Dienstag, Februar 6th, 2018

 

Teilnehmer des BTZ Leipzig im Zukunftsdialog mit DB Netz AG

Ein Widerspruch zum Thema "Digitalisierung 4.0": Eine interaktive analoge Präsentation bezieht die Teilnehmer in die Diskussion mit ein und verdeutlicht die dargelegten Inhalte. © M. Lindner, BFW Leipzig
Ein Widerspruch zum Thema "Digitalisierung 4.0": Eine interaktive analoge Präsentation bezieht die Teilnehmer in die Diskussion mit ein und verdeutlicht die dargelegten Inhalte. © M. Lindner, BFW Leipzig

Ein Widerspruch zum Thema “Digitalisierung 4.0”: Eine interaktive analoge Präsentation bezieht die Teilnehmer in die Diskussion mit ein und verdeutlicht die dargelegten Inhalte. © M. Lindner, BFW Leipzig

Am 11. und 12. Januar 2018 präsentierten Teilnehmer des Beruflichen Trainingszentrums Leipzig (BTZ Leipzig) ihre Projektergebnisse zum Thema „Digitalisierung 4.0 – Arbeiten im digitalen Wandel“ vor Vertretern der DB Netz AG. Die Präsentationen zu verschiedenen Aspekten und die rege Diskussion bildeten zugleich den Abschluss einer mehrmonatigen Stabilisierungs- und Vorbereitungsmaßnahme auf die anschließenden Umschulungen im Berufsförderungswerk Leipzig (BFW Leipzig).

Die 20 ehemaligen Teilnehmer haben während ihrer sechsmonatigen Stabilisierung und Vorbereitung auf eine Umschulung (SVU) im Rahmen eines gemeinsamen Projektes von DB Netz, dem BFW Leipzig sowie der AutoDesk GmbH verschiedene Aspekte der „Digitalisierung 4.0 – Arbeiten im digitalen Wandel“ beleuchten und präsentieren sollen. Dabei wurden u. a. die Bereiche Automatisierung, Virtualisierung, Datenschutz, Gesundheit und Bildung aufgegriffen und teilweise kritisch auf ihre gesellschaftlichen und persönlichen Auswirkungen hinterfragt.

Die Präsentationen am ersten Tag, die nicht nur digital via Beamer, sondern auch analog und interaktiv mit Tafelschaubildern oder inszenierten Rollenspielen vorgetragen wurden, bildeten zugleich auch den Abschluss der SVU-Maßnahmen. Die Teilnehmer, die aufgrund psychischer Beeinträchtigungen ihren Beruf an ihrem vorhergehenden Arbeitsplatz nicht mehr ausüben konnten, wurden in den sechs Monaten soweit stabilisiert, dass sie jetzt einen neuen Beruf erlernen und zurück ins Arbeitsleben kehren können.

„Digitalisierung 4.0“ erleben: Die Teilnehmer des zweitägigen Workshops mit der DB Netz AG sind fasziniert von den VR-Brillen, die bei der Planung von Großprjekten der Bahn eingesetzt werden. © J. Geißler, BFW Leipzig

„Digitalisierung 4.0“ erleben: Die Teilnehmer des zweitägigen Workshops mit der DB Netz AG sind fasziniert von den VR-Brillen, die bei der Planung von Großprjekten der Bahn eingesetzt werden. © J. Geißler, BFW Leipzig

Am zweiten Tag besuchten zukünftige Umschüler den Sitz der Deutschen Bahn im Leipziger Zentrum. In Zusammenarbeit mit dem Deutsche Bahn-Konzern krönte diese Veranstaltung den Höhepunkt dieser längeren Projektphase. Für die Teilnehmer des BTZ Leipzig ergab sich so die Möglichkeit mit Akteuren des regionalen Arbeitsmarktes in einen intensiven Dialog zu gehen.

Mit der erfolgreichen Projektarbeit erhielten sie die Chance eines realistischen Feedbacks zu ihrer Arbeit. Auch bestand die Möglichkeit erste Kontakte zu knüpfen und eigene Integrationsmöglichkeiten zu erhöhen.

Für die Teilnehmer des BTZ war diese Projektphase eine gelungene Abwechslung, welche mit Engagement jedes Einzelnen ausgestaltet wurde. Dies zeigte sich wiederholt auf der Abschlussveranstaltung: es bestanden keinerlei Berührungsängste, zahlreiche Fragen wurden gestellt und schnelle ausführliche Antworten wurden gegeben.

