Freitag, Dezember 1st, 2017

 

Zuhause entspannen mit gesundem Rücken

Egal ob Stuhl, Sessel oder Sofa: Rückenfreundliche Sitzmöbel lassen sich an die individuellen Bedürfnisse des Nutzers anpassen. Quellenangabe: "obs/Aktion Gesunder Rücken e. V./AGR/himolla"
Egal ob Stuhl, Sessel oder Sofa: Rückenfreundliche Sitzmöbel lassen sich an die individuellen Bedürfnisse des Nutzers anpassen.  Quellenangabe: "obs/Aktion Gesunder Rücken e. V./AGR/himolla"

Egal ob Stuhl, Sessel oder Sofa: Rückenfreundliche Sitzmöbel lassen sich an die individuellen Bedürfnisse des Nutzers anpassen. Quellenangabe: „obs/Aktion Gesunder Rücken e. V./AGR/himolla“

Bremervörde (ots) – Je ungemütlicher und kälter es draußen wird, desto beliebter werden Aktivitäten in den eigenen vier Wänden. Vor dem Kamin sitzend ein gutes Buch lesen, Fernsehen oder einfach abschalten: Hauptsache es ist warm und gemütlich. All diese Beschäftigungen haben etwas gemeinsam: Sie werden größtenteils im Sitzen oder in „Relaxposition“ ausgeübt. Doch das lange Sitzen birgt bekanntermaßen Gesundheitsgefahren. Hinzu kommt, dass es in vielen deutschen Haushalten an geeigneten „rückengerechten“ Sitzmöglichkeiten mangelt. Diese sind jedoch gerade in der kalten Jahreszeit von großer Bedeutung, um schmerzhafte Verspannungen zu vermeiden und den Rücken bestmöglich zu unterstützen. Doch wie findet man rückengerechte Sitzmöbel? Das Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. gibt Aufschluss.

Gesund Sitzen und Essen

Vor allem beim Essen achten viele auf möglichst gesunde Zutaten und schonende Zubereitung. Doch nicht nur die Mahlzeiten an sich, auch die Sitzhaltung beim Essen ist entscheidend, um sich dauerhaft wohl zu fühlen. Speziell für den Einsatz am Esszimmertisch entworfene Sitzmöbel sollten nicht nur bequem und stilvoll, sondern auch ergonomisch gestaltet sein. Wichtig sind insbesondere eine passende Sitzhöhe und -tiefe sowie eine ausreichend breite Sitzfläche. Um die Wirbelsäule ausreichend zu stützen, sollte der Stuhl über eine anatomisch geformte Rückenlehne verfügen. Der Stuhl muss zudem bewegtes Sitzen erlauben und die Polsterung muss atmungsaktiv sein. Ein gutes Beispiel sind Esszimmerstühle der Firma moizi, denn sie erfüllen all diese Anforderungen. Mehr Infos gibt es unter www.agr-ev.de/esszimmermoebel.

Das rückenfreundliche Sofa

Auf einem gemütlichen, weich gepolsterten Sofa lässt es sich bei einem spannenden Film gut aushalten. Doch bei vielen handelsüblichen Sofas steckt hinter einer hübschen Fassade nur wenig Mehrwert für den Rücken. Besser geeignet sind Sitzmöbel, die sich an die Bedürfnisse des Nutzers anpassen lassen. Worauf auf jeden Fall zu achten ist sind Sitzhöhe, Sitztiefe sowie eine wirbelsäulengerechte Ausformung der Rückenlehne. Sitzhöhe und -tiefe lassen sich idealerweise individuell anpassen, jedoch gibt es auch Modellreihen, bei denen Sofa und Sessel in verschiedenen Höhen und Tiefen ausgewählt und miteinander kombiniert werden können. Leben im Haushalt unterschiedlich große Personen, kann durch die Kombination unterschiedlicher Sitzabmessungen auf jeden Rücksicht genommen werden. Damit es richtig gemütlich wird ist eine Liegefunktion inklusive Lehnenkopfverstellung empfehlenswert, die sich auf Wunsch integrieren lässt. Weitere notwendige Voraussetzungen sind ein guter Sitzkomfort sowie die Möglichkeit, durch Gewichtsverlagerung die Belastung bestimmter Körperteile leicht zu variieren. Eine verstellbare Sitzneigung, eine ausreichende Sitzbreite sowie höhen- und neigungsverstellbare Kopfstützen machen zusätzlich Sinn. Die „Planopoly Motion“-Modelle von himolla vereinen diese Vorteile zu einem rückenfreundlichem Gesamtkonzept. Mehr dazu unter www.agr-ev.de/polstermoebel.

