Dienstag, Juni 12th, 2018

 

Hauptstadtkongress zeigt: Digitalisierung ist Chefsache geworden

Berlin, 08.06.2018 – Mit einem Teilnehmerrekord endete am Freitag in Berlin der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit. Für drei Tage waren insgesamt 8.400 Entscheider aus dem deutschen Gesundheitswesen zur größten Branchenveranstaltung zusammengekommen, um sich zu  gesundheitspolitischen Fragen auszutauschen. Das Leitthema beim diesjährigen Hauptstadtkongress lautete “Digitalisierung und vernetzte Gesundheit”.

Bereits der völlig überfüllte Saal bei der Eröffnungsveranstaltung zeigte, dass die digitale Revolution das Gesundheitswesen endgültig erreicht hat. Zu viele Besucher begehrten Einlass zum Kongressauftakt unter dem Titel “Digitalisierung – Visionen für die Gesundheitsversorgung”, Hunderte konnten schließlich nur an den überall im Berliner CityCube verteilten Bildschirmen zuschauen.

In seiner Eröffnungsrede wies Bundesgesundheitsminister Jens Spahn darauf hin, dass eHealth weltweit auf einem unaufhaltsamen Vormarsch sei. „Die Angebote sind da oder kommen: Amazon, Google, Dr. Ed“, sagte Spahn und fügte hinzu: „Es ist die Frage: Gestalten wir das oder kommt das von außen?“ Spahn hob hervor, dass mittlerweile weniger die technischen Möglichkeiten noch ein Problem seien, sondern vor allem die Regulierung und Finanzierung neuer digitaler Medizin im deutschen Gesundheitswesen. In einer Videobotschaft kritisierte auch SAP-Gründer Hasso Plattner, dass die scharfen gesetzlichen Regelungen in Deutschland „den Einsatz digitaler Innovationen hemmen“.

Eine der spektakulärsten Präsentationen war die eines Roboterarmes durch Prof. Dr. Sami Haddadin, einen weltweit führenden Robotikspezialisten und Gewinner des Deutschen Zukunftspreises. Haddadin zeigte, wie ein solcher Arm krankengymnastische Übungen zunächst mittels entsprechender Bewegung durch einen Therapeuten beigebracht bekommt und dann mit dem Patienten selbstständig durchführt. Der Roboter ist dabei in der Lage, rücksichtsvoll auf Berührungen von Menschen zu reagieren und gegebenenfalls auch nachzugeben. Haddadin führte auch vor, dass der Roboter dabei sensibel genug reagiert, um eine Gesichtsrasur mit einem elektrischen Rasierapparat ausführen zu können. Ziel von Haddadins Entwicklungsarbeit ist, dass solche Roboter in nächster Zeit zu Preisen angeboten werden können, die eine Nutzung jedermann ermöglichen.

Während des gesamten Kongresses waren Veranstaltungen zu den Themenbereichen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Deep Learning und Big Data sehr gut besucht. Dabei ging es beispielsweise um die Frage, ob zur Finanzierung digitaler Versorgungsleistungen neben den Budgets für den stationären und den ambulanten Sektor noch ein eigenes Digitalbudget erforderlich ist, wie Experten fordern. Es war auch Thema, wie die Digitalisierung den Praxisalltag niedergelassener Ärzte verändert und verändern wird. Ebenso waren neue, digitale Recruiting-Methoden zur Gewinnung von Arbeitskräften in den Mangelberufen der Pflege und bei Ärzten Gegenstand einer Session.

Selbst der Krankenhaus Rating Report 2018, der auf dem Hauptstadtkongress der Öffentlichkeit präsentiert wurde, kam an der Digitalisierung nicht vorbei: Zwar geht es den deutschen Krankenhäuser im Durchschnitt wirtschaftlich deutlich besser als in den Vorjahren. Der Fachkräftemangel wird aber mehr und mehr zu einem Risiko für die Versorgung. “Arbeitssparende technische Innovationen werden immer wichtiger, um Ärzte und Pflegepersonal zu entlasten”, erklärte Prof. Dr. Boris Augurzky das Ergebnis seiner Untersuchung, nach der bei gleichen Rahmenbedingungen wie heute bis 2025 voraussichtlich zusätzlich 80.000 Vollkräfte in den medizinischen Diensten der Krankenhäuser und weitere 80.000 Pflegefachkräfte in der Altenpflege benötigt werden.

