Dienstag, September 5th, 2017

 

Motiviert und produktiv trotz schwerer Krankheit: REHADAT-Studie „Mit Multipler Sklerose im Job“

REHADAT-Pressemitteilung 5/2017

 

Viele Menschen stehen trotz ihrer Erkrankung an Multipler Sklerose (MS) als qualifizierte Fachkräfte aktiv im Berufsleben, so die Ergebnisse einer empirischen REHADAT-Studie auf Basis einer Befragung von rund 750 Betroffenen. Die überwiegende Mehrheit der Befragten, nämlich zwei Drittel, arbeitet in Vollzeit. Ein Viertel der Befragten konnte seinen beruflichen Verpflichtungen nachkommen, ohne auf unterstützende Maßnahmen angewiesen zu sein.

Etwa jeder sechste Beschäftigte in der Befragung fühlt sich bislang nicht durch die Erkrankung im Arbeitsleben eingeschränkt. Wenn Unterstützungsbedarf besteht, nehmen die meisten Betroffenen die Hilfe ihrer Vorgesetzten und Kollegen an. Flexible Arbeitszeiten schätzt knapp die Hälfte als hilfreich ein. Die Beschäftigten mit einer MS-Erkrankung nutzen darüber hinaus häufig Seh- und Mobilitätshilfen, ergonomisches Arbeitsmobiliar, Hebe- und Transportgeräte sowie spezielle Computer und Software.

Eine offene Kommunikation trägt dazu bei, dass die Arbeitsplätze passend auf die individuellen Anforderungen zugeschnitten werden können. Beschäftigte, die offen mit ihrer Erkrankung umgehen, berichten sechs Mal so häufig, dass ihr Arbeitsplatz angemessen gestaltet ist, um problemlos die beruflichen Aufgaben zu erfüllen.

Gleichwohl besteht noch Aufklärungsbedarf – sowohl auf Seiten der Betroffenen, die gern im Arbeitsleben verbleiben wollen, als auch auf Seiten der Betriebe, in denen vielfach das Wissen über den Umgang und über Unterstützungsmöglichkeiten von Beschäftigten mit MS fehlt. Den betroffenen Menschen fehlen vor allem Informationen zu rechtlichen und finanziellen Aspekten. Nur eine Minderheit fühlt sich zur Erkrankung und zu den beruflichen Auswirkungen gut informiert.

 

Weitere Informationen im IW-Report 25: https://www.iwkoeln.de/studien/iw-reports

 

Oder direkt: www.iwkoeln.de/studien/iw-reports/beitrag/christiane-flueter-hoffmann-oliver-stettes-patricia-traub-mit-multipler-sklerose-im-job-360177

 

REHADAT ist ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und wird gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

 

Kontakt für Rückfragen:

Patricia Traub, Tel. 0221 4981-801, E-Mail: traub@iwkoeln.de oder

Christiane Flüter-Hoffmann, Tel. 0221 4981-841, E-Mail: flueter@iwkoeln.de

 

 

Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.
Anja Brockhagen
Referentin
Kompetenzfeld Berufliche Teilhabe und Inklusion

Postfach 10 19 42 / 50459 Köln
Konrad-Adenauer-Ufer 21 / 50668 Köln
Telefon: 0221 4981-845
brockhagen@iwkoeln.de

rehadat.de
twitter.com/rehadat


Beratung zum Wiedereinstieg in Arbeit durch berufliche Reha in Torgau

Der weiße BARKAS ist als Infomobil des BFW Leipzig in Sachen Beratung zur beruflichen Rehabilitation in Torgau unterwegs. © A. Starke, BFW Leipzig
Der weiße BARKAS ist als Infomobil des BFW Leipzig in Sachen Beratung zur beruflichen Rehabilitation in Torgau unterwegs. © A. Starke, BFW Leipzig

Der weiße BARKAS ist als Infomobil des BFW Leipzig in Sachen Beratung zur beruflichen Rehabilitation in Torgau unterwegs. © A. Starke, BFW Leipzig

Am 15. September fährt das Infomobil des Berufsförderungswerks Leipzig (BFW Leipzig) zum Wochenmarkt in Torgau. Das Beraterteam wird Fragen zur beruflichen Rehabilitation am weißen BARKAS beantworten, um Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen über Wege zurück in Arbeit durch eine Umschulung bzw. Qualifizierung zu informieren.

