Dienstag, Mai 15th, 2018

 

Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. legt Forschungsagenda vor

PRESSEMITTEILUNG

 

Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. legt Forschungsagenda vor

Schmerzforschung muss vernetzt, transparent und patientennah sein

 

Berlin – Chronische Schmerzen betreffen Millionen von Menschen in Deutschland. Um diese in Zukunft besser behandeln zu können, muss die Schmerzforschung sich an den therapeutischen Bedürfnissen der Patienten orientieren, fordert die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. Mit ihrer jüngst erschienenen Forschungsagenda „Perspektive Schmerzforschung Deutschland“ will die Fachgesellschaft die Weichen für die Erforschung von Schmerzen neu stellen: Sie soll dabei helfen, Forschende verschiedenster Fachgebiete besser zu vernetzen und die Patientenperspektive weiter in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Studien zu rücken. Neue Erkenntnisse sollen so schneller den Weg in die Behandlungspraxis finden.

In Deutschland leiden etwa sechs Millionen Menschen an chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen, die ihren Alltag und das Berufsleben beeinträchtigen. Die Zahl derjenigen, die insgesamt angeben, chronische Schmerzen zu haben, ist sogar weit höher und wird auf 23 Millionen geschätzt. „Wir sprechen mit Recht von einer Volkskrankheit. Um diese zu bekämpfen, müssen wir jedoch viel mehr Anstrengungen unternehmen als bisher“, sagt Thomas Isenberg, Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. aus Berlin. Sie fordert bereits seit Jahren einen Aktionsplan gegen den Schmerz, zu dessen vier Punkten neben „Bewusstsein schaffen“, „Aus- und Weiterbildung stärken“ sowie „Versorgung verbessern“ auch „Forschung fördern“ gehört. Daher hat die Schmerzgesellschaft ein Forum geschaffen, das Wissenschaftler aus allen Schmerzdisziplinen zusammenbringt: Den Wissenschaftstag. „Ziel war es, eine Plattform für den wissenschaftlichen Diskurs zu schaffen und zugleich eine Bestandsaufnahme der Schmerzforschung in Deutschland zu versuchen“, erläutert Isenberg. Nach zwei Wissenschaftstagen 2015 und 2016 sowie einer intensiven Arbeit von mehr als 70 in der Schmerzgesellschaft organisierten Schmerzexperten legt die Fachgesellschaft nun ihre Forschungsagenda vor.

„Medizinische Forschung ist nie Selbstzweck. Sie muss den betroffenen Menschen zugutekommen, und das möglichst schnell“, betont Professor Dr. med. Martin Schmelz, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft. Eine der zentralen Fragestellungen ist etwa, wie sich Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung mit Zell- und Tierversuchen schneller in die Praxis transportieren lassen. „Eine Voraussetzung dafür ist die Vernetzung aller, die sich an Schmerzforschung beteiligen“, so Schmelz.

Die Forschungsagenda hat darüber hinaus die Funktion, strukturbildend zu wirken. Nach einer einführenden Analyse der Situation der Versorgung Schmerzkranker in Deutschland stehen Ziele und Positionen der Schmerzforschung im Fokus, um dann zukünftige Forschungsfelder zu identifizieren. Neben eindeutig auf Körperbereiche bezogene Felder wie „Rückenschmerz“, „Gelenkschmerz“ oder „Kopfschmerz“, nimmt die Forschungsagenda auch „Mechanismen der Schmerzwahrnehmung“, „Schmerzverlauf“ und „Versorgung“ in den Blick. Der Präsident der Schmerzgesellschaft fasst zusammen: „Anwendungsbezogene Grundlagenforschung, die den Patienten im Blick hat, Vernetzung von Forschenden, Forschungsförderung, Versorgungsforschung und die Einrichtung eines Schmerzregisters sind mehr als bloße Forderungen unserer Agenda. Sie ist eine Roadmap, die aufzeigt, wie vernetzte Strukturen aufgebaut und dadurch mittel- und langfristig die Versorgung von Schmerzpatienten verbessert werden kann.“