Relaxsessel bieten gesunde Entspannung

Auch Sessel sollten aus ergonomischer Sicht gewissen Mindestanforderungen gerecht werden, um Rückenschmerzen zu vermeiden. Sogenannte Relaxsessel bieten besonders viel Entspannung und Komfort. Beim Probesitzen vor dem Kauf gilt es Folgendes zu beachten: Tiefe, Breite und Höhe des Sitzes sollten zum Körperbau passen. Mindestens zwei Finger breit Platz Zwischen Kniekehle und Sitz sind ratsam. Breite Armlehnen in der richtigen Höhe sorgen dafür, dass die Schultern im Idealfall weder nach unten durchhängen, noch nach oben gedrückt werden. Die Rückenlehne sollte den ganzen Körper gut stützen und dafür mindestens bis zur Schulter reichen, leicht verstellbar sein und entweder eine Becken- oder Lendenstütze besitzen oder über ein optionales Lordosenkissen verfügen. Auch eine Fußstütze oder ein passender Hocker sollte vorhanden sein. Bei der Liegefunktion müssen sich Rücken- und Sitzfläche synchron absenken lassen, wobei auch der Kopf gestützt sein sollte. Zusätzlich sinnvoll sind eine Massagefunktion sowie eine Sitz- und Rückenheizung. Die Modelle „Senator“ und „EasySwing“ von himolla und die „Fitform“-Sessel von Wellco erfüllen all diese Bedingungen und sind daher als besonders rückenfreundlich eingestuft. Weitere Informationen gibt es auf www.agr-ev.de/fernsehsessel.

Aufstehsessel motivieren zur Mobilität

Im höheren Alter gewinnen Sitztätigkeiten oft stark an Bedeutung. Der Grund sind häufig Einschränkungen hinsichtlich der Mobilität, wie Gelenkverschleiß und der allmähliche Rückgang der Muskulatur. Aufstehsessel können hier Abhilfe schaffen: Sie unterstützen durch ihren elektronischen Hebe- und Senkmechanismus die natürliche Aufsteh- und Hinsetzbewegung. Durch ihre Stützfunktion nehmen sie zudem Druck von den Gelenken, entlasten Muskulatur und Wirbelsäule und motivieren zur Mobilität. Aufstehsessel werden Tag ein Tag aus von ein und derselben Person benutzt, wodurch sich Sitzhöhe, -tiefe und -breite genau an individuelle Bedürfnisse anpassen lassen. Entweder über die vorhandenen Einstellmöglichkeiten, oder durch eine Anfertigung nach Maß. Die Lehne sollte hoch genug sein, um sowohl Rücken als auch Kopf zu stützen. Eine stufenlose Verstellung der Sitz- oder Liegeposition und eine intuitive Bedienung vereinfachen Haltungswechsel. Eine großflächige Lordosenstütze ist hier unverzichtbar. Für maximale Sicherheit beim Aufstehen sollte die Aufstehhilfe den Nutzer nicht nach vorne drücken und beim gesamten Aufstehprozess gut unterstützen. Wichtig sind auch eine Nackenstütze sowie Armlehnen in passender Höhe. In allen Bereichen empfehlenswert sind die Aufstehsessel der Serie Senator von himolla (mit Lordosenstütze und anpassbarer Sitztiefe) sowie verschiedene Fitform Sessel des Herstellers Wellco. Weitere Informationen finden Sie unter www.agr-ev.de/aufstehsessel.

Rückenfit abhängen

Viele Rückenbeschwerden hängen direkt mit Stress im Alltag zusammen. Daher ist es wichtig, zwischendrin immer wieder mal die Seele baumeln zu lassen. Und wo geht das besser, als in einer Hängematte? Das Problem hierbei: Herkömmliche Hängematten finden im Privatbereich oft keinen Platz, weil sie an zwei Enden befestigt werden müssen und somit viel Platz benötigen, der oft nicht vorhanden ist. Ganz anders hingegen sogenannte Hängestühle: Sie werden mittels einer Ein-Punkt-Aufhängung an der Zimmerdecke befestigt und nehmen nicht viel mehr Fläche in Anspruch als herkömmliche Wohnzimmersessel. Die Art der Aufhängung sorgt für ein sanftes Kreisen und Pendeln – so fühlt man sich schnell entspannt und geborgen. Darüber hinaus fördert das Schwingen und Schaukeln die Körperwahrnehmung und entfaltet eine beruhigende, entspannende und entkrampfende Wirkung. Ihr weiches, knotenfreies Netzgeflecht passt sich optimal an den Körper an – Druckstellen werden vermieden. Damit verschiedene Personen den Hängestuhl in unterschiedlichen Situationen nutzen können, sollte dieser sich leicht in Höhe und Neigung verstellen lassen. Wer auf der Suche nach einem geeigneten, rückengerechten Hängestuhl ist, wird zum Beispiel bei Mira ART fündig. Weitere Infos gibt es unter www.agr-ev.de/haengestuehle.

