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27. Fachtagung Management in der Suchttherapie am 26. und 27. September 2018 in Kassel

Die Landschaft der Suchtreha ist derzeit stark in Bewegung. Allein durch das neue Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), das auf der Grundlage der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) aktualisiert wurde und am 25.05.2018 in Kraft tritt, sind Anpassungen und Veränderungen erforderlich. Diese und weitere wichtige Einflussfaktoren auf die Arbeit in der Reha und in der Suchthilfe greift der Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) bei seiner 27. Management-Tagung am 26. und 27. September 2018 in Kassel auf.

Eröffnet wird die Tagung mit einem Einblick in die Lebenswelten von Jugendlichen, basierend auf der aktuellen Jugendstudie der SINUS:akademie. Neue gesetzliche Regelungen zum Datenschutz werden sowohl in einem Vortrag als auch in einer Arbeitsgruppe behandelt, damit ausreichend Gelegenheit zur Diskussion praktischer Umsetzungsfragen besteht. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Analyse des deutschen Reha-Marktes und der Zukunftsperspektiven in diesem Bereich aus Sicht einer großen privaten Klinikgruppe.

Weitere Themen in den Arbeitsgruppen sind: Erfahrungen mit dem ‚Nahtlosverfahren‘, Integration in den Arbeitsmarkt, Praxisbeispiele zur Umsetzung der BORA-Empfehlungen, Besonderheiten der Adaptionsbehandlung sowie die Auswirkungen der sprachlichen und kulturellen Vielfalt in den Einrichtungen.

Den Schwerpunkt am zweiten Tag bildet der Themenkomplex Vergütung und Vergabe. Es werden die Ergebnisse der jüngst erschienenen Studie zur leistungsgerechten Vergütung in der Rehabilitation vorgestellt. Ein weiterer Vortrag berichtet über verschiedene aktuelle Gutachten der aktiva Beratung im Gesundheitswesen GmbH, z. B. zu Investitionen, zur Kostenübernahme der Gesetzlichen Krankenversicherung sowie zu Kosten- und Vergütungssteigerungen. Ein Vertreter der DRV wird den aktuellen Stand zur transparenten Vergabe und Vergütung von Reha-Leistungen der Deutschen Rentenversicherung darstellen. Dieses Thema wird in einer anschließenden Podiumsdiskussion mit den Referent/innen vertieft.

Programm und Einladung folgen im Juli 2018 per E-Mail, per Post und auf www.suchthilfe.de

buss, 8. Mai 2018

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Wolfram-Keup-Förderpreis 2018

Preisträgerin Jun.-Prof. Dr. Sophie Baumann (Mitte) mit Dr. Wibke Voigt, Vorsitzende des buss, und Dr. Bernd Wessel, stellvertretender Vorsitzender

Wirken computergenerierte Rückmeldebriefe besser als persönliche Beratungsgespräche? In ihrer Studie „How alcohol use problem severity affects the outcome of brief intervention delivered in-person versus through computer-generated feedback letters“ untersuchten Jun.-Prof. Dr. Sophie Baumann (Medizinische Fakultät TU Dresden/Universitätsmedizin Greifswald) und ihre Forschergruppe, ob Personen mit unterschiedlicher Alkoholproblemschwere unterschiedlich von persönlichen Beratungen und ressourcensparenden computergenerierten individualisierten Rückmeldebriefen profitieren. Für diese Arbeit wurden sie mit dem Wolfram-Keup-Förderpreis 2018 ausgezeichnet. Der Preis wurde bei der Eröffnung der 104. Wissenschaftlichen Jahrestagung des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe (buss) im März in Berlin verliehen. In diesem Rahmen stellte Jun.-Prof. Dr. Sophie Baumann ihre Studie in kurzen Zügen vor:

Allgemeinkrankenhauspatientinnen und -patienten im Alter von 18 bis 64 Jahre mit gesundheitsriskantem Alkoholkonsum (n = 961) wurden zufällig einer von drei Studienbedingungen zugeordnet:
a) persönliche Kurzberatung,
b) computergenerierte individualisierte Rückmeldebriefe oder
c) keine Intervention (Kontrollgruppe).

