Donnerstag, April 5th, 2018

 

Dr. York Dhein fordert: Gemeinsam gegen den Pflegenotstand

Vorstand der Johannesbad Gruppe kritisiert Gesundheitsminister Spahn – 8.000 neue Pflegekräfte reichen nicht – auch in Akut- und Rehakliniken fehlt Personal

BAD FÜSSING. Gesundheitsminister Jens Spahn will Pflegekräfte aus dem Ausland anwerben: ein Vorstoß, den Dr. York Dhein, Vorstandsvorsitzender der Johannesbad Gruppe erst einmal unterstützt. Die Johannesbad Gruppe, eine der größten Reha-Anbieter in Deutschland, akquiriert seit Jahren Mitarbeiter für ihre Fach- und Rehabilitationskliniken im Ausland – mit guten Erfahrungen. Doch übt Dr. York Dhein auch Kritik an den Plänen des neuen Gesundheitsministers: „8.000 neue Pflegekräfte, wie Jens Spahn fordert, reichen bei weitem nicht aus, den Notstand zu beenden – das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein: In der Altenpflege, in Akutkrankenhäusern und Rehakliniken fehlen Mitarbeiter. Hier müssen wir schnell und wirksam handeln – nicht nur demonstrativ fordern.“ Sein Angebot: „Politik und Dienstleister müssen gemeinsam dem Pflegepersonalmangel entgegenwirken und ihre Aktionen bündeln. Dafür setzen wir uns als Klinikvertreter gerne mit der Bundesregierung an einen Tisch.“

Dr. York Dhein macht deutlich, dass es nicht genüge, kurzfristig Pflegekräfte aus dem Ausland anzuwerben. „Denn auch diese Länder leiden bereits unter dem Fachkräftemangel im Gesundheitssektor. Zudem verschärft der demografische Wandel die Situation.“ Der Vorstandsvorsitzende der Johannesbad Gruppe fordert vor allem eine bessere Bezahlung und mehr Investitionen in die Ausbildung. „Das Personal muss mehr verdienen für den harten Job, den sie täglich in der Pflege und in Kliniken leisten“, betont Dr. York Dhein und ergänzt: „Die höheren Kosten können die Arbeitgeber jedoch nicht alleine schultern, hier müssen die Kostenträger wie Kranken-, Renten- und Pflegeversicherungen mit einspringen.“ Für einen Tag in der orthopädischen Anschlussheilbehandlung erhält eine Klinik im Schnitt pro Patient rund 100 Euro. „Damit sind die medizinischen Leistungen, alle Therapien, Essen und Übernachtung abgegolten“, sagt Dr. York Dhein. Man müsse nur einmal bedenken, was eine Hotelübernachtung koste und das in Relation setzen. „Da bleibt nichts mehr übrig, um höhere Löhne zu finanzieren.“

Die Johannesbad Gruppe wirbt schon heute Mitarbeiter aus Polen, Kroatien, Tschechien und Österreich an. Doch wer im Ausland einen Gesundheitsberuf erlernt hat, muss in Deutschland noch immer sehr lange auf die Anerkennung der erworbenen Abschlüsse warten. „Das muss beschleunigt und vereinfacht werden“, fordert Dr. York Dhein. „Wir achten auf gute Sprachkenntnisse oder unterstützen sie mit Deutschkursen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende. Er fügt an: „Denn gerade in der Therapie am Menschen ist Kommunikation entscheidend.“ Außerdem bildet der Gesundheitsdienstleister mit neun Fachkliniken deutschlandweit in vier eigenen Berufsfachschulen selber aus. Diese sind in Bad Elster und Bad Füssing.

Dr. York Dhein (Foto: Johannesbad)


Durch Dick und Dünn – Reha-Kolloquium zu Essstörungen in der Arbeitswelt

Essstörungen können im Arbeitsleben zu erheblichen Ausfallzeiten führen. Montage BFW Leipzig © ronniechua+turk_stock_photographer/Thinkstockphotos

Das Berufsförderungswerk Leipzig (BFW Leipzig) und das IFB AdipositasErkrankungen (ein gemeinsames Zentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig) laden am 16. Mai 2018 zu einem rehawissenschaftlichen Kolloquium mit dem Thema „Durch Dick und Dünn – Essstörungen in der Arbeitswelt“ ein.

