Donnerstag, März 29th, 2018

 

Im Dialog mit der Politik: Bundestagsabgeordneter Benjamin Strasser besucht Rehaklinik Überruh

Akute oder chronische Erkrankungen sind für die Betroffenen nicht nur belastend, sie können auch gravierende Auswirkungen auf ihr soziales und berufliches Leben haben. Dementsprechend groß ist die Bedeutung medizinischer Prävention und Rehabilitation, die zu den zentralen Säulen im Gesundheitssystem gehören. Über die vielfältigen medizinischen und therapeutischen Möglichkeiten, die hier zur Verfügung stehen, informierte sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Benjamin Strasser am Mittwoch, 28. März, vor Ort in Isny-Bolsternang. Neben dem intensiven Austausch zu gesundheits- und sozialpolitischen Themen standen auch eine kurze Klinikführung sowie das Gespräch mit Patienten auf dem Programm.
„Dem Motto Prävention vor Reha – Reha vor Rente – Reha vor Pflege folgend bieten wir hier in der Rehaklinik Überruh medizinische Prävention und Rehabilitation auf hohem medizinischem und therapeutischem Niveau. Dabei stehen bei uns die individuellen Bedürfnisse unserer Patientinnen und Patienten im Vordergrund. Mit unseren Präventionsprogrammen verfolgen wir das Ziel, mögliche Risikofaktoren bereits im Vorfeld einer ernsthaften Erkrankung auszuschalten. In der Rehabilitation arbeiten wir intensiv daran, den Betroffenen die Teilhabe an ihrem gewohnten privaten und beruflichen Leben wieder zu ermöglichen sowie ein nachhaltiges Plus an Lebensqualität zu erreichen“, so der Oberarzt und Stellvertreter des Chefarztes Igor Schkodkin und die Kaufmännische Leiterin Miriam Milz bei der Vorstellung des breiten Therapieangebots der Rehaklinik Überruh.

Von der intensiven Arbeit, die hinter einer erfolgreichen Behandlung steckt, konnte sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Benjamin Strasser bei seinem Besuch in der Rehaklinik Überruh selbst ein Bild machen. Neben einer Klinikführung und dem Gespräch mit Patienten, war der intensive gemeinsame Austausch zentraler Programmpunkt des Treffens.

Im Round-Table-Gespräch nutzten Dr. Constanze Schaal, Geschäftsführerin der RehaZentren Baden-Württemberg und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED), der Oberarzt und Stellvertreter von Chefarzt Dr. Thomas Bösch, Igor Schkodkin, der Leiter der Gesamttherapie Dieter Beh sowie die Kaufmännische Leiterin Miriam Milz die Gelegenheit, mit Benjamin Strasser aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Themen zu diskutieren.

Eingangs unterstrichen alle Beteiligten die große Bedeutung der medizinischen Prävention und Rehabilitation. Eine Bedeutung, die auch von politischer Seite erkannt und durch das Flexirentengesetz nachhaltig gestärkt wird. „Die demographische Entwicklung in unserem Land stellt uns für die Zukunft vor große Herausforderungen. Wir werden immer älter, die Lebenserwartung und die Lebensarbeitszeit steigen an. Prävention und Rehabilitation unterstützen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dabei, gesund und fit durch das Arbeitsleben zu gehen“, so der Bundestagsabgeordnete Strasser. Hierbei profitieren nicht nur die Betroffenen selbst, auch die positive volkswirtschaftliche Komponente ist offensichtlich. Denn: Viele Berufstätige können dank einer erfolgreichen Rehabilitation wieder ins Arbeitsleben zurückkehren. Die Reha vermeidet damit oftmals Frühverrentungen, spart entsprechend Kosten und wirkt dem Fachkräftemangel entgegen. Ähnliches gilt für den Bereich der Pflege, da jede zeitliche Verschiebung der Pflegebedürftigkeit Pflegekosten senkt. „Prävention und Rehabilitation sind also eine wichtige Investition in die Zukunft, die wir auch von politischer Seite weiterhin unterstützen und stärken müssen“, so Strasser weiter.