Beide Interventionen wurden direkt auf der Station sowie einen und drei Monate später übermittelt. Ergebnismaß war die Veränderung im Alkoholkonsum pro Tag nach sechs, zwölf, 18 und 24 Monaten. Der Wert des Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT-Wert) wurde als Moderator der Interventionswirksamkeit untersucht.

Es konnte festgestellt werden, dass Personen mit einem AUDIT-Wert von 8 oder weniger, die computergenerierte individualisierte Rückmeldebriefe erhielten, ihren Alkoholkonsum signifikant stärker reduzierten als Personen in der Kontrollgruppe (p < 0,05). Persönliche Beratungen waren bei Personen mit höherem Alkoholkonsum tendenziell wirksamer als keine Intervention, der Unterschied war allerdings nicht statistisch signifikant. Personen mit einem AUDIT-Wert zwischen 7 und 8, die Rückmeldebriefe erhielten, reduzierten ihren Alkoholkonsum nach sechs, zwölf und 18 Monaten signifikant stärker als Personen, die persönliche Beratungen erhielten (ps < 0,05). Kostengünstige computergenerierte individualisierte Rückmeldebriefe können also bei Personen mit einer niedrigen Alkoholproblemschwere einer persönlichen Beratung überlegen sein. Personen mit höherer Problemschwere benötigen eher ein intensiveres Beratungsangebot. Eine Zusammenfassung der Studie auf Deutsch steht auf der Website des buss zum Download bereit.

Der Wolfram-Keup-Förderpreis wird alle zwei Jahre vom Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe (buss) für eine wegweisende wissenschaftliche oder praxisorientierte Arbeit aus der Suchthilfe vergeben und ist mit einem Preisgeld von 2.000 Euro ausgestattet. Er wurde dieses Jahr zum fünften Mal verliehen. Informationen über den Preis, die bisherigen Preisträger/innen und die prämierten Arbeiten finden sich auf der Website des buss (www.suchthilfe.de > Verband > Förderpreis).

Zur Jury des Wolfram-Keup-Förderpreises 2018 gehörten Dr. Wibke Voigt, Vorstandsvorsitzende des buss, die Vorstandsmitglieder Hans-Joachim Abstein, Ulrike Dickenhorst und Thomas Hempel sowie folgende externe Gutachterinnen:

  • Dr. Ursula Havemann-Reinecke, Oberärztin, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsmedizin Göttingen, Vorstandsmitglied der DHS
  • Dr. Dunja Hinze-Selch, Chefärztin, Fachkliniken St. Marien – St. Vitus GmbH, Neuenkirchen
  • Doris Sarrazin, ehem. Referatsleiterin der LWL-Koordinationsstelle Sucht, Münster

Der nächste Wolfram-Keup-Förderpreis wird 2020 verliehen. Die Ausschreibung hierfür wird im April 2019 bekannt gegeben.

buss, 03.05.2018

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104. Jahrestagung des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe am 21./22. März 2018 in Berlin

Sex, Drogen und Internet – um diese Themen geht es bei der 104. Wissenschaftlichen Jahrestagung des buss – schwerpunktmäßig allerdings in umgekehrter Reihenfolge! Die Veranstaltung trägt den Titel „Suchtarbeit 4.0“. Im Mittelpunkt stehen die Digitalisierung und Vernetzung der Arbeitswelt und des Gesundheitswesens.

Mit dem Internet der Dinge, Industrie 4.0 oder Smart Home hat die Digitalisierung längst Einzug in das Alltags- und Arbeitsleben gehalten. Im Gesundheitsbereich schreitet die Entwicklung internetbasierter Interventionen bei der Behandlung psychischer Störungen mit großen Schritten voran. Zwei Plenumsvorträge stellen diese Entwicklungen dar. Anschließend wird die Suchthilfe unter die Lupe genommen. Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Arbeit in den Einrichtungen, auf organisatorische Abläufe sowie Inhalte und Ausrichtung der Therapie? Zentral ist die Frage: Was kann und muss die Suchthilfe tun, um den Zug der Digitalisierung nicht zu verpassen, sondern diese für sich zu nutzen?

