September, 2017

 

Weißer BARKAS fährt zum Landeserntedankfest nach Burgstädt

Der weiße BARKAS ist als Infomobil des BFW Leipzig in Sachen Beratung zur beruflichen Rehabilitation in Burgstädt zum Landeserntedankfest unterwegs. © A. Starke, BFW Leipzig
Der weiße BARKAS ist als Infomobil des BFW Leipzig in Sachen Beratung zur beruflichen Rehabilitation in Burgstädt zum Landeserntedankfest unterwegs. © A. Starke, BFW Leipzig

Der weiße BARKAS ist als Infomobil des BFW Leipzig in Sachen Beratung zur beruflichen Rehabilitation in Burgstädt zum Landeserntedankfest unterwegs. © A. Starke, BFW Leipzig

Am 30. September fährt das Infomobil des Berufsförderungswerks Leipzig (BFW Leipzig) zum diesjährigen sächsischen Landeserntedankfest nach Burgstädt. Zum Abschluss der Infomobiltour 2017 durch Mitteldeutschland nutzt das Beraterteam die publikumswirksame Veranstaltung, um vor Ort die Interessenten zu Fragen der beruflichen Rehabilitation zu informieren, um Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen Wege zurück in Arbeit durch eine Umschulung bzw. Qualifizierung aufzuzeigen.

Von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr werden Corinna Schulze und Steffen Gonsior vom Bereich Marketing des BFW Leipzig den weißen BARKAS in Burgstädt, Kirchplatz/Ecke Burkersdorfer Straße beim Landeserntedankfest parken. Dort werden sie die Gespräche mit den Interessenten zur beruflichen Rehabilitation führen. „Wir möchten wie hier in Burgstädt die Gelegenheit nutzen, um vor Ort Menschen zu beraten, die aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausführen können“, erklärt Steffen Gonsior. Mit diesem Angebot ergänze das Team vom BFW Leipzig die Informationsveranstaltungen in Leipzig. Mit der Erstberatung wolle man den Betroffenen nach oft monatelangem Krankheitsverlauf wieder eine Perspektive zur Rückkehr ins Arbeitsleben aufzeigen.

„Wir werden die Interessenten über die Zugangswege zur beruflichen Rehabilitation und über ihre Chancen informieren. Durch das Erlernen eines neuen Berufes über eine Umschulung können sie so wieder in Arbeit kommen“, ergänzt Corinna Schulze. In diesen Gesprächen könne man gezielt auf einzelne Fälle eingehen.

Das Angebotsspektrum für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen ist im BFW Leipzig mit gut 45 Qualifizierungsangeboten – von der Umschulung im kaufmännischen oder gewerblich-technischen Bereich bis hin zu Vermittlungsmaßnahmen – sehr breit aufgestellt.

Gerade in der aktuellen Fachkräftediskussion bietet die berufliche Rehabilitation für alle Seiten positive Aspekte. „Zum einen erhalten betroffene Menschen eine zweite Chance auf einen Neubeginn im Arbeitsleben. Zum anderen könnten Unternehmen besonders auf diese Menschen bauen, die hoch motiviert die berufliche Qualifizierung absolvieren“, so Steffen Gonsior vom BFW Leipzig. „Wir bilden die Teilnehmer am BFW Leipzig auf einem sehr hohen Niveau und an modernsten technischen Geräten aus. Das motiviert die Teilnehmer zusätzlich, die zweijährige Umschulung mit einem guten Ergebnis abzuschließen.“ Es gehöre viel Willen und Engagement dazu, trotz gesundheitlicher Einschränkungen wieder ins Arbeitsleben einsteigen zu wollen. Diese Bereitschaft und die Lebenserfahrung aus dem ersten Beruf sind wichtige Argumente, um schnell in ein Unternehmen integriert zu werden. Die Erfahrungen zeigen, dass viele Unternehmensverantwortliche genau auf diese Werte bauen.

Auf dem Landeserntedankfest in Burgstädt beendet das Beratungsteam die diesjährige Infomobiltour durch Mitteldeutschland. Insgesamt wurden 2017 acht Städte in Sachsen und Sachsen-Anhalt mit dem weißen BARKAS angesteuert. Über 100 Gespräche wurden vor Ort geführt.

3.100 Zeichen
Erstellt: Michael Lindner

Schlagworte:

BFW Leipzig, berufliche Rehabilitation, Infomobiltour, Beratung, Burgstädt, Burgstädt, Kirchplatz/Ecke Burkersdorfer Straße, Landeserntedankfest Sachsen, BARKAS

BFW Leipzig

Über 25 Jahren ist das Berufsförderungswerk Leipzig als Spezialist auf dem Gebiet der beruflichen Rehabilitation tätig. Hier werden Menschen ausgebildet und bedarfsorientiert unterstützt, die durch Krankheit oder Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben scheiden mussten. Mit individuellen Erprobungs-, Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen werden neue Möglichkeiten für den Weg zurück in ein erfülltes Arbeitsleben angeboten. Die Angebote als überregionaler Dienstleister auf den Gebieten Beratung, Diagnostik und Assessment, Qualifizierung, Prävention und Rehabilitation stehen neben der Hauptstelle in Leipzig in den Außenstellen in Brand-Erbisdorf, Chemnitz, Döbeln, Plauen und Zwickau zur Verfügung. Ein berufliches Trainingszentrum, das BTZ Leipzig, ergänzt das Angebot speziell für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Die vielfältigen Leistungen sind ein wichtiger Beitrag nicht nur um Menschen wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen, sondern diese tragen auch durch die Orientierung am Arbeitsmarkt zur Lösung des Fachkräftemangels in der Wirtschaft bei. Darüber hinaus werden an der Bildungseinrichtung verschiedene Kurse der beruflichen Weiterbildung angeboten.

Weitere Informationen und Bildmaterial:

Berufsförderungswerk Leipzig gemeinnützige GmbH
Michael Lindner
Leiter PR | Unternehmenskommunikation
Georg-Schumann-Straße 148
04159 Leipzig
Tel.: 0341 | 9175120
Fax: 0341 | 917563120
E-Mail: presse@bfw-leipzig.de
Internet: http://www.bfw-leipzig.de/presse


Ein Jahr psyrena.de – Reha-Nachsorge gut organisiert!