Wie immer widmete sich der Hauptstadtkongress aber auch in diesem Jahr der gesamten Bandbreite gesundheitspolitischer Themen. Vor allem bot er drei Monate nach der langwierigen Regierungsbildung Gelegenheit, neue Ideen zu diskutieren und neue Gesichter in der Gesundheitspolitik kennenzulernen.

In einer Diskussionsrunde der gesundheitspolitischen Sprecher aller sechs Bundestagsfraktionen verteidigte Sabine Dittmar von der SPD das Sofortprogramm der Bundesregierung für die Pflege, das die Finanzierung von 13.000 zusätzlichen Stellen in der Pflege vorsieht. Sie räumte allerdings vor dem Hintergrund des herrschenden Fachkräftemangels ein: “Mir ist klar, dass eine finanzierte Stelle noch keine besetzte Stelle ist.”

Der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses zeigte sich angesichts der vom Bundesverfassungsgericht angestoßenen Debatte um die demokratische Legitimation des Gremiums offen dafür, neben Krankenkassen, Ärzten und Krankenhäusern weitere Akteure einzubinden. “Man muss darüber diskutieren, ob die Zusammensetzung des G-BA noch zeitgemäß ist”, so Josef Hecken auf dem Hauptstadtkongress. In einer anderen Veranstaltung wurde die Konstruktion des G-BA und der Gemeinsamen Selbstverwaltung noch grundsätzlicher in Frage gestellt. Prof. Dr. Reinhard Busse von der TU Berlin formulierte seine Kritik so: “Die begrenzte staatliche Kontrolle über das Gesundheitssystem führt dazu, dass der Gesetzgeber die gleichen Akteure mit Lösungen von Problemen beauftragt, welche sie selbst überhaupt erst geschaffen haben.”

Intensiv diskutiert wurden auch die Pläne der Bundesregierung für ein GKV-Versicherten-Entlastungsgesetz, die ein Abschmelzen der finanziellen Rücklagen bei den Kassen vorsehen. Aus Sicht der Vorstandsvorsitzenden des Verbands der Ersatzkassen ist dies nur möglich, wenn zuvor der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich reformiert wird. Ulrike Elsner: “Unter den bestehenden Morbi-RSA-Bedingungen würden sich damit die ohnehin schon massiven Wettbewerbsverzerrungen in der GKV weiter verstärken. Denn Fehlstellungen im Morbi-RSA sind der Grund dafür, dass die Finanzreserven der Kassen heute sehr unterschiedlich verteilt sind.” Prof. Dr. Jürgen Wasem vom Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesversicherungsamt legte auf dem Hauptstadtkongress dar, dass beim Morbi-RSA – anstatt nur 80 Krankheiten zu berücksichtigen – ein Vollmodell Grundlage sein sollte.

Auch im Hinblick auf die Zahl der Vorträge war der 21. Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit eine Veranstaltung der Superlative: In mehr als 150 Einzelveranstaltungen traten rund 600 Referentinnen und Referenten auf.

Der Hauptstadtkongress 2019 findet vom 21. bis 23. Mai 2019 im Berliner CityCube statt.

Quelle: https://www.hauptstadtkongress.de/medien.html, 08.06.2018

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Kostenfreie & berufsbegleitende Weiterbildung „Psychologische Basiskompetenzen für soziale Berufe“

Gemeinsam mit der Historisch Ökologischen Bildungsstätte Emsland in Papenburg e. V. (HÖB) und dem Ludwig-Windthorst-Haus Lingen (LWH) hat der Arbeitsbereich Pädagogische Psychologie der Universität Vechta eine innovative Weiterbildung konzipiert: „Psychologische Basiskompetenzen für soziale Berufe“ richtet sich an Mitarbeiter_innen sozialer Berufe und vermittelt psychologische Basiskompetenzen für professionelles Handeln in pädagogischen Kontexten. Angesprochen sind beispielsweise Mitarbeiter_innen pädagogischer, pflegerischer und sozialer Berufe.