Ein ganz besonderes Highlight für die Teilnehmer war die Möglichkeit vor und während der Veranstaltung, VR-Brillen der Deutschen Bahn aufzusetzen und Eintritt in die Welt der virtual reality zu erhalten. Mit diesen Brillen wurde es möglich, mittels abgespielter Videos einen Einblick zu einzelnen Berufsbildern der Deutschen Bahn zu bekommen aber auch eine Vorstellung zu entwickeln, in welcher digitalisierten Form inzwischen Planungen für Bauprojekte der Deutschen Bahn mit dem „Building Information Modeling“ (BIM) umgesetzt werden. Basis hierfür ist ein 3D-Modell, in dem die Einzelplanungen aller Gewerke visualisiert werden. Im Zusammenspiel mit Kostenkalkulationen und terminlichen Entwicklungen erlauben diese Visualisierungen eine zuverlässigere Planung des Bauvorhabens und höhere Transparenz.

Die Resonanz auf die zwei Veranstaltungstage fiel auf allen Seiten durchweg positiv aus. „Die Veranstaltung bei DB Netz war eine wichtige Bereicherung für unsere Teilnehmer“, sagt Marko Daubitz, Fachbereichsleiter im BTZ Leipzig. Mit diesen Erkenntnissen und neuen Erfahrungen haben die Teilnehmer des BTZ Leipzig einen ersten erfolgreichen Schritt in Richtung Arbeitswelt getan.

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Erstellt: Michael Lindner/BFW Leipzig

Schlagworte:

BTZ Leipzig, DB Netz AG, AutoDesk GmbH, SVU, berufliche Rehabilitation, psychische Beeinträchtigung, Digitalisierung 4.0, Arbeit 4.0, Industrie 4.0, Umschulung, BIM

BFW Leipzig

Über 25 Jahren ist das Berufsförderungswerk Leipzig als Spezialist auf dem Gebiet der beruflichen Rehabilitation tätig. Hier werden Menschen ausgebildet und bedarfsorientiert unterstützt, die durch Krankheit oder Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben scheiden mussten. Mit individuellen Erprobungs-, Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen werden neue Möglichkeiten für den Weg zurück in ein erfülltes Arbeitsleben angeboten. Die Angebote als überregionaler Dienstleister auf den Gebieten Beratung, Diagnostik und Assessment, Qualifizierung, Prävention und Rehabilitation stehen neben der Hauptstelle in Leipzig in den Außenstellen in Brand-Erbisdorf, Chemnitz, Döbeln, Plauen und Zwickau zur Verfügung. Ein berufliches Trainingszentrum, das BTZ Leipzig, ergänzt das Angebot speziell für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Die vielfältigen Leistungen sind ein wichtiger Beitrag nicht nur um Menschen wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen, sondern diese tragen auch durch die Orientierung am Arbeitsmarkt zur Lösung des Fachkräftemangels in der Wirtschaft bei. Darüber hinaus werden an der Bildungseinrichtung verschiedene Kurse der beruflichen Weiterbildung angeboten.

Weitere Informationen und Bildmaterial:

Berufsförderungswerk Leipzig gemeinnützige GmbH
Michael Lindner
Leiter PR | Unternehmenskommunikation
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Experten diskutieren beim 21. Klinikvertretertreffen der Deutschen Tinnitus-Liga e. V.

Seit über 20 Jahren sind die Tinnitus-Kliniken und die Selbsthilfe hierzulande vernetzt: Auf Einladung der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL) trafen sich auch in diesem Jahr wieder rund 60 Experten in der Habichtswald-Klinik in Kassel-Bad Wilhelmshöhe. Die Fachleute aus Tinnitus-Kliniken und ambulanten Tinnitus-Zentren, HNO-Ärzte, Psychotherapeuten und Hörakustiker tauschten sich am 3. Februar 2018 über Behandlungsmöglichkeiten bei Ohrgeräuschen aus. Diesmal standen Vorträge und Workshops über Hörgeräte, Resilienz, Hypnosetherapie, Musiktherapie und die Versorgung mit Cochlea-Implantaten auf dem Programm.

Volker Albert, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Tinnitus-Liga e. V., DTL-Geschäftsführer Michael Bergmann sowie die Verwaltungsleiterin der Habichtswald-Klinik Tanja Löwenstein hießen die Teilnehmer des 21. Klinikvertretertreffens und 13. TRT-Treffens herzlich willkommen. Volker Albert stellte die von der DTL geplante Aktion des „Tinnitus-Selbsthilfe-freundlichen Krankenhauses“ vor, die die Kooperation zwischen den Kliniken und der DTL sowie ihrer Selbsthilfegruppen vor Ort noch weiter verbessern soll. In seiner Begrüßungsrede sprach er zudem an, dass es zu wenig ambulante Psychotherapeuten gebe, die sich mit Patienten mit Hörschädigungen auskennen.

Experten aus ganz Deutschland kamen zum 21. Klinikvertretertreffen und 13. TRT-Treffen der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. nach Kassel. Foto: Sabine Wagner.