Im September 2016 ging mit psyrena.de die erste psychosomatische Nachsorgeplattform online. Seither ist die Seite um zahlreiche Funktionen gewachsen.

 

Ein Jahr psyrena.de: Sonja Schmalen, Produktmanagerin Digital Health, und Dr. Petra Becker, Geschäftsführerin der Dr. Becker eHealth GmbH, feiern den Geburtstag der ersten psychosomatischen Nachsorgeplattform Deutschlands.

Ein Jahr psyrena.de: Sonja Schmalen, Produktmanagerin Digital Health, und Dr. Petra Becker, Geschäftsführerin der Dr. Becker eHealth GmbH, feiern den Geburtstag der ersten psychosomatischen Nachsorgeplattform Deutschlands.

Köln. Die psychosomatische Nachsorge für alle Beteiligten vereinfachen – dafür setzt sich Deutschlands erste Nachsorgeplattform psyrena.de seit genau einem Jahr ein. Im September 2017 ging sie als Schnittstelle zwischen Nachsorge-Therapeuten, Rehabilitationskliniken und den Teilnehmern von Nachsorgegruppen ans Netz. Die Nachfrage ist seitdem gestiegen – mittlerweile haben Patienten einen gesetzlichen Anspruch auf eine Reha-Nachsorge der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Heute verzeichnet psyrena.de 14.000 Seitenaufrufe pro Monat.

 

Schnell und einfach zur Nachsorge

Aktuell sind bundesweit rund 410 Psychotherapeuten und Rehakliniken für die psychosomatische Nachsorge zertifiziert – sie alle sind auf psyrena.de zu finden. Dafür hat das Team die Daten der DRV eingespeist. „Wir sind die einzige Nachsorgeplattform, die diese auch ständig aktualisiert“, berichtet Sonja Schmalen, Produktmanagerin der Dr. Becker eHealth GmbH. Patienten, die einen wohnortnahen Anbieter oder einen freien Gruppenplatz suchen, nutzen auf psyrena.de die Umkreissuche. Bereits 1.600 von ihnen haben sich im vergangenen Jahr kostenlos registriert, um Kontakt mit den Nachsorgeeinrichtungen und -therapeuten oder direkt mit psyrena.de aufzunehmen. Die Nachsorgeanbieter selbst nutzen ihre Profilseiten, um Gruppenzeiten, freie Plätze und ihre Qualifikationen zu kommunizieren. Sie können sich auch für PsyrenaPro registrieren, um weitere Service-Leistungen nutzen zu können. Z. B. werden hier Daten der online angemeldeten Patienten automatisch in die Formulare der DRV übertragen und Anbieter können Termine online vergeben. Eine sichere Übermittlung wird durch ein besonderes Datenschutzkonzept gewährleistet.

 

Plattform durch Feedback im ersten Jahr optimiert

„Auch für die Beratung in Rehakliniken bedeutet psyrena.de eine große Arbeitserleichterung“, erzählt Sonja Schmalen. Die Mitarbeiter/-innen der Kliniken müssen nicht mehr zeitaufwendig recherchieren, sondern erhalten eine bundesweite Übersicht nach DRV-Träger. Neuerdings können sie sich auch die Therapeuten-Übersicht und Profile einzelner Anbieter ausdrucken. „Die Anregung dazu kam von den Sozialdiensten der Rehakliniken. Es freut uns, dass wir die Plattform durch zahlreiches Feedback im ersten Jahr weiter optimieren konnten.“ Um einen Beitrag zu einer flächendeckenden Versorgung zu leisten, berät Schmalen approbierte Psychotherapeuten, die von der DRV für die Nachsorge anerkannt werden möchten. Bisher hat sie 62 Psychotherapeuten beraten, die jetzt entweder zugelassen oder gerade im Anerkennungsverfahren der DRV sind.

 

Wer mehr über psyrena.de wissen möchte, kann gerne Kontakt aufnehmen mit:

Sonja Schmalen,  Produktmanagerin Digital Health

Dr. Becker eHealth GmbH

Tel.: 0221/934647-61

E-Mail info@psyrena.de

 

Presseanfragen:

Dr. Becker Klinikgesellschaft mbH & Co. KG
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Verena Altenhoff
Parkstraße 10
50968 Köln
Tel.: (+49) 221-934647 -45
Fax: -40
valtenhoff@dbkg.de
http://www.dbkg.de


Teilhabe von Familien mit behinderten Kindern stärken: Online-Diskussion ab 22. September 2017

Familien mit behinderten oder chronisch kranken Kindern bewältigen große Herausforderungen. Zu den zentralen Fragen gehört dabei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Lässt sich die Fürsorge für ein behindertes Kind mit den Erwartungen des Arbeitgebers verbinden? Wo findet sich eine inklusive Kindertagesstätte? Welche Sozialleistungen stehen zur Verfügung und wo gibt es kompetente Beratung? – Bislang halten das deutsche Arbeits- und das Sozialrecht nur vereinzelt Regelungen für Eltern behinderter Kinder vor. Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) stellt die Familie nun in den Mittelpunkt ihrer aktuellen Online-Diskussion „Zur Rolle der Familie und sozialer Netze von Menschen mit Behinderungen“. Alle fachlich und persönlich Interessierten sind ab dem 22. September 2017 dazu eingeladen, Fragen, Meinungen und Erfahrungen online zu diskutieren.

Familien mit beeinträchtigten Kindern sind besonders gefordert, um ihren Alltag zu organisieren. Neben der Auseinandersetzung mit verschiedenen Leistungsträgern und ‑erbringern bewältigen sie oft auch besondere Herausforderungen in der Pflege – und dies weitgehend unabhängig vom Alter ihrer Kinder. Betroffene Eltern weisen eine niedrigere Erwerbsbeteiligung auf, zulasten des Familieneinkommens und mit negativen Folgen für die Teilhabechancen aller Familienmitglieder.

