Mittwoch, März 14th, 2018

 

Rehaklinik Ob der Tauber erhält Zertifikat als „Selbsthilfefreundliche Rehaklinik“

Die Rehaklinik Ob der Tauber darf sich ab sofort „Selbsthilfefreundliche Rehaklinik“ nennen. Vergeben wird die Auszeichnung durch das Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ und steht am Ende eines intensiven Zertifizierungsprozesses. In Baden-Württemberg ist die Bad Mergentheimer Klinik erst die zweite zertifizierte „Selbsthilfefreundliche Rehaklinik“. Dementsprechend groß war die Zahl an Gratulanten bei der feierlichen Zertifikatsübergabe am 12. März. Nicht nur der Oberbürgermeister und die Kurdirektorin der Stadt Bad Mergentheim sondern auch hochrangige Vertreter der Deutschen Rentenversicherung, des Landratsamtes, der Selbsthilfegruppen sowie des Netzwerks Selbsthilfefreundlichkeit richteten lobende und anerkennende Worte an die Duale Klinikleitung und das gesamte Team der Rehaklinik Ob der Tauber.
Die Diagnose einer Erkrankung ist für viele Betroffene und deren Angehörige ein einschneidendes Ereignis. Ergänzend zur akut- und rehabilitationsmedizinischen Behandlung benötigen viele Betroffene Zeit und Unterstützung, um ihre Erkrankung annehmen und mit ihr leben zu können. Ein wichtiger Schritt, um dieses Ziel zu erreichen, ist der Kontakt zu Selbsthilfegruppen, die sich mittlerweile zu einem festen Bestandteil unseres Gesundheitssystems entwickelt haben.

In ihren einleitenden Worten zur feierlichen Zertifikatsübergabe am 12. März in der Rehaklinik Ob der Tauber erläuterte Chefärztin Dr. med. Sylvia Zipse die herausragende Bedeutung der Selbsthilfegruppen: „In den Gruppen finden die Betroffenen sowohl Erfahrungswissen im Umgang mit ihrer Krankheit als auch emotionale Unterstützung durch Gleichgesinnte. Dieser intensive Austausch spielt für den Genesungsprozess eine wichtige Rolle. Er kann verhindern, dass Patienten nach ihrem Rehaaufenthalt in ein Loch fallen. Darüber hinaus profitieren auch Ärzte, Therapeuten und Pflegende von den Erfahrungen der Selbsthilfegruppen und können ihre Patientinnen und Patienten in Therapie und Pflege noch besser unterstützen“.

Die langjährige intensive, professionelle und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Rehaklinik Ob der Tauber und zahlreichen Selbsthilfegruppen wurde nun auch offiziell bestätigt und belohnt: Das Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen hat der Bad Mergentheimer Rehaklinik das Siegel „Selbsthilfefreundliche Rehaklinik“ verliehen. Der Auszeichnung liegt ein längerer und intensiver Zertifizierungsprozess zugrunde. „Gemeinsam mit der Selbsthilfekontaktstelle der AOK Heilbronn-Franken und regionalen Selbsthilfegruppen beschreitet die Klinik engagiert den Weg, ihr ärztliches und pflegerisches Handeln durch das Erfahrungswissen der Selbsthilfe zu erweitern und nachhaltig den Kontakt zwischen Patienten und Selbsthilfe zu fördern“, so das Fazit von Antje Liesener, Bundeskoordinatorin des Netzwerks, die eigens zur Zertifikatsübergabe aus Berlin angereist war.

Die Glückwünsche seitens der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg überbrachte Juan Victor Coseriu Pisani, Abteilungsleiter Sozialmedizinischer Dienst/Rehamanagement. Auch er sieht in der Selbsthilfe einen wichtigen Partner für alle Betroffenen und Angehörigen aber auch für die Kliniken. Eine Partnerschaft, die kein Selbstläufer ist sondern laufend gepflegt und weiterentwickelt werden muss. Und dies ist in der Rehaklinik Ob der Tauber auf herausragende Weise gelungen.

Gerade in ländlichen Regionen ist die Gesundheitsbranche ein wichtiger Arbeitgeber. Dies gilt auch für ein traditionsreiches und weit über die Grenzen Baden-Württemberg hinaus bekanntes Gesundheitszentrum wie Bad Mergentheim. Dementsprechend stolz zeigten sich Oberbürgermeister Udo Glatthaar und Kurdirektorin Katrin Löbbecke nicht nur über die erfolgreiche Arbeit der Rehaklinik Ob der Tauber. Auch die aktuell laufenden umfangreichen Sanierungsmaßnahmen in der Klinik sind ein klares Bekenntnis zum Standort Bad-Mergentheim. Dieser Anerkennung schloss sich auch Elisabeth Krug, Dezernentin für Jugend, Soziales und Gesundheit beim Landratsamt Main-Tauber Kreis an. Sie überbrachte die herzlichen Glückwünsche des Landrates und des Landkreises.

