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Erwerbsfähigkeit erhalten: Medizinisch-beruflich orientierte Reha stärken

In Deutschland nimmt die Lebensarbeitszeit und Erwerbsbeteiligung älterer Jahrgänge deutlich zu. Bei drohender oder bereits verminderter Erwerbsfähigkeit hilft medizinische Reha. Rehabilitanden, die an einer Medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR) teilnehmen, weisen hohe berufliche Wiedereingliederungsquoten auf. Damit leistet MBOR einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit.

In ihrem heute veröffentlichten Positionspapier zur Weiterentwicklung der MBOR fordert die DEGEMED, MBOR zeitnah in allen Indikationen anzubieten. Bislang existiert MBOR als Regelversorgung bundesweit nur in der Orthopädie und der Psychosomatik. Darüber hinaus fordert die DEGEMED eine aufwands- und leistungsgerechte Vergütung sowie eine stärkere Investition in die Forschung insbesondere von Screening Verfahren.

„Die MBOR ist ein Erfolgsmodell“, so DEGEMED-Geschäftsführer Christof Lawall. „Wir empfehlen, diese Leistung auf alle Rehabilitanden mit einer besonderen beruflichen Problemlage auszuweiten und die Leistung sachgerechter zu vergüten.“

Das Positionspapier wurde von Rehabilitationsexperten und erfahrenen Praktikern im Arbeitskreis MBOR der DEGEMED entwickelt. Es kann auf der Website der DEGEMED herunter geladen und in den Social Media-Kanälen der DEGEMED diskutiert und kommentiert werden.

Kontakt:

DEGEMED
Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V.
Katharina Perl
Fasanenstraße 5,
10623 Berlin
Tel.: 030 28 44 96 6
E-Mail: k.perl@degemed.de
Internet: www.degemed.de


NRW mit den höchsten Gesundheitsausgaben in Deutschland

Erstmals vergleichende Länderergebnisse zur Gesundheitsökonomie verfügbar

Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2015 beliefen sich die Gesundheitsausgaben in Nordrhein-Westfalen auf 74,8 Milliarden Euro. Das waren nicht nur 21,7 Prozent der für diesen Bereich angefallenen Gesamtausgaben, sondern auch die höchsten Ausgaben aller Bundesländer. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes mitteilt, lag NRW damit weit vor den zweit- bzw. drittplatzierten Bayern (53,9 Mrd. Euro) und Baden-Württemberg (44,1 Mrd. Euro). Bei den Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben lag NRW 2015 mit 4 213 Euro je Einwohner genau im Bundesdurchschnitt. Die höchsten Ausgaben pro Kopf wurden für Brandenburg (4 483 Euro) und das Saarland (4 391 Euro), die niedrigsten für Hamburg (4 026 Euro) und Bremen (3 794 Euro) ermittelt.

Diese und weitere interessante Ergebnisse zur Gesundheitsökonomie hat die Arbeitsgruppe Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder (AG GGRdL) zusammengestellt und jetzt erstmals in einer neuen Publikation veröffentlicht. Die Broschüre enthält für alle 16 Bundesländer Deutschlands vergleichende Ergebnisse zur Entwicklung der Gesundheitsökonomie in Jahren von 2008 bis 2015. Neben detaillierten Informationen zum Gesundheitspersonal, zu den Gesundheitsausgaben, zu Wachstums- und Beschäftigungseffekten der Gesundheitswirtschaft stehen auch Informationen zu den Anteilen der verschiedenen Ausgabenträger zur Finanzierung der Gesundheitsausgaben in den einzelnen Ländern zur Verfügung.

Darüber hinaus kann der aktuellen Publikation entnommen werden, welche Bedeutung die Gesundheitswirtschaft in den einzelnen Ländern für Wachstum und Beschäftigung besaß und welche Entwicklung diese im Betrachtungszeitraum genommen hat. Die Veröffentlichung enthält neben zahlreichen Abbildungen und Karten auch einen umfangreichen Tabellenteil. Unter www.ggrdl.de steht die Broschüre zum kostenlosen Download bereit.

Die hier verwendeten Daten zur Gesundheitswirtschaft basieren auf der wirtschaftszweigbezogenen Abgrenzung der Arbeitsgruppe Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder (AG GGRdL) nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008 (WZ 2008). (IT.NRW).

(044 / 18) Düsseldorf, den 22. Februar 2018

Anfragen an die Pressestelle von IT.NRW unter:

Telefon  0211 9449-6660

Telefax  0211 9449-8518

E-Mail   mailto:pressestelle@it.nrw.de

 


„Acht Stunden zuhören statt 12 Stunden Gläser schleppen“

Simona Valentini an Ihrem neuen Arbeitsplatz.

Kirchseeonerin schulte um:

 

Simona Valentini an Ihrem neuen Arbeitsplatz.