Für Dr. Constanze Schaal, Geschäftsführerin der RehaZentren Baden-Württemberg, war das in Kraft treten des Flexirentengesetzes ein wichtiger Schritt: „Da es u.a. Prävention, medizinische Rehabilitation, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie die Nachsorge zu Pflichtleistungen erklärt, ist seine Bedeutung enorm. Für uns als RehaZentren Baden-Württemberg, aber auch für die gesamte Branche, gilt es, die Potenziale zu nutzen. Wir sind stetig dabei, unser Leistungsangebot weiterzuentwickeln und an die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten anzupassen. Der allgemeine Ausbau der Angebote wirkt sich allerdings auf das Reha-Budget und damit auf die Finanzierung aus. Hier müssen wir gemeinsam mit der Politik Lösungswege finden. Denn: Für unsere Arbeit benötigen wir Planungssicherheit und eine faire Finanzierung, die die Leistungsbereitschaft und Innovationsbereitschaft der Reha-Einrichtungen erhält.“

Abschließend waren sich die Gesprächsteilnehmer darüber einig, dass die bestehenden Präventions- und Rehabilitationsangebote teilweise nur unzureichend genutzt werden. Eine Hürde ist oftmals das komplizierte Antragsverfahren. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf und es müssen gemeinsam mit allen Beteiligten – Leistungserbringer, Kostenträger und Politik – gefunden werden.

Bildnachweis:
Bundestagsabgeordneter Benjamin Strasser im Gespräch mit Patienten in der Ergotherapie der Rehaklinik Überruh (Foto: RehaZentren Baden-Württemberg)

Rehaklinik Überruh
Die Rehaklinik Überruh ist eine Fachklinik für Innere Medizin und Erkrankungen der Bewegungsorgane. Sie gehört zur Gruppe der RehaZentren Baden-Württemberg, welche 2007 aus dem Zusammenschluss der Rehakliniken der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg entstanden ist. Heute gehören dazu acht Kliniken in Baden-Württemberg und eine in Bayern an den Standorten Baden-Baden, Bad Mergentheim, Bad Kissingen, Donaueschingen, Glottertal, Heidelberg, Isny und Nordrach.

www.rehaklinik-ueberruh.de

Kontakt:
RehaZentren Baden-Württemberg:
Jörg Skupin, Referent PR
Tel.: 0711 – 6994 639-20, j.skupin@rehazentren-bw.de


Video: Vertragsklinik? Die Tricks der Krankenkassen

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Der Weg in die Reha ist für viele Patienten oftmals schwierig. Haben sie sich endlich durch den Antragsdschungel gekämpft, lehnt die Kasse am Ende die Wunschklinik ab. Und das oft mit Begründungen, die wahrheits- und rechtswidrig sind. Der Arbeitskreis Gesundheit e.V. klärt über diese Tricks auf.

 

Leipzig/Köln, März 2018: „Vertragsklinik? Die Tricks der Krankenkassen“ heißt ein Video, das der Arbeitskreis Gesundheit e.V. in Kooperation mit der Dr. Becker Klinikgruppe aktuell produziert und veröffentlicht hat. Der Film dokumentiert den Fall der Patientin Waltraud Ahne. Die Bad Windsheimerin möchte nach einer Halswirbeloperation ihre Reha in der örtlichen Kiliani-Klinik machen. Doch ihre Krankenkasse, die Barmer GEK, lehnt die Wunschklinik ab – mit der Begründung, diese sei keine „Vertragsklinik“.

