Donnerstag, März 1st, 2018

 

Psychisch Erkrankten eine bessere Perspektive für den Neustart ins Arbeitsleben geben

Sind die Wünsche realistisch? Das will man in der Berufsfindung/ Arbeitserprobung am BTZ Chemnitz herausfinden. © H. Blumentritt, BFW Leipzig
Sind die Wünsche realistisch? Das will man in der Berufsfindung/ Arbeitserprobung am BTZ Chemnitz herausfinden. © H. Blumentritt, BFW Leipzig

Sind die Wünsche realistisch? Das will man in der Berufsfindung/ Arbeitserprobung am BTZ Chemnitz herausfinden. © H. Blumentritt, BFW Leipzig

Das Berufliche Trainingszentrum Chemnitz (BTZ Chemnitz) besteht im März genau ein Jahr. Die Einrichtung des Berufsförderungswerkes Leipzig (BFW Leipzig) baut aufgrund der Erfahrungen seine Angebote weiter aus. Dazu gehört die Verlängerung der Berufsfindung und Arbeitsprobung für Menschen mit psychischen Erkrankungen von vier auf sechs Wochen.

„Wir wollen die Voraussetzungen schaffen, dass sich Betroffene schneller wieder im Arbeitsleben integrieren können“, sagt Marko Daubitz, seit September letzten Jahres Fachbereichsleiter des BTZ Chemnitz. Die Berufsfindung/Arbeitserprobung hilft dabei, eine fundierte Entscheidung für eine berufliche Neuorientierung der psychisch kranken Menschen zu treffen. Die Einschätzung der beruflichen Eignung auf Basis persönlicher Fähigkeiten und Potenziale für eine oder mehrere Tätigkeiten ist dabei der wichtigste Bestandteil der Maßnahme. „Die Verlängerung haben wir auch durchgeführt, um die Abläufe und die Qualitätsstandards an das BTZ Leipzig anzugleichen. Es ist uns zudem für die Teilnehmer sehr wichtig, dass wir die Zeit für eine tiefergehende Testung und Erprobung haben“, betont Marko Daubitz.

Bei der Berufsorientierung geht es um realistische und arbeitsmarktkonforme Berufsziele. Die Menschen kämen oft nach persönlichen und/oder beruflichen Überlastungserlebnissen in die Maßnahme und suchen einen Neuanfang. Berufliche Vorstellungen und eigene Fähigkeiten sollten dann übereinstimmen. „Wir wollen niemandem etwas überstülpen. Deshalb bedarf es dieser Verlängerung. Das sagen uns die Erfahrungen aus Leipzig“, weiß der Leiter des BTZ Chemnitz zu berichten.

Neben dem beruflichen Orientierungsprozess sowie der Beurteilung konkreter Leistungs- und Fähigkeitsmerkmale stellt insbesondere die Beurteilung der Belastbarkeit des Teilnehmers unter schul- und berufsalltagstypischer Beanspruchung einen wesentlichen Schwerpunkt der Maßnahme dar. „Die verlängerte Maßnahmedauer bietet dafür eine verlässlichere Bewertungsbasis“, ist sich Marko Daubitz sicher.

In der Arbeitserprobung gibt es eine enge Zusammenarbeit mit den Ausbildern in der Außenstelle des BFW Leipzig. Hier wird eine berufspraktische Erprobung durchgeführt.

„Der größere zeitliche Umfang und die dadurch entstehenden komplexeren Ergebnisse sind vor allem für Rehabilitanden mit einer psychischen Erkrankung wichtig, die keine oder nur kaum berufliche Vorstellungen in Bezug auf einen Neuanfang auf dem jetzigen Arbeitsmarkt haben“, berichtet Anika Walter, Personalberaterin im BTZ Chemnitz, aus ihrem Arbeitsalltag mit den Rehabilitanden. „In der Gesamtheit ermöglichen die Maßnahmen der Berufsorientierung und Arbeitserprobung eine noch facettenreichere Berufsfindung und eine konkrete Darstellung der Förderbedarfe für den Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt.“

Mit einer klaren Empfehlung im Abschlussbericht bzw. dem Aufzeigen einer Alternative können die Kostenträger gemeinsam mit dem Teilnehmer eine zielgerichtete Entscheidung für den weiteren Weg über eine Umschulung oder eine andere Qualifizierung im Rahmen der beruflichen Rehabilitation treffen.

