Donnerstag, Januar 11th, 2018

 

Deutlich mehr Berufskrankheiten anerkannt: Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Berichtsjahr 2016“ veröffentlicht

Deutlich mehr Berufskrankheiten anerkannt / Bericht "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit - Berichtsjahr 2016" veröffentlicht / Titel des Berichts "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit - Berichtsjahr 2016. Unfallverhütungsbericht Arbeit". Quellenangabe: "obs/Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/BAuA"
Deutlich mehr Berufskrankheiten anerkannt / Bericht "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit - Berichtsjahr 2016" veröffentlicht / Titel des Berichts "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit - Berichtsjahr 2016. Unfallverhütungsbericht Arbeit". Quellenangabe: "obs/Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/BAuA"

Deutlich mehr Berufskrankheiten anerkannt / Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Berichtsjahr 2016“ veröffentlicht / Titel des Berichts „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Berichtsjahr 2016. Unfallverhütungsbericht Arbeit“. Quellenangabe: „obs/Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/BAuA“

Dortmund (ots) – Mit 22.320 Fällen stieg die Zahl der anerkannten Berufskrankheiten im Jahr 2016 um fast ein Viertel (23,7 %) an. Hingegen sanken die Anzeigen auf eine Berufskrankheit um 1,9 Prozent. Zwar stieg die Zahl der Arbeitsunfälle auf knapp 960.000, aufgrund der steigenden Beschäftigung sank jedoch die Unfallquote pro 1.000 Vollarbeiter leicht und liegt bei rund 23 Unfällen (23,2; Vorjahr 23,3). Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fielen 2016 etwa 675 Millionen Erwerbstage durch Arbeitsunfähigkeit aus. Dies führte zu einem Produktionsausfall anhand der Lohnkosten von 75 Milliarden Euro. Durch Verlust an Arbeitsproduktivität gingen der deutschen Volkswirtschaft damit rund 133 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung verloren. Diese und weitere Ergebnisse enthält der statistische Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ (SuGA), den die BAuA jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) erstellt. Als klassische Indikatoren für die Güte von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit führt er die Unfallentwicklung und die Anzahl der Berufserkrankungen auf.

Im Jahr 2016 war jeder Beschäftigte durchschnittlich 17,2 Tage arbeitsunfähig. Bei der Berechnung hat sich im Vergleich zu 2015 die Bezugsgröße verändert. Für die Berechnung der Mitgliederzahlen in der gesetzlichen Krankenversicherung wurden erstmals Mitgliedsjahre herangezogen. Ein Mitgliedsjahr bedeutet, dass eine Person zwölf Monate gesetzlich versichert war. Eine Person, die zum Beispiel durch Ausbildungsbeginn oder Saisonarbeit lediglich ein halbes Jahr versichert war, fließt mit einem halben Mitgliedsjahr in die Berechnungen ein. Aufgrund der Einführung dieser neuen genaueren Bezugsgröße lassen sich die Zahlen jedoch nicht mit denen des Vorjahres vergleichen. Insgesamt flossen die Arbeitsunfähigkeitsdaten von rund 29 Millionen gesetzlich Versicherten in die Berechnungen ein. Nach wie vor hat die Diagnosegruppe „Muskel-Skelett-Erkrankungen“ mit knapp einem Viertel (22,8 %) den größten Anteil an den Ausfalltagen aufgrund von Krankschreibung. Die Diagnosegruppe „Psychische und Verhaltensstörungen“ folgt mit 16,2 Prozent auf Rang zwei, während „Krankheiten des Atmungssystems“ Ursache für mehr als jeden siebten Ausfalltag (13,5 %) waren.

Die Zahl der Verrentungen aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit blieb insgesamt stabil. Mit 174.000 Fällen in 2016 gab es lediglich einen Zuwachs von nur 0,6 Prozent. Dabei nahmen Verrentungen aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen um etwa 1.500 Fälle (+7,2 %) deutlich zu. Mit 42,8 Prozent bleiben „Psychische und Verhaltensstörungen“ mit großem Abstand häufigste Ursache für eine vorzeitige Verrentung.

Die anerkannten Berufskrankheiten wuchsen um knapp ein Viertel (23,7 %) im Vergleich zum Vorjahr auf 22.320 Fälle in 2016 an. Ursache war die Aufnahme neuer Berufskrankheiten in die Liste der Berufskrankheiten im Jahr 2015. Allein für die neu aufgenommene BK 5103 Hautkrebs durch UV-Strahlung gab es fast 3.000 neue Anerkennungen und 138 Rentenfälle. Dagegen sank die Zahl der Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheit um rund 2 Prozent auf etwa 80.000.

