Dienstag, Mai 30th, 2017

 

Krankenhaus Rating Report 2017: Patienten schätzen Spezialkliniken – auch weiter entfernte

 

 

Berlin, 30.05.2017 – Die Frage gilt als äußerst umstrittenen: Bevorzugen Patienten die medizinische Versorgung in direkter Nachbarschaft oder nehmen sie gegebenenfalls lieber die Anreise zu einem auf bestimmte Erkrankungen spezialisierten zentralen Klinikum in Kauf? Der Krankenhaus Rating Report 2017 hat herausgefunden: Krankenhäuser mit einem hohen Spezialisierungsgrad weisen eine signifikant höhere Patientenzufriedenheit auf. Damit zeigt sich, dass ein hoher Grad an Spezialisierung nicht nur bessere medizinische Ergebnisse bringt, sondern auch von den Patienten geschätzt wird.

 

Außerdem hat der Krankenhaus Rating Report einen überraschenden Zusammenhang ermittelt: Kommunale Krankenhäuser in ärmeren Landkreisen sind wirtschaftlich in genauso guter Lage wie freigemeinnützige, beispielsweise konfessionelle, Krankenhäuser. In reicheren Landkreisen schneiden Kliniken in kommunaler Trägerschaft hingegen schlechter ab als freigemeinnützige. Die Autoren des Reports haben Hinweise darauf, warum das so ist.

 

Ein weiterer Befund: Das Lohnniveau des medizinischen Personals variiert regional zwischen 10 Prozent unter und 5 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Das wirft die brisante Frage auf, ob regionale Lohnkostenunterschiede sich entsprechend in den Preisen der Leistungserbringung niederschlagen dürfen.

 

Der Krankenhaus Rating Report 2017 wird am 21. Juni in Berlin auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit der Öffentlichkeit vorgestellt. Er wird seit dreizehn Jahren vom RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und dem Institute for Healthcare Business GmbH erstellt. Erstmals werden im neuen Report Jahresabschlüsse aus den Jahren 2007 bis 2015 aufbereitet und auf diese Weise länger laufende Zeitreihen abgebildet. Dadurch können bereits entdeckte Zusammenhänge weiter statistisch untermauert werden. Zudem untersucht eine Sonderanalyse erstmals gezielt regionale Unterschiede im Lohnniveau der Krankenhäuser.

 

Unter dem Titel „Krankenhaus Rating Report 2017: Strukturfonds – beginnt jetzt die große Konsolidierung?“ stellen die Autoren Prof. Dr. Boris Augurzky, Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, und Dr. Sebastian Krolop, Vice President und Partner für die Region EMEA der Healthcare Transformation Services von Philips Healthcare, den Report vor. Sie diskutieren die Ergebnisse mit Astrid Lurati, Direktorin des Klinikums und Mitglied des Vorstands der Charité Universitätsmedizin Berlin, Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstands der AOK Rheinland/Hamburg, und Andreas Schlüter, Hauptgeschäftsführer der Knappschaft Kliniken und Geschäftsführer der Klinikum Westfalen GmbH.

 

Die Pressekonferenz zur Vorstellung des Krankenhaus Rating Report 2017 mit Prof. Dr. Boris Augurzky und Dr. Sebastian Krolop findet am Mittwoch, dem 21.06.2017, von 10:30 bis 11:30 Uhr im Raum Raum R2 des CityCube statt.

 

Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik die jährliche Leitveranstaltung der Branche. Der 20. Hauptstadtkongress findet vom 20. bis 22. Juni 2017 im CityCube Berlin statt.

 

Wenn Sie als Journalist/in am Kongress teilnehmen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail an presse@wiso-gruppe.de – bitte mit Angabe des Mediums, für das Sie berichten möchten.

 

Weitere Infos und das Anmeldeformular finden Sie unter www.hauptstadtkongress.de. Sie können uns auch in den Sozialen Netzwerken Facebook und Twitter folgen.

 

Pressekontakt und Akkreditierung für Journalisten:

Ralf-Thomas Hillebrand

presse@wiso-gruppe.de | @HSK_Berlin

Tel.: 030 2639249-17, Fax: 030 2639249-10

WISO S. E. Consulting GmbH – Nymphenburger Str. 9 – 10825 Berlin

 


Neuregelung zum Entlassmanagement für Kliniken im Fokus – Soziarbeitertagung informierte über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Gesundheitswesen

Tagung für Sozialarbeit und Rehaberatung

Bad Driburg. Bereits zum fünften Mal fand in der Knappschafts-Klinik eine Jahrestagung für Sozialdienste aus Krankenhäusern und Reha-Kliniken statt. Das umfangreiche Vortragsprogramm und die Gelegenheit zum persönlichen Erfahrungsaustausch machen die Tagung zu einer in Fachkreisen anerkannten Informationsveranstaltung und Netzwerk für soziale Arbeit im Gesundheitswesen.

Moderiert wurde die Tagung durch den Sozialdienst der Schwerpunktklinik für kardiologische Rehabilitation mit Isabelle Koziol und Angelika Dick. Nach der Begrüßung der 85 Teilnehmer durch die Klinikleitung mit Chefärztin Dr. Gabriele Augsten und Verwaltungsleiter Alexander Schunicht informierte zu Beginn Hans-Hermann Scheipers von der KNAPPSCHAFT über Entwicklungen in der Gesundheitspolitik aus Sicht einer Krankenversicherung.
Er ging auf den morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) verantwortlich für die Höhe der Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds für die gesetzlichen Krankenkassen, dem 2. Pflegestärkungsgesetz mit grundlegende Veränderungen und Verbesserungen im Pflegesystem für Pflegebedürftige, Angehörige sowie Pflegekräfte, der Einrichtung von Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen für einen schnellen Termin bei einem Facharzt sowie das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz mit Stärkung der Qualität der Hilfsmittelversorgung und finanziellen Aufwertung der Heilmittelerbringung, ein.

