Mittwoch, März 28th, 2018

 

Keine Änderung: In Deutschland wird viel zu viel getrunken

Pressemitteilung

Berlin / Hamm / Greifswald, 28. März 2018 – Der Alkoholkonsum in Deutschland sinkt – doch nur von einem extrem hohen zu einem sehr hohen Verbrauch. Nach wie vor trinkt hierzulande jede Person über 15 Jahren 10,7 Liter Reinalkohol. Alkohol ist kein Heilmittel, im Gegenteil: Er verringert die Lebensqualität und verkürzt drastisch die Lebenszeit. Je weniger Alkohol getrunken wird, desto geringer die Gefahr für Krebs- und Kreislauferkrankungen.

Der Alkoholkonsum in Deutschland ist – wie in weiteren Nationen – kontinuierlich seit 1972 gesunken, doch Entwarnung kann nicht gegeben werden. Er betrug zuletzt im Jahr 2015 10,7 Liter Reinalkohol pro Bundesbürger und -bürgerin im Alter ab 15 Jahren. Eine kürzlich verbesserte Ermittlung des Gesamtverbrauchs an Trinkalkohol lässt sogar darauf schließen, dass dies immer noch eine Unterschätzung ist. Das heißt: Der Alkoholkonsum liegt weiterhin auf sehr hohem Niveau. Und dieser ist mit der Lebenserwartung und der Krankheitslast für Deutschland eng verknüpft.

Alkoholtrinken gehört neben Tabakrauchen, Bewegungsmangel und unausgewogener Ernährung zu den TOP 4 der Verhaltensweisen, die die Gesundheit ruinieren. Aber Alkoholkonsum führt im Leben besonders früh zum Tod und wurde daher als gefährlich klassifiziert. 200 Krankheiten werden durch den Konsum mitverursacht. Trotzdem wird Alkohol als attraktiv vermarktet. In Deutschland sind dementsprechend die sozialen Normen zu alkoholorientiert und die Alkoholwerbung ein Problem für die Gesundheit aller. Ziel muss die Senkung des Alkoholkonsums der ganzen Nation sein.

Wirksame Vorkehrungen zur Senkung des Alkoholkonsums sind sehr gut bekannt. Sie dienen dazu, ein Gesundheitsimage an die Stelle eines unreflektierten Konsumimages zu setzen. Ein positives Gesundheitsimage und hohe Lebensqualität werden – obwohl auf den ersten Blick unattraktiv erscheinend – am stärksten durch gesetzliche Maßnahmen gefördert, darunter Steuererhöhungen, gesundheitsförderliche Regeln der Verfügbarkeit, ein effektiver Jugendschutz und Verbote der Werbung für gefährliche Produkte. Doch all diese Maßnahmen fehlen in Deutschland weitestgehend. Obwohl diese Maßnahmen der Prävention und Erhöhung der Lebenserwartung seit Jahrzehnten bekannt sind, rührt sich in Deutschland so gut wie nichts.

Tatsache ist
  • Die Trinkmenge und -häufigkeit stehen in einer stetigen Beziehung mit dem Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen.
  • Je höher der Alkoholkonsum, desto größer z. B. das Risiko, Bluthochdruck zu entwickeln.
  • Alkoholkonsum ist mit dem Risiko, eine Krebserkrankung zu erleiden in einer Dosisbeziehung – auch bei kleinen Mengen – verknüpft. Das gilt besonders für die größte Krebsbedrohung der Frauen: Brustkrebs.
  • Die Höhe des Alkoholkonsums in der Gesamtbevölkerung bestimmt maßgeblich die alkoholbezogenen gesundheitlichen Schäden. Sinkt der Gesamtkonsum der Bevölkerung, wird auch der Anteil der Menschen geringer, die Probleme infolge ihres Alkoholkonsums erfahren.

Dementsprechend muss es ein Ziel sein, den Alkoholkonsum in der Bevölkerung zu reduzieren, um die Gesundheit, die Lebensqualität und die Lebenserwartung aller Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zu erhöhen.

Folgende Ziele ergeben sich für die Gesellschaft:

1. Initiativen zur öffentlichen Gesundheit in Deutschland, die wirksam zur Verringerung des Alkoholkonsums beitragen, müssen gefördert werden. Gesundheitliche Aufklärung wird geleistet. Doch wir brauchen dringend effektive Gesetze. Unbedingt müssen der Jugendschutz verbessert und weitere gesetzliche Maßnahmen in Angriff genommen werden.