 

Literatur:

Forschungsagenda. Perspektive Schmerzforschung Deutschland. Herausgeber: Deutsche Schmerzgesellschaft e. V., 1. Auflage: Oktober 2017. https://www.dgss.org/fileadmin/pdf/171220_DGSS_Forschungsagenda_2017.pdf

 

 

Zur Deutschen Schmerzgesellschaft e. V.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. ist mit über 3600 persönlichen Mitgliedern die größte wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft im Bereich Schmerz in Europa. Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. ist Mitglied der IASP (International Association for the Study of Pain) sowie der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften). Sie ist zudem die interdisziplinäre Schmerzdachgesellschaft von derzeit 19 mitgliederstarken weiteren medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften im Bereich Schmerz. Diese Perspektive wird zudem erweitert durch die institutionelle korrespondierende Mitgliedschaft der Vereinigung aktiver Schmerzpatienten SchmerzLOS e.V. in der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.

Die Mitgliedschaft der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. ist interdisziplinär und interprofessionell und besteht aus Schmerzexperten aus Praxis, Klinik, Psychologen, Pflege, Physiotherapie u. a. sowie wissenschaftlich ausgewiesenen Schmerzforschern aus Forschung, Hochschule und Lehre.

 

 

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Pressekontakt:

Dagmar Arnold

Postfach 30 11 20

70451 Stuttgart

Telefon: 0711 8931-380

Telefax: 0711 8931-167

E-Mail: arnold@medizinkommunikation.org

 

sowie

 

Thomas Isenberg

– Geschäftsführer –

Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.

Bundesgeschäftsstelle

Alt-Moabit 101 b , 10559 Berlin

Telefon: 030 39409689-0

Telefax: 030 39409689-9

Mobil: 0171 7831155

E-Mail: isenberg@dgss.org

Internet: www.dgss.org

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Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik weiht Akutstation ein

Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, das Rheinisch-westfälische Zentrum für Frührehabilitation und Beatmung (RWZFB) zu besichtigen.

Nümbrecht. Am Mittwoch, den 9. Mai 2018, fand in der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik eine Seminartagung für Sozialdienstmitarbeiter statt. Anlass war die offizielle Eröffnung des Rheinisch-westfälischen Zentrums für Frührehabilitation und Beatmung (RWZFB) durch Dr. Ursula Becker, geschäftsführende Gesellschafterin der Dr. Becker Klinikgruppe.

Zentrales Thema für externe Sozialdienste

Im Rahmen der Eröffnung des Rheinisch-westfälischen Zentrums für Frührehabilitation und Beatmung fand in der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik am vergangenen Mittwoch eine Seminartagung für Sozialdienste statt.

Im Rahmen der Eröffnung des Rheinisch-westfälischen Zentrums für Frührehabilitation und Beatmung fand in der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik am vergangenen Mittwoch eine Seminartagung für Sozialdienste statt.

Mit dem RWZFB bietet die Nümbrechter Rehaeinrichtung Betroffenen mit schweren neurologischen Erkrankungen, z. B. Hirnschädigungen nach einem Schlaganfall, eine intensive Versorgung auf Krankenhausniveau. Dabei gilt: Je früher die Reha-Maßnahmen einsetzen, desto besser sind die Erfolgsaussichten für den Patienten. Ein zentrales Thema also, das auch die Sozialdienste der umliegenden Krankenhäuser beschäftigt: Sie sind seit Ende 2017 dazu verpflichtet, für ihre Patienten zu prüfen, welche medizinischen, rehabilitativen oder pflegerischen Leistungen unmittelbar nach dem Aufenthalt in einem Akutkrankenhaus erforderlich sind und diese einzuleiten.

