April, 2017

 

Antikorruptionsgesetz verunsichert Kliniken

 Pressemitteilung 28. April 2017

DKG-Informationsveranstaltung zu neuen Antikorruptionsregelungen

In der Diskussion um das im Sommer letzten Jahres in Kraft getretene „Gesetz zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen“ hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) die nach wie vor bestehenden Unklarheiten kritisiert. „Es besteht eine große Unsicherheit bei den Krankenhäusern und auch bei niedergelassenen Ärzten, wie die neuen Regelungen des Strafgesetzbuches sich auf verschiedene Kooperationsmodelle in der Praxis auswirken“, erklärte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum auf der Informationsveranstaltung „Kooperation oder Korruption?“ in Berlin vor rund 200 Besuchern aus dem Krankenhauswesen.

Baum betonte, dass die vom Gesetz gewünschten und zum Teil sogar vorgegebenen Kooperationen nicht durch die neuen Straftatbestände konterkariert werden dürften. So sei die Abgrenzung zwischen noch zulässiger Kooperation und möglicherweise schon strafrechtlicher relevanter Korruption für die Kliniken schwer einzuschätzen. Große Unsicherheiten auf Leistungserbringerseite bestünden vor allem bezüglich der Frage, ob bereits eingegangene oder gelebte Verträge mit niedergelassenen Ärzten weiterhin ohne Probleme zulässig seien. Dies betrifft beispielsweise Kooperationen über die Durchführung von stationären und ambulanten Behandlungen (§ 115b SGB V) sowie die Zusammenarbeit im stationären Sektor.

„Ohne derartige Kooperationen kommt quasi kein Krankenhaus aus. Es muss daher glasklar sein, was unter Berücksichtigung der Neuregelung im Strafgesetzbuch bei der Eingehung neuer Kooperationen zu beachten ist, um nicht in die Korruptionsfalle zu tappen“, machte der DKG-Hauptgeschäftsführer deutlich. Zwar werde im Gesetz auf den Schutz besonderer Versorgungsverträge explizit hingewiesen. Da aber eine präzise Formulierung fehlt, bestehe bei den Kliniken die Sorge, dass es zu Verdächtigungen kommen könnte. Dies sei kontraproduktiv und das Gegenteil dessen, was sich der Gesetzgeber mit der sektorenübergreifenden Versorgung – als eines der Ziele im Gesundheitswesen – vorgestellt habe. „Die Krankenhäuser sind daher gut beraten, sämtliche ihrer derzeit bestehenden Kooperationen zu überprüfen“, so Baum.

Im Rahmen der DKG-Informationsveranstaltung „Kooperation oder Korruption? Zusammenarbeit von Krankenhäusern und externen Leistungserbringern im Lichte der neuen §§ 299a ff. StGB“ beleuchten hochkarätige Experten aus dem Bereich Krankenhaus, Wissenschaft, Strafverfolgung und Strafverteidigung insbesondere den rechtlichen Hintergrund zu den neuen Regelungen und deren Auswirkungen und zeigen Lösungsmöglichkeiten auf.

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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland. Sie vertritt die Interessen der 28 Mitglieder – 16 Landesverbände und 12 Spitzenverbände – in der Bundes- und EU-Politik und nimmt ihr gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Die 1.956 Krankenhäuser versorgen jährlich 19,2 Millionen stationäre Patienten und rund 20 Millionen ambulante Behandlungsfälle mit 1,2 Millionen Mitarbeitern. Bei 97 Milliarden Euro Jahresumsatz in deutschen Krankenhäusern handelt die DKG für einen maßgeblichen Wirtschaftsfaktor im Gesundheitswesen.

Kontakt:
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Wangen im Allgäu: Bundesverdienstkreuz am Bande für Alwin Baumann

Alwin Baumann

PRESSEMITTEILUNG

Nr. 037/2017

Minister Lucha: „Mit seinem langjährigen herausragenden Einsatz für chronisch kranke Kinder und Jugendliche hat sich Alwin Baumann um unser Gemeinwesen verdient gemacht“

Alwin Baumann

Alwin Baumann

Als öffentliche Anerkennung für sein langjähriges herausragendes und vorbildhaftes Wirken für sozial benachteiligte und chronisch kranke Kinder und Jugendliche hat Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha MdL am Freitag (28. April) in Wangen im Allgäu (Kreis Ravensburg) Alwin Baumann das vom Bundespräsidenten verliehene Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht.

