Februar, 2018

 

50 Jahre Verband der Berufsförderungswerke

Pressemitteilung

Berlin, 15. Februar 2018

 

Von der Arbeitsgemeinschaft zum Bundesverband – BV BFW startet Jubiläumsjahr zum 50-jährigen Bestehen

Der Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e. V. (BV BFW) feiert 2018 goldenes Jubiläum. Im Festjahr sind verschiedene Aktivitäten und ein Ausblick auf die Aufgaben der Zukunft geplant.

Am 15. Januar 1968 schlossen sich in Heidelberg zunächst acht Berufsförderungswerke (BFW) zur Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke zusammen. Damit reagierten sie auf den Ausbau der beruflichen Rehabilitation seit der „großen Rentenreform“ Ende der 1950er Jahre. Sie legten den Grundstein für den heutigen Bundesverband, der mit 28 BFW-Hauptstandorten, etwa 100 Regionalzentren, 12.000 Ausbildungs- und Umschulungsplätzen und 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein bundesweites Kompetenznetzwerk für Gesundheit und Arbeit vertritt. Von Beginn an haben die BFW Menschen mit Behinderungen und gesundheitlichen Einschränkungen berufliche Teilhabe ermöglicht und über ihre Interessengemeinschaft bei der Entwicklung der Angebote und des gesetzlichen Rahmens der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben aktiv mitgewirkt.

Das „Aktionsprogramm Rehabilitation“ (1970), die Ausweitung des Netzplanes auf die neuen Bundesländer (1990), die Einführung des Sozialgesetzbuch IX (2001), die Arbeitsmarktreformen (2004), die UN-Behindertenrechtskonvention (2008 und 2009) oder die Initiative RehaFutur und die Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes (2016) sind nur einige Meilensteine, die die Entwicklung der BFW begleitet haben und bei deren Ausgestaltung sich der Verband eingebracht hat. Die Entwicklung der BFW war und ist dabei von einem steten Wandel geprägt – hin zur Etablierung moderner, unternehmensnaher und inklusiver Return-to-Work-Angebote für Menschen mit Behinderungen.

Der Wandel und die Aufgaben der Zukunft bilden zentrale Schwerpunkte des Jubiläums im Jahr 2018. Neben einer Veranstaltung Ende November in Berlin und einem Parlamentarischen Abend sind eine Vortragsreihe, Fachveranstaltungen zum Reha-Kolloquium und Publikationen geplant. Begleitet wird das Festjahr mit einem Jubiläumslogo zum 50-jährigen Bestehen.

„Wir freuen uns auf die Veranstaltungen und den Austausch im Jubiläumsjahr. 50 Jahre sind Gelegenheit, um das Vergangene zu würdigen. Unser Blick richtet sich aber auch in die Zukunft und wir wollen mit allen Partnern der BFW die künftigen Aufgaben wie Digitalisierung und demografischer Wandel diskutieren“, so die Vorsitzende des BV BFW, Dr. Susanne Gebauer.

Über die Website des BV BFW und die Rehavision können sich Interessierte fortlaufend über alle Aktivitäten informieren.

Über den BV BFW

Der Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e. V. (1968 – 2014: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke) mit Sitz in Berlin ist der bundesweite Zusammenschluss von 28 BFW. Ihr Auftrag im Sinne des Sozialgesetzbuch IX ist es, Menschen mit gesundheitlichen Beein­trächtigungen die volle Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Als Kompetenznetzwerk mit ca. 100 Standorten und aktuell etwa 12.000 Plätzen bündelt der Bundesverband Know-how und langjährige Erfahrung in Prävention, Beratung, Diagnostik, Qualifizierung und Integration, um Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zurück in das Erwerbsleben zu bringen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Zusammenarbeit und im Erfahrungsaustausch mit den Mitgliedern des Verbandes und den Trägern der Rehabilitation sowie mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Institutionen und Verbänden.

Das Jubiläumslogo stellen wir Ihnen gern auf Anfrage gern zur Verfügung.

Pressekontakt:

Ellen Krüger

Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e. V. (Arbeitsgemeinschaft i. S. d. § 36 SGB IX)

Knobelsdorffstraße 92 · 14059 Berlin

Telefon 030 3002-1253 · Telefax 030 3002-1256

E.Krueger@bv-bfw.de

www.bv-bfw.de


NRW-Kliniken etablieren Zentren für Integrierte Neurorehabilitation

VKKD | Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf

 Düsseldorf (ots) – NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann will die Krankenhaus-Landschaft umbauen und Schwerpunkt-Behandlungszentren fördern. Die Neurorehabilitationskliniken in Nordrhein-Westfalen greifen diese Forderung auf. Das Neurologische Rehabilitationszentrum „Godeshöhe“ e. V. in Bonn, die Rhein-Sieg-Kliniken und die St. Mauritius Therapieklinik Meerbusch haben sich jetzt als Zentren für Integrierte Neurorehabilitation aufgestellt.

Jeder zehnte Krankenhauspatient ist nach Akutbehandlung noch so eingeschränkt, dass er Rehabilitation benötigt. Besonders schwer Betroffene brauchen eine Neurorehabilitation. „In der Vergangenheit war diese Versorgung gerade in NRW problematisch“, erläutert Prof. Dr. med. Stefan Knecht, Ärztlicher Direktor der St. Mauritius Therapieklinik, für die Landesarbeitsgemeinschaft NeuroRehabilitation NRW. „Denn ein Teil der Behandlung fand in Krankenhäusern und ein anderer in Rehabilitationskliniken statt und Patienten mussten öfter hin- und herverlegt werden.“ Die Grenzen zwischen diesen Sektoren sind an drei Standorten in NRW jetzt überbrückt, obwohl aus formalen Gründen eine saubere betriebswirtschaftliche Trennung eingehalten wird.

In den neu geschaffenen Zentren für Integrierte Neurorehabilitation erfolgt die Krankenhaus- und die Rehabilitationsbehandlung an einem Ort und aus einer Hand – von der Intensivstation bis zur Trainingshalle. „Geleistet wird das bei uns durch ein erfahrenes und fachübergreifendes Team aus Neurologen, Internisten, Kardiologen, Geriatern, Psychiatern, Neurochirurgen und anästhesiologischen Intensivmedizinern gemeinsam mit Rehabilitationstherapeuten und spezialisierten Pflegekräften“, betont Knecht. So kann die Rehabilitation bereits an der Beatmungsmaschine beginnen. Und gleichzeitig bleiben kritische medizinische Probleme bis zur Entlassung im Blick von Klinikern, die ihre Patienten sehr gut kennen. Das spare den Krankenkassen sogar Geld, so Knecht, weil die früher häufigen Verlegungen zwischen den Sektoren vermieden werden.