Essstörungen können im Arbeitsleben zu erheblichen Ausfallzeiten führen. Montage BFW Leipzig © ronniechua+turk_stock_photographer/Thinkstockphotos

Essstörungen können im Arbeitsleben zu erheblichen Ausfallzeiten führen. Montage BFW Leipzig © ronniechua+turk_stock_photographer/Thinkstockphotos

Beim diesjährigen rehawissenschaftlichen Kolloquium soll es um die Auswirkungen von Essstörungen auf die Arbeitswelt gehen. So stuft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 30 kg/m² als adipös ein. Das Robert Koch Institut stellt in einer Erhebung fest, dass zwei Drittel der Männer (67 %) und die Hälfte der Frauen (53 %) in Deutschland sind übergewichtig. Ein Viertel der Erwachsenen (23 % der Männer und 24 % der Frauen) ist stark übergewichtig (adipös).* Noch wird die Essstörung Adipositas nicht als Erkrankung, sondern als ungesunde Lebensweise eingestuft. Adipositas ist aber, laut Einschätzung des IFB AdipositasErkrankungen eine Erkrankung mit vielen unterschiedlichen Ursachen und weitreichenden Folgen. Bei einer anderen Essstörung, der Magersucht (Anorexie), verweigern die Betroffenen die Nahrungsaufnahme so gut wie total. Essen wird auf das Notwendigste reduziert, um am Leben zu bleiben. An den Folgen sterben 4 bis 8 Prozent der Erkrankten. 2012 wurden in Deutschland 70 Todesfälle aufgrund von Essstörungen gezählt.

Um diese Unterschiede in der Bewertung mit ihren Wirkungen auf die Arbeitswelt besser zu differenzieren, haben das BFW Leipzig und das IFB AdipositasErkrankungen Referenten eingeladen, die darüber mit den Gästen aus Wirtschaft, Medizin und Vertretern von Rentenversicherungen, Arbeitsagenturen und Jobcentern ins Gespräch kommen wollen.

Über die Alltagsdiskriminierung wird Natalie Rosenke, 1. Vorsitzende der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung (GgG) e.V., referieren.

Die Referenten vom IFB AdipositasErkrankungen Dr. Thomas Ebert, Facharzt für Innere Medizin, Universitätsklinikum Leipzig, Prof. Dr. Claudia Luck-Sikorski, Professorin für Psychische Gesundheit und Psychotherapie und Dr. Tatjana Schütz, IFB AdipositasErkrankungen Core Unit Ernährung und klinische Phänotypisierung erklären, welche Folgeerkrankungen bei Essstörungen wie Adipositas auftreten oder wie sie sich auf die Psyche der Betroffenen auswirken können. Dazu stellen sie neue Therapieansätze vor.

Dr. Ina Ueberschär, Direktorin der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland a.D. breitet den Fächer der Essstörungen von Anorexie bis Adipositas aus der Perspektive der medizinischen und beruflichen Rehabilitation auf.

Rechtsanwalt Dr. Stefan Müller beleuchtet als Fachanwalt das Feld des Arbeitsrechts und erläutert, wie sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf das Thema im Unternehmen einstellen müssen.

In den Pausen und zum Ende des Kolloquiums werden die Gäste die Gelegenheit haben, sich mit den Referenten sowie untereinander über die Erfahrungen mit der Problematik Essstörungen im Arbeitsleben auszutauschen.

Noch bis zum 9. Mai 2018 können sich die Interessierten beim Berufsförderungswerk Leipzig für diese Veranstaltung anmelden.

