Freitag, November 24th, 2017

 

Hygiene in Krankenhäusern und Pflegeheimen verbessern

Pressemitteilung – Verband der Ersatzkassen e.V.

Selbstverwaltung der Ersatzkassen verabschiedet Resolution zur Krankenhaushygiene

Berlin – Jährlich erkranken in Deutschland über 400.000 Menschen an einer Krankenhausinfektion, davon 30.000 Menschen an multiresistenten Erregern (MRE) – oft mit schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen. Deshalb widmet sich die Selbstverwaltung der Ersatzkassen verstärkt dem Problem der steigenden Zahl von Krankenhausinfektionen. Die Mitgliederversammlung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) hat nun hierzu eine Resolution mit sieben Forderungen verabschiedet. Darin mahnen die Ersatzkassen u. a. an:

  • mehr Transparenz, z. B. im Rahmen der Krankenhaus-Qualitätsberichte,
  • mehr Aufklärungs- und Informationsarbeit durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA),
  • eine Richtlinie mit Mindestanforderungen an die Struktur- und Prozessqualität von Hygienemaßnahmen; erfüllt ein Krankenhaus diese nicht, finden Sanktionen statt; hinzu kommen klare Vorgaben für Screening und Isolation von „Risikopatienten“,
  • Qualitätsindikatoren für die Hygiene, die die Bundesländer bei der Krankenhausplanung berücksichtigen müssen,
  • eine rechtlich bindende Verpflichtung der Länder, die notwendigen Investitionsmittel z. B. für Isolationszimmer bereitzustellen.

„Wir können noch viel tun in Sachen Krankenhaushygiene“, betonte Uwe Klemens, vdek-Verbandsvorsitzender. „Ein Drittel der Infektionen sind auf unzureichende Hygiene im Krankenhaus oder Pflegeheim zurückzuführen und deshalb grundsätzlich vermeidbar. Der Schlüssel zur Lösung der Probleme liegt vor allem in einer verbesserten Hygiene, einer angemesseneren Behandlung von MRE-Patienten und einem Umdenken im Einsatz von Antibiotika.“

Klemens würdigte die zahlreichen Aktivitäten, wie etwa die „Aktion Saubere Hände“, an der sich auch der vdek beteiligt. Ziel der Aktion sei es, die Händedesinfektion in Krankenhäusern zu verbessern, so Klemens. Auch die Bundesregierung habe in den vergangenen Jahren mit dem Infektionsschutzgesetz, der deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie und dem Hygienesonderprogramm eine Reihe von Aktivitäten zur Verbesserung der hygienischen Verhältnisse in den Krankenhäusern verabschiedet, welche maßgeblich durch die Beitragszahler der gesetzlichen Krankenkassen finanziert würden. Es komme jetzt darauf an, die nach wie vor bestehenden Defizite in der Umsetzung und in der Koordination der verschiedenen Vorsorgemaßnahmen zu beseitigen.

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist Interessenvertretung und Dienstleistungsunternehmen aller sechs Ersatzkassen, die zusammen nahezu 28 Millionen Menschen in Deutschland versichern:
– Techniker Krankenkasse (TK)
– BARMER
– DAK-Gesundheit
– KKH Kaufmännische Krankenkasse
– hkk – Handelskrankenkasse
– HEK – Hanseatische Krankenkasse

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) wurde am 20. Mai 1912 unter dem Namen „Verband kaufmännischer eingeschriebener Hilfskassen (Ersatzkassen)“ in Eisenach gegründet. Bis 2009 firmierte der Verband unter dem Namen „Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V.“ (VdAK).

In der vdek-Zentrale in Berlin sind rund 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. In den einzelnen Bundesländern sorgen 15 Landesvertretungen mit insgesamt rund 340 sowie mehr als 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pflegestützpunkten für die regionale Präsenz der Ersatzkassen.


Fitnessarmbänder: Gut ist nur ein Produkt

Pressemitteilung

Berlin – Fitnessarmbänder, Laufuhren und Smartwatches (kurz: Wearables) messen den Puls, erfassen Schritte und Laufgeschwindigkeit. Mit manchen kann man Musik hören und E-Mails checken: hochmodern, aber leider sehr neugierig. Die Anbieter von Smartwatches und Co. räumen sich weitgehende Rechte an den Daten der Nutzer ein. Für die Dezember-Ausgabe der Zeitschrift test hat sich die Stiftung Warentest 13 Modelle genauer angesehen. Bei 12 wurden deutliche Mängel im Kleingedruckten der Datenschutzerklärung und der AGBs gefunden. Gut hat deshalb nur eine abgeschnitten, die anderen waren befriedigend bis ausreichend.

Es geht um sensible Messwerte und Daten wie die Pulsfrequenz oder den Aufenthaltsort, die beim Gehen, Joggen oder Radfahren erhoben und auch an Drittfirmen gesendet werden. Die Smartwatch von Apple kostete das den Sieg.

Um die persönliche Fitness zu überwachen, sind alle Modelle brauchbar bis gut. Die getesteten Fitnessarmbänder kosten zwischen 130 und 190 Euro und sind geeignet für Gelegenheitssportler. Sie ermitteln den Puls und messen die Schritte, die am Tag gegangen wurden.

Für mehr Genauigkeit sorgen Laufuhren mit Sattelitenortung. Sie richten sich eher an versierte Sportler, die mit ausgefeilten Trainingsplänen arbeiten, und kosten zwischen 166 und 229 Euro. Die Smartwatches sind mit rund 300 bis 400 Euro deutlich teurer, aber dafür auch tragbare Multifunktionsgeräte, die sich flexibel auf die verschiedensten Sportarten einstellten und mit denen man sogar telefonieren oder E-Mails schreiben kann.

