Freitag, Februar 16th, 2018

 

Patienten im falschen Bett: Fehlanreize zwischen Akut und Reha

 

Auch wenn aufgrund der demografischen Entwicklung die Zahl der Geriatriepatienten in deutschen Krankenhäusern stetig steigt, erklärt das nicht, was eine Studie im vergangenen Jahr herausfand: Die Zahl jener Geriatriepatienten, die im Anschluss an die Behandlung einer akuten Erkrankung eine sogenannte frührehabilitative Komplexbehandlung im Krankenhaus erhielten, statt in eine Reha zu kommen, stieg zwischen 2006 und 2015 von 80.000 auf 223.000 Fälle an.

Das ist besonders deshalb bemerkenswert, weil die im Auftrag der Barmer erarbeitete Studie zugleich feststellt, dass eine klassische Reha im Zweifel besser hilft – jedenfalls im Fall des von den Autoren genauer untersuchten Krankheitsbild eines Oberschenkelhalsbruchs, dem häufigsten Anlass für eine frührehabilitative Komplexbehandlung: Die Reha wies nämlich ein um 6,9 Prozentpunkte niedrigeres Risiko auf, dass Patienten anschließend pflegebedürftig werden – obwohl eine Reha durchschnittlich um 950 Euro billiger ist.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Ursache finanzielle Fehlanreize im Rahmen des DRG-Systems sind, nach dem die Leistungen von Krankenhäusern honoriert werden: Krankenhäuser werden dazu verleitet, Patienten unnötig lange auf eigenen Stationen zu behandeln.

Solche Probleme an der Sektorengrenze zwischen stationärer Akutversorgung und Rehabilitation gibt es vielfach – denn für eine Zusammenarbeit beider Seiten existiert kein Vergütungssystem.

Über „Perspektiven der Zusammenarbeit von Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen bei der Patientenversorgung“ diskutieren auf dem Gesundheitskongress des Westens: Prof. Dr. Bertil Bouillon, Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der Kliniken der Stadt Köln, Dr. Sahin Inci, Chefarzt der Weserland-Klinik Bad Seebruch, Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer, und – als Moderator – Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken.

Der Gesundheitskongress des Westens ist der führende Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft im Westen Deutschlands. Auch in diesem Jahr werden wieder rund 1.000 Besucher erwartet – Klinikmanager, Ärzte, Verantwortliche aus Gesundheitspolitik und -unternehmen, aus Forschung und Wissenschaft sowie der Pflege. Die zwölfte Auflage der jährlich ausgerichteten Veranstaltung findet am 13. und 14. März 2018 im Kölner Kongresszentrum Gürzenich statt.

 

Weitere Infos und das Anmeldeformular finden Sie unter: www.gesundheitskongress-des-westens.de

 

Kontakt:

Veranstalterin

WISO S. E. Consulting GmbH
Nymphenburger Straße 9
10825 Berlin

Kongressbüro

Gesundheitskongress des Westens
c/o welcome Veranstaltungs GmbH
Bachemer Str. 6-8
50226 Frechen

Tel.: +49 2234 / 953 22 – 51
Fax: +49 2234 / 953 22 – 52
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailinfo@gesundheitskongress-des-westens.de

 

 

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Dritter Koordinierungsausschuss im Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Koordinierungsausschusses im Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V. am Standort Berlin - Charlottenburg.

 

Reha-Berater und -Praktiker kommen gemeinsam ins Gespräch

 Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Koordinierungsausschusses im Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V. am Standort Berlin - Charlottenburg.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Koordinierungsausschusses im Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V. am Standort Berlin – Charlottenburg.

Am 14. Februar 2018 trafen sich Vertreter der Deutschen Rentenversicherung Bund und Berlin-Brandenburg, der Agentur für Arbeit und des Berufsförderungswerks Berlin- Brandenburg e. V., um sich über die Zusammenarbeit und allgemein über das Thema berufliche Rehabilitation in der Region zu unterhalten. Der direkte Austausch stand dabei ganz im Zeichen der Menschen, die eine berufliche Rehabilitation in Anspruch nehmen, um dadurch wieder ins Berufsleben zurückkehren zu können.

