Montag, Juni 11th, 2018

 

Neue Verwaltungsdirektorin in der Dr. Becker Klinik Möhnesee

Franziska Lea Reitspieß
Foto: Dr. Becker Klinik Möhnesee

Franziska Lea Reitspieß, 30, ist neue Verwaltungsdirektorin der Dr. Becker Klinik Möhnesee. Die Nachfolgerin von Lars Vornheder hat die Leitung der Körbecker Rehaeinrichtung zum 1. Juni übernommen.

Möhnesee. „Die Dr. Becker Klinik Möhnesee ist ein ganz besonderes Haus, das den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern spürbar am Herzen liegt“, sagt Franziska Lea Reitspieß. „Hier herrscht ein familiäres, respektvolles Miteinander mit klaren Strukturen. Das hat mir den Einstieg enorm erleichtert und ich freue mich, künftig mit einem so tollen Team zu arbeiten.“
Seit Juni ist die 30-Jährige neue Verwaltungsdirektorin der Dr. Becker Klinik Möhnesee. Reitspieß tritt die Nachfolge von Lars Vornheder an, der die Körbecker Rehaeinrichtung rund sechs Jahre lang geleitet hatte. Reitspieß ist bereits seit 2015 im Unternehmen tätig. 2016 leitete sie unter anderem kommissarisch das Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen in Bad Essen. Zuletzt war sie als Projektmanagerin in der Kölner Hauptverwaltung des Unternehmens beschäftigt.
„Wir freuen uns, dass wir Frau Reitspieß als Verwaltungsdirektorin für die Dr. Becker Klinik Möhnesee gewinnen konnten“, sagt Geschäftsführer Tobias Hummel. „Sie kennt das Unternehmen und die internen Abläufe gut. Das sind beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft.“
Die Dr. Becker Klinik Möhnesee ist auf kardiologische und psychosomatische Rehabilitation spezialisiert. 2.500 Patienten werden jährlich in der nordrhein-westfälischen Klinik auf höchstem medizinischem Niveau versorgt. Mit dem 2007 gegründeten Zentrum für Psychokardiologie gehört die Dr. Becker Klinik Möhnesee außerdem zu den Vorreitern dieser Spezialdisziplin der Medizin. Weitere Informationen unter: www.dbkg.de/klinik-moehnesee
Quelle: https://www.dbkg.de/downloads/pdf/dr_becker_klinik_moehnesee_reitspiess_vwd_pm.pdf, 11.06.2018

Hits: 204


Der kranke Mensch und die moderne Medizin

Professor Dr. Wolfgang Herzog, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik und seit vier Jahren Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg. © Universitätsklinikum Heidelberg

Magersucht, chronische Schmerzen, Depression und Ängste – Wo steht die Medizin bei der Behandlung psychosomatischer Beschwerden? / Symposium zur Verabschiedung von Professor Dr. Wolfgang Herzog, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik Heidelberg am 15. Juni 2018 / Journalisten sind herzlich eingeladen, Professor Herzog steht im Vorfeld für Interviews zur Verfügung

“Eine Erkrankung betrifft immer beides – Körper und Geist. In der Behandlung müssen wir Ärzte daher den gesamten Menschen im Blick behalten”, fordert Professor Dr. Wolfgang Herzog, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik und seit vier Jahren Dekan der Medizinischen Fakultät. Er wird im Oktober nach 20 Jahren als Ärztlicher Direktor in den Ruhestand verabschiedet, am 15. Juni 2018 findet ein großes Symposium zu seinen Ehren statt. Ehemalige und aktuelle Mitarbeiter beleuchten in “Tandem-Vorträgen” aktuelle Entwicklungen in der Psychosomatik in Deutschland sowie am Universitätsklinikum Heidelberg. Themen sind unter anderem der Umgang mit Körperbeschwerden wie z.B. chronischer Schmerzen ohne organische Ursache, das in Heidelberg erfolgreich praktizierte “Dreistufenmodell der Psychosomatik”, die Rolle der Arzt-Patienten-Kommunikation und der Psychotherapie bei der Behandlung psychosomatischer Beschwerden sowie die Therapie der Essstörungen.

Die Veranstaltung findet in der Alten Aula der Universität Heidelberg, Grabengasse 1, statt. Journalisten sind herzlich eingeladen, Professor Herzog steht im Vorfeld gerne für Interviews zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an presse@med.uni-heidelberg.de, Tel.: 06221 / 56 4537.

Neue ambulante Therapiekonzepte bei Magersucht

Die Behandlung der Essstörungen wie beispielsweise der Magersucht ist eines von Professor Herzogs langjährigen wissenschaftlichen Schwerpunktthemen. Die psychisch bedingte Erkrankung Anorexia nervosa, die mit ausgeprägter Mangelernährung und einem gestörten Körpergefühl einhergeht, ist zwar selten – ca. 0,5 Prozent der Frauen in Deutschland sind betroffen, Männer deutlich seltener -, kann aber extrem gefährlich sein: “Magersucht ist die häufigste Todesursache junger Frauen. Trotz Behandlung kommt es bei 20 bis 30 Prozent zu einem schweren und chronischen Verlauf; rund 15 Prozent sterben daran”, erklärt Herzog. Gerade diese schwer betroffenen Patientinnen sind bei ihm und seinem Team meist stationär in Behandlung, denn am Universitätsklinikum ist im Notfall die Intensivstation in Reichweite.