3.159 Zeichen
Erstellt: Michael Lindner/BFW Leipzig

Schlagworte:

BFW Leipzig, BTZ Chemnitz, Berufsfindung/Arbeitserprobung, psychisch Erkrankte, Testung, Arbeitsmarkt, Belastung

BFW Leipzig

Seit über 25 Jahren ist das Berufsförderungswerk Leipzig als Spezialist auf dem Gebiet der beruflichen Rehabilitation tätig. Hier werden Menschen ausgebildet und bedarfsorientiert unterstützt, die durch Krankheit oder Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben scheiden mussten. Mit individuellen Erprobungs-, Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen werden neue Möglichkeiten für den Weg zurück in ein erfülltes Arbeitsleben angeboten. Die Angebote als überregionaler Dienstleister auf den Gebieten Beratung, Diagnostik und Assessment, Qualifizierung, Prävention und Rehabilitation stehen neben der Hauptstelle in Leipzig in den Außenstellen in Brand-Erbisdorf, Chemnitz, Döbeln, Plauen und Zwickau zur Verfügung. Die vielfältigen Leistungen sind ein wichtiger Beitrag nicht nur um Menschen wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen, sondern diese tragen auch durch die Orientierung am Arbeitsmarkt zur Lösung des Fachkräftemangels in der Wirtschaft bei. Darüber hinaus werden an der Bildungseinrichtung verschiedene Kurse der beruflichen Weiterbildung angeboten.

Weitere Informationen und Bildmaterial:

Berufsförderungswerk Leipzig gemeinnützige GmbH
Michael Lindner
Leiter PR | Unternehmenskommunikation
Georg-Schumann-Straße 148
04159 Leipzig
Tel.: 0341 | 9175120
Fax: 0341 | 917563120
E-Mail: presse@bfw-leipzig.de
Internet: http://www.bfw-leipzig.de/presse

Hits: 8


Versorgungsforschung: Über 200 Anträge auf finanzielle Förderung durch den Innovationsfonds eingegangen

Berlin, 28. Februar 2018 – Mehr als 200 Anträge hat der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) auf seine jüngsten Förderbekanntmachungen im Bereich der Versorgungsforschung erhalten. Nach Begutachtung der Anträge durch den Expertenbeirat wird der Innovationsausschuss voraussichtlich im Herbst darüber entscheiden, welche Projekte finanziell über den Innovationsfonds gefördert werden können.

Die Hälfte der zur themenspezifischen Förderbekanntmachung eingereichten Projektanträge richtet sich auf das Themenfeld „Patientensicherheit, Qualitätssicherung und -förderung“, gefolgt von „Besondere Versorgungssituationen“. Deutlich weniger Anträge bezogen sich auf die anderen beiden Themenfelder „Entwicklung von Versorgungsstrukturen und -konzepte“ und „Messung der Ergebnisqualität“.

Zur Förderbekanntmachung „Evaluation der Richtlinie über die Früherkennung von Krebserkrankungen, Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs“ erreichten den Innovationsausschuss vier Anträge, zur „Evaluation von Selektivverträgen“ ein Antrag.

Insgesamt drei Förderbekanntmachungen hatte der Innovationsausschuss am 20. Oktober 2017 für den Bereich der Versorgungsforschung veröffentlicht. Neben der Förderbekanntmachung zur themenspezifischen Versorgungsforschung betrafen die beiden anderen Förderbekanntmachungen die Evaluation der Richtlinie des G-BA über die Früherkennung von Krebserkrankungen (KFE-RL) Abschnitt D Nummer II (Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs) sowie die Evaluation von Selektivverträgen nach §§ 73c und 140a SGB V. Das Antragsverfahren war einstufig angelegt – vollständige Anträge mussten bis spätestens 20. Februar 2018 beim DLR Projektträger eingereicht werden.