In der Praxis verlassen sich Staat und Gesellschaft vielfach auf das familiäre, freundschaftliche oder nachbarschaftliche Umfeld der Menschen mit Behinderungen. Die Familie als unterstützendes soziales Netz braucht jedoch ihrerseits Unterstützung, um stabil und verlässlich zu bleiben. Es geht z.B. um Flexibilität bei der Gestaltung der Elternzeit, bei der Rückkehr in den Beruf sowie im Bereich der Arbeitszeitregelungen angesichts besonderer Situationen. Zur Debatte stehen darüber hinaus entlastende Sozialleistungen wie Frühförderung, Hilfsmittelversorgung, Assistenzleistungen oder inklusive Betreuungsplätze sowie unterstützende Infrastrukturen in Form von Peer Beratung, Selbsthilfeeinrichtungen oder ambulanten Diensten.

2008 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass das Verbot einer behinderungsbedingten Diskriminierung auch die sogenannte assoziierte Diskriminierung umfasst: Niemand darf wegen seiner engen Verbindung zu einem behinderten Menschen diskriminiert werden. Die rechtliche Verankerung dieses Verbots im deutschen Antidiskriminierungsrecht sowie klare Anspruchsregelungen stehen noch aus.

Die Online-Diskussion

Vom 22. September bis 13. Oktober 2017 führt die DVfR hierzu eine öffentliche Online-Diskussion durch. Fachpersonen aus Forschung und Praxis, fachlich Interessierte, Angehörige und Menschen mit Behinderungen sind eingeladen, ihre Fragen und Meinungen zum Thema online einzureichen und mitzureden. Für die aktive Teilnahme auf der Plattform unter http://fma.reha-recht.de ist eine Registrierung erforderlich, dort sind auch weitere Informationen zum Ablauf der Online-Diskussion abrufbar.

Der Fachaustausch wird u. a. von folgenden Expertinnen und Experten begleitet:

  • Prof. Dr. Andreas Eckert, Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, Zürich
  • Dipl. jur. Doreen Kalina, Bremen
  • Dr. Annette Mund, Vorstandsvorsitzende Kindernetzwerk e. V., Aschaffenburg
  • Prof. Dr. iur. Katja Nebe, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Kai Pakleppa, Leiter Referat Konzepte, Bundesvereinigung Lebenshilfe, Berlin
  • Dr. iur. Cathleen Rabe-Rosendahl, Referentin beim Bundesverwaltungsgericht, Leipzig
  • Birgit Scheibe, Rechtsanwältin, Mediatorin, Referentin im Diözesancaritasverband Münster

Seit 2014 finden bei FMA mehrmals im Jahr Online-Diskussionen zu verschiedenen Themen des Reha- und Teilhaberechts statt. Alle bisherigen Diskussionen können unter fma.reha-recht.de nachgelesen werden. „Fragen – Meinungen – Antworten zum Rehabilitations- und Teilhaberecht“ ist ein Angebot von www.reha-recht.de in Trägerschaft der DVfR.

Über die DVfR

Die DVfR ist die einzige Vereinigung in Deutschland, in der Vertreterinnen und Vertreter aller Akteure im Bereich Rehabilitation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken: Selbsthilfe- und Sozialverbände, Sozialleistungsträger, Rehabilitationseinrichtungen und -dienste, Reha-Experten sowie Berufs- und Fachverbände. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem interdisziplinären und sektorenübergreifenden, konsensorientierten Diskurs zur Weiterentwicklung von Rehabilitation, Teilhabe und Selbstbestimmung.

Über www.reha-recht.de

Die besondere Konstruktion des SGB IX als übergeordnetes Gesetz für die Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen führt noch immer zu Problemen bei der Rechtsanwendung. Das Portal „Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht“ (www.reha-recht.de) veröffentlicht Fachbeiträge und Informationen zur aktuellen Rechtsprechung und zur Rechtsentwicklung im Bereich des SGB IX sowie an den Schnittstellen des Sozialrechts z. B. zum Arbeitsrecht und zur Sozialmedizin. Außerdem ermöglicht es Online-Diskussionen zu ausgewählten Schwerpunktthemen. Ziel ist die Verbreitung nicht hinreichend bekannter Rechtsnormen, der aktuellen Rechtsprechung und ihrer Auslegung sowie die Diskussion von rechtlichen und rechtspolitischen Fragen in der Fachöffentlichkeit und bei den Akteuren in Betrieben und Institutionen. Hierdurch sollen die Anwendung und Weiterentwicklung des Rehabilitationsrechts unterstützt werden.

Kontakt:

Steffen Heidt
Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht

Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR)
Maaßstr. 26
69123 Heidelberg
Tel.: 06221 / 18 79 01-0
E-Mail: info@reha-recht.de

www.dvfr.de

www.reha-recht.de

monitoring.reha-recht.de


Schneller und einfacher in die Reha – gegen drohende Pflege

Reha-Tag am 23. September 2017: Dr. York Dhein, Johannesbad Gruppe, fordert besseren Zugang, mehr ambulante und wohnortnahe Angebote

Dr. York Dhein, Vorstandsvorsitzender der Johannesbad Gruppe.

BAD FÜSSING. „Reha vor Pflege“: Dieser Grundsatz ist gesetzlich verankert; doch immer noch mangelt es an der Umsetzung. Im Vorfeld des Deutschen Reha-Tags am 23. September 2017 bezieht Dr. med. York Dhein, Vorstandsvorsitzender der Johannesbad Gruppe, klar Stellung: „Der Zugang zu Rehabilitationsleistungen muss erleichtert werden. Denn nur so kann drohende Pflegebedürftigkeit vermieden werden.“ An die Reha-Branche gewandt sagt er deutlich: „Wir müssen die Reha zu den Menschen bringen, wohnortnah, ambulant und stationär verzahnt.“

In mehr als 1.200 Reha- und Vorsorgeeinrichtungen mit knapp 120.000 Beschäftigten und insgesamt 170.000 Behandlungsplätzen werden Jahr für Jahr rund 2 Millionen Patienten behandelt. „Doch immer noch werden Rehabilitationsmaßnahmen nicht verordnet. Patienten müssen diese beim Arzt nachfragen, falls dieser die Reha nicht empfiehlt. Der Arzt beantragt dann die Maßnahme – das ist meist sehr kompliziert“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Johannesbad Gruppe, einem der zehn größten Reha-Anbieter in Deutschland. Ablehnungen sind die Regel. Der Weg in die Reha wird so erschwert, Anträge müssen wieder und wieder geschrieben werden. „Dabei zeigen Studien, dass Rehabilitation Pflege verhindern oder zumindest rausschieben kann“, weiß Dr. York Dhein.

