Mittwoch, April 12th, 2017

 

Umfrage: Mehr als ein Viertel Pflegebeschäftigten gibt an, längerfristig kaum weiter arbeiten zu können

Berlin – Eine Umfrage im Auftrag des BKK Dachverbandes unter 2.000 Beschäftigten in Deutschland zum Thema Gesundheit und Arbeit zeigt eine überdurchschnittliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit insbesondere bei Beschäftigten in Gesundheitsberufen.

Jeder Dritte in der Altenpflege, jeder Vierte in der Krankenpflege unsicher, länger im Beruf arbeiten zu können

Rund ein Drittel (35,8 Prozent) der Altenpflegerinnen und Altenpfleger hatten Zweifel oder hielten es gar für unwahrscheinlich, dass sie – ausgehend von ihrem jetzigen Gesundheitszustand – ihre Arbeit auch in den nächsten zwei Jahren ausüben können. Keine andere Berufsgruppe zweifelte in so hohem Maße, die nächsten beiden Jahre noch ihrer Arbeit nachgehen zu können. In der Krankenpflege war sich jeder vierte Befragte (26,2 Prozent) nicht sicher, den Beruf weiter ausüben zu können. Beide genannten Berufsgruppen liegen damit deutlich über dem Durchschnitt aller Beschäftigten (21,5 Prozent). Am wenigsten verbreitet sind Zweifel an der weiteren Berufsausübung bei IT-Berufen (13 Prozent).

Gesundheitsförderung: Wichtig und wirksam – aber noch ausbaufähig

Von zehn Befragten sagen Neun: Die Förderung von Gesundheit an ihrem Arbeitsplatz ist ihnen wichtig oder sehr wichtig (88,2 Prozent). Allerdings geben weniger als der Hälfte an, dass es solche Maßnahmen in ihrem Unternehmen gibt (43,8 Prozent). Dort, wo es keine betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) gibt, ist auch der Anteil Beschäftigter mit Zweifeln an der langfristigen Arbeitsfähigkeit signifikant höher (25,2 Prozent versus 16,7 Prozent).

Aber selbst wenn solche Maßnahmen vorhanden sind, nehmen laut eigenen Angaben fast 40 Prozent nicht daran teil – und das auch dann, wenn es in ihrem Interesse wäre; denn: Bewerten doch Nicht-Teilnehmer von BGF-Maßnahmen die gesundheitliche Gefährdung genauso hoch wie die Teilnehmer. Ob die Nicht-Teilnahme an „Nicht-Können“ oder an „Nicht-Wollen“ liegt, kann auf Basis der Umfrage nicht festgestellt werden, wohl aber zeigt sich ein Zusammenhang mit Aktivität und Gesundheit: BGF-Maßnahmenteilnehmer geben größere Aktivität (In letzter Zeit häufig bzw. immer aktiv: 75,8 Prozent vs. 64,6 Prozent) sowie eine größere Zuversicht an, den Beruf auch längerfristig ausüben zu können (87,9 Prozent vs. 80,4 Prozent).

Den Text der gesamten PM sowie weiter Grafiken finden Sie in beigefügter pdf. Wer die Daten der Grafiken für eine Darstellung im eigenen CI benötigt – bitte melden unter presse@bkk-dv.de

Pressekontakt:

Christine Richter
presse@bkk-dv.de
030 27 00 406 - 301

Berufsunfähig – und dann?

Die Veranstalter und Referenten der Informationsveranstaltung "Berufsunfähig - und dann?"

Informationsveranstaltung des Bundesverbands Deutscher Berufsförderungswerke und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft

Die Veranstalter und Referenten der Informationsveranstaltung "Berufsunfähig - und dann?"

Die Veranstalter und Partner (v.l.n.r.): Andreas Braatz (BFW Berlin-Brandenburg), Christoph Erbslöh (BV BFW), Niels Reith (BV BFW), Karin Klopsch (DRV Bund), Dr. Michael Baer (sdw), Dr. Stephan Fasshauer (DRV Berlin-Brandenburg)

Am 3. April 2017 fand im Rahmen der Aktionswochen „Menschen in Arbeit – Fachkräfte in den Regionen“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) eine Informationsveranstaltung des Bundesverbands Deutscher Berufsförderungswerke (BV BFW) für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) statt. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Berufsförderungswerk (BFW) Berlin-Brandenburg als Gastgeber am Standort Berlin und von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Berlin-Brandenburg sowie der DRV Bund.