Gemeinsamer Bundesausschuss
Wegelystr. 8
10623 Berlin

Telefon: 030/ 27 58 38 – 0
Fax: 030 / 27 58 38 – 990
E-Mail: info@g-ba.de

Ansprechpartner für die Presse:

Kristine Reis
Gudrun Köster

030 / 27 58 38 – 811
presse@g-ba.de

Hits: 7


München war drei Tage lang Deutschlands Reha-Hauptstadt

Bildquellennachweis "Nagy / Presseamt München"

27. Reha-Kolloquium „Rehabilitation bewegt!“

Erscheinungsdatum: 26.02.2018

„Um eine Goldmedaille zu gewinnen, braucht es Motivation, Kraft, ein gutes Team und Unterstützung. Genau das sind auch die Voraussetzungen für erfolgreiche Rehabilitation“, so Verena Bentele, vierfache Weltmeisterin und zwölffache Paralympicssiegerin im Ski-Langlauf und Biathlon, bei ihrem Vortrag anlässlich des 27. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquiums in München. Auf der Veranstaltung unter dem Motto „Rehabilitation bewegt!“ diskutieren vom 26. bis 28. Februar 2018 1.600 Wissenschaftler, Ärzte, Psychologen und Therapeuten über die verschiedenen Aspekte dieses Themas. Das Reha-Kolloquium ist seit Jahren das wichtigste Diskussionsforum für die Rehabilitationsforschung in Deutschland.

Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, wies darauf hin, dass unsere Lebensumstände, aber auch die vielen Annehmlichkeiten und Ablenkungen in unserer modernen Gesellschaft, zunehmend dazu führten, dass man sich weniger bewege. Sie plädierte dafür, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren. „Bewegung stärkt, motiviert, lädt uns auf mit Energie, fördert unsere Gesundheit, beugt Krankheiten vor und hält uns im Alter fit“, so Roßbach. Dies sei genau das, was wir als Rentenversicherung für unsere Versicherten wollten. „Immerhin werden bis zu siebzig Prozent aller therapeutischen Leistungen in der Rehabilitation im Bereich der Bewegungstherapie erbracht“, so Roßbach. Sie sei in der Rentenversicherung der Schlüssel für eine erfolgreiche Rehabilitation.

Mit Blick auf das Motto der Veranstaltung betonte Gerhard Witthöft, Mitglied der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd: „Kinder, Jugendliche und Erwachsene leiden immer häufiger an Krankheiten, die auf mangelnde Bewegung zurückzuführen sind. Um dem entgegenzuwirken, hat die rehabilitationswissenschaftliche Forschung zu Recht diesen Aspekt zu einem Schwerpunkt gemacht.“ Die größte Herausforderung liege darin, nicht nur kurzfristig zu mehr Bewegung anzuregen, sondern eine nachhaltige Änderung des Lebensstils hin zu mehr Bewegung im Alltag anzustoßen. Prävention, Rehabilitation und Nachsorge würden dabei eine ganz entscheidende Rolle einnehmen. „Der Gesetzgeber hat mit dem Flexirentengesetz ein wichtiges Zeichen zur Stärkung von Prävention und Nachsorge gesetzt. Aufgabe der Rentenversicherung wird es nun sein, dies aktiv und bedarfsgerecht zu gestalten“, ergänzte Witthöft.

Über das Reha-Kolloquium in München

Das 27. Rehabilitationswissenschaftliche Kolloquium steht unter dem Titel „Rehabilitation bewegt!“. Noch bis zum 28. Februar diskutieren mehr als 1.600 Wissenschaftler, Ärzte, Psychologen und Therapeuten, wie medizinische und berufliche Rehabilitation die selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen fördern können. Die Deutsche Rentenversicherung Bund, die Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd und die Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW) veranstalten das Kolloquium gemeinsam. Veranstaltungsort ist das Internationale Congress Centrum München, Am Messesee 6, 81829 München.

Weitere Informationen zum Reha-Kolloquium stehen im Internet unter www.reha-kolloquium.de zur Verfügung.

Pressekontakt:

Dr. Dirk von der Heide
Tel.: 030 865 89178
Fax:  030 865 27379
Mail: pressestelle@drv-bund.de

Hits: 4


Diese Website zeichnet einige statistische Daten über ihre Benutzer und deren Herkunft anonymisiert auf, um Ihnen einen besseren Service anbieten zu können. Das geschieht unter Berücksichtigung der Datenschutzgrundverordnung DSGVO /European General Data Protection Regulation. Wenn Sie dem nicht zustimmen wollen, klicken Sie bitte hier auf: Ich lehne ab . Das System speichert dann Ihre Entscheidung als Cookie für ein Jahr auf Ihrem Rechner. Ich stimme zu, Ich lehne ab.
716