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Erstellt: Michael Lindner/BFW Leipzig

* Quelle: www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Themen/Uebergewicht_Adipositas/Uebergewicht_Adipositas_node.html

Weitere Informationen zum Rehawissenschaftlichen Kolloquium und Anmeldung: www.bfw-leipzig.de/reha-kolloquium

Weitere Informationen zum IFB AdipositasErkrankungen:

Universitätsmedizin Leipzig – IFB AdipositasErkrankungen
Philipp-Rosenthal-Straße 27 (Haus M, Rotes Haus)
04103 Leipzig
Telefon: 0341 | 97-15940
Fax: 0341 | 97-15949
E-Mail: info@ifb-adipositas.de
Internet: www.ifb-adipositas.de

Schlagworte:

BFW Leipzig, IFB AdipositasErkrankungen, Essstörungen, Arbeitswelt, Reha-Kolloquium, Adipositas, Anorexie

BFW Leipzig

Seit über 25 Jahren ist das Berufsförderungswerk Leipzig als Spezialist auf dem Gebiet Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation) tätig. Hier werden Menschen ausgebildet und bedarfsorientiert unterstützt, die durch Krankheit oder Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben scheiden mussten. Mit individuellen Erprobungs-, Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen werden neue Möglichkeiten für den Weg zurück ins Arbeitsleben angeboten. Die Angebote als überregionaler Dienstleister auf den Gebieten Beratung, Diagnostik und Assessment, Qualifizierung, Prävention und Rehabilitation stehen neben der Hauptstelle in Leipzig in den Außenstellen in Brand-Erbisdorf, Chemnitz, Döbeln, Plauen und Zwickau zur Verfügung. Ein berufliches Trainingszentrum, das BTZ Leipzig, ergänzt das Angebot speziell für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Die vielfältigen Leistungen sind ein wichtiger Beitrag nicht nur um Menschen wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen, sondern diese tragen auch durch die Orientierung am Arbeitsmarkt zur Lösung des Fachkräftemangels in der Wirtschaft bei. Darüber hinaus werden an der Bildungseinrichtung verschiedene Kurse der beruflichen Weiterbildung angeboten.

Weitere Informationen und Bildmaterial:

Berufsförderungswerk Leipzig gemeinnützige GmbH
Michael Lindner
Leiter PR | Unternehmenskommunikation
Georg-Schumann-Straße 148
04159 Leipzig
Tel.: 0341 | 9175120
Fax: 0341 | 917563120
E-Mail: presse@bfw-leipzig.de
Internet: http://www.bfw-leipzig.de/presse


Mit App gegen COPD

Kantonsspital St. Gallen und Kaia Health entwickeln Smartphone-Therapie für COPD-Patienten

 

Therapie mit App: COPD-Patienten können Ihre Krankheit zuhause behandeln.

„Kaia COPD“ bietet als erste App eine umfangreiche pneumonale Rehabilitation auf dem Smartphone und hilft COPD-Patienten, den Alltag besser bewältigen zu können und die Lebensqualität zu erhöhen.

Foto: Kaia Health GmbH

Foto: Kaia Health GmbH

Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (Kurz: COPD) steht ab sofort eine neue Therapie per Smartphone zur Verfügung. Kaia COPD ist eine digitalisierte Version der sogenannten pneumonalen Rehabilitation und wurde vom Münchner Software-Unternehmen Kaia Health in Zusammenarbeit mit Prof. Martin Brutsche und Dr. Frank Rassouli vom Kantonsspital St. Gallen und PD Dr. Marc Spielmanns von der Zürcher Reha Klinik Wald entwickelt. Die App ist als Medizinprodukt zertifiziert.

Dr. Spielmanns: „Wir halten Kaia COPD für sehr vielversprechend, weil sie COPD-Patienten zum Beispiel dabei helfen kann, die täglich erforderliche körperliche Bewegung zu erreichen. Denn gerade im Anschluss an eine stationäre Therapie haben viele Patienten damit Schwierigkeiten. Es gilt, Konzepte zu entwickeln, die langfristig von den Patienten toleriert und realisiert werden. Digitale Ansätze können hier einen großen Beitrag leisten.“

Wie von der seit 2016 erhältlichen Kaia Rücken-App bekannt, folgt auch Kaia COPD einem multimodalen Ansatz. Die App bietet physiotherapeutische Bewegungsübungen zu Kraft und Mobilisation, Entspannungsübungen und einen Wissensteil, der zum Beispiel Videos zur richtigen Anwendung des Inhalators enthält und die Patienten mit Alltagstipps unterstützt. Das medizinisch validierte Übungsprogramm passt sich über eine künstliche Intelligenz an die individuellen Bedürfnisse der Patienten an. Über die App erreichen Nutzer auch einen Coach, der alle Fragen persönlich beantwortet. Ein Schrittzähler animiert die User spielerisch, sich mehr zu bewegen.