Simona Valentini an Ihrem neuen Arbeitsplatz.

Kirchseeon – Simona Valentini ist der lebende Beweis dafür, dass berufliche Rehabilitation keine Frage des Alters ist. Ein erster Bandscheibenvorfall wurde ihr bereits mit 16 Jahren attestiert – zu dieser Zeit hatte sie schon regelmäßig im Restaurant ihres Vaters mitgeholfen. „Das bedeutete immer lange Arbeitstage, langes Stehen und viel Schweres zu tragen“, erinnert sie sich. Trotz dieser Arbeitsbedingungen war es ihr Ziel, den elterlichen Betrieb zu übernehmen. Die Kirchseeonerin holte nach dem Qualifizierenden Hauptschulabschluss noch die Mittlere Reife nach und arbeitete trotz gesundheitlicher Probleme weiter in der Gastronomie. „Doch dann kam das Aus für das Restaurant meines Vaters und ich stand ohne Berufsausbildung und Job auf der Straße“, sagt sie. Mehr noch: Der Arzt verbot Simona Valentini nach weiteren Bandscheibenvorfällen künftig Tätigkeiten, bei denen sie lange stehen muss. Durch die Unterstützung des gemeinnützigen Fördervereins „Brücke Ebersberg e.V.“ fasste sie neuen Mut und stellte einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bei der Agentur für Arbeit.

Hatte sie dabei zunächst nur eine recht einfache Büroausbildung im Sinn, so wurde beim Eignungstest klar: Simona Valentini kann mehr! Ihr Kostenträger meldete sie deshalb 2010 für die Ausbildung zur Industriekauffrau direkt in ihrem Wohnort Kirchseeon im Berufsförderungswerk München an. Die verkürzte zweijährige Ausbildung war für die fleißige Frau kein Problem. „Es bedeutete für mich vor allem: Acht Stunden lang zuhören, statt 12 Stunden lang Gläser schleppen“, meint sie schmunzelnd. Am Besten in Erinnerung geblieben seien ihr die ausführlichen Excel-Kurse sowie die Grundlagen von Angebot und Nachfrage, die übrigens von ihrem Kirchseeoner Nachbarn unterrichtet wurden. „Aus den Praxisübungen in der ‚Übungsfirma‘ konnte ich viel über das Beschaffungswesen lernen und habe dabei auch mein Verhandlungsgeschick geschult“, sagt sie.

Erste Berufserfahrungen konnte sie während eines Praktikums im Gastrogroßhandel Hamberger nahe des Münchner Ostbahnhofs sammeln. „Normalerweise nimmt diese Firma keine Praktikanten im kaufmännischen Bereich“, erklärt sie. „Aber weil mein Vater dort schon lange Kunde war und ich Ahnung von der Gastronomie mitbrachte, machten sie in meinem Fall eine Ausnahme.“

Ihren Arbeitsplatz fand sie aber schließlich nach dem Versand von nur drei Bewerbungen in einer ganz anderen Branche: Die italienische Firmengruppe F.lli Campagnolo GmbH stellt Sport- und Funktionsbekleidung her. In der Niederlassung Feldkirchen am östlichen Rand von München werden die Kunden aus dem deutschsprachigen Raum betreut. Hier arbeitete sich Simona Valentini Mitte 2012 zunächst in den Telefondienst ein und übernahm Stück für Stück weitere Aufgaben. Heute ist sie Key-Account-Managerin, beantwortet Kundenanfragen, nimmt Bestellungen an und gibt die Aufträge von Einzelhändlern und Großkunden ein. „Das tolle Arbeitsklima hat mich von Anfang an überzeugt“, sagt sie und ist froh, eine Arbeit gefunden zu haben, die sie ohne Probleme noch jahrzehntelang ausüben kann. Auch für die persönliche Weiterentwicklung sei Raum. Besonders interessiert sie dabei der Marketing-Bereich: „Wie stelle ich ein Produkt dar? Wie schaffe ich Verpackungen, die was im Kunden auslösen? Wie binde ich meine Kunden? Das sind Bereiche, die ich in den nächsten Jahren noch vertiefen möchte“, sagt sie mit Blick auf die Zukunft.

 

 

Hintergrund:

 

Das Berufsförderungswerk München (BFW) in Kirchseeon ist ein Zentrum für berufliche Rehabilitation, das heißt, wer z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, wird hier mit medizinischer und psychologischer Begleitung umgeschult. Bezahlt wird diese verkürzte zweijährige Ausbildung je nach Fall entweder von der Rentenversicherung, den Berufsgenossenschaften, der Agentur für Arbeit oder den Jobcentern. Das Gelände des Berufsförderungswerks in Kirchseeon umfasst ein Wohnheim für 450 Teilnehmer(innen) an beruflichen Bildungsmaßnahmen sowie modernste Ausbildungswerkstätten für IT-, Elektrotechnik-, Maschinenbau-, Kaufmännische/Verwaltungs-, Bau-, Sozial- und Gesundheitsberufe.