Ein weiterer Vortrag bringt Licht ins Dunkel des abseitigen Bereichs des Internets und berichtet über das Dark Net. Auf therapeutische Fragen lenkt der Vortrag „Wirksamkeit von Pharmakotherapie und Psychotherapie“ den Blick. Am Ende setzen sich Expert/innen und Teilnehmer/innen unter dem Titel „Qualitätsverunsicherung“ in einer gemeinsamen Diskussion mit den Folgen der zunehmenden Regulierung der Arbeit in Suchtfachkliniken auseinander.

Sex („Die Themen Liebe und Sexualität in der Suchttherapie“) und Drogen („Steigende Zahl der Drogentoten und veränderte Konsummuster“) sind Inhalte der Arbeitsgruppen. Weitere Themen sind u. a.: suchtstoffübergreifende Behandlung, komorbide Störungen sowie Angehörigenarbeit und Paartherapie.

Programm und Anmeldung finden Sie auf www.suchthilfe.de

 

104. Wissenschaftliche Jahrestagung des buss „Suchttherapie 4.0“ Mittwoch, 21. März 2018 (Beginn 13.00 Uhr) bis Donnerstag, 22. März 2018 (Ende 13.00 Uhr) Hotel Aquino, Tagungszentrum Katholische Akademie, Berlin

 

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Die Adaptionsbehandlung. Handbuch zur zweiten Phase der stationären medizinischen Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen

Über die Adaptionsbehandlung als zweite Phase der stationären medizinischen Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen liegen bislang nur wenige Veröffentlichungen vor. Das mag daran liegen, dass für diese Behandlungsform erst mit der Verfahrensabsprache der Rentenversicherungsträger und Krankenkassen von 1994 ein verbindlicher konzeptioneller Rahmen geschaffen wurde. Das mag aber auch daran liegen, dass dieses Segment der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker mit etwas über 4.200 Behandlungsfällen pro Jahr und ca. 1.000 Behandlungsplätzen in rund 100 Einrichtungen eher klein ist. Mit der Adaptionsbehandlung wurde jedoch ein außerordentlich wichtiges und ergänzendes Angebot für Rehabilitanden mit bio-psycho-sozialen Problemlagen und gemindertem Integrations- und Teilhabepotential geschaffen, bei denen nach der Entwöhnungsbehandlung noch weiterer Behandlungsbedarf besteht.

Der Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) hat deshalb das Buch „Die Adaptionsbehandlung. Handbuch zur zweiten Phase der stationären medizinischen Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen“ herausgegeben. In diesem Handbuch werden erstmalig Inhalte, Ziele und Zielgruppen dieser Behandlungsform ausführlich beschrieben: In dem „Grundsatzpapier Adaptionsbehandlung“ formuliert der Qualitätszirkel der Adaptionseinrichtungen im buss Rahmenbedingungen und Schwerpunkte der Adaptionsbehandlung. In den weiteren Kapiteln werden die Bedeutung und die Effektivität der Adaptionsbehandlung aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt:

  • Ergebnisse einer Studie zur Effektivität der beruflichen und sozialen (Re-)Integration
  • Bedeutung der Adaption aus sozialmedizinischer Sicht und aus Sicht der Deutschen Rentenversicherung
  • Beschreibung von Fallbeispielen
  • Basis- und Strukturdaten
  • Ergebnisse einer Patientenbefragung

Mitarbeiter/innen in Suchthilfe-Einrichtungen und bei unterschiedlichen Leistungsträgern wird eine äußerst effektive Behandlungsform vorgestellt, deren umfassendes Behandlungsangebot für noch mehr abhängigkeitskranke Menschen genutzt werden sollte. Auch Mitarbeiter/innen in benachbarten Leistungsbereichen (Psychiatrie, Jugendhilfe, Sozialhilfe, Jobcenter/Agentur für Arbeit u.v.m.) zeigt das Handbuch vielfältige Möglichkeiten, wie sie in ihrem beruflichen Kontext mit einem umfassenden, modernen Verständnis des komplexen Krankheits-/Störungsbildes „Sucht“ zielgerichtet arbeiten können.

Das Handbuch ist im Verlag Pabst Science Publishers erschienen und kostet 20,00 Euro (184 Seiten, ISBN 978-3-95853-284-7).
Weitere Informationen finden Sie hier.