Dass die Experten der DTL stets auf dem neuesten Stand der Forschung sind, zeigte sich einmal mehr, als aus aktuellem Anlass einer jüngst publizierten US-amerikanischen Studie kurzerhand noch ein Beitrag von Dr. Helmut Schaaf, Leitender Oberarzt der Tinnitus-Klinik Dr. Hesse, über die „Tinnitus-Beeinflussung durch bi-modale Stimulation“ ins Programm genommen wurde. Prof. Dr. Dr. Gerhard Goebel, stellvertretender Vorsitzender der DTL, berichtete im Anschluss über die Entwicklung der Tinnitus-Behandlung in den Krankenhäusern und Rehakliniken. Gemäß den Angaben von 16 Kliniken ließen sich im Jahr 2017 insgesamt 5089 Tinnitus-Patienten dort behandeln; 3794 Patienten unterzogen sich einer Rehabilitation, 1161 einer Krankenhausbehandlung, und in 134 Fällen fand eine Unfallbehandlung statt.

Über „Moderne Hörgeräte bei Tinnitus“ sprach Dr. Martin Kinkel von KIND Hörgeräte. Seit 1996 gebe es digitale Hörgeräte und in diesen mehr als 20 Jahren habe sich deren Rechenleistung mehr als verhundertfacht. Mit der Erhöhung des Festbetrages für Hörgeräte im Jahr 2013 gingen auch erhöhte Anforderungen an Hörgeräte einher. So zeichneten sich moderne Hörgeräte unter anderem durch Mehrkanaligkeit, die Einstellung auf den individuellen Hörverlust, eine aktive Rückkopplungsunterdrückung und durch Störschallreduktion mittels Modulationsanalyse aus. Hörgeräte können auch hilfreich sein bei Tinnitus: So werde das auditorische System besser durch Umweltgeräusche beschäftigt und das Ohrgeräusch könne so überdeckt werden.

Der Begriff „Resilienz“ wird im Deutschen häufig im Sinne von Widerstandskraft oder Widerstandsfähigkeit benutzt. Mykola Fink, Leitender Psychologe der Schön Klinik Bad Bramstedt, zeigte in seinem Beitrag auf, wie Resilienz dazu beitragen kann, eine für die psychische und physische Gesundheit förderliche Verhaltensweise zu entwickeln. Er beschrieb, wie man durch Veränderungen im Denken und Verhalten Fähigkeiten erlangen kann, um besser mit Schwierigkeiten im Leben, Krisen oder auch Schicksalsschlägen umzugehen. Der Diplom-Psychologe Detlef Kranz führte in seinem Referat in die „Möglichkeiten der modernen Hypnosetherapie bei Tinnitus“ ein. Kranz zufolge sei die Hypnotherapie nur sinnvoll, wenn sie in eine andere Therapieform, beispielsweise die Verhaltenstherapie, eingebunden sei. Dabei sei nicht die Trance selbst die Therapie, sondern die Trance werde in der psychotherapeutischen Arbeit genutzt: In Trance werden Gefühle intensiver erlebt und man habe besseren Zugang zu unbewussten Prozessen und Gefühlen.

In seinem Workshop am Nachmittag vertiefte Detlef Kranz das Thema „Hypnosetherapie“ noch weiter mithilfe von Gruppenübungen. Dr. Heike Argstatter vom Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung DZM e. V. in Heidelberg hielt einen Workshop über „Musiktherapie bei Tinnitus“ und ging dabei auch auf die Musiktherapie bei Cochlea-Implantat-Trägern ein. Im Workshop „Qualitätssicherung in der CI-Versorgung“ erläuterte Dr. Roland Zeh von der MEDIAN-Kaiserberg-Klinik in Bad Nauheim die verschiedenen Komponenten der Rehabilitation nach der Versorgung mit einem Cochlea-Implantat.

Der gemeinsame Qualitätszirkel der Klinik- und TRT-/ADANO-VertreterInnen aus dem ambulanten und stationären Bereich wurde gemäß der aktuell gültigen Fortbildungsordnung der Landesärztekammer Hessen, den zugehörigen Richtlinien sowie der Empfehlungen der Bundesärztekammer zur ärztlichen Fortbildung unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Dr. Gerhard Goebel durchgeführt.

 

Über die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL)
Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) vertritt als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation die Interessen der Patienten mit Tinnitus, Hörsturz, Hyperakusis und Morbus Menière sowie ihrer Angehörigen. Rund 12.000 Mitglieder machen die DTL zum größten Tinnitus-Zusammenschluss in Europa und zum anerkannten Partner des Gesundheitswesens in Deutschland. Über 800 Fachleute gehören der DTL als Partner und fördernde Mitglieder an, darunter renommierte Wissenschaftler, HNO-Ärzte, Ärzte weiterer Disziplinen, Hörakustiker, Psychologen und Therapeuten. Außerdem werden rund 90 Selbsthilfegruppen in Deutschland durch die DTL betreut. Gegründet wurde die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. 1986 in Wuppertal. Weitere Infos: www.tinnitus-liga.de

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