Der ausführliche Test erscheint in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 22.11.2017 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/wearables abrufbar.

Einen fragwürdigen Umgang mit personenbezogenen Daten attestierte den Fitnessarmbändern, Smartwatches und Fitness-Apps auch der Marktwächter Digitale Welt in seiner aktuellen Untersuchung (zur Pressemitteilung). Verbraucher erhalten auch auf wiederholte und formelle Nachfrage beim Anbieter in den meisten Fällen keine detaillierte Auskunft zu den über sie gespeicherten personenbezogenen Daten.


Ambulante und stationäre Patientenversorgung müssen enger kooperieren –

 Sozialdienstmitarbeiter bilden sich fort.

 

Bad Bocklet, 24.11.2017

 

Das Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet lud am 15.11.2017 bereits zum 7. mal zur Fachtagung für Sozialdienstmitarbeiter in Krankenhäusern ein. Als Leitthema wurde das neue Entlassungsmanagement nach § 39 Abs. 1a SGB V gewählt. Der Gesetzgeber rief mit der Gesetzesänderung alle am Behandlungsprozess Beteiligte auf, im Rahmen des Entlassungsmanagements die Versorgung der Patienten zu verbessern. Insbesondere sollen die verschiedenen Leistungserbringer stärker miteinander Kooperieren. Hierzu einigten sich die beteiligten Verbände am 16. Juni 2017 auf den entsprechenden Rahmen, der bis zum 01. Oktober umzusetzen war. Aus diesen Neuerungen ergab sich reichlich Abstimmungsbedarf für die tägliche Arbeit, sodass das Leitthema brandaktuell war.

Für die fachlichen Hintergründe referierte Frau Sibylle Kraus, Leiterin Sozialdienst und Case Management, Alexianer St. Hedwig Kliniken Berlin. Frau Kraus ist weiterhin Vorstandsmitglied des „Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V.“ und konnte den Anwesenden daher auch die unterschiedlichen Verhandlungspositionen erläutern.

 

Aus der Praxis – für die Praxis berichtet Frau Kraus über den Umsetzungsprozess des neuen Entlassungsmanagements im Alexianer St. Hedwig Kliniken Berlin. Hierzu gab Sie wertvolle Tipps, wie der nachstationäre Unterstützungsbedarf ermittelt und umgesetzt wird. Detailliert ging sie auch auf die neuen Leistungen, wie zum Beispiel die Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln, Medikamenten oder Feststellungen von Arbeitsunfähigkeiten ein und zeigte auch die praktischen Probleme auf, die sich aus den Geboten medizinischer Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit ergeben.

Ihr Fazit viel daher sehr differenziert aus und hob positiv die Festigung und Stärkung der klinischen Sozialarbeit hervor und hofft gleichzeitig, dass zum Wohle der Patienten künftig weitere bürokratische Barrieren abgebaut werden können.

Im weiteren Tagesverlauf unterrichtete Herr Steve Metz, Geschäftsführer des VdK Schweinfurt, über die praktischen Fallstricke im Behindertenrecht nach einem operativen Eingriff. Häufig könnten körperliche Einschränkungen erst im Zeitablauf objektiv Beurteilt werden, sodass eine Antragstellung, insbesondere auf eine Erhöhung des GdB (Grad der Behinderung), besser nicht vom Krankenhaussozialdienst zu stellen sei.

Als Rückblick auf die letztjährige Tagung stand uns Frau Ulrike Wittemann vom MdK Bayern zur Verfügung und referierte über die ersten praktischen Erkenntnisse mit dem neuen Begutachtungsassessment. Seit Jahresbeginn werden die Leistungen der Pflegeversicherungen nicht mehr nach drei Pflegestufen sondern nach fünf Pflegegraden kategorisiert. Alle Anwesenden waren sich einig, dass dieses neue Verfahren die tatsächlichen Bedürfnisse der Betroffenen besser widerspiegelt. Die Teilnehmer nutzten die sich bietende Gelegenheit, aus erster Hand einige Verständnisfragen beantwortet zu bekommen.

Abgerundet wurde die Tagung durch Frau Prof. Reuss-Borst, die als ärztliche Gesamtkoordinatorin der Kliniken Bad Bocklet AG gemeinsam mit Herrn Boschmann und Herrn Dr. Brückl das interdisziplinäre Behandlungskonzept im Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet präsentierte. Dies wurde anhand eines Beispielfalles für orthopädische und internistische Erkrankungen dargelegt, dessen Patient zudem noch psychotherapeutischer Begleitung bedurfte. Mit seinen Fachkliniken für Orthopädie, Innere Medizin, Urologie, Psychosomatik und Geriatrie nimmt das Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet für interdisziplinäre Behandlungen eine Vorreiterstellung ein.

Die Tagungspausen wurden für intensiven kollegialen Austausch genutzt und während eines Klinikrundganges wurden die Therapieabteilungen des Hauses besichtigt. Insbesondere die frisch renovierte Balneotherapie sowie die Schneekabine innerhalb der neuen Saunalandschaft fanden unter den Teilnehmern großen Anklang.

 

 

Kontakt:

Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet

 

Sebastian Pleick

Kliniken Bad Bocklet AG

Referent des Vorstandes

Frankenstr. 36

97708 Bad Bocklet

Tel. 09708/ 79-3438

Fax. 09708/ 79-3435

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