Dass das gut gelingt, zeigten unter anderem die Zahlen der Nachbefragung der Absolventen des Berufsförderungswerks, von denen mehr als 80 Prozent zwölf Monate nach Abschluss einen festen Job hatten. „Darüber freuen wir uns“, so Geschäftsführer Andreas Braatz, „auch weil eine Umfrage der Deutschen Rentenversicherung gezeigt hat, dass die Qualität der vermittelten Inhalte stimmt und wir hier überdurchschnittliche Werte erzielen konnten.“

Dass sich die Landschaft der beruflichen Rehabilitation aktuell dennoch verändert, wussten einige Reha-Fachberater zu berichten. So helfen sich viele Menschen aufgrund der guten Arbeitsmarktsituation selbst oder können im bisherigen Unternehmen zum Teil an anderen Arbeitsplätzen weiter tätig sein, ohne dabei eine berufliche Reha in Anspruch nehmen zu müssen. Diese positive Entwicklung hat für ein Berufsförderungswerk insofern Konsequenzen, dass zum Beispiel Plätze in den Metallberufen reduziert und Kapazitäten gebündelt worden sind.

Gleichzeitig wird ein Großteil der Qualifizierungsmaßnahmen inzwischen auch für Inhaber von Bildungsgutscheinen angeboten, was insbesondere für Arbeitssuchende oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen von Interesse ist und die die besonderen Hilfen der Reha- Fachdienste eines Berufsförderungswerkes (wie der Medizinische und Psychologische Dienst) nicht benötigen. Ein weiteres neues Geschäftsfeld ist das sogenannte Case-Management, bei dem z. B. Langzeiterkrankten in Kooperation mit der Krankenkasse Wege zur Rückkehr an den Arbeitsplatz aufgezeigt oder eine berufliche Neuorientierung ermöglicht wird.

Als Fazit der Veranstaltung kann festgehalten werden, dass sowohl die Träger der beruflichen Rehabilitation als auch das Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg auf die aktuellen Entwicklungen reagieren. Dabei steht die Integration in Arbeit nach wie vor an erster Stelle, ohne dabei das Thema berufliche Reha zu vernachlässigen. Das zeigte auch ein abschließendes Gespräch im Beruflichen Trainingszentrum Berlin, bei dem Teilnehmer mit psychischen Einschränkungen berichteten, wie sie mit Hilfe einer Trainingsmaßnahme, genauer dem Beruflichen Training, ihren Weg zurück in Arbeit schaffen.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.bfw-berlin-brandenburg.de  und zum Beruflichen Training unter www.btz-berlin.com

 

Kontakt:

Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V.
Unternehmenskommunikation und Marketing
Thomas Sagefka
Epiphanienweg 1
14059 Berlin
Fon: +49 30 30399-109 Fax: +49 30 30399-144
E-Mail: Thomas.Sagefka@bfw-berlin-brandenburg.de

 

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Hoher Langzeitkrankenstand bei Pflegekräften

Pflegekräfte sind häufiger langzeiterkrankt als Arbeitnehmer in anderen Branchen. Das geht aus einer Auswertung der Daten von knapp 1,1 Millionen bei der AOK versicherten Beschäftigten im Rheinland hervor.

Arbeitsunfähigkeitstage 2017

Der Krankenstand bei Menschen, die in der stationären und ambulanten Pflege tätig sind, lag demnach überdurchschnittlich hoch bei 7,31 Prozent. Unter dem Begriff Krankenstand wird der Anteil der im Auswertungszeitraum angefallenen Arbeitsunfähigkeitstage verstanden. Langzeiterkrankungen wie Muskel- und Skeletterkrankungen oder psychische Erkrankungen waren für ein Drittel der Arbeitsunfähigkeitstage von Pflegekräften verantwortlich. Das zeigt die hohen physischen und psychischen Belastungen auf, denen Pflegekräfte bei ihrer täglichen Arbeit ausgesetzt sind.

Insgesamt gesehen waren die Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg 2017 aber seltener krank als im Vorjahr. Laut Auswertung sank der Krankenstand im Rheinland im Vergleich zum Jahr 2016 von 5,7 % auf 5,57 %. Dennoch war mehr als die Hälfte (53,3 %) aller Beschäftigten im Jahr 2017 mindestens einmal krankgeschrieben. „Betriebliche Gesundheitsförderung spielt eine immer wichtigere Rolle, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten und Erkrankungen vorzubeugen“, sagt Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. „Wir bieten mit unserem Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung maßgeschneiderte und umfassende Lösungen für Unternehmen an – vom gesundheitsgerechten Arbeitsplatz über Seminare für Stressmanagement bis hin zu Gesundheitstagen.“

Muskel- und Skeletterkrankungen wie Rückenschmerzen oder Schulterleiden stehen als Ursache für die meisten Fehltage nach wie vor an erster Stelle. Im Durchschnitt fiel jeder Beschäftigte im vergangenen Jahr an knapp sechs Kalendertagen wegen einer Erkrankung des Muskel-Skelett-Systems aus. Auf Rang zwei der Fehltagestatistik folgen psychische Er-krankungen wie Depressionen. Nachdem die Zahlen in diesem Bereich 2016 stabil waren, gab es 2017 einen leichten Anstieg um 0,5 %. Damit weist rein rechnerisch jeder Beschäftigte im Schnitt fast 3,5 Fehltage aufgrund einer psychischen Erkrankung auf. Mit 3,3 Fehltagen ist die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von Atemwegserkrankungen ähnlich hoch. Sie ging aber im Vergleich zu 2016 um mehr als 3 % zurück. Hier profitierte das Rheinland davon, dass der Westen Deutschlands 2017 größtenteils von der Grippewelle verschont geblieben war.