Der Geschäftsführer der DRV Berlin-Brandenburg, Dr. Stephan Fasshauer, stellte in seinem Vortrag die Leistungen seines Hauses vor. Dabei ging er neben der demografischen Entwicklung für die Region Berlin-Brandenburg auf zwei konkrete Fallbeispiele der beruflichen Rehabilitation („Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“) ein. Niels Reith, Geschäftsführer des BV BFW, zeigte das Spektrum der Aufgaben der Interessenvertretung auf und betonte die zunehmende Ausrichtung der BFW an den Bedarfen der Unternehmen.

Nach einer kurzen Vorstellung des BFW durch den Geschäftsführer Andreas Braatz, berichtete die BFW-Mitarbeiterin Dr. Kerstin Brandt aus der praktischen Arbeit mit Rehabilitandinnen und Rehabilitanden. Die anschauliche Schilderung echter Fallbeispiele brachte den Gästen die Aufgaben der beruflichen Rehabilitation noch einmal näher und machte die Herausforderungen der Arbeit deutlich. Und um die reale Arbeitsumgebung noch besser kennenzulernen, lud das BFW zu einem Rundgang durch unterschiedliche Abteilungen ein, z. B. in die Werkstatt der Fahrradmonteure.

Zum Abschluss präsentierte Karin Klopsch vom Firmenservice der DRV Bund das neue Beratungsangebot mit zahlreichen Leistungen für Unternehmen. Dabei ging sie auch auf das Betriebliche Gesundheitsmanagement sowie die zunehmende Bedeutung von Prävention in den Betrieben ein. Die Diskussionen und Nachfragen der Stipendiatinnen und Stipendiaten aus den unterschiedlichsten Fachgebieten zeigten deren hohes Interesse und den Informationsbedarf am Thema der Veranstaltung.

Am Ende waren sich die Gäste einig: Berufsunfähigkeit kann jeden treffen und die berufliche Rehabilitation ist ein breites Feld. Aber es gibt zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten und individuelle Lösungen auf dem Weg zurück in das Berufsleben. Die Veranstalter wollen den Austausch weiterführen.

Über den Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e. V. (BV BFW)
Der BV BFW ist der bundesweite Zusammenschluss von 28 Berufsförderungswerken. Ihr Auftrag im Sinne des Sozialgesetzbuch IX ist es, Menschen mit gesundheitlichen Beein­trächtigungen die volle Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Als Kompetenznetzwerk mit ca. 100 Standorten und aktuell etwa 12.000 Plätzen bündelt der Bundesverband Know-how und langjährige Erfahrung in Prävention, Beratung, Diagnostik, Qualifizierung und Integration, um Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zurück in das Erwerbsleben zu bringen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Zusammenarbeit und im Erfahrungsaustausch mit den Mitgliedern des Verbandes und den Trägern der Rehabilitation sowie mit Vertretern aus Politik, Institutionen und Verbänden.

Über die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw)
Wir stiften Chancen! Unter diesem Leitgedanken fördert die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) bundesweit rund 3.800 junge Menschen. Passgenaue Angebote entlang der Bildungskette stärken ihre Gestaltungskraft für einen erfolgreichen Bildungs- und Berufsweg. Vision der Stiftung ist eine chancengerechte Gesellschaft, in der alle jungen Menschen unabhängig von ihrem sozialen oder ethnischen Hintergrund ihr Potenzial ausschöpfen. Im Studienförderwerk Klaus Murmann der sdw erhalten über 1.800 Studierende und Promovierende aller Fachrichtungen und Hochschularten ein Stipendium und nehmen an einem breit gefächerten Seminar- und Trainingsprogramm teil.

Pressekontakt:
Ellen Krüger
Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e. V.
Knobelsdorffstraße 92 · 14059 Berlin
Telefon 030 3002-1253 · Telefax 030 3002-1256
E.Krueger@bv-bfw.de
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