 

Kontakt:

André Stiefenhofer
Teamleiter Marketing
Tel.: 08091/51-1159
Fax: 08091/51-3303

Mail: a.stiefenhofer@bfw-muenchen.de
www.bfw-muenchen.de
Berufsförderungswerk München gemeinnützige GmbH

Moosacher Str. 31

85614 Kirchseeon


50 Jahre Verband der Berufsförderungswerke

Pressemitteilung

Berlin, 15. Februar 2018

 

Von der Arbeitsgemeinschaft zum Bundesverband – BV BFW startet Jubiläumsjahr zum 50-jährigen Bestehen

Der Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e. V. (BV BFW) feiert 2018 goldenes Jubiläum. Im Festjahr sind verschiedene Aktivitäten und ein Ausblick auf die Aufgaben der Zukunft geplant.

Am 15. Januar 1968 schlossen sich in Heidelberg zunächst acht Berufsförderungswerke (BFW) zur Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke zusammen. Damit reagierten sie auf den Ausbau der beruflichen Rehabilitation seit der „großen Rentenreform“ Ende der 1950er Jahre. Sie legten den Grundstein für den heutigen Bundesverband, der mit 28 BFW-Hauptstandorten, etwa 100 Regionalzentren, 12.000 Ausbildungs- und Umschulungsplätzen und 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein bundesweites Kompetenznetzwerk für Gesundheit und Arbeit vertritt. Von Beginn an haben die BFW Menschen mit Behinderungen und gesundheitlichen Einschränkungen berufliche Teilhabe ermöglicht und über ihre Interessengemeinschaft bei der Entwicklung der Angebote und des gesetzlichen Rahmens der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben aktiv mitgewirkt.

Das „Aktionsprogramm Rehabilitation“ (1970), die Ausweitung des Netzplanes auf die neuen Bundesländer (1990), die Einführung des Sozialgesetzbuch IX (2001), die Arbeitsmarktreformen (2004), die UN-Behindertenrechtskonvention (2008 und 2009) oder die Initiative RehaFutur und die Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes (2016) sind nur einige Meilensteine, die die Entwicklung der BFW begleitet haben und bei deren Ausgestaltung sich der Verband eingebracht hat. Die Entwicklung der BFW war und ist dabei von einem steten Wandel geprägt – hin zur Etablierung moderner, unternehmensnaher und inklusiver Return-to-Work-Angebote für Menschen mit Behinderungen.

Der Wandel und die Aufgaben der Zukunft bilden zentrale Schwerpunkte des Jubiläums im Jahr 2018. Neben einer Veranstaltung Ende November in Berlin und einem Parlamentarischen Abend sind eine Vortragsreihe, Fachveranstaltungen zum Reha-Kolloquium und Publikationen geplant. Begleitet wird das Festjahr mit einem Jubiläumslogo zum 50-jährigen Bestehen.

„Wir freuen uns auf die Veranstaltungen und den Austausch im Jubiläumsjahr. 50 Jahre sind Gelegenheit, um das Vergangene zu würdigen. Unser Blick richtet sich aber auch in die Zukunft und wir wollen mit allen Partnern der BFW die künftigen Aufgaben wie Digitalisierung und demografischer Wandel diskutieren“, so die Vorsitzende des BV BFW, Dr. Susanne Gebauer.

Über die Website des BV BFW und die Rehavision können sich Interessierte fortlaufend über alle Aktivitäten informieren.

Über den BV BFW

Der Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e. V. (1968 – 2014: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke) mit Sitz in Berlin ist der bundesweite Zusammenschluss von 28 BFW. Ihr Auftrag im Sinne des Sozialgesetzbuch IX ist es, Menschen mit gesundheitlichen Beein­trächtigungen die volle Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Als Kompetenznetzwerk mit ca. 100 Standorten und aktuell etwa 12.000 Plätzen bündelt der Bundesverband Know-how und langjährige Erfahrung in Prävention, Beratung, Diagnostik, Qualifizierung und Integration, um Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zurück in das Erwerbsleben zu bringen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Zusammenarbeit und im Erfahrungsaustausch mit den Mitgliedern des Verbandes und den Trägern der Rehabilitation sowie mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Institutionen und Verbänden.

Das Jubiläumslogo stellen wir Ihnen gern auf Anfrage gern zur Verfügung.

Pressekontakt:

Ellen Krüger

Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e. V. (Arbeitsgemeinschaft i. S. d. § 36 SGB IX)

Knobelsdorffstraße 92 · 14059 Berlin

Telefon 030 3002-1253 · Telefax 030 3002-1256

E.Krueger@bv-bfw.de

www.bv-bfw.de


Kampf dem Keim! Diakonische Klinik verschenkt Videos zur Krankenhaus-Hygiene

Mit Dr. med. Doris Weitzel-Kage führt eine ausgewiesene Hygiene-Expertin durch die Videoclips.

