Dienstag, August 15th, 2017

 

Teilweise erhebliche Defizite bei der Bewilligung von Rehabilitationsleistungen durch Krankenkassen

Pressemitteilung 08-2017 (15.08.2017)

 

Teilweise erhebliche Defizite bei der Bewilligung von Rehabilitationsleistungen – aktuelle Studie des Patientenbeauftragten zu Leistungsbewilligungen
und -ablehnungen durch Krankenkassen bestätigt kritische Position des Bundesverbandes Geriatrie hinsichtlich des Genehmigungsverhaltens im Bereich Rehabilitation

 

Die aufgrund zahlreicher Beschwerden vom Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, in Auftrag gegebene und kürzlich in Berlin präsentierte Studie zeigt große Unterschiede im Genehmigungsverhalten von Krankenkassen und weist auf bestehende Defizite hin. Der Bundesverband Geriatrie begrüßt es sehr, dass dieses wichtige Thema aufgegriffen wurde.

 

Die Studie untersucht das Genehmigungsverhalten der Krankenkassen in verschiedenen Leistungsbereichen, unter anderem auch hinsichtlich Anträgen auf Rehabilitation.

 

Auf der Haben-Seite zeigt die Studie, dass die Krankenkassen einen Großteil der genehmigungspflichtigen Leistungen auch bewilligen. Die Ablehnungsquote über alle Leistungsbereiche beträgt 5,2 Prozent und ist damit relativ niedrig. Äußerst kritisch und kaum erklärbar sind jedoch die deutlichen Unterschiede im Genehmigungsverhalten, die zwischen einzelnen Leistungsbereichen und verschiedenen Krankenkassen sichtbar werden.

 

So schwankt die Ablehnungsquote im Bereich Vorsorge und Rehabilitation je nach beantragter Leistung z.B. im Jahre 2015 zwischen 7,5% und 33,5%. Vergleicht man einzelne Krankenkassen kommt es auch hier zu einer großen Variation. Während die Landwirtschaftlichen Krankenkassen nur 8,4% der Anträge im Bereich Vorsorge und Rehabilitation ablehnen, sind es bei der AOK 19,4%!

„Eine solche Streuung je nach Leistung oder Krankenkasse halten wir für nicht erklärbar und auch nicht akzeptabel“, betont Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Geriatrie. „In diesem Zusammenhang ist auch die hohe Erfolgsquote bei Widersprüchen von Patienten gegen Entscheidungen der Krankenkassen bedenklich. Im Bereich Vorsorge und Rehabilitation ist beispielsweise mehr als jeder zweite Widerspruch erfolgreich. Dies wirft kein gutes Licht auf die Entscheidungsprozesse der Krankenkassen“, führt Dirk van den Heuvel weiter aus.

 

Insgesamt begrüßt es der Bundesverband Geriatrie, dass sich der Patientenbeauftragte nun des wichtigen Themas der Leistungsbewilligungen bzw. -ablehnungen durch Krankenkassen angenommen hat. Auch der Bundesverband Geriatrie weist schon lange auf Defizite in diesem Bereich hin.

Dirk van den Heuvel: „Wir hoffen, dass die Studie einen Anstoß gibt, die aufgeworfenen Probleme in Angriff zu nehmen, damit zukünftig sichergestellt wird, dass der bestehende Rechtsanspruch der Versicherten u. a. auf geriatrische Rehabilitation in der Praxis auch umgesetzt wird. Krankenkassen sind als Körperschaften öffentliches Recht ganz besonders an Recht und Gesetz gebunden. Ein transparentes Verfahren ist für den Bewilligungsprozessen und der Kommunikation mit den Versicherten unabdingbar. Patienten müssen sich darauf verlassen können, die Leistungen zu bekommen, die ihnen zustehen. Unabhängig von der Krankenkasse, bei der sie versichert sind.“

 

Bundesverband Geriatrie e.V.
Reinickendorfer Straße 61
13347 Berlin
Tel.: 030 / 339 88 76 – 10
Fax: 030 / 339 88 76 – 20
E-Mail: Geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de

 

Bundesverband Geriatrie e.V.