Über die AGR

Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. arbeitet seit über 20 Jahren daran, ein Bewusstsein für die Bedeutung rückengerechter Verhältnisse zu schaffen. Eine wichtige Entscheidungshilfe für Verbraucher stellt das AGR-Gütesiegel „Geprüft & empfohlen“ dar. Von unabhängigen medizinischen Gremien als besonders rückenfreundlich eingestufte Alltagsgegenstände können mit dem Gütesiegel ausgezeichnet werden.

Weiterführende Informationen über Produkte mit dem AGR-Gütesiegel finden Sie unter www.ruecken-produkte.de.

 

 

Pressekontakt:

Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V.
Tanja Cordes
Stader Straße 6
27432 Bremervörde
Telefon: +49 4761 926358 315
E-Mail: tanja.cordes@agr-ev.de
www.agr-ev.de


Morbi-RSA: Finanzielle Schieflage zwischen den Krankenkassen verschärft sich

Gemeinsame Pressemitteilung

Reform des Morbi-RSA muss sofort auf die politische Agenda

Berlin – Die Wettbewerbssituation zwischen den gesetzlichen Krankenkassen wird zunehmend angespannter. Grund dafür sind massive Fehlsteuerungen im GKV-Finanzausgleich der Krankenkassen, dem Morbi-RSA, erklärten die Vorstände und Geschäftsführer des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), des BKK Dachverbandes und des IKK e.V. in einem gemeinsamen Pressegespräch.

So zeigen neuere Zahlen des RSA-Schlussausgleiches für das Jahr 2016, dass sich die finanzielle Schieflage zwischen den Kassenarten noch einmal deutlich verschärft hat. Auch im Jahr 2016 wurde durch die Geldverteilungsmaschine Morbi-RSA wieder deutlich mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds in Richtung AOKn gelenkt, als diese für die Versorgung ihrer Versicherten benötigten. Die Überdeckung betrug rund 1,5 Milliarden Euro, im Jahr 2015 waren es noch rund eine Milliarde Euro. Alle anderen Kassenarten (Ersatzkassen, BKKn, IKKn und Knappschaft) mussten erneut Unterdeckungen hinnehmen (Ersatzkassen: -983 Millionen Euro; BKKn: -222 Millionen Euro; IKKn: -271 Millionen Euro und Bundesknappschaft -46 Millionen Euro). Sie erhielten also weniger Geld als sie für die Versorgung ihrer Versicherten benötigten. Die Spannbreite der Über- und Unterdeckungen liegt mittlerweile bei rund 2,5 Milliarden Euro – dies macht je Versicherten 109 Euro aus. Krankenkassen mit Unterdeckungen müssten die fehlenden Gelder durch höhere Zusatzbeiträge wieder hereinholen – dies sei nicht länger hinnehmbar, erklärten die Verbände einmütig.

Die wachsende Spreizung der Deckungsbeiträge zeige zudem den erheblichen Reformbedarf im Morbi-RSA. Diese Fakten könnten nicht einfach wegdiskutiert werden. Die Vorstände und Geschäftsführer von vdek, BKK Dachverband und IKK e.V. wiesen Äußerungen des AOK-Bundesverbandes vehement zurück, der die Wettbewerbsvorteile der AOKn auf ein besonders gutes Leistungsmanagement zurückführt. Im Gegenteil: Die Leistungsausgaben liegen oberhalb des Durchschnitts und die Verwaltungskosten der AOKn sind stetig gestiegen. Diese liegen mit 114 Prozent deutlich über dem GKV-Durchschnitt – und dies trotz deutlicher Verjüngung des Versichertenbestandes.