Presseinformation

Berlin – „Das Thema ist lebenswichtig – daraus können wir keinen Profit schlagen.“
(Priv.-Doz. Dr. med. Bethge, Hauptgeschäftsführer Krankenhaus Bethel Berlin)

Mit Dr. med. Doris Weitzel-Kage führt eine ausgewiesene Hygiene-Expertin durch die Videoclips.

Mit Dr. med. Doris Weitzel-Kage führt eine ausgewiesene Hygiene-Expertin durch die Videoclips.

Im Februar 2018 macht das Krankenhaus Bethel Berlin allen Kliniken im deutschsprachigen Raum ein außergewöhnliches Geschenk: Fünf frische Videos zur Krankenhaushygiene, die völlig frei von Lizenzgebühren zur Aufklärung und Schulung von Mitarbeitern, Patienten und Besuchern verwendet werden können – ohne jegliche Werbung für die produzierende Berliner Klinik. Damit können auch KMU-Krankenhäuser, die sich keine aufwändige Video-Produktion oder teure Lizenzen leisten können, Ihre Mitarbeiter, Patienten und Besucher unterhaltsam auf das Thema aufmerksam machen. Sie bekommen keine langweiligen Erklärfilme, sondern Spots, die man sich gerne aufs Handy lädt um immer wieder mal reinzuschauen. Herzstück der Kampagne ist die Seite www.kampf-dem-keim.de, die neben den Videos auch Tools zum Erfahrungsaustausch und weitere Informationen bereithält. Online flankiert wird die Hygiene-Mission von starken Partnern. Priv.-Doz. Dr. med. Norbert Bethge: „Multiresistente Keime und Viren gibt es in jedem Krankenhaus. Das dürfen wir nicht aus Angst vor Skandalen verschweigen, sondern müssen drüber sprechen. Und das so laut und weit verbreitet wie möglich. Deshalb sind wir froh, dass wir mit der Diakonie Deutschland einen Social-Media-Partner mit großer Reichweite zur Seite haben, der unsere Video-Kampagne unterstützt.“
Detlef Albrecht, Geschäftsführer des diakonischen Klinik-Verbands VEKP: „Es ist schön zu sehen, dass das Krankenhaus Bethel Berlin auf kreative Art zeigt, wie in diakonischen Krankenhäusern Verantwortung für unsere Patientinnen und Patienten übernommen wird. Und ich muss sagen: Der Hand Washing Dance in Folge 2 hat mir besonders gut gefallen. Ein Klinikteam, das gemeinsam eine so wichtige Botschaft verbreiten möchte, finde ich stark. Das unterstützen wir als evangelischer Krankenhausverband sehr gerne.“

Das Krankenhaus Bethel Berlin hat schon zeitig erkannt, dass das Thema Hygiene alle angeht und tritt seit 2015 mit der Patientenakademie „Kampf dem Keim – Krankenhaushygiene in der Praxis“ regelmäßig in den öffentlichen Dialog. 2016 entstand die Idee zu einer Video-Reihe. Sebastian Peters, Referent für Kommunikation: „Uns war klar, dass wir nur mit unterhaltsamen, authentischen, nicht zu langen, aber inhaltlich umfassenden Videos das Thema nachhaltig an eine möglichst große Zielgruppe bringen können. Hand Washing Dance und platzende ‚Killerkeime‘ wirken vielleicht auf den ersten Blick etwas zu verspielt für den ernsten Inhalt, bleiben aber im Gedächtnis.“ Und das ist ja das Ziel: nachhaltige Werbung für lebenswichtiges Thema. •

Die Folgen

„Wozu das Ganze?“ (2 min 13 sek) – Trillionen Bakterien leben in und auf uns. Nützliche Besiedler, die todkrank machen können. Jährlich sterben bis zu 15.000 Patienten an bösartigen Keimen, die sie in der Klinik erwerben.

„Nicht sauber, sondern rein!“ (2 min 4 sek) – Das A und O der Hygiene ist die Händedesinfektion! Das weiß eigentlich jede*r, vergisst es aber gerne mal im Alltag. Diesen Spot auf dem Handy geladen und die Erinnerung bleibt frisch – und zwar im perfektem Disco-Beat! P.S.: Es müssen nicht immer 30 Sekunden Desinfektionszeit sein. Hauptsache regelmäßig und im richtigen Moment.

„Die großen Fünf“ (2 min 50 sek) – Wann und was wird alles im Umgang mit dem Patienten desinfiziert – den Mitarbeitern zur Erinnerung, den Patienten zur Info. P.S.: Vielen Dank an „Fest & Flauschig“, den Spotify-Podcast von Schulz und Böhmermann für die Titelinspiration.