Die Neurorehabilitationsprofis sind regional bestens vernetzt und arbeiten Hand in Hand mit umliegenden Groß- und Universitätskliniken. Konzentration auf Neurorehabilitation, Interdisziplinarität und Qualität durch große Erfahrung der Integrierten Neurorehabilitation sollten ganz im Sinne des Gesundheitsministers sein und ihn ermutigen, die Fortentwicklung des Konzeptes zu unterstützen. Denn, so Knecht, die Wartelisten zeigten jetzt schon, dass an den Zentren mehr intensivmedizinische Kapazitäten nötig seien.

Pressekontakt:

Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf gGmbH
Martin Schicht | Pressesprecher
Rochusstraße 2
40479 Düsseldorf
Telefon (02 11) 44 00-28 45
Telefax (02 11) 44 00-28 46
Mobil (01 72) 25 57 117
E-Mail schicht@vkkd-kliniken.de
www.vkkd-kliniken.de


Gesundheitsausgaben pro Tag überschreiten Milliardengrenze

Pressemitteilung Nr. 050 vom 15.02.2018

 

WIESBADEN – Die Gesundheitsausgaben in Deutschland haben im Jahr 2017 erstmals die Marke von 1 Milliarde Euro pro Tag überschritten. Für 2017 prognostiziert das Statistische Bundesamt (Destatis) einen Anstieg der Gesundheitsausgaben gegenüber 2016 um 4,9 % auf 374,2 Milliarden Euro. Von 2015 zu 2016 hatten sie sich um 3,8 % auf 356,5 Milliarden Euro oder 4 330 Euro je Einwohner erhöht. Dies entsprach einem Anteil von 11,3 % am Bruttoinlandsprodukt. Die höhere Wachstumsrate für 2017 ist auf das dritte Pflegestärkungsgesetz zurückzuführen, das am 1. Januar 2017 in Kraft trat.

Die Gesundheitsausgaben werden in Deutschland primär von Staat, Privathaushalten und Unternehmen finanziert. Die größten Finanzierungsquellen waren 2016 die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer mit 112,4 Milliarden Euro, die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber mit 81,6 Milliarden Euro sowie staatliche Transfers in Höhe von 51,8 Milliarden Euro. Die Zahlen zur Finanzierung der laufenden Gesundheitsausgaben entstammen der neu entwickelten Finanzierungsrechnung, die ab sofort die Gesundheitsausgabenrechnung ergänzt und den Nutzerinnen und Nutzern eine zusätzliche Analysemöglichkeit zu den finanziellen Aspekten des Gesundheitssystems bietet.

Die Finanzierungsrechnung ermöglicht die Entwicklungen des Gesundheitssystems nachzuvollziehen. So ist beispielsweise ein stärkerer Anstieg der sonstigen Finanzierung durch Privathaushalte im Jahr der Einführung der Praxisgebühr 2004 ebenso zu beobachten wie ein Rückgang im Jahr ihrer Abschaffung 2013. Das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung führte unter anderem die Krankenversicherungspflicht im Jahr 2009 ein. Dementsprechend zeigt die Finanzierungsrechnung für 2009 eine Verschiebung von freiwilligen Versicherungsprämien hin zu Pflichtprämien.

Methodische Hinweise:
Die Ergebnisse der Gesundheitsausgaben- und Finanzierungsrechnung folgen dem Konzept des „System of Health Accounts“, welches von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) zum Zweck der internationalen Vergleichbarkeit von Gesundheitsausgaben empfohlen wird. Gemäß den dort enthaltenen Definitionen umfassen die Gesundheitsausgaben sämtliche Güter und Leistungen mit dem Ziel der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege, die Kosten der Verwaltung sowie Investitionen der Einrichtungen des Gesundheitswesens. Aufwendungen für Forschung und Ausbildung im Gesundheitswesen sowie Ausgaben für den Ausgleich krankheitsbedingter Folgen (zum Beispiel Leistungen zur Eingliederungshilfe) und Einkommensleistungen sind darin nicht enthalten. Begründet durch diese Abgrenzung weichen die Gesundheitsausgaben in der Gesundheitsausgabenrechnung von den Ausgaben der einzelnen Sozialversicherungsträger, insbesondere der gesetzlichen Krankenversicherung, ab.

Detaillierte Daten und lange Zeitreihen zu den Gesundheitsausgaben sind über die Tabellen zur Gesundheitsausgabenrechnung (23611) in der Datenbank GENESISOnline oder im Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes abrufbar. Dort finden sich auch weitere gesundheitsbezogene Daten und Tabellen zu den Gesundheitsausgaben sowie deren Finanzierung.

Weitere Auskünfte gibt:
Stefan Brungs,
Telefon: +49 (0) 611 / 75 82 26,
Kontaktformular


Koalitionsvertrag: Weichen zur erfolgreichen Digitalisierung des Gesundheitswesens gestellt

PRESSEINFORMATION

 

Berlin, 14.02.2018: Der Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V. begrüßt die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen zur Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems. Aus Sicht der Hersteller von IT-Lösungen im Gesundheitswesen wurden mit den vereinbarten gesundheitspolitischen Vorhaben wichtige Impulse für die kommenden vier Jahre gesetzt, die es nun zügig im Falle einer Regierungsbildung in verbindliche Maßnahmen umzusetzen gilt.

„Im Vergleich zu der letzten Koalitionsvereinbarung wird die Digitalisierung des Gesundheitswesens in der kommenden Legislaturperiode einen viel höheren Stellenwert einnehmen als jemals zuvor“, lautet die Prognose von Sebastian Zilch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Gesundheits-IT – bvitg e. V., basierend auf den Ergebnissen der Koalitionsvereinbarungen zwischen CDU, CSU und SPD.

Positiv zu bewerten sei dabei, dass eines der Kernanliegen des bvitg, nämlich die Entwicklung eines übergeordneten Prozesses zur Erarbeitung eines eHealth-Zielbildes, im Koalitionsvertrag mit aufgenommen wurde. „Mit dieser grundlegenden Entscheidung stellt die kommende Bundesregierung die Weichen zur erfolgreichen Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems. Die Ausgestaltung eines Zielbildes kann nur gelingen, wenn ihn auch die an der industriellen Gesundheitswirtschaft und an der Gesundheitsversorgung beteiligten Akteure dieses in einem politisch moderierten Prozess ressortübergreifend und sektorübergreifend gemeinsam entwickeln. Zudem sollte der Anspruch sein, im Rahmen eines konkreten Aktionsplans noch in dieser Wahlperiode mit der Umsetzung der ersten Maßnahmen zu beginnen“, betont Zilch.