Rund viereinhalb Stunden lang drehte sich in der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik am vergangenen Mittwochnachmittag daher alles um das Thema „Optimales Entlassmanagement“. Insgesamt nahmen zehn Teilnehmer*innen aus fünf regionalen wie überregionalen Krankenhäusern, u.a. Köln, Bonn und Aachen, an der Seminartagung teil.

Einblicke, Infos und Tipps für die Teilnehmer

Der Nachmittag gestaltete sich abwechslungsreich: Zunächst wurden die Teilnehmer in zwei Vorträgen über das Wunsch- und Wahlrecht des Patienten, das Patientenrecht bei der Reha-Beantragung sowie den optimalen Entlassungszeitpunkt von Patienten informiert. Das regte zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch an. Im Anschluss bekamen sie die Möglichkeit, das RWZFB gemeinsam mit Dr. Thomas Brand, Chefarzt Neurologie, zu besichtigen. Die Veranstaltung klang bei Bergischer Kaffeetafel aus.

Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, das Rheinisch-westfälische Zentrum für Frührehabilitation und Beatmung (RWZFB) zu besichtigen.

Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, das Rheinisch-westfälische Zentrum für Frührehabilitation und Beatmung (RWZFB) zu besichtigen.

„Wir ziehen eine sehr positive Resonanz aus der Veranstaltung. Uns ist es gelungen, die Teilnehmer abzuholen und ihnen wertvolle Einblicke, Infos und Tipps mitzugeben“, sagt Dr. Tim Kleiber, Verwaltungsdirektor der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik. „Auch die Führung über unsere Akutstation kam sehr gut an. Die Sozialdienstmitarbeiter konnten sich ein umfangreiches Bild davon machen, wie hier mit den Patienten gearbeitet wird und sich dazu mit Herrn Dr. Brand austauschen. Uns ist es wichtig, die Sozialdienstmitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag zu unterstützen – und ich denke, das ist uns gelungen.“

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Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik
Die Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik ist seit über 20 Jahren auf Rehabilitationsmaßnahmen in den Bereichen Neurologie, Orthopädie und Osteologie spezialisiert. Sie verfügt außerdem über eine interdisziplinäre neuro-orthopädische Station sowie eine Station mit 20 neurologisch-neurochirurgischen Frührehabetten. Insgesamt behandelt die Klinik pro Jahr durchschnittlich 4.300 Rehabilitanden und beschäftigt rund 200 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am Standort Nümbrecht im Bergischen Land. Die Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik gehört mit acht weiteren Rehabilitationskliniken zur Dr. Becker Klinikgruppe. Das inhabergeführte Familienunternehmen mit Hauptsitz in Köln hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Rehabilitation des 21. Jahrhunderts zu gestalten. www.dbkg.de/rhein-sieg-klinik
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Kontakt:

Dr. Becker Klinikgruppe

Kim Ernst

Redakteurin
Parkstraße 10
50968 Köln
Tel.: (+49) 221-934647 -0 / Fax: -40
kernst@dbkg.de / http://www.dbkg.de / www.dr-becker-karriere.de

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Willkommen Sapia! Der NetDoktor-Chatbot ist da!

München (ots) – Kopfschmerzen, Fieber, Hautausschlag? Mit der Hilfe von Sapia gehen Sie Ihren Beschwerden auf den Grund. Ab sofort ist der NetDoktor-Symptom-Chatbot rund um die Uhr erreichbar.

“Sapia basiert auf einem ausgeklügelten Algorithmus, den wir seit 2014 bereits äußerst erfolgreich für unseren mehrfach prämierten Online-Symptomchecker einsetzen”, sagt Dr. Florian Geuppert, CEO von NetDoktor. Das Gesundheitsportal erstellt aktuell pro Jahr über eine Million Diagnosevorschläge auf Basis einer von Ärzten entwickelten und durch Mediziner geprüften Datengrundlage. Unter dem Namen Sapia gibt es diese digitale Sprechstunde jetzt auch als Chatbot-Variante.

