Deutschlands Wirtschaft braucht mehr Reha

Veröffentlicht am 15.08.2011 13:00 von Redaktion RehaNews24.de

Berlin, 15.08.2011. Der derzeit noch robusten deutschen Wirtschaftslage droht Gefahr: Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände klagen über einen massiven Fachkräftemangel. Ohne arbeitsmarktpolitische Maßnahmen der Bundesregierung wird sich die Situation verschärfen und die Gesamtzahl der Erwerbstätigen bis zum Jahr 2025 um vier Millionen sinken.

Jeder vierte Erwerbstätige wird im Jahr 2025 älter als 55 Jahre sein. Ökonomen, Arbeitsmarkt- und Sozialexperten appellieren deshalb an den Gesetzgeber, mehr für die Mobilisierung und die Gesunderhaltung von älteren und von Krankheit bedrohten Arbeitnehmern zu tun. Der Bedarf wird nicht zuletzt durch die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 steigen. Ein wesentlicher Schritt ist, das Budget der Rentenversicherung für Rehabilitationsmaßnahmen aufzustocken und dem steigenden Versorgungsbedarf anzupassen.

Nach Berechnungen der Prognos AG kann dem Mangel an Arbeitskräften insbesondere durch medizinische Rehabilitationsmaßnahmen entgegengewirkt werden. Durch mehr Reha bleiben allein im Jahr 2025 rund 200.000 Menschen dem Arbeitsmarkt zusätzlich erhalten.

Durch die seit 1997 gesetzlich festgelegte Obergrenze des Reha-Budgets der Rentenkassen wird verhindert, dass Rehabilitationsmaßnahmen dem aktuellen und zukünftigen Bedarf entsprechend erbracht werden können. Dazu ist eine Veränderung der Obergrenze des Reha-Budgets der Rentenkassen notwendig. Würde dieser „Deckel“ ab sofort um jährlich 1,1 Prozent gelüftet, könnte der von den Wissenschaftlern prognostizierte positive Effekt für den Arbeitsmarkt eintreten:
– 60 Millionen Euro pro Jahr an Ausgaben für die medizinische Rehabilitation stehen bis zum Jahr 2025 reha-bedingte Zusatzeinnahmen von 2,17 Milliarden Euro gegenüber, da der Rentenversicherung aktive Beitragszahler erhalten bleiben.
– Es werden vorzeitige Zahlungen von Erwerbsminderungsrenten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro vermieden.
– Die zusätzlichen Bruttoeinkommen von 150.000 zusätzlichen Rehabilitanden, die nach der Reha mindestens wieder vier Monate erwerbstätig sind betragen 1,68 Mrd Euro laut Amortisations-Modell der Gesetzlichen Rentenversicherung.
– Auch der Staat profitiert von den Reha-Maßnahmen: Bei einem Durchschnittssteuersatz dieser Gruppe von 25 Prozent belaufen sich die zusätzlichen Steuereinnahmen (nur für die 4 Monate) auf 420 Millionen Euro. Wenn 50 Prozent der Rehabilitanden wenigstens ein Jahr nach der Reha noch arbeiten, belaufen sich die zusätzlichen Steuereinnahmen auf rund 1 Mrd. Euro.

Die Auftraggeber und Herausgeber des wissenschaftlichen Papiers appellieren an die Bundesregierung, eine Anhebung des Reha-Deckels nicht weiter auf die lange Bank zu schieben.  Nach Ankündigungen und Absichtserklärungen sind nun konkrete Gesetzesinitiativen erforderlich. Die deutsche Wirtschaft kann es sich nicht leisten, auf erfahrene und qualifizierte Arbeitskräfte zu verzichten, die auch nach einem Unfall oder einer Krankheit im Berufsleben wieder leistungsfähig sein können.

Das Dossier der Prognos AG können Sie sich hier als PDF-Datei herunterladen. „Kurzdossier_RehaBudget-Der Deckel hält nicht mehr_110815Außerdem steht es auf der Webseite der AG MedReha www.agmedreha.de zum Download zur Verfügung.

Die Arbeitsgemeinschaft Medizinische Rehabilitation SGB IX (AG MedReha SGB IX) ist ein Zusammenschluss von maßgeblichen, bundesweit tätigen Spitzenverbänden der Leistungserbringer in der medizinischen Rehabilitation. Die Mitglieder der AG MedReha vertreten die Interessen von rund 800 Rehabilitationseinrichtungen mit mehr als 80 000 Betten/Behandlungsplätzen.

Kontakt und weitere Informationen:

Antonia Walch
Arbeitsgemeinschaft Medizinische Rehabilitation SGB IX GbR
Friedrichstrasse 60
10117 Berlin

Tel: 030-240089-0
Fax: 030-240089-30
info@agmedreha.de
www.agmedreha.de

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