„Mission PSA“ (3 min 34 sek) – OK, der Keim ist in der Klinik und beginnt sich zu verbreiten. Jetzt heißt es cool bleiben, sich selbst und andere professionell schützen. Aber zunächst schauen wir mal, welche Erreger uns überhaupt gefährlich werden können…

„Saubere Sache(n)“ (1 min 16 sek) – Schön, jung und unerfahren. Ein junger Arzt will es besser wissen und wird in 120 Sekunden zum Experten für Flächendesinfektion…

Die Produktion wurde ohne Drittmittel realisiert.
Alle Darsteller waren zum Zeitpunkt der Dreharbeiten Mitarbeiter des Krankenhaus Bethel Berlin und sind es (bis auf zwei Praktikanten) bis heute.

Host: Dr. med. Doris Weitzel-Kage, Fachärztin für Krankenhaushygiene und Umweltmedizin
Hauptrollen: GKP Vivian Kochmann, René Reimann
Tänzer*innen: Physiotherapeut*innen Angelia, Vera, Diana, Manuel, OP-Mitarbeiter*innen Jana, Anja, Johannes, GKP René ,Vivian, Janin, Simone
Nebenrollen: Qualitätsmanagerin Ute Hennig, Chefarztsekretärinnen Sylvia Schmidt, Gina Jahn, Vorarbeiterin Reinigung Jennifer Großklaus, GKP Joana Kupka, Pflegepraktikanten Nicolai, Henriette, Chefärzte Dr. med. Sven Schöpe, Dr. med. Rüdiger Haase, Assistenzärzt*innen Cordula Leben, Dr. Stefanie Burmeister, Hannah Viehoff, Dr. Friederike Martins, Robin Witte

Autor/Regie/Kamera: Sebastian Peters
Schnitt/Grafik/Kamera Greenkey: Sascha Werner (sw pro – Film- und Fernsehproduktion)


Patienten im falschen Bett: Fehlanreize zwischen Akut und Reha

 

Auch wenn aufgrund der demografischen Entwicklung die Zahl der Geriatriepatienten in deutschen Krankenhäusern stetig steigt, erklärt das nicht, was eine Studie im vergangenen Jahr herausfand: Die Zahl jener Geriatriepatienten, die im Anschluss an die Behandlung einer akuten Erkrankung eine sogenannte frührehabilitative Komplexbehandlung im Krankenhaus erhielten, statt in eine Reha zu kommen, stieg zwischen 2006 und 2015 von 80.000 auf 223.000 Fälle an.

Das ist besonders deshalb bemerkenswert, weil die im Auftrag der Barmer erarbeitete Studie zugleich feststellt, dass eine klassische Reha im Zweifel besser hilft – jedenfalls im Fall des von den Autoren genauer untersuchten Krankheitsbild eines Oberschenkelhalsbruchs, dem häufigsten Anlass für eine frührehabilitative Komplexbehandlung: Die Reha wies nämlich ein um 6,9 Prozentpunkte niedrigeres Risiko auf, dass Patienten anschließend pflegebedürftig werden – obwohl eine Reha durchschnittlich um 950 Euro billiger ist.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Ursache finanzielle Fehlanreize im Rahmen des DRG-Systems sind, nach dem die Leistungen von Krankenhäusern honoriert werden: Krankenhäuser werden dazu verleitet, Patienten unnötig lange auf eigenen Stationen zu behandeln.

Solche Probleme an der Sektorengrenze zwischen stationärer Akutversorgung und Rehabilitation gibt es vielfach – denn für eine Zusammenarbeit beider Seiten existiert kein Vergütungssystem.

Über „Perspektiven der Zusammenarbeit von Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen bei der Patientenversorgung“ diskutieren auf dem Gesundheitskongress des Westens: Prof. Dr. Bertil Bouillon, Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der Kliniken der Stadt Köln, Dr. Sahin Inci, Chefarzt der Weserland-Klinik Bad Seebruch, Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer, und – als Moderator – Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken.

Der Gesundheitskongress des Westens ist der führende Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft im Westen Deutschlands. Auch in diesem Jahr werden wieder rund 1.000 Besucher erwartet – Klinikmanager, Ärzte, Verantwortliche aus Gesundheitspolitik und -unternehmen, aus Forschung und Wissenschaft sowie der Pflege. Die zwölfte Auflage der jährlich ausgerichteten Veranstaltung findet am 13. und 14. März 2018 im Kölner Kongresszentrum Gürzenich statt.

 

Weitere Infos und das Anmeldeformular finden Sie unter: www.gesundheitskongress-des-westens.de

 

Kontakt:

Veranstalterin

WISO S. E. Consulting GmbH
Nymphenburger Straße 9
10825 Berlin

Kongressbüro

Gesundheitskongress des Westens
c/o welcome Veranstaltungs GmbH
Bachemer Str. 6-8
50226 Frechen

Tel.: +49 2234 / 953 22 – 51
Fax: +49 2234 / 953 22 – 52
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailinfo@gesundheitskongress-des-westens.de

 

 


Dritter Koordinierungsausschuss im Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Koordinierungsausschusses im Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V. am Standort Berlin - Charlottenburg.