Um eine rasche Umsetzung der elektronischen Patientenakte und weiterer Projekte noch in dieser Wahlperiode zu garantieren, bedürfe es zudem einer Investitionsoffensive zur Digitalisierung des Gesundheitssystems. Zugang und Refinanzierung müssen im politischen Prozess geklärt und verbindlich festgelegt werden. Zusätzlich sollte auch die Finanzierung der Digitalisierung von medizinischen Einrichtungen, stationär als auch ambulant, sichergestellt sein, damit diese befähigt werden, längst notwendige Investitionen zu tätigen. Auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur müsse vom Staat weiterhin gefördert werden, denn schnelle Datenübertragung sei die Grundvoraussetzung einer erfolgreichen Digitalisierung des Gesundheitssystems, sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. „Es kann nicht sein, dass es immer noch weiße Flecken in der Breitbandversorgung in Deutschland gibt“, kritisiert der bvitg-Geschäftsführer.

Zu begrüßen sei im Koalitionsvertrag wiederum der weitere Ausbau der Telematikinfrastruktur sowie die Herbeiführung von Interoperabilität und die Integration der Pflege in die Telematikinfrastruktur. In diesen Belangen bietet der bvitg der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die unter Berücksichtigung der Telematikinfrastruktur die sektorübergreifende Versorgung vorantreiben soll, Unterstützung durch seine Expertise an. „Nach einer intensiven und langen Zeit der Verhandlung gilt es nun gemeinsam die Ergebnisse schnellstmöglich umzusetzen“, so Zilch.

Kontakt:

Natalie Gladkov

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bereich Politik & Kommunikation

 

T +49 (0) 30 206 22 58 – 18

F +49 (0) 30 206 22 58 – 69

M +49 (0) 170 5521 798

natalie.gladkov@bvitg.de

__________________________________

 

Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V.

Friedrichstraße 200 | D – 10117 Berlin

www.bvitg.de

www.health-it-portal.de

www.conhit.de


Deutsche Gesellschaft für Neurologie gründet Stiftung für die Unabhängigkeit ihres Fachs

14. Februar 2018 – Die DGN hat mit der Gründung der „Stiftung Deutsche Gesellschaft für Neurologie“, ausgestattet mit einem Startkapital von einer Million Euro, einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer unabhängigen Neurologie gesetzt. „Mit der Stiftung verfolgt die DGN eine klare Vision“, sagt DGN-Präsident Prof. Gereon R. Fink.

„Wir forcieren die Unabhängigkeit der Neurologie als Schlüsselmedizin des 21. Jahrhunderts. Damit stärken wir unsere Positionen als Wissenschaftler und Ärzte, die zum Wohl der Patienten mit neurologischen Erkrankungen arbeiten“, so Fink weiter. Die DGN hat nun eine Einrichtung geschaffen, an die erstmals gezielt gestiftet und gespendet werden kann. Mitglieder der DGN, die bis 30. April 2018 eine Zustiftung tätigen, werden in den Annalen der Stiftung als Gründungszustifter aufgeführt. Erste Zustiftungen sind bereits eingegangen. Alle Zuwendungen kommen dem Fortschritt in Diagnose und Therapie von neurologischen Erkrankungen zugute.

Mit der neuen „Stiftung Deutsche Gesellschaft für Neurologie“ untermauert die Fachgesellschaft ihre Satzungsziele, die zu einer Unabhängigkeit der Neurologie verpflichten, etwa gegenüber politischer Einflussnahme, Budget- und Honorarzwängen sowie offener und verdeckter Einflussnahme von Industrieunternehmen und Patientenverbänden. So sind zum Beispiel Spenden oder Zustiftungen von Unternehmen, die im Bereich der Neurologie ihr Geld verdienen, nicht zugelassen.

Mitglieder stimmen mit überwältigender Mehrheit für die Stiftung

Die Gründung der Stiftung stieß bei der Mitgliederversammlung in Leipzig im vergangenen Herbst auf große Zustimmung. Nun ist die Stiftung geschäftsfähig und zum Start mit einem Stiftungskapital von einer Million Euro aus DGN-Mitteln ausgestattet, das in den nächsten Jahren aus DGN-Mitteln, mit Spenden und Zustiftungen vervielfacht werden soll. Schon mit dem Gründungskapital zählt die Stiftung der DGN heute zu den 30 Prozent der einlagenstärksten Stiftungen Deutschlands. Die „Stiftung Deutsche Gesellschaft für Neurologie“ wird durch den bewährten Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. treuhänderisch verwaltet und ist rechtlich eigenständig.

Überschüsse der DGN fließen in die Stiftung

„Wir möchten mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln vielfältige Projekte fördern, aber zunächst müssen wir Bewegung in die Stiftung bringen“, so der DGN-Präsident. Damit die Stiftung schnell und nachhaltig ihren Zielen gerecht werden kann, muss zunächst Stiftungskapital aufgebaut werden, das Erträge abwirft. „Die DGN wird ihren Beitrag leisten, indem Überschüsse – erwirtschaftet etwa durch den Kongress – konsequent in den Kapitalstock eingebracht werden“, erklärt Gereon Fink. Doch das wird nicht reichen. „Um Projekte substanziell und strukturell nachhaltig finanzieren zu können, braucht die DGN weitere Förderer“, wirbt Fink um Unterstützung in den eigenen Reihen und darüber hinaus.

DGN-Mitglieder können Gründungszustifter werden

„Bevor wir die Stiftung in der breiten Öffentlichkeit bewerben, möchten wir unseren Mitgliedern die Möglichkeit geben, als ‚Gründungszustifter‘ in die Annalen der DGN bzw. der Stiftung einzugehen“, so Fink weiter. Alle Mitglieder, die bis 30. April 2018 eine Zustiftung von mindestens 1000 Euro tätigen, werden im Stammbuch als Gründungsstifter aufgeführt. Erste Zustiftungen sind bereits eingegangen.

www.dgn.org/stiftung

DGN-Präsident Prof. Gereon R. Fink über die Stiftung

Kontoverbindung für Spenden und Zustiftungen:

Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.
IBAN: DE69 3604 0039 0120 5871 00
BIC: COBADEFFXXX
Angaben im Verwendungszweck: Gründungszustiftung o. a.

