Bündnis für GUTE PFLEGE gegründet

Veröffentlicht am 14.02.2012 13:52 von redaktion

Berlin, 14. Februar 2012. „Wir können und wollen die Situation in der Pflege nicht
mehr länger hinnehmen“, erklären das AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker,
DGB Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach und der Präsident des
Sozialverbandes Deutschland Adolf Bauer im Namen der zehn Partner aus
Selbsthilfe und Verbrauchervertretungen, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden und
Gewerkschaften und Berufsverbänden im Rahmen ihrer heutigen Pressekonferenz
zur Gründung des Bündnisses für GUTE PFLEGE. Ziel des Bündnisses ist es, die
Situation der pflegebedürftigen sowie pflegenden Menschen in Deutschland zu
verbessern.

Zur Situation der Pflege erklärt der Präsident des Sozialverbandes Deutschland
(SoVD) Adolf Bauer: „Millionen Menschen in unserem Land sind vom Thema Pflege
unmittelbar betroffen. Von den rund 2,4 Millionen als pflegebedürftig anerkannten
Menschen werden zwei Drittel zu Hause und ein Drittel in stationären Einrichtungen
gepflegt. Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen erwarten, dass endlich eine
umfassende Pflegereform auf den Weg gebracht wird. Insbesondere die mangelnde
Unterstützung der häuslichen Pflege sowie die unzureichende Vereinbarkeit von
Pflege und Beruf lasten auf den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen. Zudem
benötigen pflegende Angehörige dringend bessere Entlastungsstrukturen.“

Zur Situation der Beschäftigten im Pflegebereich erklärt DGB-Vorstandsmitglied
Annelie Buntenbach: „Es ist dringend erforderlich, dass die Pflegeberufe aufgewertet
werden. Wir fordern die Verbesserung der Personalbemessung und der
Ausbildungsbedingungen, eine familienfreundliche Arbeitsplatzgestaltung und
deutlich höhere Einkommen in der Pflege. Billig-Pflege darf keine Zukunft haben,
denn sie endet in Chaos und Elend. Wir fordern die Bundesregierung gemeinsam
auf, die Verpflichtung zur ortsüblichen Entlohnung für Pflegepersonal nicht zu kippen.
Lohndumping muss bekämpft und darf nicht auch noch gesetzlich gefördert werden.
Wenn es nicht gelingt, die Pflege als Berufsfeld attraktiv umzugestalten, werden wir
in Zukunft neben einer zunehmend unwürdigen Pflegesituation noch einen
gigantischen Fachkräftemangel haben.“

Zur Finanzierung der Pflegeversicherung stellt AWO Vorstandsmitglied Brigitte
Döcker klar: „Gute Pflege darf nicht zum Armutsrisiko werden. Sie darf weder die
Pflegebedürftigen selbst, noch deren Angehörige arm machen. Deshalb muss die
Finanzierung solidarisch und paritätisch erfolgen. Wir dürfen niemanden allein
lassen, der auf die Solidargemeinschaft angewiesen ist. Die Finanzierung von Pflege
darf nicht zu einseitiger Belastung der Versicherten führen, wie zum Beispiel durch
Kopfpauschalen oder private Zusatzversicherungen. Stattdessen muss die
Einnahmebasis der Pflegeversicherung im Umlagesystem um alle Personengruppen
und Einkommensarten erweitert sowie die Beitragsbemessungsgrenze angehoben
werden.“

Weitere Informationen zum Bündnis finden sie unter: WWW.BUENDNIS-FUER-GUTE-PFLEGE.DE

ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bundesvorstand
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin

Telefon (0 30) 69 56 – 0
Fax (0 30) 69 56 – 31 41

E-Mail: info(at)buendnis-fuer-gute-pflege.de

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