Burnout und chronischer Stress: die Dosis macht das Gift

Veröffentlicht am 31.01.2013 10:27 von Redaktion RehaNews24

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
Pressemitteilung Nr. 1/13
30. Januar 2013

In der Diskussion über Stress am Arbeitsplatz fordert der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) den Schwerpunkt auf Prävention zu legen. Im Prozess der sich wandelnden Arbeitswelt und der steigenden Produktivität müssen die Menschen in ihr unterstützt und gestärkt werden. „Arbeit muss gesund erhalten“, erklärt BDP-Präsidentin Sabine Siegl. „Als Psychologin weise ich darauf hin, dass Aufgaben dann als zu bewältigen und somit als Quelle der Bestätigung erlebt werden, wenn sie die Menschen nicht ständig überlasten.“

Es stimme, dass Arbeitslosigkeit stärker krank machen könne als ständige Überlastung – doch diese Pole gegeneinander abzuwägen, bringe in der gegenwärtigen Diskussion zwischen Arbeitgebern, Gewerkschaften und Politik wenig.

Es gilt, die wertvollen Potenziale jedes Mitarbeiters zu nutzen und den richtigen Platz im Arbeitsprozess für ihn zu finden.

„In den letzten Jahren beobachten wir zunehmend Überforderungsphänomene. Durch eine gesündere Gestaltung der Arbeit könnten diese verringert werden“, so Siegl. Als Psychologin setzt sie in der Diskussion um Burnout auf Prävention.

Beim betrieblichen Gesundheitsmanagement nehmen Psychologen aber nicht nur den Einzelnen, sondern auch die Organisationsstrukturen in den Fokus. Wenn sie von Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz sprechen, geht es durchaus nicht nur um ergonomisches Sitzen und ausreichende Pausen, sondern auch um die Unternehmenskultur, die in der Transparenz von Abläufen, in Entscheidungsspielräumen, gerechter Bezahlung und Partizipationsmöglichkeiten sichtbar wird. Ebenso geht es um passgenaue Personalauswahl, gute Erholungsphasen oder auch das Thema der Erreichbarkeit.

Der Anteil der psychischen Erkrankungen an allen Krankschreibungen beträgt 12,5%, die Fehlzeiten betragen durchschnittlich 30 Tage im Jahr. Und auch der relative Anteil psychischer Diagnosen bei immer früheren Berentungen hat deutlich zugenommen: Psychische Erkrankung machen 41% der Frühberentungsgründe aus.

2013 ist das Auftaktjahr des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz, bei dem nun der Schutz der Psyche stärker beachtet werden soll. Im BDP sind Gesundheits-, Betriebs- und Arbeits- & Organisationspsychologen aus ganz Deutschland organisiert, die Organisationen unterstützend beraten können.

Ansprechpartner für Organisationen:
Fredi Lang, f.lang@bdp-verband.de

Ansprechpartner für die Presse:
Alenka Tschischka, a.tschischka@bdp-verband.de
Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin
Tel. 030 – 209 166 620
Fax: 030 – 209 166 680

Diese Pressemitteilung steht auch als PDF zur Verfügung:
www.bdp-verband.de/bdp/presse/2013/01_BDP_Pressemitteilung.pdf

Über den Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP):
Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) vertritt die beruflichen und politischen Interessen der niedergelassenen, angestellten und beamteten Psychologen und Psychologinnen aus allen Tätigkeitsbereichen. Diese sind unter anderem: Gesundheitspsychologie, Klinische Psychologie, Psychotherapie, Schulpsychologie, Rechtspsychologie, Verkehrspsychologie, Wirtschaftspsychologie, Umweltpsychologie und Politische Psychologie. Der BDP wurde 1946 gegründet und ist Ansprechpartner und Informant für Politik, Medien und Öffentlichkeit. Rund 11500 Mitglieder sind im BDP organisiert.
Besuchen Sie den BDP im Internet:
www.bdp-verband.de

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