Wegweiser durch den Symptom-Dschungel

Sapia geleitet den User charmant und spielerisch durch den Symptom-Dschungel. Am Ende des Chats präsentiert der Bot drei bis fünf mögliche Verdachtsdiagnosen. “Neben unserem stets sehr hohen Anspruch an die medizinische Qualität haben wir bei der Entwicklung von Sapia ein besonderes Augenmerk auf eine spielerische User-Experience gelegt, die es so interaktiv und empathisch bei NetDoktor noch nicht gegeben hat”, sagt Geuppert.

Von Medizinern entwickelter Algorithmus

Anders als vergleichbare Programme arbeitet Sapia keinen starren Fragenkatalog ab. Denn der Chatbot-Algorithmus reagiert individuell auf die Antworten des Users. Dabei gewichtet er Haupt- und Nebensymptome unterschiedlich und bewertet von Fall zu Fall, welche Krankheitszeichen eine bestimmte Verdachtsdiagnose weiter stärken – oder unwahrscheinlich machen.

Der virtuelle Gesprächsverlauf beruht auf medizinischer Standardliteratur und ärztlichen Leitlinien und funktioniert somit ähnlich wie ein Anamnesegespräch beim Arzt. Zudem gibt Sapia Warnhinweise bei bedrohlichen Symptomen oder Diagnosevorschlägen. Einen Arzt ersetzen kann und will allerdings auch Sapia nicht: “Dafür müsste ich dich sehen und genauer untersuchen können”, erklärt der Bot seinen Besuchern, bevor er die Verdachtsdiagnosen präsentiert.

770 Symptome, 560 Diagnosen

Derzeit greift Sapia auf eine von Medizinern entwickelte Datenbank mit rund 770 Symptomen und 560 Diagnosen zu. Dieser Bestand wird laufend erweitert. Und der Chatbot lernt ständig dazu. In einem nächsten Update soll ergänzend zu den Verdachtsdiagnosen auch eine Empfehlung angezeigt werden, welcher Facharzt bei diesen Beschwerden aufgesucht werden sollte. Abrufbar ist Sapia zunächst über den Messenger von Facebook.

Symptomchecker auch für B2B-Partner lizensierbar

NetDoktor betreibt seit einigen Jahren neben der Eigenmarke ein Content-Lizensierungs-Geschäft für B2B-Partner – darunter zahlreiche namhafte Versicherungen und Reichweitenportale. Jetzt können Geschäftspartner auch die webbasierte sowie die Chatbot-Lösung des Symptomcheckers lizensieren. “Dies ist Teil unserer übergreifenden Tools-Strategie, die darauf abzielt, weiterführende Mehrwerte zu unserem reinen Contentangebot zu generieren”, so Geuppert. “Neben dem Symptomchecker gehören auch unsere neu konzipierten NetDoktor-Schnelltests zum Portfolio. Mit Hilfe dieser können User anhand weniger Fragen abklären, wie wahrscheinlich es ist, dass sie an Krankheiten wie einer Schilddrüsenunterfunktion oder Grippe leiden.”

Mehr Informationen zu Sapia: https://www.netdoktor.de/sapia

Sapia jetzt ausprobieren (im Facebook Messenger): https://m.me/NetDoktor.de

NetDoktor.de ist der Pionier unter den deutschen Gesundheitsportalen. Seit 1999 finden User auf www.netdoktor.de (https://www.netdoktor.de) laienverständliche medizinische Informationen zu den wichtigsten Krankheiten, Symptomen, Untersuchungen und Medikamenten. Die NetDoktor-Redaktion besteht aus erfahrenen Fachjournalisten, Biologen und Ärzten. Sie berichten unabhängig und neutral über aktuelle Erkenntnisse aus Forschung, Medizin und Ge¬sundheit. Außerdem bietet NetDoktor umfassende Specials zu wichtigen Themen wie Alternativmedizin, Allergien, Ernährung, Rückenschmerzen, Stress oder Sport und Fitness. NetDoktor zählt mit 6,3 Millionen Unique Usern (AGOF, Januar, 2018) zu den führenden Gesundheitsportalen im deutschsprachigen Raum. Die NetDoktor.de GmbH gehört zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.

