Montag, November 13th, 2017

 

Symposium „Depressionen bei chronischen Augenerkrankungen“

Öffentliches Symposium - Bundesverband Auge e.V. mit Klaus Weckwerth, Dieter Staubitzer, Dr. Susanne Fiege, Dr. Dr. med. Ekkehard Jecht (v.l.n.r.) Foto: www.juergenklieber.de

Berlin/Nürnberg – 13. November

  • Depressionen bei chronischen Augenerkrankungen:
    Symposium am 11. November 2017 in Nürnberg
  • Ärzte berichten über die Ursachen und Auswirkungen bei chronischen Erkrankungen
  • Bundesverband AUGE diskutiert mit Betroffenen und Ärzten über Depressionen bei chronische Augenerkrankungen/ Firma Bayer Vital GmbH förderte finanziell dieses Vorhaben
Öffentliches Symposium - Bundesverband Auge e.V. mit Klaus Weckwerth, Dieter Staubitzer, Dr. Susanne Fiege, Dr. Dr. med. Ekkehard Jecht (v.l.n.r.) Foto: www.juergenklieber.de

Öffentliches Symposium – Bundesverband Auge e.V. mit Klaus Weckwerth, Dieter Staubitzer, Dr. Susanne Fiege, Dr. Dr. med. Ekkehard Jecht (v.l.n.r.) Foto: www.juergenklieber.de

Am vergangenen Samstag trafen sich in Nürnberg Betroffene und Ärzte um über das Thema „Depressionen bei chronischen Augenerkrankungen“ zu diskutieren. Der „Bundesverband Auge“ mit Vereinssitz in Berlin hatte als Patientenorganisation zu diesem Symposium nach Nürnberg eingeladen. Die Firma Bayer Vital GmbH unterstützte mit Finanzmittel und Infomaterial diese Veranstaltung.

„In Deutschland leben fast 5 Millionen Betroffene mit schweren chronischen Augenerkrankungen. Viele chronisch an den Augen Erkrankte, vornehmlich am Glaukom (Grüner Star) oder an AMD (Altersbedingte Makuladegeneration) erkrankte, haben Angst zu erblinden und leiden unter Depressionen“, so der Bundesvorsitzende Dieter Staubitzer.

Herr Dr. Dr. med. Ekkehard Jecht, Hautarzt und Pychotherapeut aus Nürnberg, hatte im Eröffnungsvortrag die Hintergründe von Depressionen anschaulich aufgezeigt und ist dann auf die „Depressionen bei Augenerkrankungen“ eingegangen.
Frau Dr. Susanne Fiege, Chemikerin und von der Deutschen DepressionsLiga aus Kerpen, hatte in Ihrem Referat, auch aus der Sicht einer Betroffenen, anschaulich die Problematik aufgezeigt. In der anschließenden Podiumsdiskussion mit den Referenten und weiteren Teilnehmern, u.a. mit Herrn Klaus Weckwerth, Dipl.-Sozialpädagoge als stellvertretender Vorsitzender beim Bündnis gegen Depressionen Nürnberg und Leiter der Abteilung „Betreutes Wohnen für psychisch Kranke“ beim Caritasverband Nürnberg, wurde das Thema ausgiebig diskutiert.

Gerade frisch nach der Erst-Diagnose, fallen die Betroffenen häufig in ein tiefes Loch, bekommen Depressionen. Die behandelnden Augenärzte haben meistens nicht die Zeit, die Diagnose den Betroffenen ausführlich zu erklären. Die Betroffenen fühlen sich häufig alleine gelassen. Es ist auch wichtig zu verstehen, dass chronische Krankheiten keineswegs nur linear, gleichmäßig verlaufend, sondern in manchen Fällen erhebliche, teils dramatische Spitzen (Schmerzen, Leiden) aufweisen. Dieser Aspekt ist in der öffentlichen Wahrnehmung eher unterrepräsentiert und wurde im Rahmen dieses Projektes näher thematisiert. Nicht zuletzt auch, um diesen Patienten – nicht selten als „austherapiert” eingestuft – Gehör zu verschaffen und so ihre spezifischen Probleme und Nöte überhaupt erst einmal wahrzunehmen. Psychische Erkrankungen erfordern zumeist dauerhafte und lebenslange therapeutische Maßnahmen. Eine aktive Mitwirkung des Patienten ist daher therapiefördernd, lindert Beschwerden und kann Komplikationen vermeiden. Das Thema „Depression“ ist in den Medien schon sehr präsent, daher wurde mit dem Vorhaben diese Thematik auf neue, andere Art besetzt. Mit dem Blick auf die Patienten bzw. Betroffenen ist es wichtig, bestehende patientenrelevante Erkenntnisse in die Praxis zu bringen.