Das Thema muss deshalb sofort auf die politische Agenda der neuen Bundesregierung gleich welcher Couleur, forderten die Verbände. Aufgabe des Morbi-RSA sei es neben der Vermeidung von Risikoselektion, auch für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen. Wer jetzt nicht handelt, toleriert, dass die Zusatzbeitragssätze weiter auseinanderdriften, leistet einer Marktkonzentration der AOK Vorschub, gefährdet die Kassenvielfalt und beschränkt damit die Wahlmöglichkeiten der Versicherten.


Ansgar Veer als Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Geriatrie wiedergewählt

Pressemitteilung 11-2017 (30.11.2017 )

 

 

Herr Ansgar Veer als Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Geriatrie wiedergewählt. Neuer stellvertretender Vorstandsvorsitzender ist Herr Dr. med. Michael Musolf. Die 28. Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Geriatrie beschließt zudem Eckpunkte für die zukünftigen fachspezifischen Versorgungsstrukturen geriatrischer Patienten in Deutschland.

 

Die diesjährige Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Geriatrie fand am 28. und 29. November im nordrhein-westfälischen Neuss statt. Im Mittelpunkt stand die turnusgemäße Wahl des Vorstands: Die Vertreter der 361 Mitgliedseinrichtungen des Verbandes bestätigten für weitere drei Jahre Herrn Ansgar Veer im Amt des Vorstandsvorsitzenden.

Ansgar Veer

Herr Veer ist Hauptgeschäftsführer der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft und seit 2004 Mitglied des Vorstandes des Bundesverbandes. Im Jahre 2011 hat er erstmalig das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernommen. Er ist der erste Vorsitzende des Verbandes, der den Verband über mehr als zwei Amtszeiten führt. Seit 2009 ist Herr Veer unter anderem auch Vorstandsmitglied des Katholischen Krankenhausverbandes.

 

Dr. med. Michael Musolf

Dr. med. Michael Musolf

Als stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden wählten die Mitglieder das bisherige Vorstandsmitglied Herrn Dr. med. Michael Musolf, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Evangelischen Amalie-Sieveking Krankenhauses Hamburg.

 

Als Beisitzer wurden Frau Agnes Hartmann (Geschäftsführerin, Evangelisches Krankenhaus Gesundbrunnen, Hofgeismar), Frau Andrea Kuphal (Pflegedirektorin, Fachkliniken für Geriatrie, Radeburg) und Frau Dr. med. Ariane Zinke (Chefärztin, St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus, Ludwigshafen am Rhein) wiedergewählt. Neu in das Amt als Beisitzer wurden Herr Dr. med. Eric Hilf (Chefarzt, Sana Klinikum Lichtenberg) sowie Herr Dr. med. Michael Jamour (Chefarzt, Gesundheitszentrum Ehingen) gewählt.

 

Frau Dr. med. Karin Schmidt (Chefärztin, Klinikum Niederlausitz, Senftenberg) scheidet aus dem Vorstand aus.

Ansgar Veer freut sich über das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wurde: „Ich danke Frau Dr. Schmidt für die langjährige, erfolgreiche und persönlich äußerst angenehme Zusammenarbeit im Vorstand. Sie hat in vielen Bereichen, wie z. B. die Absicherung der Versorgungsqualität geriatrischer Patienten, die Arbeit im Vorstand mit geprägt und thematisch weiterentwickelt.“

 

„Ich bin überzeugt, dass wir mit der erneut im Vorstand versammelten multiprofessionellen Kompetenz aus den Bereichen Verwaltungsleitung, Ärztliche Leitung sowie der Pflegedienstleitung die Geriatrien in Deutschland sehr umfassend vertreten. Zudem ist damit auch der neue Vorstand wieder ein Abbild des geriatriespezifischen Behandlungsteams in den Mitgliedseinrichtungen“, ergänzt der neu gewählte stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Musolf.

 

Neben der Wahl des Vorstands und der Verabschiedung des Haushalts für 2018  beschäftigte sich die Mitgliederversammlung auch mit vielfältigen inhaltlich-thematischen Fragen.

 

Im Mittelpunkt stand dabei die Erörterung zukünftiger Strukturen für die Versorgung betagter und hochbetagter Patienten in Deutschland. Die rund 260 Fachleute aus den geriatrischen Fachabteilungen, Fachkliniken bzw. Rehabilitationseinrichtungen verabschiedeten die Eckpunkte für ein Konzept zukünftiger Versorgungsstrukturen geriatrischer Patienten in Deutschland. Dabei werden die demografischen Herausforderungen und insbesondere die zentrale Bedeutung bei der Umsetzung des Grundsatzes „Reha vor Pflege“ aufgenommen.