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26. Fachtagung Management in der Suchttherapie am 26. und 27. September 2017 in Kassel

Der Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) veranstaltet am 26. und 27. September 2017 wieder seine Management-Tagung in Kassel. Eröffnet wird die Tagung mit einem Blick auf das große Ganze: Dr. Rainer Schlegel, Präsident des Bundessozialgerichts, erläutert Ziele und Bedeutung der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland. Es folgen Vorträge zu aktuellen Entwicklungen speziell im Suchthilfesystem sowie zur Wirksamkeit der Suchtreha.

Ein Vortrag von Seiten der Deutschen Rentenversicherung behandelt die transparente Vergabe und Vergütung von Reha-Leistungen. Weitere Tagungsbeiträge befassen sich mit neuen Anforderungen in den Bereichen Antikorruption und Datenschutz in der medizinischen Reha sowie mit der Frage, wie Reha-Einrichtungen in Krisenfällen nach außen und innen richtig kommunizieren.

Auch aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen werden bei der Tagung wieder betrachtet. Dieses Jahr stehen die Themen Betriebsverfassungsrecht und Mitbestimmung, Auswirkungen des BTHG, Umsatzsteuer bei klinikinternen Erträgen sowie Erfahrungen mit dem Gesetz zur Umsetzung der Bilanzrichtlinie (BilRUG) im Mittelpunkt. Außerdem werden neue Wege für die Personalgewinnung in Zeiten des Fachkräftemangels aufgezeigt.

Programm und Einladung folgen im Juli 2017 per E-Mail, per Post und auf www.suchthilfe.de

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Wolfram-Keup-Förderpreis 2018 – Beginn der Ausschreibung

Der Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) vergibt zum fünften Mal den ‚Wolfram-Keup-Förderpreis’ für die beste wissenschaftliche oder praxisorientierte Arbeit auf dem Gebiet der Entstehung und Behandlung von Substanzmissbrauch, Substanzabhängigkeit oder Verhaltenssucht.

Aus dem Nachlass des Projektes ‚Frühwarnsystem zur Erfassung von Veränderungen der Missbrauchsmuster chemischer Substanzen in der Bundesrepublik Deutschland’, das Professor Wolfram Keup initiiert und bis zu seinem Tod am 4. Januar 2007 geleitet hat, wird zur Erinnerung an den Stifter alle zwei Jahre der ‚Wolfram-Keup-Förderpreis’ öffentlich ausgeschrieben und vergeben.

Alle Personen und Institutionen, die sich in der wissenschaftlichen Forschung oder der therapeutischen Behandlungspraxis mit dem Thema Sucht beschäftigen, sind aufgefordert, sich mit eigenen Untersuchungen oder Projekten um den Wolfram-Keup-Förderpreis 2018 zu bewerben. Die vorgelegten Arbeiten müssen sich mit der Entstehung oder der Behandlung von Substanzmissbrauch, Substanzabhängigkeit oder Verhaltenssucht beschäftigen. Dabei kann es sich um wissenschaftliche Studien handeln, aber auch um die Realisierung von Präventionsmaßnahmen oder die Erprobung von Behandlungskonzepten. Der Förderpreis ist mit einem Preisgeld von 2.000 € ausgestattet.

Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2017. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Wissenschaftlichen Jahrestagung des buss am 21. März 2018 in Berlin. Weitere Details finden Sie in den Ausschreibungsunterlagen unter www.suchthilfe.de.

Kontakt:
Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V.
Prof. Dr. Andreas Koch
Wilhelmshöher Allee 273
34131 Kassel
Tel. 0561/77 93 51
Fax 0561/10 28 83
buss@suchthilfe.de
www.suchthilfe.de

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103. Jahrestagung des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe am 22./23. März 2017 in Berlin

DruckWas geht – was bleibt? Und „was geht“ in Zukunft? Auf seiner 103. Wissenschaftlichen Jahrestagung vom 22. bis 23. März 2017 möchte der Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe (buss) unter dem Motto „Innehalten, Suchttherapie! Was geht?“ ausloten, was für die Suchthilfe bisher wichtig war und woran sie sich in Zukunft orientieren muss, um ihrer Aufgabe weiterhin gerecht zu werden. Denn: Es tut sich was! Unsere Gesellschaft verändert sich massiv und rasend schnell. Die Digitalisierung eröffnet für das tägliche Leben sowie im Gesundheitsbereich ganz neue Möglichkeiten, sie führt zu neuen Verhaltensweisen und neuen Notwendigkeiten – Datenschutz und eine sichere Technik seien hier als Beispiele genannt. Gleichzeitig beschäftigt uns die große Migrationsbewegung. Der Zuzug vieler fremder Menschen wird die Gesellschaft zwangsläufig verändern – aber wie?

