conhIT 2018: Gesundheits-IT in Richtung Patienten öffnen

Veröffentlicht am 07.03.2018 11:58 von Redaktion RehaNews24

07.03.2018

Bei den Neu- und Weiterentwicklungen der IT-Lösungen für das Gesundheitswesen kommt auf der conhIT 2018, die vom 17. bis zum 19. April in Berlin stattfindet, der IT-basierten Einbindung des Patienten eine zentrale Bedeutung zu.

Mehr Rechte an den eigenen Daten durch die EU-Datenschutz-Grundverordnung, ein vielfältiges Angebot an Gesundheits-Apps, der weltweite Trend zum Quantified Self und „Dr. Google“ als Nachschlagewerk: Die Digitalisierung bietet den Patienten neue Zugangsmöglichkeiten zu Gesundheitsdaten und -informationen und stärkt so deren Souveränität. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den auf der conhIT – Connecting Healthcare IT 2018 präsentierten IT-Lösungen der Hersteller von Gesundheits-IT wider.

39 Mrd. Euro hebbares Effizienzpotenzial durch den konsequenten Einsatz von eHealth: Dies errechnete im Auftrag von Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. und CompuGroup Medical SE im vergangenen Jahr PwC Strategy& in seiner Studie. Dabei wurde zudem festgestellt, dass in den Behandlungspfaden verschiedener Krankheiten der Patient aktiv mittels IT-Anwendungen einbezogen werden kann. Auch in der heutigen Realität trifft diese Erkenntnis nicht auf Widerspruch, im Gegenteil: „Der Patient erwartet zunehmend, seine Daten zur Verfügung gestellt zu bekommen. Dabei will er von „Überraschungslogistik“ als Folge ineffizienter Prozesse verschont bleiben“, betont Thomas Simon, Area Vice President CGM Clinical Deutschland bei der CompuGroup Medical SE, einer der Goldpartner der conhIT 2018.

„Wenn es um den Krankenhausinformationssystem-Betrieb im engeren Sinne geht, spielt der Patient zunächst eine untergeordnete Rolle. Aber er kommt natürlich überall dort sofort ins Spiel, wo es um Prozesse geht, die ihn direkt betreffen. Wenn es gelingt, durch hinterlegtes Prozesswissen eine angeforderte Funktionsdiagnostik so zu steuern, dass der Patient nicht zwei Stunden vor dem Zimmer wartet, bis er drankommt, dann ist das ein enormer Gewinn für den Patienten. Auch bessere Dokumentationsqualität, raschere Befundübermittlung und eine effiziente digitale Kommunikation zwischen kooperierenden Einrichtungen sind für den Patienten unmittelbar spürbar“, erklärt Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender der Meierhofer AG, ein weiterer conhIT-Goldpartner.

Ein Bespiel dafür, welche Möglichkeiten sich durch den Einsatz von neuen Softwarelösungen in diesem Kontext eröffnen, führt Winfried Post, General Manager und Geschäftsführer von conhIT-Goldpartner Agfa HealthCare DACH, auf: „Über unsere Engage Suite können medizinische Einrichtungen Patienten zahlreiche Online-Services zur Verfügung stellen und diese tief in die Behandlungsabläufe und in die jeweiligen Informationssysteme integrieren. Wir reden über deutlich mehr als über ein klassisches Zuweiserportal. Es lassen sich beispielsweise Szenarien umsetzen, bei denen der Patient zu Hause Anamnesebögen ausfüllt, Daten einstellt und dann vor Ort an einem Patientenkiosk nur noch eincheckt, wie am Flughafen.“

Unmittelbar mit der Stärkung von Patientensouveränität ist auch ein breitflächiger Einsatz von elektronischen Patientenakten verbunden. Diese machen den Patienten im Austausch mit dem Leistungserbringer zum „Manager seiner eigenen Gesundheit“ und versetzen ihn in die Lage, ein neues Selbstverständnis über seinen Gesundheitszustand zu entwickeln. Das Potenzial dieser Emanzipation des Patienten wird zunehmend von verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen erkannt: „Was wir registrieren ist, dass sich an in den Praxisprogrammen gespeicherten Behandlungsdaten ein zunehmendes Interesse entwickelt und für deren zentralisierte Darstellung im Web erste Lösungen entstehen“, so Jens Naumann, Geschäftsführer von medatixx GmbH & Co. KG. Laut dem Vertreter des vierten conhIT-Goldpartners bringe dies eine Reihe von Herausforderungen mit sich: „Wir reden hierbei recht allgemein von eAkten, denn letztlich ist derzeit nicht klar, wie diese Akten genau aussehen werden. Das ist aus unserer Sicht ein echtes Problem: Gesetzliche Kassen, PKVen, Berufsverbände, Klinikverbünde und einzelne Kliniken, Pharmaunternehmen und Anbieter von eAkten selbst entwickeln eigene, zumeist proprietäre Konzepte. Uns sind derzeit 8 bis 10 eigenständige Akten-Projekte bekannt – und alle haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wie und in welcher Struktur welche Daten in die Akten kommen. Diese unkoordinierte Vielfalt wird die flächendeckende Einführung von eAkten mindestens verzögern, auf jeden Fall verteuern und kann schon allein deshalb der Akzeptanz von eAkten schaden. Hier ist eine Standardisierung jetzt dringend geboten.“

Innovative Lösungen mit Fokus auf den Patienten und Klärungsbedarf in der Einführung sowie Umsetzung der elektronischen Patientenakte: Zum Themenkomplex „Patient im Umfeld der Gesundheits-IT“ wird es auf den Flächen und im Rahmen des Kongress- und Networking-Programms der diesjährigen conhIT demnach einiges zu entdecken und zu besprechen geben.

Folgende Veranstaltungen werden u.a. den Themenkomplex behandeln:

  • IT Werkstatt: Der Patient und seine Daten | 17. April 2018 | 09:30 – 11:00 Uhr | Halle 1.2
  • Session 1: Elektronische Patientenakte – Vielfalt oder Chaos? | 17. April 2018 | 09:30 – 11:00 Uhr | Kongresssaal A
  • Session 4: Entlassmanagement digital – Optimal gesteuerte Prozesse | 17. April 2018 | 11:30 – 13:00 Uhr | Kongresssaal A
  • Messeführung: Elektronische Patientenakte | 17. April 2018 | 17:00 – 18:00 Uhr | bvitg-Stand, Halle 4.2/C-117
  • focus “Wie kann der Patient in die Telematikinfrastruktur integriert werden?” | 17. April 2018 | 14:30–15:30 Uhr | Networking-Fläche
  • focus “Effizienzpotentiale durch eHealth: Von der Theorie in die Praxis” | 17. April 2018 | 17:00–18:00 Uhr | Networking-Fläche
  • Messeführung: Patient Empowerment | 18. April 2018 | 14:15 – 15:15 Uhr | bvitg-Stand, Halle 4.2/C-117

 

Pressekontakt
bvitg – Bundesverband Gesundheits-IT
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Fax: +49 30 20622 5869
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