigen wird – ganz besonders in Bezug auf die psychische Gesundheit. Denn im Zuge des gesellschaftlichen Wandels ändern sich auch die Erwartungen und Anforderungen an die Diagnostik, Therapie und Versorgung psychischer Erkrankungen.

Kaum eine Entwicklung wird Deutschland in den kommenden Jahren so prägen wie der demographische Wandel! Die Anzahl von älteren Menschen mit psychischen Störungen nimmt aufgrund der steigenden Lebenserwartung sprunghaft zu, gleichzeitig sind die therapeutischen Möglichkeiten für diese Altersgruppe immer noch unzureichend. Bei älteren Menschen ist der Erfolg der Therapien geringer, denn sie haben ein deutlich komplexeres Risikoprofil (Stichwort Multimorbidität), die verfügbaren Therapien sind aber für jüngerer Menschen entwickelt und auf sie zugeschnitten worden. „Unsere Therapie- und Behandlungsangebote müssen entsprechend reformiert und neu entwickelt werden. Der DGPPN Kongress thematisiert den demographischen Wandel deshalb auf unterschiedlichen Ebenen. Alterssensitive medikamentöse, psychotherapeutische und psychosoziale Behandlungsverfahren stehen ebenso im Vordergrund wie die biomedizinische Grundlagenforschung“, stellt DGPPN-Präsident Professor Wolfgang Maier fest.

Der Demographische Wandel betrifft jedoch auch die jüngeren Generationen. Der Leistungsdruck nimmt zu, da die wertschöpfenden Altersgruppen die steigenden Kosten im Renten- und Gesundheitssystem tragen müssen. Aufgrund dieser zusätzlichen Belastungen droht ein erhöhtes Risiko für Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen. Der Kongress geht daher auch der Frage nach, was der demographische Wandel für die ambulante und stationäre Versorgung in Deutschland bedeutet. „Wir freuen uns, diese zentralen Fragen mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Bundesärztekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery diskutieren zu können“, so Professor Maier weiter.

Die sich gesellschaftlich vollziehende Entwicklung wirft auch drängende ethische Fragen mit starker Relevanz für das Fach Psychiatrie und Psychotherapie auf: Wie können Würde und Autonomie im Alter bei chronischer Krankheit geschützt werden? Wo sind bei knapper werdenden Ressourcen Prioritäten zu setzen, wie viel reparative und wie viel sprechende Medizin sind nötig? In einer Vielzahl von Symposion widmet sich der DGPPN Kongress 2014 insbesondere auch behandlungsethischen Themen wie der Patientenselbstbestimmung und den Patientenrechten. Die gesellschaftliche Diskussion über ärztlich assistierten Suizid wird in Symposien und Diskussionsforen zum Spannungsfeld zwischen Suizidprävention und würdevollem Sterben aufgenommen.

Mit über 600 Einzelveranstaltungen und mehr als 1.600 Referenten hat sich der DGPPN Kongress zu Europas größte Fachtagung im Bereich der psychischen Erkrankungen entwickelt. Hochkarätige internationale Keynote Speaker haben sich angekündigt. U. a. wird der Neurowissenschaftler und Nobelpreisträger Professor Thomas C. Südhof zu molekularbiologischen Prozessen bei Schizophrenie und Autismus sprechen. Für die zukünftige Fachärztegeneration hat die DGPPN ein thematisch strukturiertes Nachwuchsprogramm erarbeitet. Medizinstudierenden stehen 500 Kongressstipendien zur Verfügung.

Der DGPPN Kongress spricht aber nicht nur das Fachpublikum an, sondern richtet sich mit einer Reihe speziell konzipierter Veranstaltung auch an die breite Öffentlichkeit. „Wir werden mit Schülern, Lehrern und Eltern darüber sprechen, dass psychische Erkrankungen auch vor Jugendlichen nicht Halt machen. Konkret geht es dabei um selbstverletzendes Verhalten, Borderline-Persönlichkeitsstörungen und Essstörungen“, erläutert Professor Maier. Im Rahmen der öffentlichen Veranstaltungen spricht der Bestsellerautor Professor Manfred Spitzer über die Risiken und Nebenwirkungen digitaler Medien für Bildung und Gesundheit. Eine weitere öffentliche Veranstaltung geht der Frage nach, wie sich Anzeichen und Symptome psychischer Erkrankungen erkennen lassen. Der DGPPN Kongress findet vom 26.-29. November 2014 in Berlin statt.

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