Montag, März 19th, 2018

 

25 Jahre im Dienst der medizinischen Versorgung betagter Menschen

Pressemitteilung 03-2018 (19.03.2018)

 

Im Jahr 2018 feiert der Bundesverband Geriatrie (BVG) sein 25. Gründungsjubiläum und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, in denen sich der bundesweit tätige Spitzenverband kontinuierlich für die qualitativ hochwertige Versorgung geriatrischer Patienten eingesetzt hat. Im vergangenen Vierteljahrhundert hat der BVG viel bewirkt und sich zur größten Verbandsvertretung ambulanter und stationärer geriatrischer Einrichtungen in Deutschland entwickelt. Eine Festveranstaltung im Juni bildet das Highlight im Jubiläumsjahr.

Unter dem Namen „Bundesarbeitsgemeinschaft der geriatrischen Rehabilitationseinrichtungen e.V.“ wurde auf Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung der BVG von zunächst 19 Mitgliedseinrichtungen gegründet. 1997 wurde der Verein in „Bundesarbeitsgemeinschaft der Klinisch-Geriatrischen Einrichtungen“ umbenannt, um der engen Verzahnung zwischen Akutgeriatrie und geriatrischer Rehabilitation gerecht zu werden. Durch diesen Zusammenschluss der Klinikträger wurden spezifische Versorgungsstrukturen gezielt gefördert. Heute zählt der BVG rund 370 Mitgliedseinrichtungen mit weiter stark steigender Tendenz.

Seine besondere Aufgabe sieht der BVG in der Förderung der Zusammenarbeit sowie dem Erfahrungsaustausch der Mitgliedseinrichtungen untereinander. Dabei steht die Schaffung einheitlicher Qualitätsstandards für die geriatrische Versorgung sowie der bedarfsgerechte Auf- und Ausbau geriatriespezifischer Versorgungsstrukturen im Fokus. Seit 2008 agiert die zentrale politische Vertretung der Mitgliedseinrichtungen als „Bundesverband Geriatrie e.V.“. Diese verschiedenen Umbenennungen machen deutlich, dass sich die Geriatrie als Spezialdisziplin in der Medizin stetig weiterentwickelt.

Strenge Aufnahmekriterien sichern Qualität der Mitgliedseinrichtungen

Die Aufnahme neuer Mitgliedseinrichtungen bindet der BVG an klar definierte Qualitätskriterien. Das Aufnahmeverfahren sieht eine rund 20-seitige Selbstbewertung der Einrichtung vor. Im Anschluss findet eine Überprüfung vor Ort statt. Werden die geforderten Voraussetzungen nicht erfüllt, kann der BVG eine Mitgliedschaft ablehnen. Das bedeutet, dass bereits die Mitgliedschaft im BVG ein klarer Beleg für eine qualitätsorientierte Patientenversorgung darstellt.

Fachgerechte Versorgung bleibt Herausforderung für die Zukunft

Der BVG will sich auch im Jubiläumsjahr den wachsenden Herausforderungen des demografischen Wandels stellen: „25 Jahre Bundesverband Geriatrie sind für uns ein wichtiger Meilenstein, zugleich aber auch Ansporn und ein Versprechen, weiter daran zu arbeiten, eine flächendeckende, fachgerechte altersmedizinische Versorgung sicherzustellen“, erklärte Ansgar Veer, Vorstandsvorsitzender des Verbandes. Während 2014 4,5 Millionen 80-Jährige und Ältere in Deutschland lebten, wird ihre Anzahl 2050 auf rund 9 Millionen steigen. „Damit ist die fachgerechte Versorgung älterer Menschen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich nicht allein die Einrichtungen, sondern auch die Politik, Kostenträger und Kommunen, stellen müssen“, erklärte Veer.