Die nicht nur wichtige sondern auch intensive und emotionale Arbeit der Selbsthilfegruppen kennt Susanne Mandl aus eigener Erfahrung. Sie leitet die Frauenselbsthilfe nach Krebs in Heidenheim und ist gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Baden-Württemberg. Stellvertretend für die zahlreichen Selbsthilfegruppen, die mit der Rehaklinik Ob der Tauber zusammenarbeiten, richtete sie ihren Dank nicht nur an die Klinik sondern an alle ehrenamtlich in der Selbsthilfe Engagierten.

Zu den Gratulantinnen gehörte auch Dr. Constanze Schaal, Geschäftsführerin der RehaZentren Baden-Württemberg gGmbH, die aus terminlichen Gründen nicht selbst an der Feier teilnehmen konnte: „In den Rehakliniken unseres Verbundes ist die Selbsthilfefreundlichkeit ein Kernelement der Patientenversorgung. Mit dem Qualitätssiegel „Selbsthilfefreundliche Rehaklinik“ heben wir die elementar wichtige Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe auf eine neue, hochprofessionelle Stufe. Mein Dank gilt allen Beteiligten und wir nehmen die Auszeichnung nicht nur als Bestätigung für die geleistete Arbeit sondern auch als Ansporn für die Zukunft. Unser Ziel ist es, bis Ende 2018 alle Kliniken im Verbund der RehaZentren Baden-Württemberg entsprechend zu zertifizieren.“

Abschließend nutze die Duale Klinikleitung der Rehaklinik Ob der Tauber, Chefärztin Dr. med. Sylvia Zipse und Kaufmännischer Leiter Traugott Weber, die Gelegenheit, ein großes Dankeschön an alle Beteiligten auszusprechen: „Der Erfolg, den wir heute feiern dürfen, ist eine Teamleistung. Maßgeblich unterstützt durch den Einsatz unserer Selbsthilfebeauftragten Margret Kauper-Michelbach haben wir gemeinsam mit den beteiligten Selbsthilfegruppen, der Selbsthilfekontaktstelle der AOK Heilbronn-Franken als unserem Kooperationspartner und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur Qualitätszirkel etabliert sondern ein System der engen und professionellen Zusammenarbeit aufgebaut. Und dies im Sinne unserer Patienten und ihrer Angehörigen“.

Qualitätskriterien

Speziell abgestimmt auf die besonderen Belange von Rehabilitationskliniken und ihren Patienten hat das Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ Qualitätskriterien entwickelt. Sie bilden die wichtigsten Aspekte der Selbsthilfefreundlichkeit ab und bieten eine gute Orientierung, wie die Zusammenarbeit zwischen Rehabilitationsklinik und Selbsthilfe konkret gestaltet werden kann. Gleichzeitig ist ihre Erfüllung Voraussetzung für die Zertifizierung zur „Selbsthilfefreundlichen Rehaklinik“.
Dazu gehört unter anderem, die nötige Infrastruktur wie z.B. Räumlichkeiten für Treffen der Selbsthilfegruppen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus wird eine Selbsthilfebeauftragte benannt und es muss gewährleistet sein, dass Patientinnen und Patienten vom medizinischen Personal über Selbsthilfegruppen informiert werden und die Selbsthilfe in die Öffentlichkeitsarbeit eingebunden wird. Ebenso finden regelmäßige Qualitätszirkel zum Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Rehaklinik, Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstelle statt.

Kooperationspartner:
Selbsthilfekontaktstelle der AOK Heilbronn-Franken

Mitwirkende im Qualitätszirkel Selbsthilfefreundlichkeit an der Rehaklinik Ob der Tauber:
Deutsche Kontinenzgesellschaft
www.kontinenz-gesellschaft.de
Deutsche Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa Vereinigung DCCV
www.dccv.de
Selbsthilfegruppen Frauen/Männer nach Krebs
www.frauenselbsthilfe.de; www.prostatakrebs-bps.de
Selbsthilfegruppe ILCO
www.ilco.de
Selbsthilfegruppe Adipositas

www.selbsthilfegruppen-adipositas.de

Rehaklinik Ob der Tauber
Die 1962 gegründete Rehaklinik Ob der Tauber ist eine Fachklinik für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Stoffwechsel- und Magen-Darm-Erkrankungen einschließlich Tumoren des Gastroentestinaltraktes. Sie gehört zur Gruppe der RehaZentren Baden-Württemberg, die 2007 aus dem Zusammenschluss der der Rehakliniken der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg entstanden ist. Heute gehören dazu acht Kliniken in Baden-Württemberg und eine in Bayern an den Standorten Baden-Baden, Bad Mergentheim, Bad Kissingen, Donaueschingen, Glottertal, Heidelberg, Isny und Nordrach.