Gegen Pflege und chronische Krankheiten

Gerade mit Blick auf die Rente mit 67 nimmt die Bedeutung für die Maßnahmen der Reha-Kliniken zu. „Die Menschen arbeiten länger und werden immer älter. Wer rechtzeitig eine Reha-Maßnahme erhält, kann auch im Alter fitter sein“, sagt Dr. York Dhein. Denn bei der Rehabilitation geht es um die Wiederherstellung der Arbeitskraft, die nicht die Krankenkasse sondern die Rentenversicherung finanziert.

Neben den älteren Menschen stehen auch Kinder stärker im Fokus der Reha-Anbieter. Sie profitieren vom neuen Flexirentengesetz. Denn: Jetzt steht ihnen und allen anderen chronisch kranken Kindern diese Maßnahme auch rechtlich zu. Dr. med. York Dhein wertet das als Meilenstein für viele Betroffene. „Die Kinderreha ist nun eine Pflichtleistung der Deutschen Rentenversicherungsträger. Das war eine ganz wichtige Entscheidung für die Gesundheit der Kinder“, sagt Dr. York Dhein und fügt an: „Eine Reha für Kinder kann jetzt bedarfsgerecht und nicht nur alle vier Jahre beantragt werden.“ Das Ziel der Behandlung ist die spätere Erwerbsfähigkeit der Betroffenen.

Immer mehr Kinder leiden an chronischen Krankheiten – 3,2 Millionen waren es 2013 laut Robert-Koch-Institut und damit 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Die Zahl der Anträge für Kinderrehabilitation hingegen geht kontinuierlich zurück. Waren es im Jahr 2008 nach Angaben der Deutschen Ärztezeitung noch 37.568 Anträge, sanken sie bis 2013 um 29 Prozent. Ein möglicher Grund: Die Antragstellung ist für viele Eltern schwierig und umfangreich. Auch Kinder- und Hausärzte wagen sich oft nicht daran, teilweise kennen sie den neuen Rechtsanspruch nicht oder scheuen den bürokratischen Aufwand. Dr. York Dhein fordert: „Das muss verbessert werden.“

Kurzer Weg in die Reha

Doch der Vorstandsvorsitzende spricht auch die Rehabranche an: „Wir müssen uns stärker am Bedarf der Patienten orientieren.“ Noch immer befinden sich die meisten Rehakliniken in ländlichen Gegenden. „Der Weg dorthin ist zu weit“, sagt Dr. York Dhein und fügt an: „Wir müssen näher zum Patienten, der in erster Linie unser Kunde ist.“ Mehr ambulante und wohnortnahe Angebote schaffen kürzere Wege. Die Johannesbad Gruppe reagiert mit ihrer Unternehmensstrategie auf diese Entwicklung.


CYBATHLON Experience meets REHACARE 2017

 

Exoskelette: Junger Markt  mit viel Potenzial

 

Der Markt für Exoskelette steckt noch in den Kinderschuhen und wächst aktuell sehr stark.  Die Entwicklung der Systeme ist noch  lange nicht abgeschlossen. Einen Eindruck von ihrer aktuellen Leistungsfähigkeit, aber auch von  den Grenzen bietet bei der REHACARE 2017 vom 4. bis 7. Oktober in Düsseldorf die CYBATHLON Experience der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) in der Messehalle 4. Hinter diesem Eventformat stehen Show-Wettkämpfe, bei denen Menschen mit körperlichen Behinderungen u.a. unterstützt von Exoskeletten auf Hindernis-Parcours alltägliche Aufgaben bewältigen.

 

Biologisches Prinzip

Der Begriff  Exoskelett  kommt aus der Biologie. So heißen die Stützstrukturen der Körper von Insekten.  Überträgt man das Prinzip auf den Menschen, entstehen angetriebene Orthesen, die am Körper befestigt werden und ein großes Potential für die Rehabilitation freisetzen: Technische Exoskelette können gelähmte oder geschwächte Patienten bei alltäglichen Bewegungen unterstützen.

 

Zurzeit entstehen viele neue spezialisierte Exoskelett-Firmen, aber auch etablierte Firmen im Medizintechnikbereich beginnen sich mit der neuen Technologie zu beschäftigen.

 

Erste Einsätze in der Therapie

Erste Exoskelette für den Therapieeinsatz in Krankenhäusern kamen um das Jahr 2000 auf dem Markt. Rund 10 Jahre später rückten auch Systeme für die persönliche Unterstützung von Menschen mit Querschnittslähmung nach. Vor allem in der Therapie, vereinzelt aber auch bei Privatanwendern sind inzwischen weltweit Hunderte dieser Geräte im Einsatz. Der am schnellsten wachsende Anwendungsbereich ist die Industrie. Dort werden Exoskelette seit 2015 u.a. zum Heben und Transportieren schwerer Lasten eingesetzt.

 

Beim Cybathlon 2016 traten sieben Piloten mit komplett gelähmten Beinen auf dem Exoskelett-Hindernisparcours an.  Dabei zeigten sich die Fähigkeiten der Assistenzsysteme, aber auch ihre Grenzen: Einige Hindernisse konnten nicht von allen Exoskeletten gemeistert werden, was den Teilnehmern in Rollstühlen problemlos gelang. Außerdem war die körperliche Anstrengung den Piloten deutlich anzusehen.

 

Alltagstauglichkeit verbessern

Im nächsten Entwicklungsschritt wird es deshalb darum gehen, die Alltagstauglichkeit  der Geräte zu verbessern, sie robuster, sicherer und leichter zu machen. Zwei Schweizer CYBATHLON-Teams haben sich zu diesem Zweck zusammengefunden. Das Exoskelett-Team VariLeg der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) und das Rollstuhl-Team HSR Enhanced der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) planen für den CYBATHLON 2020 das gemeinsame Rennteam VariLeg Enhanced.

