Montag, April 10th, 2017

 

Deutschlands Sozialverband feiert 100. Geburtstag

SoVD informiert über Ursprung und Auftrag

Info zum SoVD-JubiläumBerlin (ots) – Der Sozialverband SoVD wird in diesem Jahr zum Jahrhundertverband. Noch im Ersten Weltkrieg als Bund der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten gegründet, ist der SoVD heute mit 560 000 Mitgliedern ein aktiver sozialpolitischer Akteur und Ideengeber für einen verlässlichen Sozialstaat.

Adolf Bauer, Präsident des SoVD, Quelle: obs/SoVD Sozialverband Deutschland/Wolfgang Borrs

Adolf Bauer, Präsident des SoVD,
Quelle: obs/SoVD Sozialverband Deutschland/Wolfgang Borrs

„Unsere Mission hat sich seit dem Gründungsjahr nicht geändert. Damals ging es um die schwierige Versorgungssituation der Schwerverletzten und Hinterbliebenen des Weltkrieges. Und auch heute helfen wir, wo wir können. Insbesondere denen, die sozial verwundbar sind. Schicksalsschläge wie Pflegebedürftigkeit, Krankheit, Armut und Arbeitslosigkeit können jeden treffen. Dann kommt es darauf an, Ansprüche gegenüber den zuständigen Sozialbehörden durchzusetzen. Und das wird für den Einzelnen immer schwieriger“, sagt Adolf Bauer, der Präsident des SoVD.

Die historischen Erfahrungen seit 1917 – zwei Weltkriege, Unterdrückung und die NS-Diktatur – zeigen, dass soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden einander bedingen. Daher setzt sich der Sozialverband SoVD seit 100 Jahren erfolgreich zugunsten sozial Benachteiligter für diese Werte ein. Über die Ursprünge, die Rolle im Wandel der Zeit und die heutigen Aufgaben informiert der SoVD in den kommenden Monaten mit Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Aktionen. Die Webseite sovd.de/100 berichtet rund um das Jubiläum.

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SoVD-Bundesverband 
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Fax:  030/72 62 22 328 
E-Mail: pressestelle@sovd.de

Asklepios Klinik Lenggries muss Betrieb zum 14. April einstellen

Bereits ab 15. April 2017 wird es an der Asklepios Klinik Lenggries keine geriatrische Reha mehr geben. Die Klinik wird alle Patienten, die aktuell im Haus sind, weiterhin optimal versorgen und nach abgeschlossener Behandlung bis 14. April entlassen. „Länger kann der Betrieb der Klinik leider nicht aufrechterhalten werden, da wir die Dienstpläne für einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb ab diesem Zeitpunkt nicht mehr abdecken können“, erklärt Geschäftsführer Dr. Joachim Ramming. Neue Patienten werden nicht mehr aufgenommen.

Bestehende Patienten werden weiterhin optimal versorgt

„Mein großer Dank geht an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Asklepios Klinik Lenggries, die auch nach der Ankündigung der geplanten Schließung in den vergangenen Monaten mit großem Engagement ihre tägliche Arbeit leisten, um unsere Patienten bestmöglich zu versorgen.“ Nichtsdestotrotz könne der Betrieb der Klinik nicht über den 14. April hinaus aufrechterhalten werden, da es ab diesem Zeitpunkt aufgrund von Kündigungen und krankheitsbedingten Ausfällen nicht mehr möglich ist, einen Dienstplan aufzustellen, der einen rund um die Uhr-Betrieb gewährleistet. „Die Patienten, die aktuell in der Klinik sind, können bis zu ihrer Genesung bleiben und werden weiterhin optimal versorgt. Der letzte Patient wird nach seiner Genesung dann am 14. April entlassen“, berichtet Dr. Ramming.

Ein Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Lenggries wird zunächst ab 15. April bis zum Ende der Osterferien einschließlich des 23. April bei bestehenden Bezügen unter Anrechnung von noch bestehenden Urlaubsansprüchen freigestellt. „Wir werden diejenigen Mitarbeiter, deren Unterstützung wir ab dem 24. April benötigen, um den Betrieb der Klinik geordnet abzuwickeln bis der mit dem Betriebsrat vereinbarte Sozialplan und Interessensausgleich zum 30. Juni 2017 greift, rechtzeitig  kontaktieren und ihren weiteren Einsatz mit ihnen besprechen“, so Dr. Ramming weiter.

Alle Mitarbeiter erhalten darüber hinaus wie vereinbart noch bis 30. Juni ihre vollen Bezüge. Dann greift der Sozialplan und Interessensausgleich. Auf diesen haben sich die Geschäftsführung der Asklepios Klinik Lenggries und der Betriebsrat nach sehr konstruktiven Verhandlungen bereits Anfang März geeinigt.  Wie vereinbart wurden rund 30 Mitarbeitern in den vergangenen Wochen Angebote über eine Weiterbeschäftigung in den Asklepios Kliniken Bad Tölz zum 1. Juli 2017 unterbreitetet.
Die von einer Kündigung betroffenen Mitarbeiter erhalten Abfindungen. Zudem wurde ein Härtefallfonds für sozial besonders betroffene Mitarbeiter eingerichtet. Wesentliches Ziel der Verhandlungen war es, mit dem Betriebsrat zunächst sozialverträgliche Lösungen zu vereinbaren und in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit der Beschäftigung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in anderen Asklepios-Häusern zu prüfen.