Bundesverband AUGE e.V. der gemeinnützige Verein kümmert sich um Menschen, die vorwiegend unter chronischen Augenerkrankungen leiden, wie beispielsweise Glaukom (Grüner Star), Makuladegeneration (AMD), Trockenes Auge sowie Netzhaut- und Hornhauterkrankungen. Einige Erkrankungsformen können die Sehkraft erheblich einschränken und bei fehlender Behand­lung zur Erblindung führen. Der Selbsthilfeverein gibt Betroffenen und Angehörigen Tipps und Hilfe­stellung zum richtigen Umgang mit der Augenerkrankung als auch bei der Inklusion im Alltagsleben. Der Verband informiert die Bevölkerung über augenspezifische Krankheitsbilder und ruft zur Früherkennung auf. In den Medien und in Mitglieder-Infos berichtet der Verein über aktuelle Therapieentwicklungen aus Wissenschaft und Forschung und alternative Behandlungsmethoden. Der 1999 gegründete Verein ist eine Selbsthilfeorganisation mit bundesweit rund 1000 Mitgliedern aus fast allen Bundesländern. Der Bundesverband ist Mitglied im Wohlfahrtsverband DER PARITÄTISCHE-Bayern und in verschiedenen Dachverbänden der Selbsthilfe. Die Organisation finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und öffentlichen Projektmitteln der Krankenkassen sowie über Spenden. Der Verein betreibt eine barrierefreie Homepage und ein kostenloses Beratungstelefon. Die Geschäftsstelle befindet sich in Aurach bei Ansbach in Bayern, Vereinssitz ist in Berlin.

Weitere Informationen: www.bundesverband-auge.de


Krankenhäuser fordern: Klinikpersonal stärken – Bürokratie abbauen

Pressemitteilung 13. November 2017
  1. Deutscher Krankenhaustag im Rahmen der MEDICA

Die Kliniken in Deutschland fordern eine nachhaltige Verbesserung ihrer finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen. „Die Themen Personalsicherung und Fachkräftemangel in der Pflege sind die zentralen Reformbaustellen in der kommenden Legislaturperiode“, erklärte Thomas Reumann, Kongresspräsident des 40. Deutschen Krankenhaustages. Dabei müsse die bereits im Sondierungspapier von CDU/CSU, FDP und Bündnis90/Die Grünen angekündigte Verbesserung der Refinanzierung der Personalkosten für die Krankenhäuser auch tatsächlich umgesetzt werden. Darüber hinaus bräuchten die Kliniken bei der Ausbildung von Pflegekräften mehr Unterstützung. „Die jetzt schon problematische Personalsituation mit rund 10.000 freien Stellen zeigt, dass starre Personalvorgaben nicht weiterhelfen“, machte Reumann deutlich. Wenn man den Pflegeberuf attraktiver machen möchte, müsse man zudem die überbordende Bürokratie im Krankenhaus abbauen. „Pro Tag verbringt ein Arzt vier Stunden mit bürokratischen Tätigkeiten, eine Pflegekraft drei Stunden. Zeit, die für die Pflege und die ärztlichen Leistungen fehlt“, so Reumann, zugleich Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Notwendig sei eine konzertierte Aktion zum Abbau der Bürokratie im Gesundheitswesen. Darüber hinaus forderte der DKG-Präsident in den Themenfeldern ambulante Notfallversorgung, Investitionskosten und Digitalisierung weiteren gesetzlichen Anpassungsbedarf.