Die Weiterbildung wird in einer Kombination aus Präsenz- und Online-Veranstaltungen durchgeführt, dauert 14 Monate und startet im September 2018. Sie hat einen Umfang von sechs Präsenzblöcken in Lingen bzw. Papenburg (jeweils Donnerstag bis Samstag) mit dazwischen liegenden Onlinephasen und schließt mit einem Zertifikat ab. Die erworbenen Leistungspunkte können mit bestandener Abschlussprüfung auch auf ein nachfolgendes Bachelor-Studium an der Universität Vechta angerechnet werden.

Für Teilnehmer_innen ist die Weiterbildung inklusive Verpflegung und Übernachtung komplett kostenfrei, da die Kooperation der beteiligten Einrichtungen im ESF-Programm „Öffnung von Hochschulen“ von der Europäischen Union gefördert wird.

Die Weiterbildung beginnt mit einem einführenden Präsenzseminar. Im zweiten Modul erhalten die Teilnehmer_innen einen grundlegenden Einblick in die Arbeitsfelder der Psychologie mit ihren unterschiedlichen Menschenbildern und Forschungsansätzen. In den folgenden Modulen werden ausgewählte Inhalte der Entwicklungs-, Lern-, Persönlichkeits- und Sozialpsychologie behandelt, die zur Erklärung menschlichen Erlebens und Verhaltens wesentlich beitragen und für die Arbeit in sozialen Berufen hilfreich sind.

Am Mittwoch, den 20. Juni 2018, bietet die Universität Vechta eine Informationsveranstaltung zur Weiterbildung an. Beginn ist um 17.00 Uhr. Um eine Anmeldung bei Dr.in Karin Siebertz-Reckzeh (karin.siebertz@uni-vechta.de) wird gebeten.

Weitere Informationen: https://www.uni-vechta.de/paedagogische-psychologie/forschung/psychologische-bas…

 

Quelle: https://idw-online.de/de/news697359, 12.06.2018

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Fresenius überträgt stationäres Reha-Geschäft von Fresenius Helios auf Fresenius Vamed

(PresseBox) (Bad Homburg , 06.06.2018) Fresenius ordnet das stationäre Reha-Geschäft im Konzern neu und schafft damit die Voraussetzungen für weiteres Wachstum von Fresenius Helios und Fresenius Vamed. Zum 1. Juli 2018 werden 38 Gesundheitseinrichtungen und 13 Service-Gesellschaften in Deutschland mit Schwerpunkt auf stationärer Rehabilitation und Pflege von Fresenius Helios auf Fresenius Vamed übertragen. Damit stärkt Fresenius Vamed seine Position als ein führender Anbieter der Post-Akutversorgung in Europa. Fresenius Helios konzentriert sich künftig noch stärker auf das Akut-Klinikgeschäft und dessen weitere Internationalisierung.

Das Transaktionsvolumen beträgt 485 Mio €, inklusive der Übernahme von Netto-Finanzverbindlichkeiten von 15 Mio €. Die Finanzierung erfolgt konzernintern. Das zu übertragende stationäre Reha-Geschäft wird im Jahr 2018 voraussichtlich einen Umsatz von rund 460 Mio € und einen EBIT von rund 37 Mio € erzielen.

Im Zuge der Transaktion übernimmt Fresenius Vamed auch die rund 7.700 Mitarbeiter dieses Bereichs.

Mit Blick auf ihre jeweiligen Kernkompetenzen werden die beiden Unternehmensbereiche ihre in Deutschland und Spanien bereits erfolgreich erprobte Kooperation weiter intensivieren.

Stephan Sturm, Vorstandsvorsitzender von Fresenius, sagte: „Die Reha ist und bleibt für Fresenius ein wichtiger Teil der Behandlung unserer Patienten. Unsere große Kompetenz auf diesem Gebiet bündeln wir nun bei Fresenius Vamed und schaffen so die Plattform für weiteres internationales Wachstum. Gleichzeitig schärfen wir das Wachstumsprofil von Fresenius Helios mit einer noch klareren Ausrichtung auf die Akutversorgung von Patienten. Und darüber hinaus ebnen wir den Weg für eine intensivere Zusammenarbeit beider Unternehmensbereiche zum Wohle unserer Patienten.“

Fresenius Vamed ist bereits heute ein führender Reha-Anbieter in Österreich, der Schweiz und Tschechien und ist seit 2017 auch in Großbritannien in diesem Bereich aktiv. Künftig verfügt Fresenius Vamed über insgesamt 63 stationäre Gesundheitseinrichtungen in fünf europäischen Märkten.

