Deutsche Leberstiftung startet Aufruf zum Tag der Organspende: Lebertest kann lebenswichtig sein

Veröffentlicht am 29.05.2018 14:38 von Redaktion RehaNews24.de

HannoverSeit 36 Jahren ist der erste Samstag im Juni in Deutschland der Organspende-Aktionstag. Auch am 2. Juni 2018 stehen am „Tag der Organspende“ auf der zentralen Veranstaltung in Saarbrücken der Dank an die Organspender und die Aufklärung über das vieldiskutierte Thema im Vordergrund. Der Tbilisser Platz der saarländischen Hauptstadt bietet am Aktionstag unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“ die Plattform für Bühnenprogramme, Aktionen, Info-Pavillons und Gespräche rund um die Themen Organspende, Transplantation und Organspende-Ausweis. Anlässlich des „Tages der Organspende“ und dem Negativtrend bei der Zahl der Organspenden weist die Deutsche Leberstiftung auf die Bedeutung des lebenswichtigen Organs Leber hin. Eine Lebertransplantation kann notwendig werden, wenn therapeutische Maßnahmen den Verlauf einer Lebererkrankung nicht mehr aufhalten können.
Deutschland befindet sich aktuell im europäischen Vergleich bei der Zahl der Organspender auf einem der letzten Plätze. Im Jahresbericht 2017 belegt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mit den Zahlen zur bundesweiten und regionalen Entwicklung der Organspende und Transplantation das historische Tief.Auch beim lebenswichtigen Organ Leber, dessen Funktionen – im Gegensatz zu Herz und Nieren – durch technische Geräte nicht über einen längeren Zeitraum ausreichend ersetzt werden können, gibt es trotz langer Wartelisten immer weniger Transplantationen. Der seit einigen Jahren bestehende Rückgang der Anzahl der Lebertransplantationen nach postmortaler Organspende setzte sich auch im Jahr 2017 in Deutschland fort: Nur 760 Menschen konnten mit einer Spenderleber neue Lebensjahre geschenkt werden.

Das Thema „Geschenkte Lebensjahre“ wird auch in diesem Jahr wieder mit einer Aktion auf der zentralen Veranstaltung in Saarbrücken eindrucksvoll in Szene gesetzt. Organempfängerinnen und Organempfänger werden mit großen „Lebensjahren-Plakaten“ auf die Aktionsbühne gehen und ihre individuelle Anzahl der geschenkten Lebensjahre präsentieren. Mitorganisator der Aktion „Geschenkte Lebensjahre“ und Aktionsteilnehmer wird Egbert Trowe, stellvertretender Vorsitzender „Lebertransplantierte Deutschland e. V.“, sein.

Trowe wurde 2002 im Alter von 57 Jahren eine Spenderleber transplantiert, nachdem eine unerkannte Virushepatitis seine Leber so stark unumkehrbar geschädigt hatte, dass sie ihre lebenswichtigen Funktionen nicht mehr erfüllen konnte. Trowe kennt aus seiner eigenen Krankheits- und Transplantationserfahrung die Relevanz des Themas Organspende. „Aus meiner persönlichen Erfahrung als Lebertransplantierter und auch als stellvertretender Vorsitzender des bundesweit tätigen Patientenverbandes ‚Lebertransplantierte Deutschland e. V.‘ weiß ich, wie wichtig das Engagement jedes Einzelnen ist. Deswegen gefällt mir auch das ureigene saarländische Motto ‚Großes entsteht immer im Kleinen‘, das die zentrale Veranstaltung zum diesjährigen ‚Tag der Organspende‘ in Saarbrücken zusätzlich zum Hauptmotto des Aktionstages ‚Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.‘ begleitet“, sagt Egbert Trowe und ergänzt: „Ich wünsche mir, dass der Aktionstag auch dazu beiträgt, dass in allen Krankenhäusern mit Intensivstationen die Voraussetzungen optimiert werden, um die Identifizierung und Betreuung potenzieller Organspender gemäß der bestehenden Meldepflicht noch besser zu organisieren.“