Inmitten des rasanten äußeren Wandels soll die Tagung ein Signal setzen zum Innehalten und Anstoß geben für eine Positionsbestimmung. Im Zentrum stehen die Fragen: „Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin?“. Um diese Fragen zu beantworten, soll der Horizont etwas weiter gespannt und die Suchthilfe in ihrem gesellschaftlichen Umfeld betrachtet werden. Der Soziologe Denis van de Wetering stellt Brennpunkte der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung dar, der Jugendforscher Dr. Walter Bien berichtet darüber, was Jugendliche, die in Deutschland aufwachsen, heute bewegt, und die Ethnologin Yvonne Adam beleuchtet Hintergründe und Folgen der Migration.

Gleichzeitig nimmt die Suchthilfe sich selbst in den Blick. Ein Vortrag und zwei Arbeitsgruppen greifen das Thema der Digitalisierung auf. Sie stellen dar, wie diese in der Suchthilfe eingesetzt werden kann oder bereits wird. Eine Arbeitsgruppe behandelt die Frage, ob die gängigen Behandlungsangebote noch ‚auf der Höhe der Zeit‘ sind. Prof. Dr. Johannes Lindenmeyer wirft einen Blick zurück auf 30 Jahre Suchttherapie. Mit der Zukunft beschäftigen sich drei Mitarbeiter/innen aus verschiedenen Suchtkliniken. Unter dem Titel „Was leitet uns – bisher und in der Zukunft?“ geben sie einen Ausblick auf die psychologische, sozialpädagogische und medizinische Suchtarbeit. Weitere Themen der Tagung sind komorbide Suchtprobleme in der somatischen und psychosomatischen Rehabilitation, Gewalt in der Therapie und Online-Sexsucht.

Programm und Anmeldung finden Sie ab Dezember 2016 auf www.suchthilfe.de

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25. Fachtagung Management in der Suchttherapie am 21. und 22. September 2016 in Kassel

DruckDer Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e. V. (buss) veranstaltet dieses Jahr zum 25. Mal die zweitägige Management-Tagung in Kassel. Der Schwerpunkt der Tagung liegt auf aktuellen Änderungen im Sozial- und Leistungsrecht (Psychiatrie-Entgeltsystem, Präventionsgesetz, Bundesteilhabegesetz, Schiedsstellen) und im Arbeitsrecht (Honorarverträge für Ärzte und Pflegekräfte, Mindestlohn bei Bereitschaftsdiensten, Finanzierung von Weiterbildungen).

Im Mittelpunkt steht außerdem die Wirksamkeit von Leistungen in der Suchthilfe und Suchtreha. Zur Evaluation ihrer medizinischen Rehabilitationsleistungen haben die Deutsche Rentenversicherung Rheinland und die Deutsche Rentenversicherung Westfalen eine Studie durchführen lassen, deren Ergebnisse präsentiert und im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Experten diskutiert werden.

In den Arbeitsgruppen wird eine Reihe neuer Konzepte vorgestellt, die zum Teil durch die Leistungsträger, zum Teil einrichtungsintern ins Leben gerufen wurden. Die Konzepte betreffen die Bereiche berufliche Integration von Suchtkranken, Reha-Fallmanagement, nachstationäre Behandlungsformen sowie Kinderbetreuung während der Reha. Erörtert werden bisherige Erfahrungen bei der Umsetzung in die Praxis sowie mögliche Umsetzungsprobleme. Weitere Themen der Tagung sind: Digitalisierung der Lebenswelt, Energieaudit und Energieberatung in Rehakliniken sowie Personalgewinnung und Personalbindung. 