Meilensteine der Verbandsgeschichte

Die Etablierung von Versorgungskonzepten, wie zum Beispiel dem Zertifizierungsverfahren atz® – Alterstraumatisches Zentrum“ zur Sicherung und Förderung der Versorgungsqualität alterstraumatologischer Patienten in der stationären Versorgung und das Qualitätssiegel Geriatrie, ein spezielles Qualitätsmanagementverfahren für geriatrische Einrichtungen, zählen ebenso zur erfolgreichen Verbandsarbeit, wie die Entwicklung des Fort- und Weiterbildungssystems „ZERCUR Geriatrie®“ für die Mitglieder des interprofessionellen Behandlungsteams. Mit dem Weißbuch Geriatrie hat der BVG im Jahr 2010 erstmalig eine umfassende Aufbereitung der Versorgungssituation bzw. -bedarfs geriatrischer Patienten in Deutschland veröffentlicht und seit September 2017 ist der BVG in das wissenschaftliche Projekt TIGER – Transsektorales Interventionsprogramm zur Verbesserung der Geriatrischen Versorgung in Regensburg eingebunden, das durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert wird.

Auf diese und andere Meilensteine der Verbandsgeschichte wird der BVG auf einer Jubiläumsfeier Mitte des Jahres in Berlin, zusammen mit seinen Mitgliedern und geladenen Gästen, zurückblicken.

Bundesverband Geriatrie e.V.

Vorstandsvorsitzender: Dipl.-Kfm. Ansgar Veer

Geschäftsführer: RA Dirk van den Heuvel

Reinickendorfer Straße 61

13347 Berlin

Tel.: 030 / 339 88 76 – 10

Fax: 030 / 339 88 76 – 20

 

Pressekontakt

Daniela Goldscheck – Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: 030 / 339 88 76 – 27

E-Mail: daniela.goldscheck@bv-geriatrie.de

Internet: http://www.bv-geriatrie.de

 

Der Bundesverband Geriatrie ist ein Verband von Klinikträgern die rund 370 geriatrische Kliniken bzw. Einrichtungen betreiben und über zirka 22.000 Betten/Rehaplätze verfügen. So sind unter anderem fast alle größeren Klinikverbünde und -Konzerne mit ihren geriatrischen Einrichtungen Mitglieder des Bundesverbandes. Geriatrie, oder auch Altersmedizin, befasst sich mit den speziellen Erkrankungen oder Unfallfolgen älterer Menschen. Das Besondere an dieser Patientengruppe ist, dass ältere Menschen zumeist mehrfach krank (multimorbid) sind. Die geriatrischen Kliniken bieten, hierauf abgestimmt, multidimensionale geriatrische Therapien. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der sich auf psychische, funktionelle, soziale und ökonomische Belange erstreckt. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der älteren Menschen zu erhalten, bzw. soweit wie möglich wieder herzustellen. Neben der Interessenwahrnehmung als politischer Verband sieht der Bundesverband Geriatrie e.V. seine besondere Aufgabe in der Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Versorgung. Dazu wurde frühzeitig ein Daten- und Vergleichssystem mit Namen GEMIDAS aufgebaut und zu GEMIDAS Pro weiterentwickelt sowie die Erfahrungen für die Entwicklung eines eigenen Qualitätssiegels Geriatrie, welches von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle vergeben wird, genutzt. Finanziell trägt sich der Verband über die Beiträge seiner Mitglieder. Der Bundesverband ist daher auch aus finanzieller Sicht eine unabhängige Organisation.

 

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Krankenkassen bei Reha stärker in der Pflicht

Die DEGEMED begrüßt die Überarbeitung der Reha-Richtlinie durch den Gemeinsamen Bundesausschuss und die damit verbundene Anpassung an das Bundesteilhabegesetz.

Im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens erklärt DEGEMED-Geschäftsführer Christof Lawall: „Die Krankenkassen lehnen 18,4% aller Anträge für Vorsorge- und Reha-Leistungen ab. Diese Zahl ist sehr hoch. Die Ablehnungsbescheide werden von den Versicherten oft als unverständlich empfunden. Wir fordern deshalb, dass Ablehnungen immer eine Rechtsbehelfsbelehrung enthalten müssen. Vor einer Ablehnung muss eine MDK-Begutachtung des Versicherten erfolgen.“

Auch ist die Ausübung des Wunsch- und Wahlrechts noch immer nicht gewährleistet. Von manchen Krankenkassen wird das gesetzlich garantierte Wunsch- und Wahlrecht des Versicherten von dessen Bereitschaft abhängig gemacht, Zuzahlungen zu leisten. „Dieses Verhalten muss beendet werden. Es ist nicht gesetzeskonform und wurde in mehreren Fällen bereits vom Bundesversicherungsamt beanstandet“, so Christof Lawall.