“Essstörungen zwischen Lifestyle und Intensivstation” lautet denn auch der Titel des Symposiums-Vortrags von Professor Dr. Stephan Zipfel, Ärztlicher Direktor der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Tübingen, und Professor Dr. Beate Wild, Leiterin Sektion Psychosomatische Interventions- und Prozessforschung am Universitätsklinikum Heidelberg. Sie werden neben Ursachen und Auslösern der Essstörungen auch auf neue Therapiekonzepte wie z.B. die weltweit größte ambulante Psychotherapiestudie bei Magersucht eingehen, die aus Tübingen und Heidelberg koordiniert wurde.

Psychosomatische Beschwerden werden immer häufiger diagnostiziert

Überlastung, beruflicher und privater Stress sowie Depressionen können die Gesundheit stark beeinträchtigen. Die Symptome reichen von chronischen Verdauungsproblemen, über schwer zu behandelnde chronische Schmerzen bis hin zur Verschlechterung von bestehenden Herzproblemen wie der Koronaren Herzkrankheit. “Es wird in Zukunft immer wichtiger werden, auf diese psychosomatischen Körperbeschwerden eine passende therapeutische Antwort zu finden, denn die Anzahl der Betroffenen nimmt stetig zu”, erläutert Professor Herzog. Allein im Zeitraum 2012 bis 2016 stieg die Anzahl der Krankschreibungen aufgrund von Überlastung und Erschöpfung um 50 Prozent, in den letzten 20 Jahren wurden 2,5 Mal mehr psychosomatische Erkrankungen diagnostiziert als zuvor. “Die große Rolle der Psyche bei vielen Erkrankungen muss viel häufiger mit bedacht werden, denn die Symptome allein sind schwer oder gar nicht zu behandeln”, so der Internist und Psychosomatiker. Den Körperbeschwerden in Psychosomatik und Allgemeinmedizin ist ein Symposiumsbeitrag gewidmet.

Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele gibt es auch in umgekehrter Richtung, wenn z.B. ein Herzinfarkt oder eine Krebsdiagnose Depressionen und Angststörungen hervorrufen. Auch hier ist Sensibilität und Empathie der behandelnden Ärzte gefragt. “In den letzten Jahren hat die psychosomatische Mitbehandlung in der Hochleistungsmedizin an Bedeutung gewonnen, psychoonkologische Dienste greifen Krebspatienten in vielfacher Weise unter die Arme. Letztlich braucht aber jeder Arzt einen psychosomatischen Blick auf seine Patienten”, so Herzog.

Geschichte der Psychosomatik in Deutschland

Die Psychosomatik am Universitätsklinikum Heidelberg hat eine lange Tradition: Sie wurde durch renommierte Ärzte wie Ludolf Krehl (1861-1937) und Viktor von Weizsäcker (1886-1957) geprägt, die gleichzeitig als die Begründer der integrierten Psychosomatischen Medizin in Deutschland gelten. Ludolf Krehl, nach dem heute die Medizinische Klinik benannt ist, forderte als einer der ersten Mediziner, den kranken Menschen als ganze Persönlichkeit mit Körper, Geist und Seele zu therapieren: “Wir behandeln keine Krankheiten, sondern kranke Menschen”. Die Psychosomatische Klinik der Universität Heidelberg, älteste Klinik dieser Fachrichtung in Deutschland, wurde 1950 vom Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich gegründet. Heidelberger Ärzte entwickelten einen großen Teil der heute gebräuchlichen Standards in der stationären Psychotherapie und der Behandlungsrichtlinien vieler psychosomatischer Krankheitsbilder.

Als einzige Psychosomatische Abteilung in Deutschland ist die “Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin” gleichzeitig in eine Internistische Medizinische Klinik und in ein Zentrum für Psychosoziale Medizin integriert. Bei diesem “Drei-Stufen-Modell der Psychosomatik” wird – je nach Beschwerdebild des Patienten – auf der allgemein-internistischen Station, auf der internistisch-psychosomatischen Station oder auf den beiden spezialisierten Psychosomatik- und Psychotherapiestationen behandelt.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 65.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

Weitere Informationen:

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pressestelle/VK/2018/2_Apr_Jun/1…
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Willkommen.1088.0.html
http://www.klinikum-heidelberg.de

 

Quelle: https://idw-online.de/de/news697178, 08.06.2018

Hits: 201


Neue Europäischen Leitlinien für Bluthochdruck: Was ändert sich?