Programm und Einladung folgen im Juli 2016 per E-Mail, per Post und auf www.suchthilfe.de

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Dr. Martin Beutel erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande

Dr. Martin Beutel (re.) mit Ehefrau Barbara Beutel nach der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch Oberbürgermeister Martin Wolff (li.)

Dr. Martin Beutel (re.) mit Ehefrau Barbara Beutel nach der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch Oberbürgermeister Martin Wolff (li.)

Rund 100 Vorstandssitzungen und 20 Mitgliederversammlungen hat Dr. Martin Beutel geleitet. Im März 2016 wurde dem langjährigen Vorsitzenden des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe e. V. (buss) und Chefarzt der Kraichtal-Kliniken das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Von 1993 bis 2015 war Dr. Martin Beutel durchgängig ehrenamtlich im Vorstand des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe tätig, zunächst als stellvertretender Vorsitzender und seit 1997 als Vorsitzender. Im Jahr 2000 initiierte er die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Suchttherapie e. V. (deQus – eine ‚Tochter‘ des buss), war deren erster Vorsitzender und ist seitdem auch dort als Vorstandsmitglied aktiv. Die beiden Fachverbände buss und deQus vertreten bundesweit rund 160 stationäre Einrichtungen aus der Suchtkrankenhilfe. Aufgabe der beiden Verbände ist die Unterstützung der Mitgliedseinrichtungen bei ihrer fachlichen, konzeptionellen und organisatorischen Weiterentwicklung sowie die Vertretung gegenüber Leistungsträgern und Politik. Der buss wurde 1903 gegründet, die Mitglieder gehören überwiegend zu Trägern der freien Wohlfahrt oder öffentlichen Trägern.

In einem Zeitraum von über 20 Jahren hat Dr. Martin Beutel mit hohem persönlichen Einsatz nicht nur die erfolgreiche Entwicklung der beiden Verbände buss und deQus maßgeblich bestimmt, sondern durch seine Fachkompetenz und seinen strategischen Weitblick die Entwicklung des gesamten deutschen Suchthilfesystems positiv beeinflusst. Zu seinen wichtigsten Verdiensten gehören:

  • die Entwicklung eines Qualitätsmanagementsystems für die Suchttherapie und die Gründung der deQus als ‚Tochter‘ des buss lange vor der Einführung einer gesetzlichen Zertifizierungspflicht für Reha-Einrichtungen,
  • die Weiterentwicklung des Qualitätssicherungssystems der Deutschen Rentenversicherung, insbesondere durch Einbringen der Perspektive der therapeutisch-medizinischen Praxis und der betroffenen Patient/innen,
  • die intensive Mitarbeit an der Entwicklung der Behandlungsleitlinien für den Indikationsbereich Abhängigkeitserkrankungen nach den Vorgaben der AWMF. Die neuen S3-Leitlinien wurden 2014 abgeschlossen, womit nun auch für Suchterkrankungen Behandlungsstandards auf höchstem wissenschaftlichen und evidenzbasierten Niveau vorliegen;
  • Pionierarbeit bei der Entwicklung von Behandlungskonzepten für stoffungebundene Suchtformen (Pathologisches Glücksspiel, Internetabhängigkeit),
  • die fachliche Verantwortung für die wissenschaftlichen Jahrestagungen des buss und in diesem Zusammenhang auch die Initiierung von Fachdiskussionen zu aktuellen Trends und deren Umsetzung im Suchthilfesystem (bspw. Vergleich der Suchtkrankenversorgung in Europa, aktuelle neurobiologische Erkenntnisse, Evidenzbasierung in der Psychotherapie),
  • die Weiterentwicklung der Suchthilfe in Europa durch Partnerschaften und Austauschprogramme.
  • Und nicht zuletzt geht die Etablierung von „KONTUREN online – Fachportal zu Sucht und sozialen Fragen“, der ersten Internetzeitschrift in der deutschsprachigen Sucht- und Rehaszene, auf seine Initiative zurück.