2. Die internationale Zusammenarbeit muss gestärkt werden, um den Alkoholkonsum zu senken. Dadurch kann Einfluss auf Deutschland ausgeübt werden, wie die beispielhafte internationale Kooperation in der Eindämmung des Tabakrauchens zeigt.

3. Es sollte ein kritisches Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung gefördert werden. Jedem einzelnen Menschen sollten unabhängige gesundheitsförderliche Entscheidungen ermöglicht werden. Das ist nur unter Lebensbedingungen möglich, in denen Anreize zum Alkoholkonsum geringer sind, als das in Deutschland der Fall ist.

4. Alkoholkonsum ist stets in Zusammenhang mit Tabakrauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht zu sehen. Diese vier gesundheitsriskanten Verhaltensweisen können einander gegenseitig verstärken.

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Seit 15 Jahren wohnortnahe berufliche Rehabilitation in Chemnitz

Ein Starkes Team vor Ort in der Außenstelle Chemnitz des BFW Leipzig. © S. Gonsior, BFW Leipzig
Ein Starkes Team vor Ort in der Außenstelle Chemnitz des BFW Leipzig. © S. Gonsior, BFW Leipzig

Ein Starkes Team vor Ort in der Außenstelle Chemnitz des BFW Leipzig. © S. Gonsior, BFW Leipzig

Vor 15 Jahren wurde in Chemnitz die Außenstelle des Berufsförderungswerkes Leipzig (BFW Leipzig) eröffnet. Durch die wohnortnahen Angebote hat sich die Außenstelle zu einem wichtigen regionalen Partner in der beruflichen Rehabilitation und damit der Fachkräfteentwicklung herausgebildet.

Im März 2003 haben zwei Ausbilderinnen und eine Personalvermittlerin sowie der damalige Leiter der Außenstelle Gerd Wagner zusammen mit einer Sachbearbeiterin begonnen. 218 Rehabilitanden besuchten im ersten Jahr die angebotenen Maßnahmen wie arbeitsplatznahe Umschulung, die Berufsfindung/Arbeitserprobung (BF/AP) und die Integrationsmaßnahmen.

Heute sind 23 Ausbilder, Reha-Manager, Sozialpädagogen, Psychologen und Bildungsbegleiter für ein breiteres Spektrum an Qualifizierungsangeboten in der Außenstelle Chemnitz verantwortlich. Die Außenstellenleiterin Cornelia Dittmann verwies in ihren Dankesworten vor den Kolleginnen und Kollegen darauf, dass sich „die Vielfalt der Qualifizierungsmaßnahmen und damit das Aufgabenspektrum wesentlich erhöht haben. Neben den Umschulungen in Form der Arbeitsplatznahen Qualifizierungen (AQUA) können die Teilnehmer heute viele Weiterbildungsangebote mit Zertifikatsabschluss, das QualiCoach, das Berufliche Training sowie verschiedene Vorbereitungslehrgänge absolvieren.“

Einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der Außenstelle habe die Einrichtung des Beruflichen Trainingszentrums am BFW in Chemnitz bewirkt, betonte der Geschäftsführer des BFW Leipzig Alois Fischer. „Die Berufsfindung und Arbeitserprobung sowie die Vorbereitung auf das Berufsleben von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen haben einen hohen Stellenwert. Wir haben innerhalb des ersten Jahres ein stetes Anwachsen der Anmeldezahlen zu verzeichnen.“

„Unsere Stärke liegt vor allem in der Wohnortnähe für die Rehabilitanden“, schätzt Cornelia Dittmann ein. „Unsere Teilnehmer müssen für ihre Qualifizierungen keine weiten Wege auf sich nehmen, sondern werden von uns hier in der Region Chemnitz betreut.“ Die gezielten Förderung und Unterstützung ermöglichen auch die vielen Partner, die von Beginn an mit dem BFW Leipzig in Chemnitz zusammenarbeiten. Dazu zählen die Leistungsträger wie Rentenversicherungen, die Agentur für Arbeit sowie die Jobcenter und Berufsgenossenschaften. Besonders stolz sei man über die Zusammenarbeit mit über 150 Unternehmen aus der Region. „Wir sind seit 15 Jahren auch ein kompetenter Ansprechpartner, wenn es nach langer Krankheit oder Unfall darum geht, Fachkräfte im Unternehmen zu halten oder neue Fachkräfte zu gewinnen“, betonte Cornelia Dittmann die Bedeutung der Außenstelle Chemnitz des BFW Leipzig.