Auf dem Kongress der „European Society of Hypertension“ (ESH) wurden am vergangenen Wochenende in Barcelona die neuen europäischen Leitlinien für die Behandlung von Bluthochdruck vorgestellt. Die ESH/ESC-Leitlinie hält an der Definition von Bluthochdruck von ≥140/90 mm Hg fest und setzt verstärkt auf Prävention und Früherkennung: Menschen mit optimalen Blutdruckwerten unter 120/80 mm Hg sollen sich alle 5 Jahre eine Blutdruck-Screening-Messung unterziehen, Erwachsene mit hochnormalen Blutdruckwerten (130-139/85-89 mm Hg) mindestens jährlich. Die Therapietreue soll durch den Einsatz von Fixdosis-Kombinationen verbessert werden.

Auf dem Kongress der „European Society of Hypertension“ (ESH) wurden erstmals die neuen Europäischen Leitlinien für die Behandlung von Bluthochdruck präsentiert, die zusammen von der ESH und der „European Society of Cardiology“ (ESC) erstellt wurden und deren Publikation im August erwartet wird [1]. Die neuen Leitlinien halten nach wie vor an der bestehenden Krankheitsdefinition von ≥140/90 mm Hg fest, empfehlen aber, eine Senkung in den Normalbereich (<130/80 mm Hg) anzustreben.

Professor Dr. med. Peter Trenkwalder, Stellv. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention kommentiert: „Die US-Leitlinien definieren Bluthochdruck bereits ab Werten ≥130/80 mm Hg, der Grenzwert wurde 2017 u.a. als Reaktion auf die SPRINT-Studie [2] abgesenkt. Die europäische Leitlinienkommission hingegen sah für eine solche Empfehlung keine ausreichende Evidenz. Die neue Leitlinie sieht weiterhin vor, die Mehrzahl der Hypertoniker erst ab einem Blutdruck von 140/90 mm Hg medikamentös zu behandeln.“ Wie die vorherige Leitlinie differenziert sie zwischen einem optimalen Blutdruckbereich (<120/80 mm Hg), einem normalen (120-129/80-84 mm Hg) und einem hochnormalen (130-139/85-89 mm Hg). Erst darüber liegende Werte werden als krankhaft eingestuft und sollten medikamentös behandelt werden, wenn eine Lebensstiländerung, die bereits Patienten mit hochnormalen Werten empfohlen wird, keine Erfolge gezeigt hat.

„Generell gilt aber: Bluthochdruck ist ein komplexes Erkrankungsbild und die moderne Bluthochdrucktherapie sollte individualisiert erfolgen, die Leitlinien setzen lediglich den groben Rahmen“, erklärt Professor Krämer, Präsident der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention. „Primäres Ziel muss ein, alle Hypertoniker erfolgreich unter diesen Wert von 140/90 mm Hg, nach Möglichkeit aber in den Normalbereich (<130/80 mm Hg) zu bringen. Doch derzeit ist die Hälfte aller Menschen mit Bluthochdruck nicht bzw. nicht erfolgreich behandelt“, so der Experte. Die Gründe dafür liegen in einer mangelnden Therapietreue der Patienten und in einer immer noch bestehenden Dunkelziffer der Erkrankung.

Diese beiden Probleme adressiert die neue Leitlinie, was die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention ausdrücklich begrüßt. Zum einen empfiehlt sie, dass normotensive Erwachsene mit optimalen Blutdruckwerten unter 120/80 mmHg alle 5 Jahre eine Blutdruck-Screening-Messung erhalten und Erwachsene mit hochnormalen Blutdruckwerten (130-139/85-89 mmHg) mindestens jährlich. Um die Therapietreue zu stärken, empfiehlt sie den Einsatz von Fixdosis-Kombinationen (im engl. „single pill combinations“ = SPC; 2-3 blutdrucksenkende Substanzen in einer einzigen Tablette) – es ist bekannt, dass die Therapietreue nachlässt, je mehr verschiedene Tabletten die Patienten einnehmen müssen. Entsprechend hat sich auch ein Paradigmenwechsel in der Therapie ergeben: „Die medikamentöse Therapie soll nun primär als 2-fach-Kombinationstherapie aus ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) und Kalziumantagonist oder Thiaziddiuretikum erfolgen, die Monotherapie hat als Erstlinientherapie ausgedient“, kommentiert Professor Krämer.

Literatur
[1] Williams B., Mancia G. et al. 2018 Guidelines of the ESC/ESH in press Eur Heart J / J Hypertens
[2] Wright JT, Jr., Williamson JD, Whelton PK et al. A Randomized Trial of Intensive versus Standard Blood-Pressure Control. N Engl J Med 2015; 373: 2103-2116.

Kontakt/Pressestelle
Dr. Bettina Albers
albers@albersconcept.de
Telefon: 03643/ 776423
Mobile: 0174/ 2165629

Weitere Informationen:
https://www.hochdruckliga.de/

https://idw-online.de/de/news697323, 11.06.2018

Hits: 152