Auch die intensive Auseinandersetzung mit Politikern und Vertretern der Leistungsträger über normative und fachliche Rahmenbedingungen in der medizinischen Rehabilitation und in der Suchtkrankenhilfe war ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit von Dr. Martin Beutel als Vorsitzendem des buss. Er hat sich dabei nicht gescheut, kritische Positionen zu vertreten, auch wenn das im Spannungsfeld zu der fachlichen und wirtschaftlichen Verantwortung für seine eigenen Einrichtungen stand. Gleichzeitig ist es ihm gelungen, in der Kommunikation nach innen und außen eine Kultur der Partnerschaftlichkeit und Transparenz zu prägen und zu erhalten.

Am 2. März 2016 wurde Dr. Martin Beutel in seiner Heimatgemeinde Bretten im Rahmen eines Festaktes mit Freunden und Mitstreitern das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. In seiner Laudatio betonte Oberbürgermeister Martin Wolff auch Dr. Beutels regionales Engagement in allen Bereichen der Suchthilfe wie Präventionsprojekte in der Schule oder die Zusammenarbeit im Suchthilfenetzwerk. Die Grußworte sprachen: Joachim Kößler, MdL, Mitglied im Beirat der Kraichtal-Kliniken; Prof. Dr Andreas Koch, Geschäftsführer des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe e. V.; Dr. Maria Klose, Leiterin des Sozialmedizinischen Zentrums der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg; Uwe Egner, Fachbereichsleiter Zentrale und Grundsatzaufgaben, Abt. Rehabilitation, Deutsche Rentenversicherung Bund; Prof. Dr. Uwe Ikinger, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stadtmission Heidelberg e. V.

Zum Abschluss setzten die anwesenden Vertreter/innen des buss eine eher jüngere Tradition des Verbandes um: Sie schenkten Dr. Martin Beutel eine Torte, so wie jede Mitgliedseinrichtung eine zu ihrer Erstzertifizierung geschenkt bekam. Mit dieser Torte gratuliert der buss seinem ehemaligen Vorsitzenden und dankt ihm für alles, was er für den Verband in den vergangenen Jahren getan hat.

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Erkennen – Prognostizieren – Warnen. Studie zu Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen mit Wolfram-Keup-Förderpreis 2016 prämiert

Dr. Wibke Voigt, Prof. Dr. Ulrich Zimmermann, Heidi Kuttler, Dr. Bernd Wessel

Von den Jugendlichen, die mit Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert werden, ist vor allem die Anzahl bekannt. Aber welche persönlichen Merkmale weisen sie auf? Und was könnten diese über den Entwicklungsverlauf aussagen? Diese Fragen bearbeiteten Prof. Dr. Ulrich Zimmermann, Cornelius Groß und Heidi Kuttler in ihrer Studie „Prognostizieren und Erkennen mittel- und langfristiger Entwicklungsgefährdungen nach jugendlichen Alkoholvergiftungen“, für die sie mit dem diesjährigen Wolfram-Keup-Förderpreis ausgezeichnet wurden. Der Wolfram-Keup-Förderpreis wird alle zwei Jahre vom Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe (buss) für eine wegweisende wissenschaftliche oder praxisorientierte Arbeit aus der Suchthilfe vergeben und ist mit einem Preisgeld von 2.000 Euro ausgestattet. Er wurde dieses Jahr zum vierten Mal verliehen, und die vielen eingereichten Arbeiten von durchgängig hoher Qualität zeugen davon, dass er in der Suchtszene weitläufig bekannt geworden ist. Die Verleihung fand im Rahmen der 102. Wissenschaftlichen Jahrestagung des buss am 16. März 2016 in Berlin statt.

Die Preisträger Prof. Dr. Ulrich Zimmermann, Cornelius Groß (beide Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden) und Heidi Kuttler (Pädagogische Hochschule Freiburg) untergliederten ihre Studie in zwei Teile: In einem retrospektiven Teil wurden von über 1.600 Jugendlichen, die mit Alkoholvergiftung in einer Klinik aufgenommen wurden, nach mehr als acht Jahren 277 Jugendliche nachuntersucht und deren Gefährdungspotential mit einer Kontrollgruppe verglichen. In einem prospektiven Teil wurden fast 350 Jugendliche mit Alkoholvergiftung am Krankenbett befragt, davon wurden über 200 nach sechs bis acht Monaten erneut untersucht. Dabei wurde der „RiScA“-Fragebogen als Erhebungsinstrument zu Risiko- und Schutzfaktoren bei Alkoholvergiftungen im Kindes- und Jugendalter entwickelt.