 

Ergänzende Konzepte

Die HSR untersucht auch Konzepte zur Teilunterstützung von Hüft- und Kniegelenken, die teilweise gelähmte oder geschwächte neurologische Patienten beim Gehen und Aufstehen unterstützen. Durch geschicktes Verlegen von Kabelzügen können die Antriebe weiter vom unterstützen Gelenk entfernt platziert werden. Dies ermöglicht eine deutlich schlankere Bauform des Gerätes, die auch im Namen „Exosuit“ zum Ausdruck kommt. Für Menschen mit vollständig gelähmten Beinen ist der „Exosuit“ allerdings kein geeignetes Fortbewegungsmittel. Eines Tages wird es vielleicht möglich sein, flexible Exosuits mit leichten Exoskeletten zu kombinieren.

 

Um Exoskelette breiteren Bevölkerungsschichten verständlich zu machen, wird noch in diesem Jahr  der „Educational Exoskeleton“, kurz EduExo genannt, auf den Markt kommen. Es handelt sich dabei um einen Exoskelett-Lernbaukasten, der es ermöglicht, das Feld interaktiv zu erkunden und dabei fundiertes Fachwissen in den erforderlichen Disziplinen zu erlernen. Zielgruppe sind Schüler, Studierende, Lehrkräfte Bastler, und alle, die sich informieren wollen.

 

Autoren: Volker Bartenbach, Prof. Dr. Roger Gassert,  Meike Tarabori (ETH Zürich), Silvia Rohner, Prof. Dr. Christian Bermes (HSR)

Düsseldorf, 18. September 2017

 

Pressekontakt:

Manuela Preinbergs

Assistenz: Apostolos Hatzigiannidis

Tel.:      +49(0)211/4560-542/544

Fax:     +49(0)211/4560-87-542/544

E-Mail:  PreinbergsM@messe-duesseldorf.de

HatzigiannidisA@messe-duesseldorf.de

www.rehacare.de

 


VdK fordert Nationale Demenzstrategie

20. September 2017

Zum Welt-Alzheimertag

Zum Welt-Alzheimertag fordert der Sozialverband VdK Deutschland eine Nationale Demenzstrategie, die nicht nur Prävention, Behandlung, Pflege und Rehabilitation von Erkrankten, sondern auch die Begleitung, Schulung und soziale Sicherung von pflegenden Angehörigen umfasst. Weitere wichtige Bausteine sind die Koordinierung von Forschung, medizinischer und pflegerischer Ausbildung, Öffentlichkeitsarbeit und die Schaffung von wohnortnahen Versorgungsstrukturen. „Die Phase der Einzelmaßnahmen, der Pilot- und Leuchtturmprojekte muss endlich in eine strukturierte Gesamtstrategie zum Wohle der an Demenz erkrankten Menschen und ihren Angehörigen münden. Es darf nicht noch mehr Zeit verstreichen“, sagt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich des Welt-Alzheimertags am 21. September.

Etwa 1,6 Millionen Demenzkranke leben in Deutschland, zwei Drittel von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen – Tendenz steigend. Trotzdem sind beispielsweise Krankenhäuser weder ärztlich noch pflegerisch angemessen auf diese Patienten eingestellt, kritisiert der Sozialverband VdK. „Wir brauchen dringend mehr geriatrisch geschultes Personal, auch in den Notaufnahmen“, erklärt Ulrike Mascher.

Der Hauptgrund für die fehlende Qualität in der Versorgung von Patienten mit Alzheimer liege aber vor allem im Personalmangel, sei es in Krankenhäusern oder in Pflegeeinrichtungen. „Der Mangel an Pflegekräften ist die größte Baustelle im Gesundheitswesen“, sagt Ulrike Mascher und appelliert an die zukünftige Bundesregierung: „Die Politik muss die Arbeit in Medizin und Pflege attraktiv machen und dort für gute Arbeitsbedingungen und eine gute Bezahlung sorgen.“

Ziel der Pflegepolitik in der nächsten Legislaturperiode müsse es aber auch sein, pflegende Angehörige zeitlich, organisatorisch und finanziell noch besser zu unterstützen. Dazu gehören etwa weitere Anstrengungen, um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu verbessern, aber auch der Ausbau von Entlastungsangeboten sowie die Schaffung eines flächendeckenden Netzes von Pflegestützpunkten.

verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

„Soziale Spaltung stoppen!“, so lautet das Motto der VdK-Aktion zur Bundestagswahl 2017. Der Sozialverband VdK hat zu den Themen Rente, Gesundheit, Pflege, Behinderung und Armut Kernforderungen aufgestellt und Vorschläge zur Finanzierung einer solidarischen Sozialpolitik gemacht. Mehr Infos unter: www.vdk.de/btw17

 

 

Sozialverband VdK Deutschland
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Cornelia Jurrmann (verantwortlich)
Linienstraße 131 – 10115 Berlin
Telefon 030 9210580-400
Telefax 030 9210580-410
www.vdk.de – presse@vdk.de


Umfassende Reformen auf den Weg gebracht

Das Titelbild zeigt die Kuppel des Reichstages

Fachmagazin REHAVISION zieht eine behindertenpolitische Bilanz

Das Titelbild zeigt die Kuppel des Reichstages

Titelbild der aktuellen Rehavision 2/2017

Auf der bundespolitischen Bühne werden in diesem Jahr die Weichen neu gestellt – das gilt auch für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Alle Augen richten sich auf die bevorstehende Bundestagswahl.

Die aktuelle Ausgabe der REHAVISION widmet sich aus diesem Grund ganz der Politik und der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag. Angesichts der zu Ende gehenden Legislaturperiode zieht das Fachmagazin ein Fazit der Behindertenpolitik der letzten vier Jahre.

Und auch der Ausblick kommt nicht zu kurz: Vorgestellt werden Positionen verschiedener Akteure zu Prävention, Rehabilitation und Inklusion. So hat REHAVISION die Behindertenpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen zu den Themen Förderung von Inklusion im Arbeitsleben und von Rehabilitation sowie zu der vom Bundesteilhabegesetz geforderten Leistungserbringung aus einer Hand befragt.

Die REHAVISION kann über die Geschäftsstelle des Bundesverbandes Deutscher Berufsförderungswerke kostenfrei bezogen werden und steht als barrierefreies PDF auf der Website des BV BFW www.bv-bfw.de zur Verfügung.