Krankenkassen sind verpflichtet, mit anderen Rehabilitationsträgern koordiniert zusammenzuarbeiten, Bedarfe umfassend zu ermitteln und die Leistungen nahtlos festzustellen und zu erbringen. „Sie sind bei der medizinischen Reha stärker in der Pflicht, im Interesse der Anspruchsberechtigten zu handeln“, so Lawall abschließend.

Die DEGEMED ist ein Spitzenverband der medizinischen Rehabilitation. Sie setzt sich für die Interessen der stationären und ambulanten Rehabilitationseinrichtungen ein und ist offen für alle Betreibermodelle und Rechtsformen. Ihre Anliegen und Themen vertritt die DEGEMED gegenüber Politik, Leistungsträgern und Öffentlichkeit.

Die Presseinformation und die Stellungnahme steht Ihnen auf der Website der DEGEMED zur Verfügung.

 

Kontakt:

DEGEMED
Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V.
Fasanenstraße 5
10623 Berlin
Tel.: 030 28 44 96 6
Fax: 030 28 44 96 70
E-Mail:
presse@degemed.de
Internet:
www.degemed.de

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Krankenhaus-Report 2018: Krankenhausstrukturen in Deutschland müssen zentralisiert werden

AOK-Bundesverband

Berlin (ots) – Bei der Krankenhausplanung in Deutschland ist es schon heute möglich, die Klinikstrukturen qualitätsorientiert zu zentralisieren und zu spezialisieren. Darauf weisen der AOK-Bundesverband und das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) bei der Vorstellung des Krankenhaus-Reports 2018 zum Thema „Bedarf und Bedarfsgerechtigkeit“ hin. Das Krankenhaus-Strukturgesetz hat den Bundesländern dafür schon vor zwei Jahren umfangreiche Möglichkeiten eingeräumt. Doch die Länder machen nur zögerlich davon Gebrauch. Deshalb schlägt der AOK-Bundesverband ein gemeinsames Zielbild von Bund und Ländern für das Jahr 2025 vor. „Das Zielbild 2025 sollte festhalten, wo wir mit der stationären Versorgung am Ende der nächsten Legislaturperiode stehen möchten“, so Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. „Dabei geht es nicht vorrangig um die Frage, wie viele Kliniken es am Ende deutschlandweit gibt. Ein deutlicher Schritt wäre es bereits, wenn zukünftig Kliniken mit mehr als 500 Betten nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel in der Krankenhauslandschaft bilden.“

In Nordrhein-Westfalen wird der Wandel in der Krankenhausplanung bereits umgesetzt. Der Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, sagt dazu: „Bei den Planungen standen bisher oftmals die Bettenzahlen im Fokus. In Zukunft muss mehr die Qualität im Fokus stehen. Für die Patientinnen und Patienten kommt es maßgeblich auf die Ergebnis-Qualität der Leistungen an. Nordrhein-Westfalen will auch hier seinen Beitrag leisten, um diesen Prozess für eine gute Krankenhausversorgung gewinnbringend zu begleiten.“

Aktuelle Analysen des WIdO zeigen unter anderem am Beispiel von Darmkrebsoperationen, dass die Versorgung der Patienten durch eine Zentralisierung deutlich verbessert werden könnte. 2015 sind in Deutschland rund 44.000 Darmkrebsoperationen in mehr als 1.000 Krankenhäusern vorgenommen worden. Doch von allen Kliniken, die diese Operation angeboten haben, führte ein Viertel den Eingriff maximal 17 Mal im Jahr durch, ein weiteres Viertel hatte zwischen 18 und 33 Eingriffe. Unter der Annahme, dass nur noch zertifizierte Zentren bzw. Krankenhäuser, die mindestens 50 Darmkrebsoperationen durchführen, diese Leistung erbringen dürften, blieben bundesweit 385 Kliniken für die operative Versorgung übrig. Auf dieser Grundlage würde sich der mittlere Anfahrtsweg für Patienten bundesweit von acht auf gerade einmal 16 Kilometer verlängern. Im dicht mit Krankenhäusern versorgten Nordrhein-Westfalen (NRW) würde der mittlere Anfahrtsweg von sechs auf lediglich zehn Kilometer steigen. Die höchsten mittleren Fahrwege ergeben sich mit 33 Kilometern in Mecklenburg-Vorpommern. Letztlich wären es nur wenige Regionen in Deutschland, für die bei diesem Szenario etwas längere Wege anfallen. Heute haben 0,03 Prozent der Bevölkerung einen Anfahrtsweg, der länger als 50 Kilometer ist. Dieser Anteil würde sich auf 2,5 Prozent erhöhen.