Konstantin Mehl, Gründer und Geschäftsführer von Kaia Health: „2016 haben wir in Deutschland die erste Smartphone-Therapie gegen chronische Rückenschmerzen entwickelt und gezeigt, dass es einen riesigen Bedarf an digitalen Therapiemöglichkeiten gibt und die Effekte klinisch belegbar sind. Nun werden wir unser Angebot sukzessive für andere Krankheitsbilder ausbauen um den flächendeckenden Zugang zu innovativen Therapie-Angeboten wie der pneumonalen Rehabilitation zu ermöglichen.“

Die App eignet sich für COPD-Betroffene in verschiedenen Stadien: Patienten, die im frühen Stadium noch keinen Anspruch auf Rehabilitation haben oder Patienten in fortgeschrittenem Zustand, die bereits erlernte Übungen aus dem Lungensport oder der pneumonalen Rehabilitation zu Hause umsetzen möchten.

Mit digitalen Therapiekonzepten wollen die Gründer von Kaia COPD Patienten mehr Lebensqualität ermöglichen, Versorgungsengpässe auffangen und einen zeitgemäßen und unkomplizierten Zugang für alle Betroffenen bieten. Im Gegensatz zur klassischen pneumonalen Rehabilitation, welche nur in stationären Zentren verfügbar ist, kann die COPD-App zuhause genutzt werden. Wie vorhandene Angebote von Kaia Health soll auch Kaia COPD von den Krankenkassen übernommen werden.

Hintergrund

Die klassische pneumonale Rehabilitation führt zu einer Reduktion von bis zu 44% der Hospitalisierungen, 25% der Arztbesuche und 40% der Besuche in der Notaufnahme. Studien haben gezeigt, dass die digitale Therapie genauso effektiv wie die klassische pneumonale Rehabilitation sein kann. Sie wird daher in neuesten Versorgungsleitlinien für Patienten bereits in frühen Stadien der Krankheit empfohlen. Zudem können die Kosten bei digitalen Angeboten im Vergleich zur stationären Therapie enorm reduziert werden. Außerdem kann einem vorzeitigen Therapieabbruch entgegengewirkt werden. „COPD-Patienten sind jeden Tag von ihrer Krankheit betroffen. Das digitale Zeitalter ermöglicht uns, ihnen tagtäglich bedarfsgerecht bei ihren Fragen, Beobachtungen und Beschwerden beizustehen. Das ist mit den herkömmlichen Methoden der Regelversorgung nicht zu leisten“, so Prof. Brutsche vom Kantonsspital St. Gallen.

Das Münchner Unternehmen Kaia Health hat 2016 die deutschlandweit erste medizinisch zugelassene Smartphone-Therapie für chronische Rückenschmerzen gemeinsam mit führenden Schmerzspezialisten entwickelt. Im Dezember 2017 zeigten erste klinische Daten eine durchschnittliche Verbesserung der Schmerzen um rund 43 Prozent bei Patienten, die die Kaia-Therapie vollständig durchliefen. [1] Die Ergebnisse wurden auf dem europäischen Schmerzkongress ausgezeichnet. In den nächsten Jahren will Kaia Health der führende Anbieter für Smartphone-Therapie werden.

Kaia COPD ist als App über iOS & Android und auf Tablets zugänglich sowie über fb.com/KaiaCOPD. Die App kann sieben Übungstage lang völlig kostenfrei und unverbindlich getestet werden. Die Vollversion ist ab 1,53 Euro pro Woche zugänglich.

[1] Rehabilitation and Assistive Technology „Treatment of lower back pain with a multidisciplinary pain treatment App. Short term results rehab.jmir.org/2017/2/e11/

Pressekontakt:

Kaia Health GmbH
Herr Jonas Duss
Infanteriestr. 11A 1A
80797 München

Tel: +4915142100965

www.kaia-health.com

E-Mail:jonas@kaia-health.com