Auszeit für pflegende Angehörige

Veröffentlicht am 14.11.2014 10:28 von Ulrike Spaak

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Die Dr. Ebel Fachklinik Carolinum hat ein Konzept entwickelt, das Pflegende eine Rehabilitation ermöglicht, bei der sie ihr zu pflegendes Familienmitglied mitbringen können

 

Bad Karlshafen, 14. November 2014 – Das hat Seltenheitswert: Die pflegende Tochter regeneriert sich in einer Reha-Maßnahme, während ihre zu pflegende Mutter professionell betreut wird – alles unter einem Dach. Speziell für pflegende Angehörige hat die Dr. Ebel Fachklinik für Orthopädie, Neurologie, Geriatrie und Rehabilitation „Carolinum“ in Bad Karlshafen ein neues Konzept entwickelt. Demnach werden pflegende Angehörige während eines dreiwöchigen Aufenthaltes mit einem speziellen Therapieplan körperlich und psychisch aufgebaut. Dies dient der Vorsorge und verhindert, dass sie selbst zum Pflegefall werden.

„Wer einen pflegebedürftigen Familienangehörigen versorgt, erbringt täglich schwere Arbeit“, weiß Karl-Georg Dittmar-Stern, Klinikleiter des Carolinums, Dr. Ebel Fachklinik für Orthopädie, Neurologie, Geriatrie und Rehabilitation in Bad Karlshafen. Der Pflegeeinsatz innerhalb der Familie ist kräftezehrend. Nicht selten sind Pflegende körperlich und psychisch überlastet und achten zu wenig auf sich selbst. Besonders belastet sind Frauen, die durch die Pflege, ihre Arbeit oder die Versorgung von Kindern in eine Doppelbelastung geraten. „Viele Pflegende haben zu wenig Schlaf, schwere Erschöpfungszustände, depressive Verstimmung und degenerative oder entzündliche Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates mit chronischen Schmerzen durch Fehlbelastungen“, zählt Matthias Paul, Medizinischer Leiter der Fachklinik, auf. „Um hier eine langfristige nachhaltige Prävention zu erzielen, benötigen die Angehörigen unterschiedliche ineinandergreifende Angebote“, sagt er.

Mit individuellen regenerierenden und gesundheitsfördernden Maßnahmen möchte das Carolinum schwerwiegende gesundheitliche Folgen von Pflegenden verbessern und vorbeugen. In einer Rehabilitationsmaßnahme erhalten Patienten eine Kombination aus psychosozialer Unterstützung zur Ressourcenaktivierung, Stabilisierung und Steigerung der Widerstandsfähigkeit sowie gezielte gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Bewegungstherapie, stressreduzierende Entspannungsverfahren und Ratschläge für eine gesunde Ernährung. Das individuelle Therapieprogramm sieht außerdem psychologische Einzelberatung, Unterstützung bei der Pflege und Beratung zur richtigen Körperhaltung sowie klassische Physiotherapie vor. „Diese zielgruppendefinierte Vorsorge- und Reha-Maßnahme kann verhindern, dass pflegende Angehörige selbst zum Pflegefall werden“, erklärt der Klinikleiter des Carolinums.

Seltenes Angebot: Zu pflegendes Familienmitglied begleitet Pflegenden in die Reha

„Unsere fachliche Verknüpfung aus medizinischer Reha-Einrichtung, Geriatrie und Seniorenwohnsitz gibt es bundesweit nicht oft. Deshalb sind wir stolz darauf, es pflegenden Angehörigen zu erleichtern, an einer Reha-Maßnahme teilzunehmen. Wir bieten ihnen an, das zu pflegende Familienmitglied einfach mitzubringen. Alle Kompetenzen, sowohl medizinisch als auch pflegerisch, bieten wir unter einem Dach“, sagt Dittmar-Stern. Die Fachklinik für Orthopädie und Neurologie und Geriatrie ist mit dem Carolinum Seniorenwohnsitz eng verbunden. Eine stationäre Kurzzeitpflege für Angehörige ist medizinisch gewährleistet. Beide sind in separaten Zimmern, aber in der Nähe untergebracht. Sie können sich besuchen, bleiben täglich in Kontakt und können einige Therapien gemeinsam durchführen. „Die Möglichkeit des gemeinsamen Aufenthaltes kann den Heilungsprozess positiv beeinflussen. Zudem können Pflege- oder Verhaltensfragen gemeinsam geklärt und die Pflege an der betroffenen Person angeleitet werden“, sagt Matthias Paul. Mit Patienten führt er ein individuelles Training der Aktivitäten des täglichen Lebens durch. „Wir reflektieren, beraten und geben Hilfeleistungen sowie Tipps für optimale Pflege, den Einsatz von Hilfsmitteln und ressourcenschonendes Arbeiten“, erklärt er. Sogar Demenzkranke finden hier professionellen Umgang, Pflege und die nötigen Voraussetzungen für die Aufnahme in der Kurzzeitpflege.

Antrag einer stationären Rehabilitation

Die stationäre Rehabilitation beantragen Bedürftige bei ihrem Hausarzt, dem sie ihre körperlichen Beschwerden, seelischen Belastungen und ihre Lebensumstände ausführlich schildern. Denn auch seelische Überlastungen gelten als erhebliches Gesundheitsrisiko. Das Antragsformular kann gemeinsam mit dem Hausarzt ausgefüllt und anschließend beim Kostenträger, bei der Krankenkasse oder die Rentenversicherung eingereicht werden.

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Ulrike Spaak

Pressereferentin bei Dr. Ebel Fachkliniken
Dr. Ebel Fachkliniken
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Unternehmenskommunikation
Ulrike Spaak
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