Kontakt:

RehaZentren Baden-Württemberg
Jörg Skupin, Referent Public Relations
E-Mail: j.skupin@rehazentren-bw.de; Tel.: 0711 6994 639 20

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Diagnose Demenz: erster Bluttest auf Alzheimer in Sicht

Das Blut gibt Auskunft über die β-Amyloid-Last im Gehirn. Der neue Test eignet sich vorerst nur im Rahmen von wissenschaftlichen Studien und nicht als Standard für die Breite der Bevölkerung. (c) iStock/NatchaS

13. März 2018 – Forschern ist es gelungen, Peptide im Blut zu bestimmen, die für die Alzheimer-Krankheit charakteristisch sind. Aus den Konzentrationsverhältnissen können sie überdies mit hoher Genauigkeit ablesen, ob die Blutproben von gesunden Menschen stammten, von solchen mit leichten kognitiven Störungen (MCI) oder von Alzheimer-Patienten, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature.

„Dies könnte eine frühere und einfachere Diagnose der Alzheimer-Krankheit ermöglichen“, so Professor Richard Dodel, Demenz-Experte der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Derzeit gibt es noch kein Medikament, das den Ausbruch oder das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit aufhält. Patienten hätten deshalb noch keinen unmittelbaren Nutzen von dem Test, betont der Neurogeriater.

Pressemitteilung zum Download

Der Test bestimmt mit hoher Genauigkeit β-Amyloid (Aβ), ein Eiweißbruchstück, das sich schon Jahrzehnte vor Ausbruch der klinischen Symptome im Gehirn von Alzheimer-Patienten ansammeln kann. Es lässt sich bisher zuverlässig nur mit zwei Methoden nachweisen: mit einer Aufnahme des Gehirns mit einer speziellen Variante der Positronen-Emissions-Tomographie („Amyloid-PET“) oder mit der Entnahme von Nervenwasser im Rahmen einer Lumbalpunktion mit anschließendem Nachweis verschiedener Proteine (Aβ und tau-Protein). „Die erste Methode erfordert einen hohen apparativen und logistischen Aufwand mit entsprechenden Kosten, die zweite Methode kann insbesondere für ältere Patienten eine Belastung sein“, so Neurogeriater Richard Dodel, Lehrstuhlinhaber am Universitätsklinikum Essen und Chefarzt des Geriatrie-Zentrums Haus Berge am Elisabeth-Krankenhaus. „Viel besser wäre ein Bluttest.“

Massenspektroskopie statt Immunassay

Aβ findet sich im Blut aber nur in sehr geringen Konzentrationen. Versuche, es dort mit Hilfe von Immunassays (ELISA) nachzuweisen und daraus auf die Konzentrationen im Gehirn zu schließen, hatten in der Vergangenheit zu inkonsistenten Ergebnissen geführt. In der neuen Arbeit nutzten die japanischen und australischen Forscher eine Kombination aus Immunpräzipitation und Massenspektroskopie, die wesentlich empfindlicher ist als ELISA. Auch bestimmten sie nicht die Gesamtmenge an Aβ, sondern das Konzentrationsverhältnis dreier Aβ-Varianten zueinander: Aβ42, Aβ40 und APP669-711.
Getestet wurde die Zuverlässigkeit der Methode anhand zweier Gruppen von zusammen 373 Patienten, die in Japan bzw. Australien bereits mit PET und anderen Methoden untersucht worden waren. Dabei konnte der neue Test mit hoher Zuverlässigkeit vorhersagen, ob die Studienteilnehmer Aß-Ablagerungen im Gehirn hatten oder nicht. Mit der Kombination zweier Quotienten für die verschiedenen Aß-Varianten erreichte die Vorhersagegenauigkeit 90 Prozent.

Anwendung in klinischen Studien

Die ersten Anwendungen erwartet der Neurologe Dodel in klinischen Studien. „Für die Erforschung von Therapien, die in Frühphasen der Alzheimer-Krankheit ansetzen, mit dem Ziel, den Verlauf zu verlangsamen oder ihr Fortschreiten gar zu stoppen, wäre ein verlässlicher Bluttest ein Fortschritt. Studienteilnehmer mit hoher Aβ-Last wären leichter zu identifizieren, und man könnte womöglich auch einfacher als bislang feststellen, welchen Einfluss Arzneikandidaten auf die Ablagerungen haben.“ Mittelfristig könne ein Bluttest auch die Diagnose im Verdachtsfall verbessern oder helfen, Menschen mit hoher Belastung zu erkennen, so Dodel weiter. „Vor einer Zulassung müssen die Ergebnisse allerdings unabhängig bestätigt werden – und auch die Kostenfrage gilt es zu klären.“

Quelle

  • Nakamura A et al.: High performance plasma amyloid-β biomarkers for Alzheimer’s disease. Nature. 2018 Feb 8;554(7691):249–254. doi: 10.1038/nature25456

 

Fachlicher Kontakt bei Rückfragen

Prof. Dr. med. Richard Dodel
Universitätsklinikum Essen
Lehrstuhl für Geriatrie
Elisabeth-Krankenhaus Essen GmbH
Geriatrie-Zentrum Haus Berge
Germaniastr. 1–3, 45356 Essen
Tel.: +49 (0)201 8976112
E-Mail:

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
c/o albertZWEI media GmbH
Oettingenstraße 25, 80538 München
Tel.: +49 (0)89 46148622
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sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren rund 9.000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin.
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