Über den BV BFW
Der BV BFW ist der bundesweite Zusammenschluss von 28 Berufsförderungswerken. Ihr Auftrag im Sinne des Sozialgesetzbuch IX ist es, Menschen mit gesundheitlichen Beein­trächtigungen die volle Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Als Kompetenznetzwerk mit ca. 100 Standorten und aktuell etwa 12.000 Plätzen bündelt der Bundesverband Know-how und langjährige Erfahrung in Prävention, Beratung, Diagnostik, Qualifizierung und Integration, um Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zurück in das Erwerbsleben zu bringen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Zusammenarbeit und im Erfahrungsaustausch mit den Mitgliedern des Verbandes und den Trägern der Rehabilitation sowie mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Institutionen und Verbänden.

Kontakt:
Ellen Krüger
Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e. V.
Geschäftsstelle
Knobelsdorffstraße 92 · 14059 Berlin
Telefon 030 3002-1253 · Telefax 030 3002-1256
E.Krueger@bv-bfw.de
www.bv-bfw.de


Digitalisierung im Krankenhaus: Zwischen Gesundheits-Apps und Pflegerobotern

  1. Deutscher Krankenhaustag im Rahmen der MEDICA

Der 40. Deutsche Krankenhaustag widmet sich in diesem Jahr besonders dem Thema Innovationen in der Gesundheitsversorgung.

Digitalisierung der Medizin, Big Data und E-Health: beim Krankenhaustag, der vom 13. bis 16. November 2017 in Düsseldorf im Rahmen der Medizinmesse MEDICA in Düsseldorf stattfindet, werden explizit diejenigen Themen aufgegriffen, die die Zukunft des deutschen Gesundheitswesens in den kommenden Jahren entscheidend mitbestimmen werden. „Digitalisierung“ ist dabei der Begriff schlechthin für die Beschreibung, was uns erwartet, auch in den Kliniken.

Ob elektronische Gesundheitskarte, Online-Videosprechstunde oder Dienstleistungen rund um das „Krankenhaus 4.0“ – das Thema E-Health gewinnt zunehmend an Bedeutung. Unter dem Dach des Deutschen Krankenhaustages stehen daher nicht nur Neuerungen aus den Bereichen E-Health und Digitalisierung im Fokus. Auch Innovationen im Bereich der Patientenversorgung werden in zahlreichen Veranstaltungen und Foren diskutiert. So werden in der Veranstaltung „Entscheiderfabrik – Unternehmenserfolg durch optimalen IT-Einsatz“ beispielsweise Themen wie „Mehr Zeit für Patienten und Pflege durch die sinnvolle Integration von Smartphones & Tablets in die Krankenhaus IT“ oder „Fall Akte Plus: Neue Wege für intersektorale Versorgung und Patientenbeteiligung“ vorgestellt.

„Digitalisierung sichert Zukunft“ unter diesem Motto bietet das „Krankenhaus-Träger-Forum“ in einem Themenschwerpunkt die Möglichkeit, gezielt über die spezifischen Herausforderungen für die Kliniken zu debattieren. Auch im Forum „Pflege im Krankenhaus“ steht die Digitalisierung ganz oben auf der Agenda. Im ersten Teil werden Themen und Trends wie „Big Data – was kommt da auf uns zu?“ oder „Chancen und Grenzen der Robotik“ diskutiert. So bringt die Digitalisierung neue Chancen für die Gesundheitsvorsorge, Diagnose und Behandlung. Sie kann auch ein Instrument sein, um die Grenzen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung besser zu verzahnen. Der Vortrag „IT- und Pflege – mit Interoperabilität gemeinsam Sektorengrenzen überwinden?!“ wird sich dieser Thematik nähern. Im zweiten Teil des Forums „Pflege im Krankenhaus“ IT verändert Krankenhaus stehen Themen wie „Der elektronische Heilberufeausweis, die elektronische Gesundheitskarte – was bringen sie für die Praxis?“ oder „Elektronisches Patientendatenmanagement auf der IMC im Universitätsklinikum Düsseldorf – ein Praxisbericht“ im Fokus.

Die Fachtagung des Bundesverbandes der Patientenfürsprecher in Krankenhäusern wird unter dem Motto „Dialoge führen – Menschen verstehen – Patienten gewinnen“ die besondere Rolle der „Soziale Medien wie Facebook & Co. in der Patientenkommunikation“ analysieren. Ganz praktische digitale Hilfestellungen bietet der „App-Store Krankenhaustag“ den Besuchern, wie z.B. die „Krankenhaus-Indoor-Navigation“.

Ein wichtiges Feld wird zudem das Thema Datenschutz und Datensicherheit sein. Krankenhäuser sind, wie alle Bereiche der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens, Ziel möglicher Angriffe auf die IT. Die IT-Sicherheit ist deshalb für Krankenhäuser von zentraler Bedeutung. Vor diesem Hintergrund bietet der Verein für Krankenhaus-Controlling (DVKC) in seiner Session „Krankenhaus Controlling 4.0“ mit dem Vortrag „Mit Datenschutz zum Datenschatz – wie man sensible Controllingdaten vor Cyberangriffen sichert“ wertvolle Tipps, um sich vor möglichen Attacken zu schützen.

Beim Thema Digitalisierung sollte auch der Blick in die europäischen Nachbarländer nicht fehlen. Die „4th Joint European Hospital Conference“ beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Chancen und Risiken von E-Health und analysiert die verschiedenen Konzepte auf europäischer Ebene. Hierbei spielt der „E-Health-Aktionsplan 2012-2020“ der Europäischen Kommission eine besondere Rolle.

Als zentrales Informations- und Diskussionsforum führt der Kongress die verschiedenen im Krankenhaus tätigen Berufsgruppen zusammen und bietet die Möglichkeit, in gesundheitspolitischen und praxisorientierten Vorträgen über die spezifischen Herausforderungen der jeweiligen Bereiche zu diskutieren. Die Veranstalterin, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), erwartet an den vier Kongresstagen über 1.600 Besucher aus Klinik und Gesundheitspolitik.

Weitere Informationen finden Sie im Kongressprogramm unter www.deutscher-krankenhaustag.de.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützen. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.