Kontakt

Asklepios Klinik Lenggries
Christopher Horn
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 08041 507-10 05
E-Mail: c.horn@asklepios.com


Beschluss der LÄK Hessen zur Einführung einer „Zusatz-Weiterbildung Ambulante Geriatrie“

Äußerung des Bayrischen Hausärzteverbandes zu der Einführung dieser sektorspezifischen Weiterbildung

Der Bundesverband Geriatrie spricht sich gegen eine föderale Aufgliederung der geriatriespezifischen Qualifikation der Ärzteschaft aus. Der Beschluss der Delegierten der Landesärztekammer Hessen zur Einführung einer „Zusatz-Weiterbildung Ambulante Geriatrie“ trägt nicht zu einer echten Verbesserung der Versorgung bei. Vielmehr besteht die Gefahr einer qualitativen Abwertung der bisherigen Vorgaben.

Die grundsätzliche Stellungnahme des Bayrischen Hausärzteverbandes zur geriatrischen Versorgung der Patienten zeigt eine eingeengte Wahrnehmung der Versorgungssituation betagter Patienten.

Im März haben die Delegierten der Landesärztekammer Hessen beschlossen, in Hessen zusätzlich eine „Zusatz-Weiterbildung Ambulante Geriatrie“ einzuführen. Damit weicht die LÄK Hessen von der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer ab, die ausschließlich eine Zusatzbezeichnung „Geriatrie“ vorsieht.

Aus Sicht des Bundesverbandes Geriatrie ist es nicht sinnvoll, die geriatriespezifische Weiterbildung der Ärzteschaft weiter auf regionaler Ebene unterschiedlich zu regeln und dabei von den bundesweiten Empfehlungen der Bundesärztekammer abzuweichen. Auch in der Geriatrie sollte es ein mit anderen Indikationsbereichen vergleichbares gestuftes System der Qualifizierungen geben, wozu u.a. die Einführung einer Schwerpunktbezeichnung Geriatrie im Gebiet der Inneren Medizin sinnvoll wäre, wie dies von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie als zuständiger Fachgesellschaft gefordert wird.

Sofern man eine ergänzende Regelung für den Bereich der niedergelassenen Ärzteschaft wünscht, sollte man auf die im Rahmen der Einführung der geriatriespezifischen EBM-Ziffern von GKV-Spitzenverband und KBV gemeinsam vereinbarten Qualifikationsvorgaben zurückgreifen.

Dort ist festgelegt, dass Fachärzte für Innere Medizin, Allgemeinmedizin oder Physikalische und Rehabilitative Medizin ohne Schwerpunkt- oder Zusatzbezeichnung „Geriatrie“ die spezifischen Ziffern abrechnen können, wenn sie den Nachweis der Behandlung von 100 Patienten im Jahr erbringen, die 70 Jahre oder älter sind und mindestens zwei geriatrische Syndrome aufweisen. Darüber hinaus wird festgelegt:

–    eine besondere geriatrische Qualifikation mit 160 Stunden-Umfang
–    sowie fünf Jahre vertragsärztliche Berufserfahrung
–    und eine zwölfmonatige Tätigkeit in einer medizinisch-geriatrischen Einrichtung unter Anleitung eines Geriaters oder Arztes, der die fachlichen Genehmigungsvoraussetzungen erfüllt.

Die jetzt in Hessen beschlossene Zusatz-Weiterbildung bleibt hinter diesen Anforderungen zurück, was insbesondere vor dem Hintergrund der immer stärkeren Qualitätsorientierung im Gesundheitssystem äußerst kritisch zu sehen ist.

Vielmehr muss die bereits bestehende Grundkompetenz der Hausärzte durch gezielte Fort- und Weiterbildungen weiter gestärkt und darüber hinaus durch eine bundesweit einheitlich ausgestaltete Zusatzbezeichnung Geriatrie sowie einen Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie ergänzt werden.

Der Bundesverband Geriatrie begrüßt, dass auch der Bayerische Hausärzteverband eine sektorale Untergliederung durch die Einführung einer „Ambulanten-Zusatzweiterbildung“ ablehnt.
Er weist jedoch die vom Bayrischen Hausärzteverband geäußerte Kritik an einer grundsätzlichen eigenständigen Qualifikationsvorgabe im Bereich Geriatrie zurück. „Es ist bedauerlich, dass es heute immer noch Verbände gibt, die den Unterschied zwischen einem alten Patienten und einem geriatrischen Patienten nicht wahrnehmen“, so Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer des Verbandes. Es stehe außer Frage, dass Hausärzte umfassende medizinische Erfahrungen im Umgang mit alten Patienten haben und bei diesen die Grund- und Regelversorgung übernehmen. Wenn jedoch spezifische geriatrische Probleme bei diesen betagten Patienten auftreten, müsste es – vergleichbar mit in anderen Indikationsbereichen – qualifizierte Spezialisten geben, die mit ihrem weiterführenden Fachwissen den besonderen Versorgungsbedarf abdecken könnten. „Zum Beispiel ist es im Bereich der Kardiologie ein völlig normaler Vorgang, dass der Hausarzt durch EKG und Ähnliches die Grundversorgung bei Patienten übernimmt. Zeigen sich dann weiterführende Behandlungsbedarfe ist es selbstverständlich, dass die Überweisung zum Kardiologen erfolgt – nur in der Geriatrie soll der Hausarzt zugleich der weiterqualifizierte „Facharzt“ sein. „Dies ist fachlich nicht nachvollziehbar“, so van den Heuvel. „In der Versorgungspraxis gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Geriatern erfreulicherweise sehr gut, sodass es sich primär um eine verbandspolitische Position des Bayrischen Hausärzteverbandes handelt.“

Kontakt und Nachfragen:

Bundesverband Geriatrie e.V.
Reinickendorfer Straße 61
13347 Berlin
Tel.: 030 / 339 88 76 – 10
Fax: 030 / 339 88 76 – 20
E-Mail: Geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de