Fresenius Helios bleibt auch nach der Übertragung des stationären Reha-Geschäfts auf Fresenius Vamed der größte private Krankenhausbetreiber Europas mit insgesamt 137 Krankenhäusern und rund 100.000 Mitarbeitern in Deutschland und Spanien. Zum strategischen Fokus gehören auch weiterhin neben Akut-Kliniken die akut-nahe ambulante Versorgung inklusive Prävention sowie die nicht-stationäre Nachsorge.

Infolge der Übertragung passt Fresenius den Ausblick für Fresenius Helios und Fresenius Vamed für das laufende Geschäftsjahr an. Fresenius Helios erwartet nun ein EBIT-Wachstum von 5 bis 8 %1 (zuvor 7 bis 10 %). Der Ausblick für das organische Umsatzwachstum von 3 bis 6 % wird bestätigt. Fresenius Vamed erwartet nun ein EBIT-Wachstum von 32 bis 37 %1 (zuvor 5 bis 10 %). Der Ausblick für das organische Umsatzwachstum von 5 bis 10 % wird bestätigt.

Die Transaktion hat im laufenden Geschäftsjahr keine wesentlichen Effekte auf die Kennzahlen des Fresenius-Konzerns. Entsprechend wird der Ausblick2 bestätigt. Der Konzernumsatz soll währungsbereinigt um 5 bis 8 %3 steigen, das Konzernergebnis4,5 währungsbereinigt um 6 bis 9 %. Exklusive der Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts soll das Konzernergebnis4,6 währungsbereinigt um rund 10 bis 13 % steigen.

Diese Mitteilung enthält zukunftsbezogene Aussagen, die gewissen Risiken und Unsicherheiten unterliegen. Die zukünftigen Ergebnisse können erheblich von den zur Zeit erwarteten Ergebnissen abweichen, und zwar aufgrund verschiedener Risikofaktoren und Ungewissheiten wie zum Beispiel Veränderungen der Geschäfts-, Wirtschafts- und Wettbewerbssituation, Gesetzesänderungen, Ergebnisse klinischer Studien, Wechselkursschwankungen, Ungewissheiten bezüglich Rechts-streitigkeiten oder Untersuchungsverfahren und die Verfügbarkeit finanzieller Mittel. Fresenius übernimmt keinerlei Verantwortung, die in dieser Mitteilung enthaltenen zukunftsbezogenen Aussagen zu aktualisieren.

1 Erwarteter EBIT des stationären Reha-Geschäfts im 2. HJ 2018: ~20 Mio €
2 Ohne Effekte aus Akorn, NxStage und Sound Physicians Transaktionen
3 Basis 2017 adjustiert um IFRS 15 Einführung (-486 Mio € bei Fresenius Medical Care)
4 Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt
5 Basis 2017: 1.816 Mio €; 2018 vor Sondereinflüssen (transaktionsbezogene Effekte); inklusive Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts (43 Mio € nach Steuern in 2017 und ~120 Mio € nach Steuern in 2018)
6 Basis 2017: 1.859 Mio €; 2018 vor Sondereinflüssen (transaktionsbezogene Effekte)

Fresenius AG (SE)
Fresenius ist ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern mit Produkten und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante medizinische Versorgung von Patienten. Im Geschäftsjahr 2017 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 33,9 Milliarden Euro. Zum 31. März 2018 betrug die Anzahl der Mitarbeiter weltweit 275.674.

Weitere Informationen im Internet unter www.fresenius.de.

Quelle: https://www.pressebox.de/inaktiv/fresenius-ag-se/Fresenius-uebertraegt-stationaeres-Reha-Geschaeft-von-Fresenius-Helios-auf-Fresenius-Vamed/boxid/908747, 06.06.2018

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