Evident rechtswidrig

Für Ingo Dörr, Jurist und Geschäftsführer des Arbeitskreis Gesundheit e. V. ist dieses Vorgehen der Krankenkasse evident rechtswidrig. „Das ist ein klassischer Trick der Krankenkassen. Wenn der Kostenträger von einer Vertragsklinik spricht, hat er mit dieser eine besonders günstige Vergütung vereinbart. Das kann dem Patienten aber egal sein. Er hat nach dem Sozialgesetzbuch SGB IX das Recht, sich eine geeignete Rehaklinik auszusuchen. Mit irgendwelchen zusätzlichen Vereinbarungen zwischen Kasse und Klinik hat das gar nichts zu tun“, erklärt Dörr. Im Fall Ahne kontaktiert der Arbeitskreis Gesundheit die Krankenkasse – zunächst erfolglos. Erst als eine vom Verein beauftragte Anwaltskanzlei mit einstweiligem Rechtsschutz droht, gibt die Barmer GEK nach – und Frau Ahnes Wunsch nach einer Reha in der Dr. Becker Kiliani-Klinik statt.

 

Kein Einzelfall

„Einen berechtigten Klinikwunsch mit einem wahrheitswidrigen Hinweis abzulehnen, ist leider bei einigen Kassen an der Tagesordnung. Dagegen wollen wir vorgehen“, zeigt sich Dörr entschlossen. Mehrere hundert Patienten und Sozialdienste beraten er und sein Team jährlich über den Zugang zu Medizinischer Rehabilitation. Der Fall Ahne ist dabei für ihn ein „Klassiker“: „Es kommt leider sehr häufig vor, dass die Krankenkassen Patienten in die Irre führen. Sie behaupten zum Beispiel einfach, es gebe keinen Vertrag mit der Klinik, obwohl grundsätzlich ein Versorgungsvertrag nach § 111 SGB V besteht“, so der Geschäftsführer.

 

Den Kassen Paroli bieten

Für ihn ist wichtig, hier Kante zu zeigen und den Kassen Paroli zu bieten: „Die Krankenkassen müssen sehen, dass es so nicht geht. Patienten haben ein gesetzlich versichertes Wunsch- und Wahlrecht und ein berechtigter Klinikwunsch kann nicht einfach von einer Kasse ausgehebelt werden.“ Deswegen habe er sich gemeinsam mit der Dr. Becker Klinikgruppe entschieden, den Fall Ahne publik zu machen und dabei Ross und Reiter zu nennen. Mit Frau Ahne wiederum habe man eine Patientin gefunden, die sich traute, ihren Fall öffentlich zu schildern. Auch das sei leider keine Selbstverständlichkeit. „Viele Patienten fürchten, dass ihnen Nachteile entstehen, wenn sie sich gegen ihre Kasse zur Wehr setzen. Das ist natürlich nicht so. Auf die weiteren Leistungen hat so ein Widerspruch keinerlei Auswirkungen“, versichert Ingo Dörr.

 

Von mehr Aufklärung profitieren die Patienten

Er will weiter dafür arbeiten, bei Patienten, Angehörigen, Sozialdiensten und niedergelassenen Ärzten ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass man den Rechtsanspruch auf eine geeignete Rehabilitationsbehandlung erfolgreich durchsetzen kann. Von mehr Aufklärung könnten schließlich alle nur profitieren – bis auf diejenigen Krankenkassen, die versuchen, ein paar Euro auf Kosten der Patienten zu sparen. Weitere Filme über die Beratungstätigkeit des Arbeitskreis Gesundheit e. V. und typische Fallgestaltungen seien bereits geplant.

 

Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Der Arbeitskreis Gesundheit e.V. ist ein gemeinnütziger Zusammenschluss von Kliniken unterschiedlicher Fachrichtungen, der Informationen über die medizinische Versorgung veröffentlicht. Er unterstützt und berät Patienten und Patienten beratende Stellen wie Sozialdienste kostenfrei, zum Beispiel bei der Reha-Antragsstellung.

arbeitskreis-gesundheit.de | Telefon (kostenfrei aus dem dt. Festnetz): 0800 100 6350.

 

Kontakt:

ARBEITSKREIS GESUNDHEIT e.V.
Geschäftsführer Ingo Dörr
Gustav-Mahler-Str. 2
04109 Leipzig
Telefon: 0341 / 870 5959 0

Freecall: 0800 / 100 63 50
Telefax: 0341 / 870 5959 59
E-Mail: info@arbeitskreis-gesundheit.de
Internet: www.arbeitskreis-gesundheit.de
www.rehaklinik.com