Freitag, Mai 11th, 2018

 

Licht am Ende des Tunnels: Junge Mutter zurück im Leben

Anett Wierick in der Falkenstein Centralapotheke

Lange Jahre kämpfte eine junge Falkensteinerin mit schweren Psychosen und Depressionen. Seit kurzem hat sie wieder Lebensmut, blickt optimistisch in die Zukunft. Dazu beigetragen haben viele Menschen, die sie nie im Stich ließen.

 

Anett Wierick  in der Falkenstein Centralapotheke

Anett Wierick in der Falkenstein Centralapotheke

Falkenstein – Anett Wierick war 24, als ihr Leben aus den Fugen geriet. Neun Monate nach der Geburt ihrer ersten Tochter und kurz nach dem Umzug von der Lausitz ins Vogtland entwickelte sie eine Psychose. „Ich konnte nicht mehr essen, nicht mehr schlafen, es wird als schizo-affektive Erkrankung bezeichnet“, schildert die heute 35-Jährige. Sie kam in eine Klinik, wurde auf Medikamente eingestellt, ihr Zustand verbesserte sich. Nach der Geburt der zweiten Tochter folgte ein Auf und Ab: Mal ging es ihr super, sie konnte wieder in einer Apotheke arbeiten – dann verfiel sie in tiefe Depressionen, offenbar ausgelöst von Medikamenten, die die Psychose bekämpfen sollten. Völlig antriebslos verbrachte sie ganze Tage im Bett. Mit ihren kleinen Töchtern konnte sie nichts anfangen, empfand nichts für sie. Wenn ihr Mann den Kindern abends im Bett das vertraute Schlaflied vorsang, dachte sie: „Was soll ich da?“ Sie fühlte sich wie ein Fremdkörper, der nicht dazu gehörte. „Ich war in einem tiefen Loch, kam nicht heraus.“ Die Krankheit verlief bei Anett Wierick so schwer, dass die Ärzte schließlich zum letzten Mittel der Elektrokrampftherapie griffen: Durch kurze Stromimpulse wird im Gehirn ein epileptischer Anfall ausgelöst. „Danach wusste ich vieles nicht mehr – das war vielleicht besser“, meint die junge Frau. Doch sie fand aus der Depression heraus und langsam zurück ins Familienleben. Das war inzwischen nur dank der ständigen Unterstützung von Schwiegermutter, Mutter und Freundinnen weitergelaufen, die sich abwechselnd um die beiden kleinen Mädchen gekümmert hatten.

„Das ist ein schönes Kollektiv – sie fangen mich auf, geben mir Halt.

Sie entlasteten so den Ehemann, der als selbstständiger Ingenieur keine geregelten Arbeitszeiten hat und nebenbei den Bau des Eigenheims koordinierte. „Es gab einen festen Plan, bei wem die Mädchen an bestimmten Tagen sind, sie brauchten ja Stetigkeit und Sicherheit.“ Ohne die beiden Elternhäuser und ohne den Halt in ihrem christlichen Gemeindekreis, zu dem auch die Freundinnen zählen, hätte die Familie diese insgesamt fünf schweren Jahre nicht überstanden – da ist Anett Wierick sicher. „Der Glauben hat auch mir selbst Kraft gegeben“, sagt sie. „Trotz allem wusste ich immer: Es gibt einen Gott, der mich trägt.“ Während die junge Falkensteinerin ihr Privatleben nach der Gesundschreibung 2012 nach und nach normalisieren konnte, blieb der Wiedereinstieg ins Berufsleben eine hohe Hürde. Dem direkten Kundenkontakt fühlte sie sich nicht gewachsen – nicht wegen der Kunden an sich, sondern wegen der Beratung, die sie ihnen dann aus dem Stand geben sollte. Das erste Arbeitsverhältnis nach der Krankheit scheiterte schnell. Dort habe man auch wenig Verständnis für ihre Probleme gezeigt, meint Anett Wierick. Ihre Ärztin („sie war immer sehr liebe- und verständnisvoll“) gab ihr dann den Tipp, sich ans Berufliche Trainings-Zentrum in Plauen (BTZ) zu wenden. Sie stellte den Kontakt zu dieser Spezialeinrichtung zur beruflichen Rehabilitation her, die sich ausschließlich um Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen kümmert. Ab Oktober 2013 konnte sie dort trainieren, gewann wieder Selbstvertrauen. „Das ist eine Super-Einrichtung, die kann ich empfehlen. Dort geht es wirklich um dich“, sagt Anett Wierick. „Sie gucken, was zu dir passt.“ Eigentlich glaubte sie selbst nicht mehr an die Rückkehr in eine Apotheke. Doch das BTZ vermittelte ihr einen Praktikumsplatz in der Centralapotheke Falkenstein – im Blisterzentrum, wo Medikamente für die Bewohner mehrerer Heime zusammengestellt und verpackt werden. Eine Einstellung wurde zunächst ausgeschlossen. Doch dann fielen mehrere Kolleginnen gleichzeitig aus, Anett Wierick bekam einen Arbeitsvertrag und Verantwortung fürs Blisterzentrum. „Das war schwierig, aber mein Chef stand immer hinter mir, und die Kolleginnen sind super“, sagt sie. „Das ist ein schönes Kollektiv – sie fangen mich auf, geben mir Halt. Leider ist das nicht selbstverständlich.“ Heute geht sie gern auf Arbeit, hat ihre Versagensängste überwunden. Medikamente nimmt sie nach wie vor. „Ich bin dankbar, dass diese schwere Zeit vorbei ist“, sagt die junge Falkensteinerin. „Jeder Tag ist ein Geschenk.“