Auch Irene Maier appellierte an eine künftige Regierung, die notwendigen Reformen in der Pflege endlich umzusetzen – notfalls auch auf Kosten der schwarzen Null. „Ich erwarte, dass sie die seit Langem überfälligen Reformen im Bereich der Pflege im Krankenhaus im Koalitionsvertrag festlegt und konsequent umgesetzt werden“, erklärte die Repräsentantin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen in Deutschland (ADS). Für Absichtserklärungen und halbherzige „Reförmchen“ wäre keine Zeit mehr, warnte Maier. Die Politik hätte eine bessere Bezahlung, eine bessere personelle Besetzung sowie zeitgemäße Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Aussicht gestellt – und damit genau die Handlungsfelder angesprochen, auf die die Pflegeberufsverbände die Politik seit mehr als zehn Jahren eindringlich hinweisen. „Die Pflege braucht grundlegende strukturelle Reformen. Und die kosten nun einmal Geld, schwarze Null hin oder her“, so Maier.

Prof. Dr. Hans-Fred Weiser, Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK), kritisierte die nach wie vor nur in Deutschland existierenden tiefen Gräben zwischen den einzelnen Versorgungsbereichen im Gesundheitswesen. „Es gibt hierfür keinen sachlich zwingenden und nachvollziehbaren Grund“, erklärte der VLK-Präsident. Objektiv betrachtet bringe die sektorenübergreifende Versorgung bei sinnvoller Umsetzung durch einen wirtschaftlichen Umgang mit den im Gesundheitswesen knappen personellen und finanziellen Ressourcen in der Summe Vorteile, die zu einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in Deutschland beitragen könnten. „Wir sollten vor dem Hintergrund der offensichtlich bestehenden Vorteile mit der konkreten Umsetzung der sektorenübergreifenden Versorgung in Teilbereichen in der kommenden Legislaturperiode beginnen.“ Weiser bezeichnete hierfür insbesondere den Bereich der Notfallversorgung als ein geeignetes Projekt.

Dr. Josef Düllings, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), forderte die möglichen Jamaika-Koalitionäre auf, sich zu einer tatsächlich zukunftssicheren Gesundheitsversorgung zu bekennen. Die stetig anwachsenden Probleme könnten durch das Drehen an kleinen „Schräubchen“ nicht mehr gelöst werden. „Nötig ist ein „Zukunftskonzept Deutsches Krankenhaus“, das von Bund und Ländern getragen wird und endlich mit der Lösung der bekannten Grundsatzprobleme beginnt“, erklärte Düllings. So forderte er von den Ländern eine Erhöhung der Regelinvestitionen auf über sechs Milliarden Euro pro Jahr. „Wer dem Ärzte- und Pflegekräftemangel begegnen will, wer mehr Versorgungsqualität und höhere Wirtschaftlichkeit will, muss jetzt mehr investieren. Die Kassenlage von Bund, Ländern und Krankenkassen gibt es her. Daher sollte der bestehende Strukturfonds deutlich aufgestockt und zeitlich verlängert werden. Allein werden die Kliniken den Strukturwandel nicht schaffen“, so der VKD-Präsident.

Vielfältiges Kongressprogramm
Der 40. Deutsche Krankenhaustag bietet den Besuchern vom 13. bis 16. November unter dem Generalthema „Krankenhäuser in einer neuen Zeit.“ zahlreiche gesundheitspolitische und praxisorientierte Veranstaltungen: Das Spektrum reicht von der Digitalisierung, Qualitätssicherung, Pflegeausbildung nach der Reform, Krankenhaus-Controlling, der sektorübergreifenden Notfallversorgung, Medizinischen Versorgungszentren, Patientenzufriedenheit, Brandschutz im Krankenhaus bis zur Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Der thematische Schwerpunkt am vierten und letzten Kongresstag ist die europäische Krankenhausversorgung: Die „4th Joint European Hospital Conference“ widmet sich schwerpunktmäßig den Chancen und Risiken von E-Health und analysiert die verschiedenen Konzepte auf europäischer Ebene.

Als zentrales Informations- und Diskussionsforum führt der Kongress die verschiedenen im Krankenhaus tätigen Berufsgruppen zusammen und bietet die Möglichkeit, in gesundheitspolitischen und praxisorientierten Vorträgen über die spezifischen Herausforderungen der jeweiligen Bereiche zu diskutieren. Die Veranstalterin, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), erwartet an den vier Kongresstagen über 1.600 Besucher aus Klinik und Gesundheitspolitik.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützen. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.

Kontakt:
Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
Pressestelle
Joachim Odenbach, Holger Mages, Dagmar Vohburger, Rike Stähler
Telefon: (030) 39 801 – 1021 / – 1022 / – 1023 / – 1024
Fax: (030) 39 801 – 3021
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