Pressekontakt:

Jens Richter, Chefredakteur
e-mail: jens.richter@netdoktor.de

NetDoktor.de GmbH
Erika-Mann-Str. 23
80636 München

Tel: +49/89/ 746 46 69-0
Fax: +49/89/ 746 46 69-1

Wichtiger Hinweis: NetDoktor.de kann telefonisch keine Fragen zu medizinischen Themen beantworten. Bitte wenden Sie sich in diesem Fall an Ihren Haus- oder Facharzt.

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Ein Krankenpfleger macht seine Passion zum Beruf

Alexander Geisenhainer hat seine IT-Passion durch eine Umschulung zum Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration zum Beruf gemacht. © M. Lindner, BFW Leipzig
Alexander Geisenhainer hat seine IT-Passion durch eine Umschulung zum Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration zum Beruf gemacht. © M. Lindner, BFW Leipzig

Alexander Geisenhainer hat seine IT-Passion durch eine Umschulung zum Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration zum Beruf gemacht. © M. Lindner, BFW Leipzig

Am 19. Juni 2018 starten 14 Umschulungen am Berufsförderungswerk Leipzig (BFW Leipzig). Zu den gewerblich-technischen Berufen zählt u.a. der Fachinformatiker mit seinen Fachrichtungen Systemintegration und Anwendungsentwicklung. Während dieser Umschulung, die neben der beruflichen Rehabilitation auch offen für Inhaber von Bildungsgutscheinen ist, kann man auch in der Welt herumkommen kann.

Mit einem Erlebnisbericht über die WorldSkills 2017 in Abu Dhabi sorgte er bereits für Aufmerksamkeit. Da stand der 38-jährige Alexander Geisenhainer vor den gut 40 Gästen des 22. IT-Netzwerkabends im Berufsförderungswerk Leipzig und erzählte mit einer gewissen Unaufgeregtheit, wie er die Hälfte der Computer zur Berufsweltmeisterschaft im Wüstenstaat gerockt hatte. Es hinterließ schon einen Eindruck auf die Spezialisten aus der IT-Branche, dass ein Umschüler aus dem BFW Leipzig für ein so groß angelegtes Event die Rechner betriebsbereit machte. Und, so wurde vorher von seinem Ausbilder Stefan Kusiek berichtet, es waren auch die einzigen Rechner, die während der gesamten Veranstaltung stabil und zuverlässig ihren Dienst taten.

Eine kleine Freeware war seine Lösung, um auf alle 450 PC’s, für die das Projektteam um Stefan Kusiek in Abu Dhabi verantwortlich zeichnete, das Betriebssystem sowie die weitere notwendige Software automatisch aufzuspielen. Dafür hatte das Team 35 Stunden Zeit. Und es hatte offensichtlich gereicht, um mit der FOG-Projekt-Software die Workstations zum Laufen zu bringen. Der zentrale Roll-Out war schon deshalb notwendig, weil alle Wettbewerbsteilnehmer gleiche Arbeitsbedingungen vorfinden sollten und keine Möglichkeit, die Rechner zu manipulieren. Immerhin bewarben sich bei den 51 Berufswettbewerben knapp 1.300 junge Leute aus 58 Ländern um die Meistertitel bei den 44. WorldSkills.

Zurück in Deutschland. Alexander Geisenhainer bleibt ruhig, wenn er über die Ereignisse bei 35 Grad Außentemperatur und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit berichtet. Es mag daran liegen, dass er sich schon immer für die technischen Details der Bits und Bytes interessierte. Im Freundeskreis war er der Ansprechpartner, wenn die Maschine mal nicht so lief, wie es sich der Nutzer vorstellte. Er bastelte und schraubte und die Freunde waren zufrieden mit seiner Leistung.

