Politik

Spahns Sofortprogramm bedroht Versorgung neurologischer Reha-Patienten in NRW

Wer sich wie Michael Schumacher bei einem Unfall eine schwere Kopfverletzung zuzieht oder wie Gaby Köster einen Schlaganfall erleidet, der ist – im Anschluss an seine Akutversorgung im Krankenhaus – auf eine neurologische Anschlussrehabilitation angewiesen. Diese spezifische medizinische Betreuung in speziell dafür ausgestatteten Rehakliniken ist wichtig, auch um zum Teil bleibende Folgeschäden bei den Betroffenen zu verhindern. In Deutschland gibt es rund 200 stationäre Einrichtungen für neurologische Rehabilitation, 30 davon in NRW. Diese Kliniken sehen sich derzeit von zwei Vorhaben des Gesetzgebers massiv bedroht.

„Das Sofortprogramm Kranken- und Altenpflege des Bundesgesundheitsministeriums beinhaltet bislang ausschließlich Maßnahmen und Finanzmittel für Akutkrankenhäuser und Pflegeheime. Rehakliniken werden von der Politik zurzeit schlichtweg vergessen“, äußert sich Dr. Ursula Becker, Sprecherin und Gründungsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Neurorehabilitation NRW (LAG) besorgt. Ihre Befürchtung: „Wenn das Gesetzesvorhaben so umgesetzt wird, werden Pflegekräfte massiv aus den Einrichtungen für Rehabilitation abwandern. Dann müssen einzelne Abteilungen oder sogar ganze Kliniken schließen.“ Für die Patienten in NRW seien die Folgen gar nicht abzuschätzen. Im Namen der LAG fordert Becker deshalb von Berlin, die Maßnahmen des Sofortprogrammes umgehend auf die Kliniken für Rehabilitation in Deutschland auszuweiten.