Bei Fragen rund um die Zustiftungs- und Spendenmöglichkeiten wenden Sie sich an:

Karsten Krüger, Stiftungsmanagement
Deutsches Stiftungszentrum GmbH im Stifterverband, Barkhovenallee 1, 45239 Essen
Tel.: +49 (0)201 8401193
Fax: +49 (0)201 8401255
E-Mail:
www.deutsches-stiftungszentrum.de
www.stifterverband.de

 

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)
c/o albertZWEI media GmbH
Oettingenstraße 25, 80538 München
E-Mail:
Tel.: +49 (0)89 46148622


Nationales Gesundheitsportal: Konzeptentwurf liegt vor

Befragung von Informations-Anbietern zeigt breite Zustimmung zur Portal-Idee / Stellungnahmen erbeten

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat seinen Entwurf für das Konzept eines nationalen Gesundheitsportals veröffentlicht. Den Auftrag hatte es vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) erhalten. Das Portal soll das Potenzial haben, für die Bürgerinnen und Bürger zum zentralen deutschen Internetangebot für Informationen rund um Fragen zur Gesundheit zu werden. An Evidenz orientierte Anbieter von Informationen zu Gesundheitsfragen sollen sich – freiwillig und unter Beibehaltung ihrer Eigenständigkeit – auf gemeinsame Qualitätsstandards einigen und als „Content-Partner“ ihre Inhalte auf einer kooperativen Plattform bereitstellen. Bis zum 13. März 2018 können interessierte Personen und Institutionen zu diesem Konzeptentwurf schriftlich Stellung nehmen.

Zielgruppe sind auch Menschen mit geringeren Gesundheitskompetenzen

Das Portal soll verlässliche Informationen zu Gesundheits- und Präventionsfragen bündeln. Es gibt im Internet zwar heute bereits gute Informationen. Gleichzeitig zeigen Befragungen aber, dass Nutzerinnen und Nutzer große Schwierigkeiten haben, verlässliche Angebote herauszufiltern. Vordere Ränge auf Trefferlisten kommerzieller Suchmaschinen wie Google bieten keine Gewähr für gute Qualität.

Ein wichtiges Ziel des Portals ist es auch, Menschen mit geringerer Gesundheitskompetenz zu unterstützen, etwa indem es den Zugang zu telefonischen und persönlichen Beratungsangeboten in Deutschland vereinfacht. Zwar gibt es eine Vielzahl solcher Angebote in Wohnortnähe, allerdings sind sie aber nicht leicht zu finden: „Diese Navigationshilfe zu Beratungsangeboten ist ebenso wichtig wie die Sammlung guter Gesundheitsinformationen“, sagt Klaus Koch, Leiter des Ressorts Gesundheitsinformation im IQWiG. Das Portal soll auch die Arbeit der Beraterinnen und Berater unterstützen.

Welche Inhalte das Portal bieten soll

Das Portal soll eine breite Palette von Informationen bereitstellen. Wie das IQWiG einschätzt, wären folgende Module umsetzbar, da bereits Kerninhalte und potenzielle Kooperationspartner vorhanden sind:

  • evidenzbasierte Gesundheitsinformationen
  • evidenzbasierte Präventionsangebote
  • Navigator zu persönlichen / telefonischen Beratungsangeboten
  • Navigator zu Kliniken, Ärzten, Pflegeeinrichtungen und anderen Angeboten der Gesundheitsversorgung
  • Erläuterungen der Strukturen des deutschen Gesundheitswesens
  • Navigator zu laufenden klinischen Studien
  • eventuell Bewertung aktueller Medienberichte

Bei einer Fragebogen-unterstützten Erhebung des IQWiG haben 97 Institutionen aus dem Gesundheitswesen ihre Einschätzungen abgegeben: Die Idee haben alle Antwortenden grundsätzlich unterstützt.

Anforderungen an Träger und Content-Partner

Um die Unabhängigkeit des Portals zu sichern, darf der Träger keine kommerziellen Interessen haben, er muss gemeinnützig und wissenschaftlichen Grundsätzen verpflichtet sein. Zudem muss er einerseits politisch und inhaltlich unabhängig, andererseits aber in transparente Beratungs- und Beteiligungsstrukturen eingebunden sein.

Content-Partner müssen Anforderungen an Transparenz und – modulspezifisch – an Qualitätssicherung erfüllen und ein Akkreditierungsverfahren durchlaufen. Für den Start des Portals ist es sinnvoll, mit Augenmaß notwendige Mindeststandards festzulegen, um dann im Dialog mit den Beteiligten das Niveau im Laufe einer definierten Frist anzuheben und zu vereinheitlichen.

Stufenweiser Auf- und Ausbau

Laut Konzept soll das Portal stufenweise auf- und ausgebaut werden. So wären einerseits erste Inhalte frühzeitig nutzbar, andererseits ließe sich das Angebot sukzessive erweitern.

Als erste Stufe bietet sich eine Suchmaschine an, die ausschließlich die Inhalte akkreditierter Content-Partner erfasst und den Nutzerinnen und Nutzern dem Stand der Technik entsprechende Trefferlisten liefert. Die Treffer verweisen anfangs auf die externen Angebote der Partner. Die Suchmaschine wird danach schrittweise ergänzt durch inhaltliche Module. Das Portal stellt dann selbst Informationen zur Verfügung und verknüpft die Inhalte der Module miteinander.

Das Projekt soll schon mit den ersten Schritten begleitend wissenschaftlich evaluiert werden.

Nutzerbedürfnisse müssen Priorität haben

Der Erfolg des Portals wird unter anderem davon abhängen, ob es gelingt, den Träger so einzurichten, dass er den Qualitätsanforderungen entsprechen kann und seine Finanzierung nachhaltig gesichert ist. Und er muss genügend relevante Partner mit qualitativ hochwertigen und damit verlässlichen Informations-Angeboten gewinnen.

Ausschlaggebend wird sein, ob sich der Träger an den Bedürfnissen von Nutzerinnen und Nutzern orientiert. „Nur dann wird das Portal bei den Zielgruppen gut angenommen werden“, ist sich Klaus Koch sicher. „Verbraucher und Patienten müssen deshalb von Anfang an in die Entwicklung mit einbezogen werden.“

Zum Ablauf der Konzepterstellung

Das IQWiG hatte im Juni 2017 per Fragebogen um Einschätzungen zur Idee eines nationalen Gesundheitsportals gebeten. Die Antworten wurden für den vorliegenden Konzeptentwurf ausgewertet.

Stellungnahmen zu dem jetzt veröffentlichten Konzeptentwurf werden nach Ablauf der Frist gesichtet und fließen in die Fertigstellung des Konzepts ein. Das Feinkonzept zu erstellen, wird dann Aufgabe des Trägers sein.