Anschließend berichtete Sibylle Kraus, Vorstandmitglied in der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG), Leiterin Sozialdienst und Case-Management Alexianer St. Hedwig Kliniken Berlin, über die weitreichenden rechtlichen Änderungen zum Entlassmanagement für Krankenhäuser, die ab 1.10.2017 verpflichtend in Kraft treten und welche Auswirkung diese auf dem klinischen Sozialdienst haben.
Im Rahmen des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes hat der Gesetzgeber eine Neuregelung zum Entlassmanagement vorgenommen. Die Krankenhausbehandlung umfasst damit ein Entlassmanagement zur Unterstützung einer sektorenübergreifenden Versorgung der Versicherten nach der Entlassung. Versorgungslücken beim Übertritt von der stationären in die ambulante Versorgung zu schließen ist das Ziel. „Für Patienten eines Krankenhauses soll je nach individuellen Erfordernissen die Anschlussversorgung verlässlicher sichergestellt werden. Dazu gehören dann z. B. auch verbindlich ein Entlassbrief und ein Medikationsplan. Außerdem kann der Krankenhausarzt bei Bedarf Arzneimittel, Verband-, Heil- und Hilfsmittel, häusliche Krankenpflege und Soziotherapie für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen verordnen.“ berichtete Sibylle Kraus und ergänzte, dass das Gesetz außerdem vorsieht, dass ein Rahmenvertrag zum Entlassmanagement geschlossen werden soll, der die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen regelt.  GKV-Spitzenverband, die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sind die Vertragspartner. Schnittstellen zwischen stationärem und ambulantem Bereich überwinden, eine bedarfsgerechte und lückenlose Versorgung der Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt sicherstellen und den versorgungsrelevanten Informationsfluss strukturieren, sind inhaltliche Zielsetzungen im Rahmenvertrag.

Susanne Tyll, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung NRW und freiberufliche Expertin für Wohnraumberatung, informierte über Maßnahmen der Nachsorge und gab Tipps und Tricks für eine altersgerechte Wohnungsanpassung und barrierefreie Wohnungen. Sie ging auf technische Möglichkeiten der Wohnungsanpassung von Küche, Bad, Flur, Treppe, Rampe und Außenanlagen ein und zeigte anhand von Praxisbeispielen die Finanzierung von Wohnungsanpassungen auf.
Dr. Anna Lena Rademaker, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie an der Katholischen Hochschule NRW Paderborn, ging in ihrem Vortrag über die Zukunft der klinischen Sozialarbeit auf die Berufsperspektiven ein. Soziale Arbeit im Gesundheitswesen ist ein attraktives Arbeitsgebiet, das künftig an Bedeutung gewinnen wird. In Deutschland steigt der Bedarf an gut qualifizierten Fachkräften in den Bereichen Pflege und Soziale Arbeit angesichts von sozialem Wandel, sozialen Problemen und dem daraus entstehenden gesellschaftlichen und sozialpolitischen Steuerungsbedürfnissen. Bereits heute sind rund 25 % aller Absolventen mit Studium „Sozialale Arbeit“ im Gesundheitswesen tätig.

Die Psychologische Psychotherapeutin und Mitarbeiterin der Knappschafts-Klinik, Anneke Rösler, widmete sich dem Thema Psychohygiene und seelischer Gesundheit im beruflichen Kontext. Dabei geht um den achtvollen Umgang des Menschen in Bezug auf seine Gedanken und Gefühle, körperliche und emotionale Stresssignale rechtzeitig wahrzunehmen und konstruktiv mit eigenen Emotionen und negativen Gedanken umzugehen. Die Psychotherapeutin zeigte auf, welche Möglichkeiten und Handlungsoptionen es gibt, bewusster mit sich umzugehen und Achtsamkeitsübungen in den Berufsalltag und in die Beratungssituation zu integrieren. Eigene Ressourcen sichtbar zu machen, um Freiräume zu schaffen, in denen sich Freude und Kreativität entfalten können.

Begleitend fand eine Ausstellung von verschiedenen Selbsthilfegruppen unter Einbezug des Selbsthilfe-Büros Kreis Höxter statt. Das Büro informiert über Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen in der Region und fördert den Erfahrungsaustausch der Selbsthilfegruppen untereinander.

Tagung für Sozialarbeit und Rehaberatung

Foto: Fachtagung und Netzwerk für soziale Arbeit  – Referenten mit Sozialdienst & Leitung Knappschafts-Klinik Bad Driburg

Von links:
Alexander Schunicht, Verwaltungsleiter, Knappschafts-Klinik Bad Driburg
Sybille Kraus, Leitung Sozialdienst u. Case-Management Alexianer St. Hedwig Kliniken Berlin,
Vorstandsmitglied Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG)
Dr. Gabriele Augsten, Chefärztin, Knappschafts-Klinik Bad Driburg
Susanne Tyll, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung NRW, Beraterin
Hans-Herrmann Scheipers, Fachbereichs- und Abteilungsleiter, KNAPPSCHAFT, Bochum
Anneke Rösler, Psychologische Psychotherapeutin, Knappschafts-Klinik Bad Driburg
Dr. Anna Lena Rademaker, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gesundheits-
forschung und Soziale Psychiatrie an der Katholischen Hochschule NRW Paderborn
Angelika Dick, Sozialdienst, Knappschafts-Klinik Bad Driburg
Isabelle Koziol, Sozialdienst, Knappschafts-Klinik Bad Driburg

Klinikinformationen unter

www.knappschafts-klinik-driburg.de