An den Folgen einer Berufskrankheit starben im Berichtsjahr 2.576 Menschen. Rund zwei Drittel dieser Todesfälle gehen auf den Umgang mit asbesthaltigem Material zurück. Insgesamt 873 Personen verunglückten 2016 bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin tödlich. Das waren rund 9 Prozent weniger als 2015. Während die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle um etwa 15.000 auf fast 960.000 anstieg, sank die Unfallquote je 1.000 Vollarbeiter leicht von 23,3 in 2015 auf 23,2 in 2016. Die meldepflichtigen Wegeunfälle verzeichnen einen leichten Anstieg, wobei die Unfallquote je 1.000 Versicherungsverhältnisse mit 3,7 fast stabil ist.

Im seinem Schwerpunkt geht der SuGA 2016 vertiefend auf die Leiharbeit ein. Dabei beleuchtet er die Arbeitsbedingungen und den Gesundheitszustand von Beschäftigten in Leiharbeit. Darüber hinaus stellt er verschiedene Instrumente vor, mit denen sich Leiharbeit in Verleih- und Entleihunternehmen sicher und gesund gestalten lässt. Kurzberichte über die Aktivitäten verschiedener Arbeitsschutzakteure wie der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), den Arbeitsschutzbehörden der Länder, den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung (UVT) sowie der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) und ein Überblick über das Unfallgeschehen bei Schülern runden den Bericht ab.

Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Berichtsjahr 2016. Unfallverhütungsbericht Arbeit; 1. Auflage; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2017; ISBN: 978-3-88261-241-7, 198 Seiten, DOI: 10.21934/baua:bericht20171211. Eine Version im PDF-Format zum Herunterladen gibt es im Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/publikationen.

Direkter Link: www.baua.de/dok/8732292

Weitere Informationen unter www.baua.de/suga.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 700 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz. www.baua.de

Pressekontakt:

Jörg Feldmann
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Gruppe 6.1, Pressearbeit
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
Tel.: 0231 9071-2330
Fax: 0231 9071-2299


DGE-Seminar für Küchenfachkräfte zu einer gesundheitsfördernden Verpflegung in der Klinik

  

Am 25. April bietet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) für Küchenfachkräfte, die in Krankenhäusern und Rehakliniken für Patienten kochen, ein Seminar in Dresden an. Den Teilnehmern werden die Inhalte der DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken vorgestellt und gemeinsam deren Umsetzung in der Klinikverpflegung praxisnah erarbeitet. So steht das Erstellen eines Wochenspeiseplans, der den Anforderungen der DGE-Qualitätsstandards entspricht, im Mittelpunkt des Seminars. Neben der Wissensvermittlung bietet das Seminar eine Plattform für den fachlichen Austausch der Küchenfachkräfte verschiedener Einrichtungen untereinander. So bereichern Erfahrungsberichte von gemeisterten Herausforderungen die theoretischen Grundlagen.

Die DGE-Qualitätsstandards beschreiben, wie eine gesundheitsfördernde Verpflegung in Krankenhaus und Rehaklinik aussehen soll. Entscheidend für eine bedarfsdeckende Nährstoffversorgung der Patienten sind für die Küchenfachkräfte sowohl die Speisenplanung als auch der Lebensmitteleinsatz sowie eine nährstoffschonende Zubereitung. Auch die Essatmosphäre und ein gut abgestimmtes Schnittstellenmanagement zwischen Küchenpersonal, Ärzten, Ernährungsfachkräften und Pflegeteam sind entscheidend für die bedarfsgerechte Versorgung und die Akzeptanz der Verpflegung, die mit der Umsetzung des DGE-Qualitätsstandards meist größer und vielfältiger wird. In der Klinik gehört die Verpflegung für die Patienten nicht nur zur Grundversorgung, sondern ist darüber hinaus oft auch Teil der Behandlung bzw. der Therapie. Ein optimiertes, gesundheitsförderndes Verpflegungsangebot kann die Ernährungssituation der Patienten deutlich verbessern, den Genesungsprozess fördern und das Wohlbefinden steigern indem es beispielsweise einer Mangelernährung entgegen wirkt.

Lernen Sie die DGE-Qualitätsstandards kennen und umsetzen und melden Sie sich bei Interesse für das Seminar bei Elke Thieme unter thieme@dge.de und 0228 3776 873 an. Weitere Informationen zum Seminar finden Sie auf der Internetseite https://www.station-ernaehrung.de/startseite/ unter der Rubrik Seminartermine. Dort erfahren Sie außerdem viel wissenswertes und nützliches rund um eine ausgewogene Verpflegung in der Klinik.

 

 

 

Kontakt:
Eva Hoffmann                                 

Diplom Oecotrophologin
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)
IN FORM-Projekt: Station Ernährung – Vollwertige Verpflegung in Krankenhäusern und Rehakliniken.
Tel.: 0228/3776 – 636
E-mail: hoffmann@dge.de

 

Über IN FORM

IN FORM ist Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Sie wurde 2008 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) initiiert und ist seitdem bundesweit mit Projektpartnern in allen Lebensbereichen aktiv. Ziel ist, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Menschen dauerhaft zu verbessern. Weitere Informationen unter: www.in-form.de