 

Kontakt:

Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts

Sitz: Wegelystraße 8, 10623 Berlin

Kontaktadresse:
Im Mediapark 8
50670 Köln

 

 

Ansprechpartner für die Presse

Dr. Anna-Sabine Ernst

+49 221 35685-153

Susanne Breuer

+49 221 35685-158


Neuvorstellung aus Österreich zur Buchmesse im BFW Leipzig

Porträt Felix Kucher © Privat
16. März 2018
20:00bis21:30
Buchcover Felix Kucher: Kamnik © Picus Verlag, 2018, Wien/Österreich

Buchcover Felix Kucher: Kamnik © Picus Verlag, 2018, Wien/Österreich

Zur diesjährigen Buchmesse präsentiert das Berufsförderungswerk Leipzig (BFW Leipzig) den Österreichischen Schriftsteller Felix Kucher. Am 16. März 2018 wird der Autor aus seinem zweiten Roman „Kamnik“ lesen. Das Buch erscheint Ende Februar im Wiener Picus Verlag.

Seit gut 10 Jahren gehört das BFW Leipzig zu den über 400 Leseorten im Rahmen von Europas größtem Lesefestival „Leipzig liest“. Die letzten Jahre waren vorwiegend Autoren von Reiseliteratur zu Gast im Bistro der Leipziger Bildungseinrichtung.

Mit Felix Kucher stellt sich erstmals ein ausländischer Schriftsteller dem Publikum im BFW Leipzig vor. Im Gepäck hat er sein zweites Buch.
„Kamnik“ erscheint erst Ende Februar im Picus Verlag und feiert auf der diesjährigen Buchmesse seine Deutschlandpremiere. Der Wiener Verlag beschreibt das Buch auf seiner Internetseite als einen „Auswandererroman voll kräftiger Bilder aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts und zwingender Dramatik, die die Lebensläufe der Protagonisten auf zwei Kontinenten schicksalhaft verknüpft.“ *

Porträt Felix Kucher © Privat

Porträt Felix Kucher © Privat

Felix Kucher (http://www.felix.kucher.at/), wurde 1965 in Klagenfurt geboren. Der studierte Klassische Philologie, Theologie und Philosophie in Graz, Bologna und Klagenfurt. Kucher ist Qualitätsmanager, Lehrer und Weinbauer, lebt und arbeitet in Klagenfurt und Wien. 2016 erschien sein erster Roman »Malcontenta« im Picus Verlag. Das neue Buch von Felix Kucher passt sich gut ein in das weit gefächerte Verlagsprogramm, das sich zwischen aufklärerischem Impuls, Weltoffenheit, der Idee des Grenzüberschreitenden und des intellektuellen Engagements mit Sinn für Ästhetik und Lebenslust einordnen lässt.

Die Buchlesung beginnt um 20 Uhr. Einlass ist bereits um 19.30 Uhr. Im Bistro kann man sich vor der Lesung mit einem kleinen Imbiss vom langen Buchmessetag stärken. Der Eintritt zur Lesung ist frei.

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Erstellt: Michael Lindner/BFW Leipzig

* Quelle: http://www.picus.at/produkt/kamnik

Veranstaltungsdaten:

Datum: 16.03.2017
Uhrzeit: 20.00 Uhr (Einlass: 19:30 Uhr)
Ort: BFW Leipzig, Bistro, Georg-Schumann-Straße 148, 04159 Leipzig
Lesung: Felix Kucher „Kamnik“ (Picus Verlag, 2018, Wien/Österreich)
Eintritt: Frei
Internet: www.bfw-leipzig.de/buchmesse
Kontakt: mailto:veranstaltungen@bfw-leipzig.de

Schlagworte:

BFW Leipzig, Felix Kucher, Kamnik, Picus Verlag Wien, Buchmesse Leipzig, Leipzig liest, Lesefestival, Georg-Schumann-Straße

BFW Leipzig

Seit 25 Jahren ist das Berufsförderungswerk Leipzig als Spezialist auf dem Gebiet der beruflichen Rehabilitation tätig. Hier werden Menschen ausgebildet und bedarfsorientiert unterstützt, die durch Krankheit oder Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben scheiden mussten. Mit individuellen Erprobungs-, Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen werden neue Möglichkeiten für den Weg zurück in ein erfülltes Arbeitsleben angeboten. Die Angebote als überregionaler Dienstleister auf den Gebieten Beratung, Diagnostik und Assessment, Qualifizierung, Prävention und Rehabilitation stehen neben der Hauptstelle in Leipzig in den Außenstellen in Brand-Erbisdorf, Chemnitz, Döbeln, Plauen und Zwickau zur Verfügung. Die vielfältigen Leistungen sind ein wichtiger Beitrag nicht nur um Menschen wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen, sondern diese tragen auch durch die Orientierung am Arbeitsmarkt zur Lösung des Fachkräftemangels in der Wirtschaft bei. Darüber hinaus werden an der Bildungseinrichtung verschiedene Kurse der beruflichen Weiterbildung angeboten.

Weitere Informationen und Bildmaterial:

Berufsförderungswerk Leipzig gemeinnützige GmbH
Michael Lindner
Leiter PR | Unternehmenskommunikation
Georg-Schumann-Straße 148
04159 Leipzig
Tel.: 0341 | 9175120
Fax: 0341 | 917563120
E-Mail: presse@bfw-leipzig.de
Internet: http://www.bfw-leipzig.de/presse


Koalitionsvertrag eröffnet Perspektiven für die Versorgung älterer Patienten in Deutschland

 

 

 

Pressemitteilung 01-2018 (09.02.2018)

 

Koalitionsvertrag eröffnet Perspektiven für die Versorgung älterer Patienten in Deutschland – stärkere Fokussierung auf diese wachsende Patientengruppe bleibt jedoch weiterhin notwendig!

 

Mit der nachhaltigen Stärkung der sektorübergreifenden Versorgung, des Präventionsgedankens und dem Ziel, frühzeitig Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, werden für die Versorgung geriatrischer Patienten wichtige Themen im Koalitionsvertrag aufgegriffen. Die vereinbarten Strukturreformen im Krankenhausbereich, insbesondere die vorgesehene Finanzierung der Pflegepersonalkosten unabhängig von Fallpauschalen, werden deutliche Auswirkungen auf die Geriatrien im Krankenhaus haben. Als personalintensiver Versorgungsbereich müssen hier sachgerechte Umsetzungsregelungen entwickelt werden, die nicht zu einer Verschlechterung der Versorgung führen dürfen. Vielmehr muss eine Stärkung der Versorgung unmittelbar am Patienten erreicht werden.