 

Kontakt:
Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
Pressestelle
Joachim Odenbach, Holger Mages, Dagmar Vohburger, Rike Stähler
Telefon: (030) 39 801 – 1021 / – 1022 / – 1023 / – 1024
Fax: (030) 39 801 – 3021
E-Mail: pressestelle@dkgev.de
Wegelystraße 3, 10623 Berlin


Susanne Kastl übernimmt die Leitung des Waldburg-Zeil Parksanatoriums Aulendorf

Aulendorf – Susanne Kastl leitet ab 18. September das Parksanatorium Aulendorf als Klinikdirektorin. Sie übernimmt die Klinikleitung von Katharina Sinz, die in die Klinikleitung der Waldburg-Zeil Fachkliniken Wangen wechselt.

Die gebürtige Mindelheimerin ist seit fast 15 Jahren für die Waldburg-Zeil Kliniken tätig. Nach einer Ausbildung zur Bürokauffrau, Abitur und Studium der Betriebswirtschaft in Kempten begann Kastl 2003 als Leitung des Patientenservices und Assistentin des Kaufmännischen Leiters in der Argentalklinik, einer orthopädischen Rehabilitationsklinik in Neutrauchburg. Als Controllerin steuerte sie ab 2007 alle kaufmännischen Prozesse „hinter den Kulissen“ des Klinikbetriebes der vier Waldburg-Zeil Einrichtungen in Neutrauchburg, zum Beispiel die Budgetplanung. Seit 2010 vertrat sie den Kaufmännischen Direktor als Stellvertretende kaufmännische Leiterin der Klinik Schwabenland in allen Aufgaben und leitete die Verwaltung der Klinik Schwabenland. Darüber hinaus war Kastl für das Qualitätsmanagement der onkologisch-kardiologischen Klinik und die Dokumentenlenkung sowie das Marketing verantwortlich.

Die Kernkompetenzen des Hauses unterstützen

„Mit Susanne Kastl haben wir eine erfahrene Betriebswirtin für die Position der Klinikdirektorin im Parksanatorium Aulendorf gefunden“, so Christian Baumbach, Spartenleitung Rehabilitation der Waldburg-Zeil Kliniken. „Aus der Klinik Schwabenland bringt sie viel Erfahrung im Bereich medizinische Rehabilitation von onkologischen Patienten mit.“  Susanne Kastl schätzt am Parksanatorium die Vielfalt der onkologischen Fachgebiete sowie die hervorragende medizinische Betreuung der Patienten durch Fachärzte und speziell ausgebildete Therapeuten und Pflegekräfte. „Eine gute Klinikverwaltung unterstützt die Kernkompetenzen des Parksanatoriums  –  Zuwendung, Training und Therapie“, betont Kastl.

Das Parksanatorium Aulendorf ist eine Fachklinik für Onkologische Rehabilitation der Waldburg-Zeil Kliniken. Sie ist spezialisiert auf die Behandlung von Beschwerdebildern, die durch die Krebs­erkran­kung und insbesondere deren Behandlung entstehen. Dabei werden körperliche, psychische und soziale Veränderungen im Rahmen sogenannter Anschlussheilbehandlungen nach Operationen, Bestrah­lungen oder Chemotherapien oder Heilverfahren (Rehabilitation) therapiert.

180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen jährlich rund 3.000 Patienten in einem modernen Klinikgebäude mit 199 Betten.

1965 wurde das Parksanatorium als Kneippkurhaus gegründet. Im Laufe der Jahrzehnte wechselten Standort, medizinische Ausrichtung und Träger. Seit 1970 finden hier Krebspatienten während einer Rehabilitation Unterstützung. Schwerpunkte liegen heute auf der Nachsorge für Patienten mit Tumoren im Kopf-Hals-Bereich, dem Magendarmtrakt, urologischen, gynäkologischen und hämatologischen Krebserkrankungen.

 

 

 

 

 

 

 


Neue Erkenntnisse aus der Demenzforschung: Warum manche alte Menschen gegen Demenz resilient sind

pts20170916004 Medizin/Wellness, Sport/Events

Kyoto (pts004/16.09.2017/10:30) – 90+, Plaques im Gehirn und trotzdem geistig fit: Warum manche Menschen anfälliger für eine Demenz sind und andere nicht, diskutierten Experten auf dem Weltkongress für Neurologie in Kyoto. Neuere Studien zeigen, was Menschen kognitiv gesund hält.

Warum werden manche Menschen im Alter dement und andere nicht, selbst wenn sie hochbetagt werden? Internationale Experten sind derzeit beim XXIII. Weltkongress für Neurologie in Kyoto dem Vergessen auf Spur. Prof. Dr. Claudia Kawas von der University of California, Irvine, hat sich in „The 90+ Study“ mit dem kognitiven Zustand von Hochbetagten beschäftigt. Die Langzeitstudie zählt mit über 1.700 Teilnehmern zu den größten Untersuchungen dieser Art. „Es ist wichtig, dass wir die kognitive Gesundheit Hochbetagter studieren, denn von dieser am schnellsten wachsenden Altersgruppe können wir viel lernen“, so Prof. Kawas. Prognosen dänischer und deutscher Experten zur Lebenserwartung zufolge werden die meisten seit dem Jahr 2000 in Frankreich, Deutschland, Italien, Großbritannien, den USA, Kanada, Japan und anderen Ländern mit hoher Lebenserwartung geborenen Menschen ihren 100. Geburstag erleben. „Angesichts der demographischen Entwicklungen ist es entscheidend, dass es uns gelingt, die Demenzentwicklung einzudämmen“, so Prof. Kawas. „Könnten Interventionen den Krankheitsbeginn bei Alzheimer-Patienten um nur zwei Jahre verzögern, dann würde das allein für die USA im Jahr 2050 zwei Millionen Fälle weniger als prognostiziert bedeuten.“

Wie sich herausstellte, litten 40 Prozent der Teilnehmer der „90+ Study“ unter demenziellen Erkrankungen, wobei Frauen stärker betroffen waren als Männer. „Interessanterweise weist etwa die Hälfte der nicht-dementen Hochbetagten bei der Autopsie eine hochgradige Alzheimer-Pathologie auf, obwohl sie zu Lebzeiten geistig rege waren“, erklärt Prof. Kawas. Umgekehrt lassen sich bei der Hälfte der Demenzpatienten Symptome von geistigem Abbau feststellen, ohne dass solche neuropathologischen Veränderungen vorlagen.