Text: Bernd Appel

 

Kontakt:

Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gemeinnützige Gesellschaft mbH
Berufliches Trainingszentrum (BTZ)
Karoline Schubert
Koordinatorin
Straßberger Str. 27-29, 08527 Plauen

Tel.:+49 3741 2099-92
Fax:+49 3741 2099-60
karoline.schubert@faw.de,

Internet barrierefrei: www.btz-plauen.de

 

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Fernbehandlungsverbot gelockert: bvitg begrüßt die Entscheidung des Deutschen Ärztetages

 

 

Berlin, 10.05.2018: Mit Blick auf die Herausforderungen im Gesundheitswesen bewerten die Hersteller von Gesundheits-IT-Lösungen die Lockerung des Fernbehandlungsverbotes im Rahmen des 121. Deutschen Ärztetags positiv.

 

Der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt hat heute das Fernbehandlungsverbot in § 7 Abs. 4 der Musterberufsordnung der Ärzte gelockert. Somit ist eine Hürde zur breiten Nutzung digitaler Anwendungen und vor allem der Telemedizin gefallen. Neben Baden-Württemberg hatte auch bereits die Landesärztekammer Schleswig-Holstein im Vorfeld des Ärztetages den Weg für ärztliche Fernbehandlung freigemacht. Der bvitg begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich, denn Telemedizin hat das Potential sowohl bei der Versorgung in ländlichen Gebieten zu unterstützen als auch einer Überlastung von Notaufnahmen und Kliniken entgegenzuwirken.

 

„Die Lockerung des Fernbehandlungsverbots war längst überfällig. Telemedizinische Anwendungen und Onlinekonsultation von Ärztinnen und Ärzten ermöglichen im Zuge des demographischen Wandels eine flächendeckende, sektorübergreifende Gesundheitsversorgung. Die digitale Realität, die in anderen Bereichen bereits zum Alltag gehört, kann so auch in die Versorgung Einzug halten. Damit telemedizinische Leistungen so schnell wie möglich integraler Bestandteil der Versorgung werden, gilt es nun finanzielle Anreize zur Nutzung für zu schaffen. Ein Verbot zu lockern reicht alleine nicht aus, ist aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“, so Sebastian Zilch, Geschäftsführer vom Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V.

 

Bis vor kurzen war es Ärztinnen und Ärzten laut Musterberufsordnung untersagt, beim Erstkontakt mit Patienten individuelle ärztliche Behandlungen ausschließlich über telemedizinischen Verfahren abzuwickeln. Im letzten Jahr lockerten die Ärzte in Baden-Württemberg erstmals das Fernbehandlungsverbot für Modellprojekte, da dort die Patienten zunehmend auf telemedizinische Leistungen in der Schweiz auswichen. Mit der Entscheidung der Ärztekammer kann nun auch die Erstdiagnose wie Krankschreibungen oder Arzneiverordnungen per Video-Chat oder Smartphone erfolgen.

 

Kontakt:

Natalie Gladkov
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bereich Politik & Kommunikation

 

T +49 (0) 30 206 22 58 – 18

F +49 (0) 30 206 22 58 – 69

natalie.gladkov@bvitg.de

__________________________________

 

Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V.

Friedrichstraße 200 | D – 10117 Berlin

www.bvitg.de

www.health-it-portal.de

www.conhit.de

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