 

Aus Sicht des Bundesverbandes Geriatrie ist die noch stärkere Ausrichtung der medizinischen Versorgung am Bedarf des Patienten sehr zu begrüßen. Die Geriatrie kann insbesondere bei der angestrebten nachhaltigen Stärkung der sektorübergreifenden Versorgung einen wichtigen Beitrag leisten. Der Versorgungsbedarf geriatrischer Patienten liegt, bedingt durch die typische Multimorbidität dieser Patientengruppe und ihrer allgemeinen Gebrechlichkeit (Frailty), an der unmittelbaren Schnittstelle zwischen Akutversorgung, Reha und pflegerischer Versorgung und erstreckt sich von der vollstationären, teilstationären bis hin zur ambulanten Versorgung. „Diese Versorgungsziele der zukünftigen Regierungspartner sind im Sinne der geriatrischen Patienten sehr zu begrüßen“, so der Vorstandsvorsitzende des BV Geriatrie Ansgar Veer. „Die Koalitionspartner wollen zudem den Hospiz- und Palliativbereich stärken. Hier muss die Geriatrie als fachspezifische Versorgung in der Zeit vor bzw. während der Palliativ- und Hospizversorgung mitgedacht und entsprechend gefördert werden. Nur so kann das Vereinbarungsziel sinnvoll im Sinne der Patienten erreicht werden“, mahnte Veer an.

 

Die vorgesehene Finanzierung der Pflegepersonalkosten unabhängig von Fallpauschalen stellt eine weitere Neuerung dar, welche die Geriatrien als personal- und insbesondere pflegeintensiven Bereich stark beeinflussen wird. Hier ist die konkrete Umsetzung abzuwarten, die jedoch dem geriatriespezifischen Versorgungsauftrag entsprechen muss. Ebenso ist die Neupositionierung des MDK zu begrüßen, sofern dadurch Bürokratie abgebaut und ein fachbezogenes Miteinander erzielt werden kann.

 

Die Herausforderung, bestehende Versorgungshemmnisse zwischen ambulant und stationär abzubauen, zeigt sich nicht nur im Bereich der Notfallversorgung. Auch der geriatrische Patient braucht hier eine reibungslose Versorgung ohne Versorgungslücken an dieser Nahtstelle. Insofern sollte der Blick bei der Umsetzung der Vereinbarung weiter gefasst werden.

 

Im Bereich der Prävention gibt es in der Geriatrie eine Vielzahl von Ansatzpunkten, sodass eine weitere Schwerpunktsetzung in diesem Aufgabenfeld richtig und wichtig ist. Somit ist die Vorgabe, Prävention ´in allen Lebensbereichen´ stärken zu wollen auch für geriatrische Patienten ein sachgerechter Ansatz.

 

Ein echtes Versäumnis der Vereinbarung ist, dass der Rehabilitationsbereich vollkommen unerwähnt bleibt. Nicht nur, dass beispielsweise die Themenfelder Digitalisierung, Stärkung der Qualität oder Pflegepersonalkosten nur auf Krankenhäuser bezogen werden, auch darüber hinaus gibt es keine Impulse zur Verbesserung der Versorgung. „So bleibt z. B. die wichtige sektorübergreifende Versorgung in Richtung Pflegeversicherung zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit unerwähnt“, gibt Veer zu bedenken.

 

Bundesverband Geriatrie e.V.
Reinickendorfer Straße 61
13347 Berlin
Tel.: 030 / 339 88 76 – 10
Fax: 030 / 339 88 76 – 20
E-Mail: Geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de

 

 

Bundesverband Geriatrie e.V.

Vorstandsvorsitzender: Dipl.-Kfm. Ansgar Veer

Geschäftsführer: RA Dirk van den Heuvel

Reinickendorfer Straße 61

13347 Berlin

Tel.: 030 / 339 88 76 – 10

Fax: 030 / 339 88 76 – 20

E-Mail: geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de

http://www.bv-geriatrie.de

 

 

Der Bundesverband Geriatrie ist ein Verband von Trägern die rund 360 geriatrische Kliniken bzw. Einrichtungen betreiben und über ca. 22.000 Betten/Rehaplätze verfügen. Die auf Geriatrie spezialisierten Einrichtungen halten dabei sowohl stationäre, teilstationäre und ambulante Versorgungsangebote vor, sodass alle Ebenen der medizinischen Versorgung umfasst werden..

Geriatrie, oder auch Altersmedizin, befasst sich mit den speziellen Erkrankungen oder Unfallfolgen älterer Menschen. Das Besondere an dieser Patientengruppe ist, dass ältere Menschen zumeist mehrfach krank (multimorbid) sind. Die geriatrischen Kliniken bieten, hierauf abgestimmt, multidimensionale geriatrische Therapien. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der sich auf psychische, funktionelle, soziale und ökonomische Belange erstreckt. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der älteren Menschen zu erhalten, bzw. soweit wie möglich wieder herzustellen.

Neben der Interessenwahrnehmung als politischer Verband sieht der Bundesverband Geriatrie e.V. seine besondere Aufgabe in der Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Versorgung.

Dazu wurde frühzeitig ein Daten- und Vergleichssystem mit Namen GEMIDAS aufgebaut und zu Gemidas Pro weiterentwickelt sowie die Erfahrungen für die Entwicklung eines eigenen Qualitätssiegels Geriatrie, welches von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle vergeben wird, genutzt. Finanziell trägt sich der Verband über die Beiträge seiner Mitglieder. Der Bundesverband ist daher auch aus finanzieller Sicht eine unabhängige Organisation.

 


Gute Patientenversorgung nur mit zukunftsfähigen Konzepten

 

Berlin, 9. Februar 2018 – Der BDPK teilt das im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD formulierte Leitbild der Patientenorientierung. Positiv ist die Zusage von Investitionsmitteln für Umstrukturierungen, neue Technologien und für Digitalisierung in Krankenhäusern. Dazu gehört auch die geplante Förderung arbeitsteiliger Prozesse durch die Etablierung neuer Berufsbilder in der stationären Patientenversorgung. Das befähigt Kliniken dazu, gute Patientenversorgung zu organisieren und ihrem Versorgungsauftrag nachzukommen.

Personaluntergrenzen sind keine Lösung

Erhebliche Folgeprobleme sieht der Verband mit der Festlegung von abteilungsbezogenen Personaluntergrenzen für die Pflege auf die Kliniken und ihre Patienten zukommen:

  • Wenn in allen Pflegeheimen und Krankenhäusern starre Personalvorgaben eingeführt werden, besteht die Gefahr, dass wegen Fachkräftemangels Krankenhausbetten und Pflegeplätze in Pflegeheimen wegfallen. Wartelisten und Unterversorgung wären die Folge.
  • Der Bedarf an pflegerischem Personal lässt sich nicht zentral für alle Krankenhäuser definieren, sondern ergibt sich unter anderem aus den Versorgungsbedürfnissen der Patienten des einzelnen Hauses.
  • Moderne Patientenversorgung erfolgt wegen der Mulitmorbidität der Patienten zunehmend interdisziplinär und abteilungsübergreifend. Außerdem bestehen viele neue Berufsbilder, die in die Patientenversorgung eingebunden sind, die sich dem klassischen Pflege- und Arztberuf nicht eindeutig zuordnen lassen.
  • Zusätzliche Bürokratie durch MDK-Prüfungen halten Pflegekräfte und Ärzte vom Patienten fern.

