6. Business Dinner von Softsolution: Neue Entwicklungen in der medizinischen Rehabilitation

Veröffentlicht am 21.08.2014 11:54 von Softsolution International Ltd.

Verfasser: Herr Staatssekretär a.D. Neithart Neitzel

Anlässlich des Hauptstadtkongresses veranstaltete die Firma Softsolution in den Nordischen Botschaften in Berlin ihr 6. Business Dinner, das hervorragend besucht war.

Im Mittelpunkt standen drei Statements, die neue Entwicklungen in der medizinischen Rehabilitation aufzeigten.

Zu Beginn referierten Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Privat-Kliniken (BDPK), und der neue Vorstandsvorsitzende der MediClin, Volker Feldkamp, über aktuelle Fragen der medizinischen Rehabilitation. Die beiden Redner waren für Frau Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium,  eingesprungen, die aus Termingründen hatte kurzfristig absagen müssen. Bublitz berichtete insbesondere über das Rentenpaket der Großen Koalition, in dem eine Anhebung des Reha-Deckels bei der Deutschen Rentenversicherung vorgesehen ist. Diese Regelung sei zwar zu begrüßen, dürfe aber nach dem „Durchwachsen“ der Babyboomer-Generation durch das rehafähige Alter nicht wieder aufgegeben werden, weil die Vergütungen im Reha-Bereich immer noch nicht leistungsgerecht seien. Feldkamp berichtete von ersten Erfahrungen bei der Verzahnung von Akutbehandlung in Krankenhäusern mit der medizinischen Rehabilitation in Reha-Kliniken: Hier tue sich ein spannendes Arbeitsfeld auf, das im Rahmen eines Konzerns wie MediClin  gut gelöst werden könne.

Ellio Schneider, Geschäftsführer der Waldburg-Zeil-Kliniken und Vorsitzender des Fachausschusses Rehabilitation im BDPK, sprach in einem Grundsatzreferat über „Leistungsorientierte Vergütung für die medizinische Rehabilitation“. Er berichtete zunächst über die Ausgabenentwicklung bei den Leistungsträgern: Während in der Rentenversicherung 1995 bis 2012 eine Steigerung der Ausgaben um 13,6 % erfolgt sei, habe dies bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nur bei 3 % gelegen, was einen realen Rückgang bedeutet habe. Im Referenzzeitraum seien die gesamten Gesundheitsausgaben der GKV nämlich  um 47 % gestiegen! Seit Jahren – so Schneider – wüchsen die Kosten der Reha-Einrichtungen schneller als die Vergütungen, was zu wirtschaftlichen Problemen bei einer Reihe von Einrichtungen bis hin zur Insolvenz geführt habe. Reale Preissteigerungen, z. B. für Energie, notwendige Investitionskosten, gesteigerte Personalkosten würden zu wenig berücksichtigt. Das vom BDPK eingeholte aktiva-Gutachten verlange Tagessätze zwischen 139 und 146 EURO – jede Reha-Einrichtung könne an diesem Maßstab ihre eigene Stellung ablesen. Anhand einer Reihe von Details forderte Schneider ein leistungsgerechtes Vergütungssystem, zu dessen Ermittlung er eine Vielzahl methodischer Ansätze lieferte.

Aus der Sicht der Leistungsträger beleuchtete Dr. Ina Ueberschär, stellvertretende Geschäftsführerin der DRV Mitteldeutschland, die  Frage „Der richtige Patient zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Klinik – Utopie oder Wirklichkeit ?“  Als Beispiel für das Auseinanderklaffen von Reha-Bedarf und tatsächlich erfolgter medizinischer Rehabilitation nannte sie die Erwerbsminderungsrenten, bei denen 42 % auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind, während weniger als die Hälfte der entsprechenden Rentenbezieher in den letzten fünf Jahren vor der Rentenbewilligung  eine medizinische Rehabilitation wahrgenommen hätten. Diese Fehlsteuerung müsse durch ein Bündel von Maßnahmen bekämpft werden: Bessere Einbindung der Arbeitgeber sowie der Betriebs- und Werksärzte sei ebenso erforderlich wie Sensibilisierung der Krankenhausärzte und  der niedergelassenen Haus- und Fachärzte für Fragen der medizinischen Rehabilitation. Dr. Ueberschär problematisierte auch die Praxis der GKV, wonach Reha zu Lasten der Krankenkassen von niedergelassenen Ärzten nur mit einer besonderen Qualifikation (in der Regel Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung) verordnet werden dürfe. Bei dem richtigen Zeitpunkt für eine Reha-Maßnahme stellte Dr. Ueberschär die Motivation des Patienten in den Mittelpunkt. Nur wer zur „Mitarbeit“ im Rahmen der Reha bereit sei, trage zum Erfolg der Maßnahme bei. Die sorgfältige Auswahl der Reha-Einrichtung schließlich stelle unabhängig vom Wunsch- und Wahlrecht des Versicherten, das in der Regel berücksichtigt werde, eine Hauptaufgabe der Leistungsträger dar: Wichtig sei es, daß die ausgewählte Einrichtung die Reha-Ziele des Leistungsträgers mittrage.

Die gehörten „Dinner speeches“ hatten bei den Teilnehmern des Business Dinners eine gute Resonanz; sie wurden an den Tischen lebhaft diskutiert.

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