Dabei hatte der Jenaer ursprünglich gar nichts mit dieser Branche zu tun. Krankenpfleger war er, am dortigen Universitätsklinikum. Der Beruf machte ihm Spaß. Bis zu dem Zeitpunkt, wo er nicht mehr schwer heben konnte. Die Ellenbogen schmerzten. Eine Knorpelerweichung führte dazu, dass er den Beruf des Krankenpflegers nicht mehr ausüben konnte. Doch der holprige anderthalbjährige Weg bis zur Genehmigung der beruflichen Reha entmutigte ihn nicht.

Im Januar 2016 begann er seine Umschulung. Noch stand für den Bastler Alexander Geisenhainer der Systemelektroniker als Berufswunsch auf dem Plan. Er entschied sich um. Wollte doch lieber Fachinformatiker für Systemintegration werden. Eine gute Entscheidung. Zu seinem Do-it-yourself-Wissen gesellten sich nun neue Gebiete, die er als Bereicherung empfand. Netzwerkkomponenten, Datenbanken, das war Neuland.

Er liebt das strukturierte Vorgehen, um Probleme zu lösen. Das hatte ihm an der Umschulung auch so gefallen. Man mache sich einen Plan, recherchiere nach Umsetzungsvarianten und dann geht’s an die Arbeit. Die Ausbildung befähigte ihn dazu, solche Aufgaben wie bei der Berufsweltmeisterschaft zu bewältigen. Er hat im BFW Leipzig das Selbstvertrauen aufbauen können, das er früher für diese „großen“ Aufgaben noch nicht hatte.

Abu Dhabi, die DreamHack in Leipzig, die Leipziger DOK-Filmwoche und andere Projekte, die während der Umschulung umgesetzt wurden, sind ein gutes Aushängeschild für Alexander Geisenhainer, um sich zu bewerben. Wo es genau hingehen soll, da muss er erst noch einen Plan entwickeln. Leipzig passt für seine zweite Leidenschaft, dem Schwimmen, gut und es ist hier auch schöner. Jena hingegen hat sich zum Technologiestandort entwickelt und dort leben seine Freunde. Letztendlich fiel seine Wahl auf Leipzig. Als Fachinformatiker für Systemintegration fand er bei der Leipziger Lecos GmbH den Wiedereinstieg in Arbeit.

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Erstellt: Michael Lindner/BFW Leipzig

Schlagworte:
BFW Leipzig, Berufliche Rehabilitation, Umschulung, Fachinformatiker, Systemintegration, Anwendungsentwicklung,

BFW Leipzig
Seit über 25 Jahren ist das Berufsförderungswerk Leipzig als Spezialist auf dem Gebiet Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation) tätig. Hier werden Menschen ausgebildet und bedarfsorientiert unterstützt, die durch Krankheit oder Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben scheiden mussten. Mit individuellen Erprobungs-, Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen werden neue Möglichkeiten für den Weg zurück ins Arbeitsleben angeboten. Die Angebote als überregionaler Dienstleister auf den Gebieten Beratung, Diagnostik und Assessment, Qualifizierung, Prävention und Rehabilitation stehen neben der Hauptstelle in Leipzig in den Außenstellen in Brand-Erbisdorf, Chemnitz, Döbeln, Plauen und Zwickau zur Verfügung. Ein berufliches Trainingszentrum, das BTZ Leipzig, ergänzt das Angebot speziell für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Die vielfältigen Leistungen sind ein wichtiger Beitrag nicht nur um Menschen wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen, sondern diese tragen auch durch die Orientierung am Arbeitsmarkt zur Lösung des Fachkräftemangels in der Wirtschaft bei. Darüber hinaus werden an der Bildungseinrichtung verschiedene Kurse der beruflichen Weiterbildung angeboten.

Weitere Informationen und Bildmaterial:
Berufsförderungswerk Leipzig gemeinnützige GmbH
Michael Lindner
Leiter PR | Unternehmenskommunikation
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