„Besser wäre es, pflegerelevante Qualitätsindikatoren (Häufigkeit Dekubitus, nosokomiale Infektionen, Komplikationsraten) und Patientenzufriedenheit konsequent zu messen und zu veröffentlichen. Das schafft die Grundlage, Pflegepersonal sinnvoll einzusetzen. Eine solche Herangehensweise wäre weitaus konstruktiver und sinnvoller, als sich mit dem Zählen von Köpfen zu beschäftigen,“ sagt BDPK-Hauptgeschäftsführer Thomas Bublitz.

Krankenhausbehandlung ist Teamarbeit!

Rückwärtsgewandt ist die Entscheidung, das DRG-System bei den Personalkosten für Pflege außer Kraft zu setzen. „Damit werden Pflegekräfte willkürlich aus der organisatorischen Einheit Krankenhaus gehoben. Das heißt auch, dass Krankenhäuser für ca. ein Drittel ihrer Personalkosten, die sie für die Pflege aufwenden, zur Selbstkostendeckung zurückkehren,“ kritisiert Thomas Bublitz. Bestehende Organisationsstrukturen werden konserviert, Arbeitsteilung verhindert und Anreize für organisatorische Weiterentwicklung verschwinden.

Um eine Vision der medizinischen Versorgung der Zukunft zu entwickeln, benötigen Krankenhäuser organisatorische und finanzielle Hilfestellungen. Eine Expertenkommission auf Bundesebene sollte Vorschläge zur Organisation des Krankenhauses der Zukunft erarbeiten. Handlungsbedarf gibt es vor allem bei der Verbesserung der Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen und dem Einsatz der Digitalisierung für eine bessere Patientenversorgung bei Diagnostik und leitliniengerechter Behandlung.

Sehr sinnvoll ist die Intention der Koalitionäre, die rehabilitative Versorgung der pflegenden Angehörigen zu verbessern und den Ärzten die Direktverordnung von Rehabilitationsleistungen zu erlauben. Das allein reicht nicht. Der wachsenden Zahl von Pflege abhängigen Menschen, kann nur mit Rehabilitation begegnet werden. Deshalb ist die Direktverordnung für alle Patienten der GKV notwendig.

 

Ihr Ansprechpartner:
Thomas Bublitz
Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes
Deutscher Privatkliniken e.V.
Friedrichstraße 60
10117 Berlin
Tel.: 0 30 – 2 40 08 99 – 0
Fax: 0 30 – 2 40 08 99 – 30

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Adipositas – Motivation steht im Behandlungsmittelpunkt

Dr. Tatjana Schütz, Dipl. Ernährungswissenschaftlerin, leitet die Core Unit Ernährung und klinische Phänotypisierung am IFB AdipositasErkrankungen – www.ifb-adipositas.de, © Privat
Dr. Tatjana Schütz, Dipl. Ernährungswissenschaftlerin, leitet die Core Unit Ernährung und klinische Phänotypisierung am IFB AdipositasErkrankungen – www.ifb-adipositas.de, © Privat

Dr. Tatjana Schütz, Dipl. Ernährungswissenschaftlerin, leitet die Core Unit Ernährung und klinische Phänotypisierung am IFB AdipositasErkrankungen – www.ifb-adipositas.de, © Privat

Der 16. Mai 2018 steht im Berufsförderungswerk Leipzig (BFW Leipzig) ganz unter dem Thema des Ernährungsverhaltens in unserer Gesellschaft. In Kooperation mit dem Leipziger IFB AdipositasErkrankungen veranstaltet das BFW Leipzig das rehawissenschaftliche Kolloquium „Durch Dick und Dünn – Essstörungen in der Arbeitswelt“. Fachleute werden u.a. mit ihren Vorträgen das gesellschaftliche Phänomen der „dicker werdenden Gesellschaft“ beleuchten und sich den Fragen der Gäste stellen.

Frau Dr. Tatjana Schütz, Ernährungswissenschaftlerin am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum AdipositasErkrankungen, spricht in einem Vorabinterview über Adipositas als eine Erscheinungsform der Wohlstandsgesellschaft, die Ursachen und mögliche Ansätze, die „Volkskrankheit“ in den Griff zu bekommen.

Frage:      Kann man von einem Ansteigen der „Volkskrankheit“ Adipositas reden und wo liegen die Ursachen?

Antwort: Ja, aus weltweit erhobenen Daten geht hervor, dass die Menschen in vielen Regionen immer dicker werden. Betrachten wir Europa gibt es regional Unterschiede, die aber auch an den Lebensbedingungen festgemacht werden können. Insgesamt sind in Europa laut einer OECD-Studie* aus dem Jahr 2017 mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung übergewichtig. Und die Schwankungen speziell bei adipösen Erwachsenen liegen zwischen Italien mit 9,8 Prozent und

Ungarn mit 30 Prozent weit auseinander. Deutschland liegt mit 23,6 Prozent über der Durchschnittsmarke der OECD von 19,5 Prozent.

Zum Vergleich: 1990 bis 1992 lag der Bevölkerungsanteil mit Adipositas in Deutschland für die Frauen noch bei 23,9 Prozent und für die Männer bei 18,1 Prozent. Seither nahm die Adipositas besonders im jungen Erwachsenenalter am stärksten zu.

Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Der zunehmende Wohlstand in den westeuropäischen Staaten führte zu einer veränderten Lebensweise: weniger körperlich schwere Arbeit, ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln für wenig Geld, größeres mediales Angebot. Wir sind im Schlaraffenland angekommen. Unser Lebensstil ist nicht mehr zu vergleichen mit den Zeiten unserer Großeltern.

Die Balance zwischen Bewegung, Ruhe und Nahrungsaufnahme ist nicht mehr gegeben. Wir führen unserem Körper mehr Kalorien zu als wir verbrauchen und hören nicht auf den Körper, wenn er genug hat. Wir können über unser Sättigungsgefühl hinaus essen. Daraus kann sich langsam, aber stetig Adipositas entwickeln. Und Adipositas tut erst einmal nicht weh.

Frage:      Welche Chancen bestehen, den Prozess insgesamt wieder umzukehren?

