Demenz Forum Berlin setzt Fokus auf Angehörige: Eine Diagnose – zwei Patienten

Veröffentlicht am 02.02.2015 10:25 von MSEIGEL

Hochbelastet und überfordert brauchen vor allem Angehörige von Menschen mit Demenz in ihrer besonderen Situation ein funktionierendes Netzwerk aus Fachleuten. Getreu der Weisheit, dass Wissen das einzige Gut ist, das sich vermehrt, wenn man es teilt, will das Demenz Forum Berlin eine Plattform sein für den Austausch von Praxiswissen und Erfahrung der unterschiedlichen Akteure vor Ort.

Berlin, 27.02.2015. Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen bei Betroffenen und ihren Angehörigen auf, und die Krankheit bleibt auch danach eine große Herausforderung für das gesamte Umfeld aus Medizinern, Pflegefachkräften, Personen aus dem Bereich der informellen Betreuung sowie Partnern und Familienangehörigen.

Das Thema „Demenz: Eine Diagnose – zwei Patienten“ führt beim Demenz Forum Berlin, das am 27. Februar 2015 in der Landesvertretung Schleswig-Holstein von 9 bis 15 Uhr stattfindet, den Blick der Teilnehmer bewusst auf die Betroffenheit der Angehörigen, die Demenzkranke zu Hause versorgen.

Als Pionier der psychosomatischen Rehabilitation für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz und Gastgeber des Demenz Forum Berlin hat es sich das Alzheimertherapiezentrum Ratzeburg zur Aufgabe gemacht, vor allem in diesem Bereich die interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch der unterschiedlichen Akteure im Umfeld des Demenzbetroffenen zu fördern. Die enorme Resonanz auf zwei Fachveranstaltungen in Ratzeburg gab den Anstoß, dieses Format auch außerhalb der Landesgrenzen Schleswig-Holsteins anzubieten.

Dazu hat das Alzheimertherapiezentrum Ratzeburg Vertreter von Berliner Netzwerken und Verbünden zu den Themen Senioren, Leben im Alter, Demenz, ebenso wie Vertreter von Ärzteverbänden, Krankenkassen, Mitarbeiter von Pflegestützpunkten, Behörden, Pflegeanbietern und viele weitere Multiplikatoren eingeladen.

Begrüßt werden sie von Regina Kraushaar, die im Bundesministerium für Gesundheit die Abteilung Pflegesicherung und Prävention leitet, sowie Bezirksbürgermeister Berlin-Mitte Dr. Christian Hanke. Beide sehen es als eine große Herausforderung für Gesellschaft, Bundes- sowie Kommunalpolitik, die Versorgung derjenigen Menschen zu verbessern, die zu Hause einen demenzkranken Angehörigen rund um die Uhr unter großen psychischen Belastungen betreuen.

Anregungen zu Diskussion und Austausch

Vier Referenten zeigen mit ihren Themen die Vielfalt der Perspektiven im Umgang mit Demenz:

Die Hamburger Sozialwissenschaftlerin Dr. Hanneli Döhner informiert zum Einstieg über Forschungsergebnisse zu den Belastungen für Angehörige, deren Auswirkungen auf die Pflegeperson und die Pflegesituation.

Sylvia Kern, Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V., erläutert ihre mit Ärzten erarbeiteten Handlungsempfehlungen, den „Beipackzettel: Diagnose Demenz“, für Mediziner, die sich oft überfordert fühlen im Dialog mit Betroffenen und ihren Angehörigen.

Der Chefarzt des Alzheimer Therapiezentrums, Synan Al-Hashimy, gibt Einblicke in die Arbeit seines interdisziplinären Therapeutenteams und berichtet von überraschenden Erkenntnissen und Erfolgen.

Einen wohlwollenden Blick auf Menschen mit Demenz und ihre Begleiter richtet der Diplom-Pädagoge, Buchautor und Altersexperte Erich Schützendorf. Sehr plastisch und mitreißend schildert er typische Situationen und plädiert für gelassenere und entlastende Formen des Umgangs.

Aus vielfältigen Perspektiven auf die Situation der Angehörigen zu schauen, kann allen Akteuren im Umfeld der Betroffenen dabei helfen, individuelle Lösungen zu finden, Maßnahmen besser abzustimmen, Kräfte zu bündeln – das Demenzforum Berlin leistet einen wichtigen Beitrag dazu.

Anmeldungen zum Demenz Forum Berlin, das am 27.Februar 2015 von 9 bis 15 Uhr in der Landesvertretung Schleswig-Holstein stattfindet (In den Ministergärten 8, 10117 Berlin) sind möglich bis 18. Februar 2015 bei Janett Deckert per Fax: 04541 133828, per Email: janett.deckert@atzrz.de. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist kostenlos.

Das Programm

09:00 Eröffnung und Grußworte
Michael Stark, Geschäftsführer Röpersberg Gruppe Ratzeburg
Regina Kraushaar, Bundesministerium für Gesundheit, Leitung der Abteilung 4: Pflegesicherung und Prävention
Dr. Christian Hanke, Bezirksbürgermeister Berlin-Mitte

09:45 Pflegende Angehörige: hoch belastet – zu wenig entlastet
Dr. Hanneli Döhner, Sozialwissenschaftlerin, Hamburg

10:30 Pause mit Kaffee und Kleinigkeiten

11:00 Beipackzettel: Diagnose Demenz
Sylvia Kern, Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.

11:45 Demenz: Eine Diagnose – zwei Patienten.
Kurzfilm von Serhat Çokgezen & Sultan Çokgezen
Synan Al-Hashimy, Chefarzt des Alzheimer Therapiezentrums Ratzeburg

12:30 Das Recht auf Eigensinn – Ein wohlwollender Blick auf Menschen mit Demenz und ihre Begleiter
Erich Schützendorf, Dipl.-Pädagoge, Buchautor, Altersexperte

13:30 Mittagessen und Netzwerken
15:00 Ende der Veranstaltung

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