Ein Service der AOK Rheinland/Hamburg: Detaillierte Auswertungen zur Mitarbeitergesundheit in Betrieben sind ab einer Anzahl von 50 AOK-Versicherten im Unternehmen möglich.

 

Für weitere Auskünfte steht Ihnen gerne das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF-Institut) in Köln zur Verfügung.

Der Ansprechpartner ist Torsten Krüger. Er ist erreichbar unter der Telefonnummer 0221/27180-119 bzw. per E-Mail nils-torsten.krueger@bgf-institut.de.

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NRW-Kliniken etablieren Zentren für Integrierte Neurorehabilitation

VKKD | Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf

 Düsseldorf (ots) – NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann will die Krankenhaus-Landschaft umbauen und Schwerpunkt-Behandlungszentren fördern. Die Neurorehabilitationskliniken in Nordrhein-Westfalen greifen diese Forderung auf. Das Neurologische Rehabilitationszentrum „Godeshöhe“ e. V. in Bonn, die Rhein-Sieg-Kliniken und die St. Mauritius Therapieklinik Meerbusch haben sich jetzt als Zentren für Integrierte Neurorehabilitation aufgestellt.

Jeder zehnte Krankenhauspatient ist nach Akutbehandlung noch so eingeschränkt, dass er Rehabilitation benötigt. Besonders schwer Betroffene brauchen eine Neurorehabilitation. „In der Vergangenheit war diese Versorgung gerade in NRW problematisch“, erläutert Prof. Dr. med. Stefan Knecht, Ärztlicher Direktor der St. Mauritius Therapieklinik, für die Landesarbeitsgemeinschaft NeuroRehabilitation NRW. „Denn ein Teil der Behandlung fand in Krankenhäusern und ein anderer in Rehabilitationskliniken statt und Patienten mussten öfter hin- und herverlegt werden.“ Die Grenzen zwischen diesen Sektoren sind an drei Standorten in NRW jetzt überbrückt, obwohl aus formalen Gründen eine saubere betriebswirtschaftliche Trennung eingehalten wird.

In den neu geschaffenen Zentren für Integrierte Neurorehabilitation erfolgt die Krankenhaus- und die Rehabilitationsbehandlung an einem Ort und aus einer Hand – von der Intensivstation bis zur Trainingshalle. „Geleistet wird das bei uns durch ein erfahrenes und fachübergreifendes Team aus Neurologen, Internisten, Kardiologen, Geriatern, Psychiatern, Neurochirurgen und anästhesiologischen Intensivmedizinern gemeinsam mit Rehabilitationstherapeuten und spezialisierten Pflegekräften“, betont Knecht. So kann die Rehabilitation bereits an der Beatmungsmaschine beginnen. Und gleichzeitig bleiben kritische medizinische Probleme bis zur Entlassung im Blick von Klinikern, die ihre Patienten sehr gut kennen. Das spare den Krankenkassen sogar Geld, so Knecht, weil die früher häufigen Verlegungen zwischen den Sektoren vermieden werden.

Die Neurorehabilitationsprofis sind regional bestens vernetzt und arbeiten Hand in Hand mit umliegenden Groß- und Universitätskliniken. Konzentration auf Neurorehabilitation, Interdisziplinarität und Qualität durch große Erfahrung der Integrierten Neurorehabilitation sollten ganz im Sinne des Gesundheitsministers sein und ihn ermutigen, die Fortentwicklung des Konzeptes zu unterstützen. Denn, so Knecht, die Wartelisten zeigten jetzt schon, dass an den Zentren mehr intensivmedizinische Kapazitäten nötig seien.

Pressekontakt:

Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf gGmbH
Martin Schicht | Pressesprecher
Rochusstraße 2
40479 Düsseldorf
Telefon (02 11) 44 00-28 45
Telefax (02 11) 44 00-28 46
Mobil (01 72) 25 57 117
E-Mail schicht@vkkd-kliniken.de
www.vkkd-kliniken.de

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