„Nicht nur bei Krebsoperationen, auch bei anderen planbaren Eingriffen wie Hüftprothesenoperationen und sogar in der Notfallversorgung ist eine stärkere Zentralisierung nötig und möglich, wie die Analysen des WIdO zeigen“, sagt Jürgen Klauber, Mitherausgeber des Krankenhaus-Reports und WIdO-Geschäftsführer. „Wenn sich die Therapiequalität erhöht und Überlebenschancen besser werden, sollten etwas längere Fahrstrecken kein Thema sein. Wir wissen aus Befragungen, dass die Menschen schon jetzt längere Wege in Kauf nehmen, um in guten Krankenhäusern versorgt zu werden.“

Auf die Notwendigkeit einer zentralisierten Krankenhausversorgung weist auch Prof. Dr. Reinhard Busse von der Technischen Universität Berlin hin: „Die Diagnose, dass die mangelnde Konzentration von stationären Fällen zu unnötigen Todesfällen führt, wird von der Politik mittlerweile akzeptiert, auch wenn es mit der Therapie noch hapert.“ So wäre es notwendig, Patienten mit Verdacht auf einen Herzinfarkt nur in Krankenhäuser mit einer Herzkathetereinheit einzuliefern und dort zu behandeln. Von den fast 1.400 Krankenhäusern, die Patienten mit Herzinfarkten behandeln, weisen weniger als 600 eine solche Einheit auf. Das gleiche gilt für die Behandlung von Schlaganfällen. Nur gut 500 der 1.300 Kliniken, die Schlaganfälle derzeit behandeln, weisen entsprechende Schlaganfalleinheiten (Stroke Units) auf. Gleichzeitig müsste in beiden Fällen garantiert sein, dass das Krankenhaus rund um die Uhr über entsprechende Fachärzte verfügt. Würden die Neurologen und Kardiologen so auf die Krankenhäuser verteilt werden, dass immer genau ein Facharzt verfügbar ist, würde es für jeweils nur rund 600 Krankenhäuser reichen. Busse: „Die Therapie kann also nicht lauten, jetzt noch die jeweils anderen rund 800 Krankenhäuser mit Schlaganfall- und Herzkathetereinheiten auszustatten.“

Diese Situation betrifft auch die Pflegekräfte, wie der AOK-Bundesverband betont. „Wir haben nicht genügend Personal, um alle heute existierenden Klinikstandorte so auszustatten, dass sinnvolle Personalanhaltszahlen oder Personaluntergrenzen gut umgesetzt werden können. Dieses Personal wird auch nicht kurzfristig auf dem Arbeitsmarkt verfügbar sein, egal ob es 8.000 oder 80.000 sind“, so Martin Litsch. Auch deshalb ist die Zentralisierung der Krankenhausstrukturen sinnvoll. In der Diskussion um eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte drängt die AOK auf mehr Transparenz darüber, welche Gelder der Krankenhausfinanzierung für das Pflegepersonal gedacht sind und ob diese Gelder auch an den richtigen Stellen ankommen. Um dieses Mehr an Transparenz zu erhalten, dürfe das bewährte System der Fallpauschalen jedoch nicht als Ganzes in Frage gestellt werden.

Auf die große Relevanz des medizinischen Personals weist auch Gesundheitsminister Laumann hin: „Wir brauchen sowohl für die stationäre als auch für die ambulante Versorgung ausreichend gut ausgebildetes Personal im Gesundheitswesen, und zwar im ärztlichen genauso wie im pflegerischen Bereich. Gerade im pflegerischen Bereich muss sich hier noch einiges tun.“

Hinweis an die Redaktionen:

Die vollständige Pressemappe finden Sie auf www.aok-bv.de.

Pressekontakt:

Ihr Ansprechpartner in der Pressestelle:
Dr. Kai Behrens
Telefon: 030 / 34646-2309
Mobil: 01520 / 15603042
E-Mail: presse@bv.aok.de

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