Alkohol in Deutschland: Unterschätzt, verharmlost und … außergewöhnlich schädlich!

Veröffentlicht am 03.04.2013 18:07 von Redaktion RehaNews24

PRESSEMITTEILUNG

Berlin/Hamm, 03.04.2013

Jahrbuch Sucht 2013

Alkohol in Deutschland: Unterschätzt, verharmlost
und … außergewöhnlich schädlich!

Die Gesundheitsrisiken des Alkoholkonsums sind den meisten Menschen
nicht bewusst. Sie glauben, Alkohol könne ihnen persönlich
nichts anhaben. Eine Fehleinschätzung mit weitreichenden Folgen:
Die Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“ ist
die dritthäufigste in der Krankenhausstatistik, bei Männern sogar die
häufigste Diagnose der vollstationär behandelten Patienten. Dies ist
nur die Spitze des Eisberges, denn dazu kommen weitere typische
Krankheiten wie alkoholbedingte Leberzirrhose, alkoholbedingte
Bauchspeicheldrüsenentzündung, alkoholbedingte Krebserkrankungen
sowie Unfälle und Verletzungen unter Alkoholeinfluss.

Fakt ist: Die Deutschen trinken im Schnitt 9,6 Liter Reinalkohol jährlich. Das sind
für jede/n ca. 325 Flaschen Bier (107,2 l), 27 Flaschen Wein (20,2 l), 5,5 Flaschen
Schaumwein (4,1 l) und über 7 Flaschen Spirituosen (5,4 l). Die Menge
entspricht dem Inhalt einer haushaltsüblichen Badewanne, randvoll gefüllt. Doch
es sind nicht allein die Vieltrinker, die ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Die
wenigsten wissen: Man muss nicht erst süchtig werden, um alkoholbedingt zu
erkranken. Schon Alkoholmengen, die von den meisten als gering betrachtet
werden, können -regelmäßig konsumiert -die Organe schädigen, das Krebsrisiko
steigern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen.

Fakt ist auch: Die Alkoholhersteller und die Marketingindustrie investieren über eine
Milliarde Euro in Werbung und Sponsoring. Den Verbrauchern/-innen werden allein
positive Bilder von Alkohol vorgegaukelt. Es wird ein wirklichkeitsfernes Image von
Alkohol erzeugt, das die negativen Seiten, wie das Schädigungspotenzial, verschweigt
oder herunterspielt.

Es gibt jedoch keinen risikolosen Alkoholkonsum. An den Folgen des Alkoholkonsums
allein oder in Kombination mit dem Rauchen sterben in Deutschland
jährlich 74.000 Menschen!
Grenzwerte für einen relativ risikoarmen Konsum sind ca. 12 g reiner Alko-
hol/Tag für Frauen und 24 g/Tag für Männer. Ein kleines Glas Bier (0,3) enthält
ungefähr 13 g reinen Alkohol, ein Glas Wein (0,2) ungefähr 16 g. Dies gilt jedoch
nur für gesunde Erwachsene.

Unfälle im eigenen Haus und Straßenverkehr, Verlust der Kontrolle über den
eigenen Körper und das eigene Verhalten, nicht zuletzt die Belastung sozialer
Beziehungen, sind weitere kurz-und langfristige Folgen des Alkoholkonsums.
Auch im Straßenverkehr neigen viele Verkehrsteilnehmer/-innen in alkoholisiertem
Zustand zu Selbstüberschätzung: Bei über 16.000 Unfällen im Straßenverkehr
war mindestens einer der aktiv Beteiligten alkoholisiert. Dabei wurden 400
Personen getötet.

Neben dem menschlichen Leid verursacht Alkohol auch immense volkswirtschaftliche
Kosten. In Deutschland belaufen sie sich auf 26,7 Mrd. Euro, in der
EU sogar auf 270 Mrd. Euro. Diese Kosten umfassen nicht nur die unmittelbaren
Behandlungskosten der alkoholbedingten Erkrankungen, sondern auch die wirtschaftlichen
Verluste durch Fehlzeiten am Arbeitsplatz, Frühberentung und Arbeits-
oder Erwerbsunfähigkeit.

Dabei ist Alkoholprävention einfach! Effiziente Präventionsmaßnahmen wurden
mit Förderung der Europäischen Kommission für 22 europäische Länder getestet
und bewertet, auch für Deutschland. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis:
· Preisanhebungen durch Steuererhöhungen,
· zeitliche Begrenzung des Verkaufs,
· Promillekontrollen im Straßenverkehr,
· eine effektive gesetzliche Regulierung der Werbung
· und Maßnahmen zur Früherkennung und Frühinterventionen in der Gesundheitsversorgung
sind wirksame Präventionsmaßnahmen, die auch noch kostengünstig sind.

Die DHS unterstützt die Einbeziehung dieser Präventionsansätze in Deutschland
und wirbt in der Aktionswoche Alkohol 2013 auch in diesem Jahr dafür, den eigenen
Umgang mit Alkohol zu überprüfen. Für viele dürfte das Motto der Aktionswoche
zutreffen „Alkohol? Weniger ist besser!“

Kontakt:

Gabriele Bartsch                                                            Christa Merfert-Diete
DHS, Westenwall 4, 59065 Hamm DHS,               Westenwall 4, 59065 Hamm
Tel.: +49 2381 9015-17                                               Tel.: +49 2381 9015-18
Fax: +49 2381 9015-30                                               Fax: +49 2381 9015-30
mobil: +49 179 1269409                                             merfert-diete[at]dhs.de
bartsch[at]dhs.de

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