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Erstellt: Michael Lindner/BFW Leipzig

Schlagworte:

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BFW Leipzig

Seit über 25 Jahren ist das Berufsförderungswerk Leipzig als Spezialist auf dem Gebiet Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation) tätig. Hier werden Menschen ausgebildet und bedarfsorientiert unterstützt, die durch Krankheit oder Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben scheiden mussten. Mit individuellen Erprobungs-, Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen werden neue Möglichkeiten für den Weg zurück ins Arbeitsleben angeboten. Die Angebote als überregionaler Dienstleister auf den Gebieten Beratung, Diagnostik und Assessment, Qualifizierung, Prävention und Rehabilitation stehen neben der Hauptstelle in Leipzig in den Außenstellen in Brand-Erbisdorf, Chemnitz, Döbeln, Plauen und Zwickau zur Verfügung. Die Leistungen des BFW Leipzig sind nicht nur ein wichtiger Beitrag um Menschen wieder gesundheitsgerecht in Arbeit zubringen, sie tragen auch zur Lösung des Fachkräftemangels in der Wirtschaft bei.

Weitere Informationen und Bildmaterial:

Berufsförderungswerk Leipzig gemeinnützige GmbH
Michael Lindner
Leiter PR | Unternehmenskommunikation
Georg-Schumann-Straße 148
04159 Leipzig
Tel.: 0341 | 9175120
Fax: 0341 | 917563120
E-Mail: presse@bfw-leipzig.de
Internet: http://www.bfw-leipzig.de/presse

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Pflege: Bei Qualitätssiegeln und Zertifikaten den Durchblick behalten

Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege

Berlin (ots) – Neue Checkliste des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) bietet Pflegebedürftigen und Angehörigen schnelle Übersicht zu Siegeln und Zertifikaten in der Langzeitpflege

In Deutschland gibt es verschiedene Qualitätssiegel und Zertifikate, mit denen sich Pflegeeinrichtungen und -dienste die Umsetzung bestimmter Maßnahmen zur Qualitätssicherung bescheinigen lassen können. Dazu gehören zum Beispiel Bereiche wie Hygienestandards oder das Medikamenten- und Fehlermanagement. Die Prüfung erfolgt freiwillig und in der Regel durch eine externe Stelle. Jedoch ist der Markt für diese Nachweise nur schwer zu durchschauen. Vor allem für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ist es schwierig, die Bedeutung von derzeit etwa 20 gebräuchlichen Siegeln und Zertifikaten einschätzen zu können.

Um die Orientierung hierbei zu erleichtern, hat das ZQP zentrale Informationen zu Siegeln und Zertifikaten, die in der Langzeitpflege in Deutschland häufig Anwendung finden, in einer Übersicht zusammengefasst. Interessierte können sich so zum Beispiel einen Überblick darüber verschaffen, was die einzelnen Siegel bzw. Zertifikate bedeuten, wer die Prüfungen der Kriterien durchführt und vor allem wo man weiterführende Auskünfte bekommen kann.

Als Basis für die Entscheidung, welches Heim oder welcher Dienst gut pflegt, taugen die Prüfbescheinigungen jedoch kaum. Denn über die tatsächliche Pflegequalität sagen diese eher nichts aus. Allerdings können sie Hinweise zu bestimmten Strukturen und Prozessen der Pflegeangebote geben. Siegel und Zertifikate sind meist nicht miteinander vergleichbar, da Prüfverfahren und konkrete Prüfinhalte unterschiedlich und zudem nicht immer transparent sind.

Da also Siegel und Zertifikate – sowie auch die offiziellen Pflegenoten – für Pflegebedürftige und Angehörige keine hinreichenden Aufschlüsse über die Pflegequalität bieten und schon gar nicht Auskunft darüber geben können, ob ein Angebot zu den persönlichen Bedürfnissen passt, ist es wichtig, sich selbst ein Bild zu machen.

Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP, erklärt dazu: “Gerade wenn ein Pflegeheim gesucht wird, ist es wichtig, selbst vor Ort einen Eindruck zu gewinnen: Wie ist die Personalausstattung? Wirken die Pflegekräfte freundlich oder gehetzt? Zudem sollte man sich erkundigen, ob das Leistungsspektrum und die Atmosphäre zu den individuellen Bedürfnissen des Pflegebedürftigen passen. Gespräche mit dem Personal, wenn möglich auch mit den Pflegebedürftigen oder dem Heimbeirat, können helfen, ein Gefühl für die Einrichtung zu entwickeln.”

Die ZQP-Übersicht Siegel und Zertifikate ist das Ergebnis einer systematischen, stiftungseigenen Recherche und unter www.zqp.de kostenlos zugänglich.

Pressekontakt:

Torben Lenz
Tel: 030 275 93 95 – 15
E-Mail: torben.lenz@zqp.de

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