Vorstandsvorsitzender: Dipl.-Kfm. Ansgar Veer

Geschäftsführer: RA Dirk van den Heuvel

Reinickendorfer Straße 61

13347 Berlin

Tel.: 030 / 339 88 76 – 10

Fax: 030 / 339 88 76 – 20

E-Mail: geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de

http://www.bv-geriatrie.de

 


Aktionsbündnis Patientensicherheit schreibt zum 5. Mal Preis aus

Pressemitteilung

Patientensicherheit in Kliniken, Praxen und Pflegeheimen weiter verbessern

 

Berlin – Es tut sich was im Gesundheitswesen: Mittlerweile verbessern zahlreiche Einrichtungen die Sicherheit ihrer Patienten mit innovativen Projekten und Konzepten. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) unterstützt und honoriert dies – beispielsweise indem es den Deutschen Preis für Patientensicherheit vergibt. 2018 verleiht es diesen zum fünften Mal. Der Preis hat sich bewährt: Mehr als ein Dutzend Projekte sind bereits ausgezeichnet worden – und haben zahlreiche Nachahmer gefunden. Die mit insgesamt 19 500 Euro dotierte Auszeichnung richtet sich an Akteure im Gesundheitswesen, die mit bewährten Best-Practice-Beispielen oder auch praxisrelevanten Forschungsarbeiten zu einer neuen Sicherheitskultur beitragen.

 

„Wir möchten gute Ideen und Projekte, die sich die Weiterentwicklung der Patientensicherheit zum Ziel gesetzt haben, mit dem Preis sichtbar machen“, sagt Dr. Ruth Hecker, stellvertretende Vorsitzende des APS. Der Preis trägt dazu bei, dass praxisrelevante Erkenntnisse zur Verbesserung der Sicherheit in der Versorgung von Patienten und auch Pflegebedürftigen in die Breite gelangen und möglichst viele Nachahmer finden.

 

Gesucht werden zukunftsweisende herausragende Best-Practice-Beispiele mit Praxisbezug sowie evaluierte Forschungsarbeiten zum Thema Patientensicherheit und Risikomanagement. „Auch Ideen zur Optimierung von Infrastruktur und Ablauforganisationen in Gesundheitseinrichtungen oder Modelle für eine patientenzentrierte Kommunikation sind gefragt“, so Hedwig François-Kettner, 1. Vorsitzende des APS. Auf die Ausschreibung können sich Kliniken, Praxen, Pflegedienste, Apotheken, Healthcare-Anbieter, Verbände, Organisationen, Gesundheitsämter und Krankenkassen bewerben. Die Frist endet am 1. November 2017.

 

Das APS schreibt den Preis auch in diesem Jahr gemeinsam mit der Aesculap Akademie, dem Ecclesia Versicherungsdienst, der MSD SHARP & DOHME GMBH und dem Georg Thieme Verlag aus. Der erste Platz ist mit 10 000 Euro, der zweite mit 6000 Euro und der dritte Platz mit 3500 Euro dotiert. Das APS verleiht den Deutschen Preis für Patientensicherheit auf seiner 13. Jahrestagung im Mai 2018 in Berlin. Wer Preisträger wird, entscheidet eine fachkundige Jury aus den Bereichen Pflege, Ärzteschaft, Apotheke, Selbsthilfe, Kostenträger und Patientensicherheitsforschung gemeinsam mit Vertretern der Initiatoren. Hinweise zur Bewerbung finden Interessierte unter  www.aps-ev.de/deutscher-preis-fuer-patientensicherheit

 

Über das Aktionsbündnis Patientensicherheit:

Vertreter der Gesundheitsberufe, ihrer Verbände, der Patientenorganisationen sowie aus Industrie und Wirtschaft haben sich im Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Plattform zur Verbesserung der Patientensicherheit in Deutschland aufzubauen. Zusammen entscheiden und tragen sie die Projekte und Initiativen des Vereins. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. wurde im April 2005 als gemeinnütziger Verein gegründet. Es setzt sich für eine sichere Gesundheitsversorgung ein und widmet sich der Erforschung, Entwicklung und Verbreitung dazu geeigneter Methoden.


Mehr Informationen finden Sie unter
www.aps-ev.de.

 

Kontakt für Journalisten:

Pressestelle Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS)

Friederike Gehlenborg

Postfach 30 11 20

70451 Stuttgart

Telefon: 0711 8931-295

Telefax: 0711 8931-167

gehlenborg@medizinkommunikation.org

www.aktionsbuendnis-patientensicherheit.de