 

 

Bundesverband Geriatrie e.V.
Reinickendorfer Straße 61
13347 Berlin
Tel.: 030 / 339 88 76 – 10
Fax: 030 / 339 88 76 – 20
E-Mail: Geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de

http://www.bv-geriatrie.de


Adel Tawil neuer Präsident der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung

Das Kuratorium der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung hat heute den Musiker Adel Tawil zum neuen Präsidenten berufen. „Erst durch meinen Unfall im vergangenen Jahr ist mir die Tragweite einer Kopfverletzung bewußt geworden. 270.000 Menschen erleiden in jedem Jahr eine Schädelhirnverletzung. Mehr als 800.000 Menschen leben teils mit erheblichen Folgen – eine Zahl, die mich erschreckt. Ich bin dankbar, dass meine schwere Verletzung ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgeheilt ist,“ so Adel Tawil.

Stiftungsvorstand und Kuratorium mit der scheidenden Präsidentin Dr. Kristina Schröder und dem neuen Präsidenten Adel Tawil.

Im Namen des Vorstands und des Kuratoriums der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung dankt Dr. Joachim Breuer, Stiftungsvorsitzender, Adel Tawil für seine Bereitschaft, das Präsidentenamt zu übernehmen. „Sein soziales Engagement ist vielseitig. Neben der Unterstützung von Projekten zur Integration geflüchteter Menschen engagiert er sich außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung für benachteiligte Kinder. Dank seiner Glaubwürdigkeit durch den erlittenen Unfall und die in allen Facetten durchlebte langwierige Rehabilitation wird Adel Tawil die Ziele der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung überzeugend in der Öffentlichkeit vertreten“, so Breuer.

Eine Schädelhirnverletzung trifft die Menschen von einer Sekunde auf die andere. Die Hälfte der Betroffenen ist jünger als 25 Jahre und 35.000 sind Kinder unter 6 Jahren. „Ich habe erlebt, wie schnell es gehen kann: Bei mir war es der Sprung in den Pool,“ so Adel Tawil. Im Sommer 2016 erlitt er in Ägypten einen Badeunfall, bei dem er sich eine Mehrfachfraktur des Halswirbels zuzog, eine Verletzung, die vielfach zu Querschnittlähmung oder dem Tod führen kann. Nach der Erstversorgung in einer Klinik am Unfallort wurde er nach Berlin ausgeflogen und von Spezialisten der Charité behandelt. Neun lange Monate dauerte die Rehabilitation. Seit dieser Zeit gilt sein Interesse und sein soziales Engagement vornehmlich Unfallopfern mit Verletzungen des Zentralen Nervensystems und der Verbesserung deren Lebenssituation und Lebensqualität.

„In der Klinik habe ich viele Patienten gesehen, die nicht so viel Glück hatten wie ich – Patienten, die nach dem Klinikaufenthalt pflegebedürftig bleiben werden. In der Situation wirst du demütig,“ beschreibt Tawil die schwere Zeit.

Die Mehrzahl der pflegebedürftigen schädelhirnverletzten Menschen wird durch die Familie oder den Partner versorgt, häufig rund um die Uhr, und das über Jahre. Diese Situation stellt eine Herausforderung für alle Familienmitglieder dar. In den meisten Familien sind die physischen, psychischen und vor allem die finanziellen Belastungen immens hoch.

„Die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung hilft den Betroffenen und deren Angehörigen direkt und wirkungsvoll. Aber es gibt nie genug Hilfe, deshalb unterstütze ich die Arbeit der Stiftung gern,“ erklärt Adel Tawil.

Die Hilfsorganisation wurde am 21. Dezember 1983 von Dr. h.c. Hannelore Kohl in Bonn gegründet. Die Ehefrau des damaligen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl hatte das Präsidentenamt der gemeinnützigen Stiftung bis zu ihrem Tod im Jahre 2001 inne.

Alle Mitglieder der Gremien sind ehrenamtlich für die Stiftung tätig.

Die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems mit Sitz in Bonn wurde 1983 von Frau Dr. med. h.c. Hannelore Kohl ins Leben gerufen. Die Stiftung unterhält einen Beratungs- und Informationsdienst für Schädelhirnverletzte und deren Angehörige, unterstützt bei der Suche nach geeigneten Rehabilitationseinrichtungen und fördert die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Neurologischen Rehabilitation. Sie engagiert sich in der Präventionsarbeit für Unfallverhütung. Bis heute konnten über 31 Mio. Euro aus Spendenmitteln für über 675 Projekte an Kliniken, Institutionen und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland weitergegeben werden.