Antwort: An erster Stelle steht die Prävention. Die Programme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) z.B. zielen direkt auf die gesunde Lebensweise mit Ernährung und Bewegung als Schwerpunkte in Kindertagesstätten, Schulen und am Arbeitsplatz ab. Es geht um das Erlernen des Bewusstseins, wie man mit seinem Körper umgeht. Was kommt auf meinen Teller? Esse ich aus Stress oder Langeweile? Wie kann ich auch zwischendurch gesund essen? Greife ich lieber zu einem kalorienarmen Getränk und gehe vielleicht als Ausgleich zur Büroarbeit zu Fuß zur Arbeit?

Wir können somit täglich kleine Entscheidungen über unsere Lebensgewohnheiten treffen und diese so ausrichten, dass unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden davon profitieren. Dies sind erste Schritte, um dem Trend einer zunehmend adipösen Gesellschaft entgegen zu wirken. Letztlich ist jeder für seinen Körper auch selbst verantwortlich. Es ist also wichtig, den Menschen für diese Entscheidungen zu motivieren, um aus sich selbst heraus zum Behandlungserfolg beizutragen.

Frage:      Es gibt deutschlandweit immer mehr Adipositaszentren. Ist dieses Mehr an Zentren auch ein Mehr an Hilfe?

Antwort: Das wird die Zeit zeigen. Es ist erst einmal zu begrüßen, dass in diesen Zentren der Behandlung der Adipositas und den daraus resultierenden Begleiterkrankungen eine zentrale Rolle zukommt. Hier gibt es die Fachkompetenz und die medizinische Ausstattung, um den Betroffenen zu helfen. Es wird eine Kombination von Ernährungsberatung, psychologischer Betreuung, Sporttherapie und gegebenenfalls Adipositaschirurgie angeboten, und gleichzeitig werden bereits gewonnene Erkenntnisse aus der Forschung u.a. unseres IFB AdipositasErkrankungen umgesetzt.

In erster Linie müssen jedoch die Hausärzte gestärkt werden. Sie sind die ersten, die mit dem Patienten, der an Adipositas erkrankt ist, in Berührung kommen. Hausärzte müssen den schleichenden Prozess von einem BMI im Übergewichtsbereich hin zu einer Adipositas mit einem BMI von über 30 kg/m² erkennen. So sollte das Wiegen des Patienten zu einem festen Bestandteil der Untersuchung werden, egal ob man wegen eines Routine Check-Ups oder wegen akuter Rückenschmerzen zum Arzt kommt. Wir müssen die Hausärzte befähigen, ein aufklärendes Gespräch zum Thema Adipositas mit dem Patienten zu führen und ihm geeignete Therapieangebote zu unterbreiten. Die Krankenkassen können z.B. bei der Information über die Infrastruktur und einer besseren Vernetzung der Angebote helfen: Gibt es Unterstützung durch Präventionsangebote wie Ernährungsberatung, Bewegungsangebote oder Stressmanagement bei zu hohem ? Wo finde ich diese Angebote in meiner Nähe, wo gibt es spezialisierte Zentren? Bekomme ich zeitnah einen Therapietermin? Darauf brauchen die Hausärzte Antworten, um ihren Patienten die entsprechende Hilfe anbieten zu können.

Von Seiten des IFB AdipositasErkrankungen Leipzig bieten wir Materialien an, wo sich Hausärzte informieren können. Gern organisieren wir auch Fortbildungsveranstaltungen oder treten auf Foren wie dem rehawissenschaftlichen Kolloquium im BFW Leipzig auf, um die Informationen eins zu eins weiterzugeben und ins Gespräch zu kommen. Krankenkassen wie die AOK Plus für Sachsen und Thüringen ziehen mit uns an einem Strang mit dem gemeinsamen Programm „Leipziger Adipositasmanagement“, um ihren Versicherten zu helfen. Die DAK Gesundheit geht offensiv mit einer Aufklärungskampagne in Form der Fotoausstellung SCHWERE[S]LOS und eigenen Studien in die Öffentlichkeit. So können wir Schritt für Schritt den Prozess der Adipositasentstehung verlangsamen. Und vielleicht auch wieder umkehren, wenn viele Partner aus Politik, Gesundheitswesen, Bildung und Wirtschaft mitmachen.

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Das Interview führte: Michael Lindner/BFW Leipzig

* OECD Obesity Update 2017 (Quelle: http://www.oecd.org/health/obesity-update.htm; http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Zahl_des_Monats/Archiv2016/2016_5_Zahl_des_Monats.html

**Anja Schienkiewitz, Gert B. M. Mensink, Ronny Kuhnert, Cornelia Lange. Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen in Deutschland. Journal of Health Monitoring · 2017 2(2)
DOI 10.17886/RKI-GBE-2017-025; http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_2017_02_Uebergewicht_Adipositas_Erwachsene.pdf;jsessionid=59CDFB9763F5DAAAE95B88DDBB94D451.1_cid381?__blob=publicationFile

Weitere Informationen zum Rehea-Kolloquium:

http://www.bfw-leizpig.de/reha-kolloquium

Schlagworte:

BFW Leipzig, Reha-Kolloquium, Essstörungen, IFB AdipositasErkrankungen, Adipositas, OECD, Übergewicht

BFW Leipzig

Seit 25 Jahren ist das Berufsförderungswerk Leipzig als Spezialist auf dem Gebiet der beruflichen Rehabilitation tätig. Hier werden Menschen ausgebildet und bedarfsorientiert unterstützt, die durch Krankheit oder Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben scheiden mussten. Mit individuellen Erprobungs-, Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen werden neue Möglichkeiten für den Weg zurück in ein erfülltes Arbeitsleben angeboten. Die Angebote als überregionaler Dienstleister auf den Gebieten Beratung, Diagnostik und Assessment, Qualifizierung, Prävention und Rehabilitation stehen neben der Hauptstelle in Leipzig in den Außenstellen in Brand-Erbisdorf, Chemnitz, Döbeln, Plauen und Zwickau zur Verfügung. Die vielfältigen Leistungen sind ein wichtiger Beitrag nicht nur um Menschen wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen, sondern diese tragen auch durch die Orientierung am Arbeitsmarkt zur Lösung des Fachkräftemangels in der Wirtschaft bei. Darüber hinaus werden an der Bildungseinrichtung verschiedene Kurse der beruflichen Weiterbildung angeboten.

Weitere Informationen und Bildmaterial:

Berufsförderungswerk Leipzig gemeinnützige GmbH
Michael Lindner
Leiter PR | Unternehmenskommunikation
Georg-Schumann-Straße 148
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