 

Reha-Berater und -Praktiker kommen gemeinsam ins Gespräch

 Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Koordinierungsausschusses im Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V. am Standort Berlin - Charlottenburg.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Koordinierungsausschusses im Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V. am Standort Berlin – Charlottenburg.

Am 14. Februar 2018 trafen sich Vertreter der Deutschen Rentenversicherung Bund und Berlin-Brandenburg, der Agentur für Arbeit und des Berufsförderungswerks Berlin- Brandenburg e. V., um sich über die Zusammenarbeit und allgemein über das Thema berufliche Rehabilitation in der Region zu unterhalten. Der direkte Austausch stand dabei ganz im Zeichen der Menschen, die eine berufliche Rehabilitation in Anspruch nehmen, um dadurch wieder ins Berufsleben zurückkehren zu können.

Dass das gut gelingt, zeigten unter anderem die Zahlen der Nachbefragung der Absolventen des Berufsförderungswerks, von denen mehr als 80 Prozent zwölf Monate nach Abschluss einen festen Job hatten. „Darüber freuen wir uns“, so Geschäftsführer Andreas Braatz, „auch weil eine Umfrage der Deutschen Rentenversicherung gezeigt hat, dass die Qualität der vermittelten Inhalte stimmt und wir hier überdurchschnittliche Werte erzielen konnten.“

Dass sich die Landschaft der beruflichen Rehabilitation aktuell dennoch verändert, wussten einige Reha-Fachberater zu berichten. So helfen sich viele Menschen aufgrund der guten Arbeitsmarktsituation selbst oder können im bisherigen Unternehmen zum Teil an anderen Arbeitsplätzen weiter tätig sein, ohne dabei eine berufliche Reha in Anspruch nehmen zu müssen. Diese positive Entwicklung hat für ein Berufsförderungswerk insofern Konsequenzen, dass zum Beispiel Plätze in den Metallberufen reduziert und Kapazitäten gebündelt worden sind.

Gleichzeitig wird ein Großteil der Qualifizierungsmaßnahmen inzwischen auch für Inhaber von Bildungsgutscheinen angeboten, was insbesondere für Arbeitssuchende oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen von Interesse ist und die die besonderen Hilfen der Reha- Fachdienste eines Berufsförderungswerkes (wie der Medizinische und Psychologische Dienst) nicht benötigen. Ein weiteres neues Geschäftsfeld ist das sogenannte Case-Management, bei dem z. B. Langzeiterkrankten in Kooperation mit der Krankenkasse Wege zur Rückkehr an den Arbeitsplatz aufgezeigt oder eine berufliche Neuorientierung ermöglicht wird.

Als Fazit der Veranstaltung kann festgehalten werden, dass sowohl die Träger der beruflichen Rehabilitation als auch das Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg auf die aktuellen Entwicklungen reagieren. Dabei steht die Integration in Arbeit nach wie vor an erster Stelle, ohne dabei das Thema berufliche Reha zu vernachlässigen. Das zeigte auch ein abschließendes Gespräch im Beruflichen Trainingszentrum Berlin, bei dem Teilnehmer mit psychischen Einschränkungen berichteten, wie sie mit Hilfe einer Trainingsmaßnahme, genauer dem Beruflichen Training, ihren Weg zurück in Arbeit schaffen.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.bfw-berlin-brandenburg.de  und zum Beruflichen Training unter www.btz-berlin.com

 

Kontakt:

Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V.
Unternehmenskommunikation und Marketing
Thomas Sagefka
Epiphanienweg 1
14059 Berlin
Fon: +49 30 30399-109 Fax: +49 30 30399-144
E-Mail: Thomas.Sagefka@bfw-berlin-brandenburg.de

 


Hoher Langzeitkrankenstand bei Pflegekräften

Pflegekräfte sind häufiger langzeiterkrankt als Arbeitnehmer in anderen Branchen. Das geht aus einer Auswertung der Daten von knapp 1,1 Millionen bei der AOK versicherten Beschäftigten im Rheinland hervor.

Arbeitsunfähigkeitstage 2017

Der Krankenstand bei Menschen, die in der stationären und ambulanten Pflege tätig sind, lag demnach überdurchschnittlich hoch bei 7,31 Prozent. Unter dem Begriff Krankenstand wird der Anteil der im Auswertungszeitraum angefallenen Arbeitsunfähigkeitstage verstanden. Langzeiterkrankungen wie Muskel- und Skeletterkrankungen oder psychische Erkrankungen waren für ein Drittel der Arbeitsunfähigkeitstage von Pflegekräften verantwortlich. Das zeigt die hohen physischen und psychischen Belastungen auf, denen Pflegekräfte bei ihrer täglichen Arbeit ausgesetzt sind.