Neben der Forderung nach einer engeren Zusammenarbeit von Kliniken mit der DSO bei der Meldung von Patienten auf Intensivstationen, die nach ärztlicher Beurteilung als Organspender in Frage kommen könnten, gibt es auch einen Appell an Haus- und Fachärzte zur Früherkennung von Lebererkrankungen und somit zur Vermeidung von Lebertransplantationen: „Erkrankungen der Leber werden oft zu spät erkannt. Wir empfehlen deshalb eine Bestimmung der ‚Leberwerte‘ im Blut. Die einfache Untersuchung hilft nicht nur, Lebererkrankungen zu erkennen, sondern auch Diabetes sowie Herz- und Gefäßkrankheiten. Besonders aussagekräftig ist dabei der GPT-Wert“, erläutert Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und bestätigt: „Wird eine Lebererkrankung früh diagnostiziert, kann sie häufig gut behandelt werden. Daher ist die Früherkennung durch einen Bluttest der erste Schritt, um eine Transplantation verzichtbar zu machen.“

Die Deutsche Leberstiftung bietet ein Informationsfaltblatt zum Thema „Leber und Transplantation“ an. Bestellmöglichkeiten und Download auf der Serviceseite unter www.deutsche-leberstiftung.de.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung sehr erfolgreich. Weitere Informationen: www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-899-9, 16,99 Euro. Weitere Informationen: www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.

Print Friendly, PDF & Email

Redaktion RehaNews24.de

----------------------
Angaben gemäß § 5 TMG
Christian Kocura
Langenfelder Straße 51d
51371 Leverkusen

Vertreten durch: Christian Kocura

Redaktionsleitung: Susann Kocura
Telefon: 0151 - 12237994
E-Mail: redaktion@rehanews24.de

Umsatzsteuer-ID:
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß §27a Umsatzsteuergesetz: DE 314962335

Hits: 78



(Nächster Beitrag) »



Ähnliche Nachrichten

Bundesweiter Tag der Organspende am 2. Juni 2018 in Saarbrücken

Am 2. Juni, dem Tag der Organspende, dreht sich wieder alles um den kleinen Ausweis, der Großes bewirken kann: Leben retten. In den letzten 55 Jahren konnten allein in Deutschland insgesamt 132.386 Organe erfolgreich transplantiert werden und so schwerkranken Patienten ein neues Leben ermöglichen. „Organspender sind Lebensretter“, bringt es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf den Punkt. „Ein Ausweis stellt sicher, dass die eigenen Wünsche umgesetzt werden: Klarheit in EC-Karten-Größe“, so der Bundesgesundheitsminister.

Immer mehr Menschen in Deutschland treffen diese selbstbestimmte Entscheidung und haben einen Organspendeausweis ausgefüllt – aber es sind längst noch nicht alle. Für die einen ist die Organspende gelebte Solidarität und Nächstenliebe, für andere ist es eher eine Belastung, sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen. Für die einen bedeutet sie Tod und Trauer, vielleicht auch Trost, für die anderen Hoffnung, Liebe und Dankbarkeit. Für die einen ist es eine Herzensaufgabe voller Engagement, für die anderen mitunter eine zusätzliche Last im Klinikalltag. „Kaum ein Thema löst so viele Emotionen aus wie die Organspende“, erklärt Dr. med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation. „Organspende ist ein freiwilliges und selbstloses Geschenk, man kann Organspenden nicht verordnen. Die Entscheidung dafür oder dagegen ist eine sehr persönliche Entscheidung, die jeder zu Lebzeiten gut informiert und möglichst unbelastet treffen sollte. Das bedeutet auch eine Erleichterung für die Angehörigen, die ansonsten im Ernstfall entscheiden müssen. Jeder von uns kann in die Situation geraten, selbst auf ein neues Organ angewiesen zu sein oder als Organspender in Frage zu kommen“, betont der Mediziner.

Print Friendly, PDF & Email