Gesunder Lebensstil für geistige Fitness

Gründe für diese kognitive Resilienz könnten zum Teil mit dem Lebensstil zusammenhängen: Die Gruppe der resilienten Studienteilnehmer machte zum Beispiel mehr Bewegung und sah weniger fern – wobei „kognitive Resilienz“ in dieser Studie die spezielle Konstellation beschrieb, dass die betreffenden Personen zwar typische Alzheimer-Pathologien aufwiesen, aber keine Demenz-Symptome.

Besonders deutlich manifestiert sich der Faktor Bildung bei Personen, bei denen der PET-Scan die für Alzheimer typischen Ablagerungen im Gehirn nachweisen konnten: „Menschen mit geringer Bildung hatten in dem Fall ein um viermal höheres statistisches Risiko, an Demenz zu erkranken, als Menschen mit höherem Abschluss. Bei Personen ohne Plaque machte der Bildungsunterschied hingegen nichts aus“, erläutert die Expertin.

Ein anderer interessanter Befund: Multiple Pathologien scheinen an der Wurzel von Demenzsymptomen in allen Altersgruppen zu sein. Prof. Kawas: „Bei Hochbetagten ist das Auftreten multipler Pathologien mit einem erhöhten Demenzrisiko assoziiert, und die Anzahl der Pathologien scheint relevant zu sein für den Schweregrad der Demenz. Um die Krankheitslast durch Demenzen zu reduzieren, müssen wir diesen multiplen Pathologien auf die Spur kommen.“

Unsicherheiten gibt es nach wie vor in der Frage, wie sich demenzielle Erkrankungen in allen Altersstufen verhindern oder ihr Verlauf verlangsamen lassen. Damit beschäftigte sich „Preventing Cognitive Decline and Dementia“, eine aktuelle Studie der National Academies of Science, Engineering and Medicine, die den Forschungsstand im Auftrag des National Institute on Aging (NIA) erhoben hat. „Dabei konnten keine spezifischen Interventionen zum Erhalt der kognitiven Gesundheit identifiziert werden. Es kristallisierte sich aus den bisherigen Ergebnissen eine generelle Botschaft heraus, berichtet Prof. Kawas: „Wer Gehirn und Körper aktiv hält, hat eine gute Chance, seine kognitiven Fähigkeiten zu schützen.“

Training für das Hirn sind beispielsweise Problemlösungsaufgaben oder Übungen, um Gedächtnis oder geistige Verarbeitungsgeschwindigkeit zu fordern. Für die Wirksamkeit von kommerziellen computerbasierten „Gehirntrainings“ gibt es derzeit keine Beweise, sie scheinen nur kurzfristige Erfolge zu bringen und diese nur bezogen auf die gleichen, immer wieder trainierten Aufgaben, so die Expertin.

Körperliche Aktivität – oder der Mangel davon – wurde als einer der beeinflussbaren Risikofaktoren identifiziert, der den größten Einfluss auf kognitive Störungen und Demenz hat. Eine Studie (AHRQ systematic review) zeigt, dass Bewegung einen Beitrag leisten kann, um altersbedingten kognitiven Abbau hinauszuschieben oder zu verlangsamen. Unter Einbeziehung von Daten einer prospektiven Kohortenstudie und Erkenntnissen von neurobiologischen Prozessen folgert das Untersuchungskomitee allerdings, dass der abschließende Beweis dafür noch nicht erbracht ist.

Es scheint für die kognitive Gesundheit wichtig zu sein, zu hohen Blutdruck in den Griff zu bekommen. Das gilt besonders für den mittleren Lebensabschnitt zwischen 35 bis 65 Jahren. Auch wenn der entscheidende Beweis noch nicht erbracht ist, gibt es doch zunehmend Hinweise darauf, dass dies Demenz vorbeugen, hinausschieben oder verlangsamen kann. „Interessanterweise ist eine gute Blutdruckkontrolle zwar generell ein wichtiges präventives Element für Demenz, aber bei den Hochbetragten über 90 ist das Bild differenzierter“, so Prof. Kawas. „Bei ihnen gibt es Hinweise dafür, dass hoher Blutdruck unter Umständen sogar einen gewissen protektiven Effekt haben kann.“

Forschungsansätze schärfen

„Die Menschen sollten in geeigneter Form darüber informiert werden, was sie aus heutiger Sicht der Wissenschaft gegen geistigen Abbau tun können. Die Ergebnisse des Berichts sind allerdings nicht dazu geeignet, Public-Health-Strategien gegen die Volkskrankheit Demenz abzuleiten. Wir brauchen noch weitere Untersuchungen, um die Wirkung potenzieller Maßnahmen besser beurteilen zu können“, betont Prof. Kawas. Das Komitee schlägt verfeinerte Forschungsansätze vor, die verschiedene Bevölkerungsgruppen gesondert zu betrachten und beispielsweise den ethnischen oder sozioökonomischen Hintergrund der Menschen oder den Zeitpunkt der Anti-Demenz-Intervention mitzuberücksichtigen. Außerdem sei es erforderlich, weitere Behandlungen einzubeziehen, die Betroffene bekommen. Dazu gehören neue Anti-Demenz-Behandlungen, Diabetes- und Depressionstherapien, lipidsenkende Medikamente, die Gabe von B12plus-Folsäure oder Interventionen, die auf Ernährung, Schlafqualität oder soziales Engagement zielen.

Quellen: The 90+ Study: http://www.90study.org ; Leshner et al, Preventing Cognitive Decline and Dementia. A Way Forward, Washington (DC): National Academies Press (US); 2017 Jun. The National Academies Collection: Reports funded by National Institutes of Health. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28650595 ; Christensen et al. Aging populations, the challenges ahead. The Lancet, Volume 374, No. 9696, p1196-1208, 3 October 2009; Kawas et al. Multiple pathologies are common and related to dementia in the oldest-old. Neurology. 2015 Aug 11;85(6):535-42.

WCN Pressestelle

B&K – Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung

Dr. Birgit Kofler

kofler@bkkommunikation.com

T: +43 1 319 43 78

M: +43 676 636 89 30

Skype: bkk_birgit.kofler

(Ende)

Aussender: B&K – Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung
Ansprechpartner: Dr. Birgit Kofler
Tel.: +43-1-319 43 78
E-Mail: kofler@bkkommunikation.com
Website: www.bkkommunikation.com