Insgesamt gesehen waren die Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg 2017 aber seltener krank als im Vorjahr. Laut Auswertung sank der Krankenstand im Rheinland im Vergleich zum Jahr 2016 von 5,7 % auf 5,57 %. Dennoch war mehr als die Hälfte (53,3 %) aller Beschäftigten im Jahr 2017 mindestens einmal krankgeschrieben. „Betriebliche Gesundheitsförderung spielt eine immer wichtigere Rolle, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten und Erkrankungen vorzubeugen“, sagt Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. „Wir bieten mit unserem Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung maßgeschneiderte und umfassende Lösungen für Unternehmen an – vom gesundheitsgerechten Arbeitsplatz über Seminare für Stressmanagement bis hin zu Gesundheitstagen.“

Muskel- und Skeletterkrankungen wie Rückenschmerzen oder Schulterleiden stehen als Ursache für die meisten Fehltage nach wie vor an erster Stelle. Im Durchschnitt fiel jeder Beschäftigte im vergangenen Jahr an knapp sechs Kalendertagen wegen einer Erkrankung des Muskel-Skelett-Systems aus. Auf Rang zwei der Fehltagestatistik folgen psychische Er-krankungen wie Depressionen. Nachdem die Zahlen in diesem Bereich 2016 stabil waren, gab es 2017 einen leichten Anstieg um 0,5 %. Damit weist rein rechnerisch jeder Beschäftigte im Schnitt fast 3,5 Fehltage aufgrund einer psychischen Erkrankung auf. Mit 3,3 Fehltagen ist die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von Atemwegserkrankungen ähnlich hoch. Sie ging aber im Vergleich zu 2016 um mehr als 3 % zurück. Hier profitierte das Rheinland davon, dass der Westen Deutschlands 2017 größtenteils von der Grippewelle verschont geblieben war.

Ein Service der AOK Rheinland/Hamburg: Detaillierte Auswertungen zur Mitarbeitergesundheit in Betrieben sind ab einer Anzahl von 50 AOK-Versicherten im Unternehmen möglich.

 

Für weitere Auskünfte steht Ihnen gerne das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF-Institut) in Köln zur Verfügung.

Der Ansprechpartner ist Torsten Krüger. Er ist erreichbar unter der Telefonnummer 0221/27180-119 bzw. per E-Mail nils-torsten.krueger@bgf-institut.de.


NRW-Kliniken etablieren Zentren für Integrierte Neurorehabilitation

VKKD | Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf

 Düsseldorf (ots) – NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann will die Krankenhaus-Landschaft umbauen und Schwerpunkt-Behandlungszentren fördern. Die Neurorehabilitationskliniken in Nordrhein-Westfalen greifen diese Forderung auf. Das Neurologische Rehabilitationszentrum „Godeshöhe“ e. V. in Bonn, die Rhein-Sieg-Kliniken und die St. Mauritius Therapieklinik Meerbusch haben sich jetzt als Zentren für Integrierte Neurorehabilitation aufgestellt.

Jeder zehnte Krankenhauspatient ist nach Akutbehandlung noch so eingeschränkt, dass er Rehabilitation benötigt. Besonders schwer Betroffene brauchen eine Neurorehabilitation. „In der Vergangenheit war diese Versorgung gerade in NRW problematisch“, erläutert Prof. Dr. med. Stefan Knecht, Ärztlicher Direktor der St. Mauritius Therapieklinik, für die Landesarbeitsgemeinschaft NeuroRehabilitation NRW. „Denn ein Teil der Behandlung fand in Krankenhäusern und ein anderer in Rehabilitationskliniken statt und Patienten mussten öfter hin- und herverlegt werden.“ Die Grenzen zwischen diesen Sektoren sind an drei Standorten in NRW jetzt überbrückt, obwohl aus formalen Gründen eine saubere betriebswirtschaftliche Trennung eingehalten wird.

In den neu geschaffenen Zentren für Integrierte Neurorehabilitation erfolgt die Krankenhaus- und die Rehabilitationsbehandlung an einem Ort und aus einer Hand – von der Intensivstation bis zur Trainingshalle. „Geleistet wird das bei uns durch ein erfahrenes und fachübergreifendes Team aus Neurologen, Internisten, Kardiologen, Geriatern, Psychiatern, Neurochirurgen und anästhesiologischen Intensivmedizinern gemeinsam mit Rehabilitationstherapeuten und spezialisierten Pflegekräften“, betont Knecht. So kann die Rehabilitation bereits an der Beatmungsmaschine beginnen. Und gleichzeitig bleiben kritische medizinische Probleme bis zur Entlassung im Blick von Klinikern, die ihre Patienten sehr gut kennen. Das spare den Krankenkassen sogar Geld, so Knecht, weil die früher häufigen Verlegungen zwischen den Sektoren vermieden werden.