Von 9:00 Uhr bis 14:30 Uhr werden Steffen Gonsior und Michael Lindner vom Bereich Marketing des BFW Leipzig am weißen BARKAS die Gespräche mit den Interessenten führen. „Wir kommen mit dem weißen BARKAS in verschiedene Städte Mitteldeutschlands“, erklärt Steffen Gonsior, „um Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Unfall ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausführen können, vor Ort zu beraten. Mit diesem Angebot ergänze man die Informationsveranstaltungen in Leipzig. Mit der Erstberatung zeige man den Betroffenen nach oft monatelangem Krankheitsverlauf wieder eine Perspektive zur Rückkehr ins Arbeitsleben auf.“

„Wir werden die Interessenten über die Zugangswege zur beruflichen Rehabilitation und über ihre Chancen informieren. Durch das Erlernen eines neuen Berufes über eine Umschulung können sie so wieder in Arbeit kommen“, weiß Steffen Gonsior zu berichten. In diesen Gesprächen werde man gezielt auf einzelne Fälle eingehen.

Das Angebotsspektrum für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen ist im BFW Leipzig mit gut 45 Qualifizierungsangeboten – von der Umschulung im kaufmännischen oder gewerblich-technischen Bereich bis hin zu Vermittlungsmaßnahmen – sehr breit aufgestellt.

Gerade in der aktuellen Fachkräftediskussion bietet die berufliche Rehabilitation für alle Seiten positive Aspekte. „Zum einen erhalten betroffene Menschen eine zweite Chance auf einen Neubeginn im Arbeitsleben. Zum anderen könnten Unternehmen besonders auf diese Menschen bauen, die hoch motiviert die berufliche Qualifizierung absolvieren“, so Steffen Gonsior vom BFW Leipzig. „Wir bilden die Teilnehmer am BFW Leipzig auf einem sehr hohen Niveau und an modernsten technischen Geräten aus. Das motiviert die Teilnehmer zusätzlich, die zweijährige Umschulung mit einem guten Ergebnis abzuschließen.“ Es gehöre viel Willen und Engagement dazu, trotz gesundheitlicher Einschränkungen wieder ins Arbeitsleben einsteigen zu wollen. Diese Bereitschaft und die Lebenserfahrung aus dem ersten Beruf sind wichtige Argumente, um schnell in ein Unternehmen integriert zu werden. Die Erfahrungen zeigen, dass viele Unternehmensverantwortliche genau auf diese Werte bauen.

Auf dem Landeserntedankfest in Burgstädt beendet das Beratungsteam am 30. September 2017 die diesjährige Infomobiltour durch Mitteldeutschland. Weitere Informationen zur Infomobiltour durch Mitteldeutschland finden Interessenten auf dieser Seite: www.bfw-leipzig.de/infomobiltour

2.841 Zeichen
Erstellt: Michael Lindner

Schlagworte:

BFW Leipzig, berufliche Rehabilitation, Infomobiltour, Beratung, Torgau, Wochenmarkt, BARKAS

BFW Leipzig

Über 25 Jahren ist das Berufsförderungswerk Leipzig als Spezialist auf dem Gebiet der beruflichen Rehabilitation tätig. Hier werden Menschen ausgebildet und bedarfsorientiert unterstützt, die durch Krankheit oder Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben scheiden mussten. Mit individuellen Erprobungs-, Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen werden neue Möglichkeiten für den Weg zurück in ein erfülltes Arbeitsleben angeboten. Die Angebote als überregionaler Dienstleister auf den Gebieten Beratung, Diagnostik und Assessment, Qualifizierung, Prävention und Rehabilitation stehen neben der Hauptstelle in Leipzig in den Außenstellen in Brand-Erbisdorf, Chemnitz, Döbeln, Plauen und Zwickau zur Verfügung. Ein berufliches Trainingszentrum, das BTZ Leipzig, ergänzt das Angebot speziell für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Die vielfältigen Leistungen sind ein wichtiger Beitrag nicht nur um Menschen wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen, sondern diese tragen auch durch die Orientierung am Arbeitsmarkt zur Lösung des Fachkräftemangels in der Wirtschaft bei. Darüber hinaus werden an der Bildungseinrichtung verschiedene Kurse der beruflichen Weiterbildung angeboten.

Weitere Informationen und Bildmaterial:

Berufsförderungswerk Leipzig gemeinnützige GmbH
Michael Lindner
Leiter PR | Unternehmenskommunikation
Georg-Schumann-Straße 148
04159 Leipzig
Tel.: 0341 | 9175120
Fax: 0341 | 917563120
E-Mail: presse@bfw-leipzig.de
Internet: http://www.bfw-leipzig.de/presse