Medienkontakt
ZNS – Hannelore Kohl Stiftung
Helga Lüngen
Tel. 0228 978450
Mobil 0172 6050441
E-Mail: presse@hannelore-kohl-stiftung.de


„Zurück in ein selbständiges Leben“

Der ehemalige Glas- und Gebäudereiniger Uwe Rasche bei der Rehabilitation mit dem Exoskelett. Quellenangabe: "obs/Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft/Dominik Buschardt"
Der ehemalige Glas- und Gebäudereiniger Uwe Rasche bei der Rehabilitation mit dem Exoskelett.  Quellenangabe: "obs/Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft/Dominik Buschardt"

Der ehemalige Glas- und Gebäudereiniger Uwe Rasche bei der Rehabilitation mit dem Exoskelett. Quellenangabe: „obs/Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft/Dominik Buschardt“

Berlin (ots) – Jedes Jahr führen viele Arbeitsunfälle dazu, dass Menschen mit bleibenden Behinderungen leben müssen. Umso wichtiger ist es, die Betroffenen wieder in das soziale und berufliche Leben einzugliedern, um Inklusion zu ermöglichen. Das berichtet die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, der am 3. Dezember 2017 stattfindet. Allein im Jahr 2016 hat die BG BAU über 47.000 Rehabilitationsmaßnahmen abgeschlossen und fast 38 Millionen Euro für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie am Leben in der Gemeinschaft erbracht.

Während der Arbeit als Glas- und Gebäudereiniger stürzte Uwe Rasche sechs Meter tief durch eine Glasfaserplatte auf eine Betonrampe. Seitdem ist er unterhalb des dritten Lendenwirbels gelähmt und kann keiner geregelten Arbeit mehr nachgehen. Seit 23 Jahren gelähmt, ist er dennoch hoch motiviert und engagiert sich beim Rollstuhl-Tennis, Rollstuhl-Tanzen, Handbikefahren und Hockey.

Eine Ursache für den Lebensmut des jetzt 53jährigen ist die aktive Unterstützung durch die BG BAU. So erhält Rasche eine monatliche Verletztenrente und Pflegegeld. Zudem übernimmt die BG BAU die Auslagen der durch den Unfall bedingten Heilbehandlung, inklusive Arztkosten. Zudem erstattet sie die Kosten für benötigte Hilfsmittel, darunter auch Rollstühle für die sportlichen Einsätze. Außerdem wurde seine Wohnung behindertengerecht umgebaut und seine Teilnahme an dem Fahrsicherheitstraining „Mobil? Aber Klar!“ für Unfallverletzte finanziert. „Inzwischen bin ich froh“, sagt Rasche, „dass ich einen Arbeitsunfall hatte und keinen Freizeitunfall. Denn von der BG BAU fühle ich mich rundum gut betreut“.

Einen weiteren starken Impuls hat der Versicherte durch ein Lauf-Training mit dem Exoskelett am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum (BGU) Bergmannsheil in Bochum erfahren. Beim Training mit dem Roboteranzug ging Rasche aufrecht auf dem Laufband, über dem sein Körper fixiert war. Das Training funktioniert nur bei Menschen mit inkompletter Querschnittslähmung. Dabei werden Nervenimpulse vom Gehirn des Patienten in Signale umgewandelt, die ein am Exoskelett befestigter Computer empfängt und als Bewegungsbefehle an vier Elektromotoren weitergibt. Diese sind an den Gliedmaßen des Patienten befestigt.

Ziel der Therapie mit dem Exoskelett ist es, die Mobilität zu erweitern, Muskeln zu stärken und darauf hinzuwirken, dass die Patienten nicht mehr ausschließlich auf den Rollstuhl angewiesen sind. Diesem Ziel ist Rasche näher gekommen. Nach 60 Trainingsstunden mit dem Hightech-Anzug „habe ich 80 Prozent mehr körperliche Bewegungsfreiheit als vorher. Und wenn ich mich aufstütze, kann ich sogar schon wieder Treppen steigen, das ist ein wichtiger Schritt, zurück in ein selbständiges Leben“.

Weiterführende Informationen:http://www.bgbau.de/leistung/sozial

Pressekontakt:

Thomas Lucks
Telefon: 069/4705-824
E-Mail: thomas.lucks@bgbau.de

Joachim Förster
Telefon: 030/85781-518
E-Mail: Joachim.foerster@bgbau.de