Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin macht sich stark für neue Wege in der Schmerzversorgung

Veröffentlicht am 23.03.2017 08:48 von admin

Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

Gruppenbild Auftaktpressekonferenz,Schmerz- und Palliativtag 2017, 22.03.207  Quellenangabe: "obs/Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V./Martin Leissl"

Gruppenbild Auftaktpressekonferenz,Schmerz- und Palliativtag 2017, 22.03.207 Quellenangabe: „obs/Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V./Martin Leissl“

Frankfurt  – „Wir brauchen neue Wege, um die Versorgung der Schmerzpatienten zu verbessern“, erklärte Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V. bei der Auftakt-Pressekonferenz des 28. Deutschen Schmerz- und Palliativtages in Frankfurt. „Gemeinsam mit allen an der Therapie Beteiligten werden wir in naher Zukunft ein Konzept entwickeln, bei dem alle Fachrichtungen eng miteinander vernetzt mit dem Patienten arbeiten sollen“, so Müller-Schwefe. Nur wenn wir es schaffen, die Schmerzmedizin als Querschnittsfach zu betrachten und die Schmerzkompetenz auszubauen, können wir den zahlreichen chronisch erkrankten Schmerzpatienten helfen.

Jedes Jahr treffen sich beim „Schmerz- und Palliativtag“

Schmerzexperten aus ganz Deutschland – ob Mediziner, Psychologen, Physiotherapeuten, Pharmazeuten oder Pflegekräfte. Gemeinsam wollen sie die Versorgung der Schmerzpatienten in Deutschland verbessern. Denn nach wie vor ist ein Großteil der insgesamt 23 Millionen Schmerzpatienten und etwa 2,8 Millionen der schwersterkrankten Patienten unterversorgt.1 Helfen könnte ihnen ein dafür speziell ausgebildeter Schmerzmediziner, der den Patienten ganzheitlich betrachtet, frühzeitig die Ursache der Beschwerden erkennt. Aber diese sind rar gesät. Von den wenigen Leuchtturmprojekten der interdisziplinären Zusammenarbeit profitiert am Ende nur ein Bruchteil der Betroffenen. „An der Basis gibt es bislang keine grundlegenden Verbesserungen. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist zeitaufwändig und wird zu wenig honoriert“, resümierte Müller-Schwefe.

Nachwuchs begeistern

Hinzu kommt, dass aktuell die Behandlung auf wenigen Schultern und aufgrund des demografischen Wandels auf einer immer älter werdenden Ärztegeneration ruht. Gleichzeitig aber steigt die Anzahl der Patienten. „Wenn wir den Nachwuchs für unser Fachgebiet begeistern können, ist vielen Patienten geholfen“, ist sich Dr. Johannes Horlemann, Vizepräsident der DGS, sicher. In kaum einer anderen Disziplin als der Schmerzmedizin arbeitet der Arzt so interdisziplinär – technisch, pharmakologisch, kommunikativ und psychosomatisch. Dazu ist es eines der dynamischsten Felder mit ständigem Zuwachs an neuem Wissen und neu evaluierten Konzepten. „Mit unserem umfangreichen Fortbildungskonzept wollen wir nicht nur die angrenzenden Fachgebiete, sondern verstärkt auch junge Mediziner erreichen“, so Horlemann.

Chronischer Schmerz ist ein Querschnittsgebiet

Damit die Patientenversorgung nicht an Fachgrenzen scheitert, setzt die DGS auf eine schmerztherapeutische Weiterbildung und Qualifikation von Ärzten aus allen Fachrichtungen. „Jeder Arzt sollte zumindest Basisfähigkeiten besitzen, um die richtige Behandlung einzuleiten oder rechtzeitig den Zeitpunkt zu erkennen, wann der Patient in die Hände eines Schmerzmediziners gehört“, ist DGS-Vizepräsident Dr. Oliver Emrich überzeugt. Ein gut funktionierendes Netzwerk und die wichtigsten Schnittstellen zu identifizieren, sind zentrale Ziele der DGS.“Dafür muss Kommunikation über Fachgebietsgrenzen hinaus stattfinden“, so Emrich weiter.

 

Kontinuierliche Forschung ist wichtig, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Diese in die Praxis umzusetzen – darin liege aber die eigentliche Herausforderung, so die langjährige Erfahrung des DGS-Vorstandes. Die Patienten mit ihren Bedürfnissen stärker in den Fokus zu rücken, dafür setzt sich die DGS in Kooperation mit der Patientenorganisation Deutsche Schmerzliga (DSL) e.V. bereits seit vielen Jahren ein. „Ein Meilenstein stellt die Online-Plattform „mein-schmerz.de“ dar, über die – via Daten-Einspeisung in das DGS PraxisRegister Schmerz (iDocLive®) – erstmalig auch die Sicht der Betroffenen dokumentiert werden kann“, erklärte PD Dr. Michael A. Überall, DGS-Vizepräsident und Präsident der DSL.

In diesem Jahr gehen die beiden Organisationen noch einen Schritt weiter und stellen das Thema „Tumorschmerz“ in den Mittelpunkt: Mit der „Praxisumfrage Tumorschmerz“ werden explizit Symptombelastungen bei tumorbedingten Dauer- und Durchbruchschmerzen abgefragt. Laut Überall müssen bei diesen Patienten die zugrundeliegenden Schmerzen kontinuierlich evaluiert werden, um sowohl den Behandlungsbedarf als auch die Behandlungsintensität an das aktuell angestrebte Behandlungsziel anzupassen.

Weitere Informationen unter www.schmerz-und-palliativtag.de

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