Die Neurorehabilitationsprofis sind regional bestens vernetzt und arbeiten Hand in Hand mit umliegenden Groß- und Universitätskliniken. Konzentration auf Neurorehabilitation, Interdisziplinarität und Qualität durch große Erfahrung der Integrierten Neurorehabilitation sollten ganz im Sinne des Gesundheitsministers sein und ihn ermutigen, die Fortentwicklung des Konzeptes zu unterstützen. Denn, so Knecht, die Wartelisten zeigten jetzt schon, dass an den Zentren mehr intensivmedizinische Kapazitäten nötig seien.

Pressekontakt:

Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf gGmbH
Martin Schicht | Pressesprecher
Rochusstraße 2
40479 Düsseldorf
Telefon (02 11) 44 00-28 45
Telefax (02 11) 44 00-28 46
Mobil (01 72) 25 57 117
E-Mail schicht@vkkd-kliniken.de
www.vkkd-kliniken.de


Gesundheitsausgaben pro Tag überschreiten Milliardengrenze

Pressemitteilung Nr. 050 vom 15.02.2018

 

WIESBADEN – Die Gesundheitsausgaben in Deutschland haben im Jahr 2017 erstmals die Marke von 1 Milliarde Euro pro Tag überschritten. Für 2017 prognostiziert das Statistische Bundesamt (Destatis) einen Anstieg der Gesundheitsausgaben gegenüber 2016 um 4,9 % auf 374,2 Milliarden Euro. Von 2015 zu 2016 hatten sie sich um 3,8 % auf 356,5 Milliarden Euro oder 4 330 Euro je Einwohner erhöht. Dies entsprach einem Anteil von 11,3 % am Bruttoinlandsprodukt. Die höhere Wachstumsrate für 2017 ist auf das dritte Pflegestärkungsgesetz zurückzuführen, das am 1. Januar 2017 in Kraft trat.

Die Gesundheitsausgaben werden in Deutschland primär von Staat, Privathaushalten und Unternehmen finanziert. Die größten Finanzierungsquellen waren 2016 die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer mit 112,4 Milliarden Euro, die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber mit 81,6 Milliarden Euro sowie staatliche Transfers in Höhe von 51,8 Milliarden Euro. Die Zahlen zur Finanzierung der laufenden Gesundheitsausgaben entstammen der neu entwickelten Finanzierungsrechnung, die ab sofort die Gesundheitsausgabenrechnung ergänzt und den Nutzerinnen und Nutzern eine zusätzliche Analysemöglichkeit zu den finanziellen Aspekten des Gesundheitssystems bietet.

Die Finanzierungsrechnung ermöglicht die Entwicklungen des Gesundheitssystems nachzuvollziehen. So ist beispielsweise ein stärkerer Anstieg der sonstigen Finanzierung durch Privathaushalte im Jahr der Einführung der Praxisgebühr 2004 ebenso zu beobachten wie ein Rückgang im Jahr ihrer Abschaffung 2013. Das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung führte unter anderem die Krankenversicherungspflicht im Jahr 2009 ein. Dementsprechend zeigt die Finanzierungsrechnung für 2009 eine Verschiebung von freiwilligen Versicherungsprämien hin zu Pflichtprämien.

Methodische Hinweise:
Die Ergebnisse der Gesundheitsausgaben- und Finanzierungsrechnung folgen dem Konzept des „System of Health Accounts“, welches von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) zum Zweck der internationalen Vergleichbarkeit von Gesundheitsausgaben empfohlen wird. Gemäß den dort enthaltenen Definitionen umfassen die Gesundheitsausgaben sämtliche Güter und Leistungen mit dem Ziel der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege, die Kosten der Verwaltung sowie Investitionen der Einrichtungen des Gesundheitswesens. Aufwendungen für Forschung und Ausbildung im Gesundheitswesen sowie Ausgaben für den Ausgleich krankheitsbedingter Folgen (zum Beispiel Leistungen zur Eingliederungshilfe) und Einkommensleistungen sind darin nicht enthalten. Begründet durch diese Abgrenzung weichen die Gesundheitsausgaben in der Gesundheitsausgabenrechnung von den Ausgaben der einzelnen Sozialversicherungsträger, insbesondere der gesetzlichen Krankenversicherung, ab.

Detaillierte Daten und lange Zeitreihen zu den Gesundheitsausgaben sind über die Tabellen zur Gesundheitsausgabenrechnung (23611) in der Datenbank GENESISOnline oder im Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes abrufbar. Dort finden sich auch weitere gesundheitsbezogene Daten und Tabellen zu den Gesundheitsausgaben sowie deren Finanzierung.

Weitere Auskünfte gibt:
Stefan Brungs,
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