Im retrospektiven Teil der Studie zeigte sich, dass die Teilnehmer/innen der Intoxikationsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant mehr Alkohol tranken, mehr Anzeichen von Alkoholgebrauchsstörungen aufwiesen und häufiger bereits als alkoholabhängig einzuschätzen waren. Zudem berichteten sie häufiger vom Gebrauch illegaler Drogen sowie von delinquentem Verhalten. Die große Mehrheit von 80 Prozent innerhalb dieser Gruppe war jedoch nicht alkoholabhängig im Sinne von DSM-IV, betrieb auch keinen Alkoholmissbrauch, nahm nicht häufiger psychiatrische/psychotherapeutische Behandlungen in Anspruch und war auch nicht unzufriedener mit ihrer Lebensgestaltung. Der prospektive Teil der Studie ergab, dass beim ersten Befragungszeitpunkt im Krankenhaus 45,2 Prozent der Teilnehmer/innen mindestens zwei Entwicklungsgefährdungen (z. B. Misshandlungen in der Familie, schulische Probleme, Konsum illegaler Drogen etc.) angaben. Zum zweiten Befragungszeitpunkt rund ein halbes Jahr später gaben dies 22,4 Prozent der Teilnehmer/innen an. Jugendliche, die schon bei der ersten Befragung mindestens zwei Entwicklungsgefährdungen aufweisen, haben eine um das Fünffache erhöhte Wahrscheinlichkeit, sechs Monate später ebenfalls stark gefährdet zu sein.

Bei Jugendlichen aus der Hochrisikogruppe (zwei oder mehr Entwicklungsgefährdungen), die über den RiScA-Fragebogen identifiziert werden konnten, liegt der Hauptproblembereich meist gar nicht im Alkoholkonsum, sondern im sozialen Umfeld, in Verhaltensauffälligkeiten oder Symptomen affektiver Erkrankungen. Diese Gruppe benötigt eine Nachsorge, die deutlich über den Fokus auf Alkoholkonsum hinausgehen muss.

Die Ergebnisse und bereits die Aufgabenstellung der prämierten Studie unterstreichen den hohen Stellenwert von Prävention und Früherkennung – ganz im Sinne des Förderpreis-Stifters, Prof. Dr. Wolfram Keup. „Wolfram Keup war ein beharrlicher Beobachter der ‚Suchtlandschaft‘ und Mahner bei neu auftretenden Gefährdungen, was sich in seinem seinerzeit viel beachteten ‚Frühwarnsystem zur Erfassung von Veränderungen der Missbrauchsmuster chemischer Substanzen in der Bundesrepublik Deutschland‘ niederschlug. ‚Erkennen – Prognostizieren – Warnen‘ mag diese Strategie in Kurzform beschreiben, und diese Sichtweise auf das Suchtphänomen spiegelt auch die hier gekürte Arbeit“, so Dr. Bernd Wessel, stellvertretender Vorsitzender des buss, in seiner Laudatio.

Eine Zusammenfassung der vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Studie steht auf www.suchthilfe.de > Förderpreis zum Download zur Verfügung. Der vollständige Abschlussbericht inkl. Entwicklung des RiScA-Fragebogens ist auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums publiziert unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/dateien/Publikationen/Drogen_Sucht/Abschlussbericht/Sachbericht_RiScA.pdf

Zur Jury des Wolfram-Keup-Förderpreises 2016 gehörten die Vorstandsvorsitzende des buss, Dr. Wibke Voigt, die Vorstandsmitglieder Christian Heise, Gotthard Lehner und Olaf Szakinnis und folgende externe Gutachter:

  • Dr. Ulrich W. Preuß, Kreiskrankenhaus Prignitz, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Herborn
  • Theo Wessel, Gesamtverband für Suchthilfe e. V., Fachverband der Diakonie Deutschland, Berlin
  • Dr. Norbert Wodarz, Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz GmbH (medbo), Regensburg

Der nächste Wolfram-Keup-Förderpreis wird 2018 verliehen. Die Ausschreibung hierfür wird im April 2017 bekannt gegeben.

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