„Ihrem vorbildhaften und hartnäckigen Engagement ist es wesentlich mit zu verdanken, dass sich die Situation chronisch kranker Kinder und Jugendlicher in Deutschland deutlich verbessert hat. Mit unablässigem Nachdruck haben Sie daran gearbeitet, die Strukturen und Standards der Kinder- und Jugend-Rehabilitation in der gesamten Bundesrepublik weiterzuentwickeln. Sie haben sich damit weit über das übliche Maß hinaus für das Wohl von Kindern und Jugendlichen sowie nicht zuletzt auch für deren Eltern eingesetzt“, würdigte Minister Lucha den Geehrten in seiner Laudatio. „Ich freue mich deshalb ganz besonders, Ihnen heute diese hochkarätige Ehrung des Herrn Bundespräsidenten überreichen und große Anerkennung für Ihre Dienste aussprechen zu dürfen. Sie gehören zu den Menschen, die sich für unser Gemeinwesen und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einbringen und einmischen. Die bereit sind sich zu engagieren und sich für die Belange anderer einzusetzen. Sie haben anschaulich gezeigt, was alles möglich und zu erreichen ist, wenn man sich in außerordentlicher Art und Weise für das Gemeinwohl engagiert. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bei Ihnen bedanken“, sagte der Minister weiter.

 Mit Empathie und Einfühlungsvermögen

Das Engagement von Alwin Baumann begann Anfang der achtziger Jahre. Nach dem Studium der Sozialpädagogik wurde er 1982 pädagogischer Leiter der Fachkliniken Wangen im Allgäu. Ab 1996 leitete er die dortige Rehabilitationskinderklinik, seit 2012 ist er stellvertretender Krankenhausdirektor.

Einer der Schwerpunkte der Klinik liegt in der Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen. Während seiner gesamten, über 30-jährigen Tätigkeit für die Fachkliniken Wangen hat sich Alwin Baumann mit Empathie und Einfühlungsvermögen für die Belange der jungen Patientinnen und Patienten eingesetzt und konnte eine Vielzahl Verbesserungen und Veränderungen für diese und deren Eltern anstoßen. Neben seiner klinischen Tätigkeit verfolgte Alwin Baumann diese Mission auch aktiv in zahlreichen Gremien und Gesellschaften wie etwa dem Bündnis für Kinder- und Jugendrehabilitation, dem Forum Ökonomie der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Rehabilitation und Prävention, dem Bundesverband der Katholischen Rehabilitationseinrichtungen und im Bundesverband der Privatkliniken.

Sorgen und Nöte stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken

Sein Einsatz trug maßgeblich dazu bei, bei Kostenträgern und politischen Entscheidern ein Umdenken zu erreichen und damit weitreichende Verbesserungen für chronisch kranke Kinder und Jugendliche zu erwirken. Ihm ist es unter anderem zu verdanken, dass Eltern ihre chronisch kranken Kinder heute in die Reha-Maßnahme begleiten können und die Kosten dafür von der Krankenkasse übernommen werden. Auch die Stellung eines Antrags auf Rehabilitation ist für den Arzt wie auch die Eltern durch Alwin Baumanns Einsatz deutlich vereinfacht worden. Zudem setzte er sich stets dafür ein, dass auch und besonders die Sorgen und Nöte sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken und dort mehr Gehör finden. Als Referent in unzähligen Seminaren und Fachvorträgen hat Alwin Baumann sein Wissen über die Kinder- und Jugendrehabilitation anschaulich an Ärzte, Eltern und Multiplikatoren vermitteln können.

Neben seiner umfassenden haupt- und ehrenamtlichen Tätigkeit für die Kinder- und Jugendrehabilitation engagierte sich Alwin Baumann auch zivilgesellschaftlich in seinem Wohnort Kißlegg. Dort legte er gemeinsam mit anderen Eltern 1985 den Grundstein für einen noch heute bestehenden Kindergarten, darüber hinaus war er einige Jahre als Gemeinderat tätig.

Kontakt:

Ministerium für Soziales und Integration
Baden-Württemberg
Pressestelle – Nikolai Worms
Schellingstraße 15
70174 Stuttgart
Tel.: 0711/123-3553
E-Mail: nikolai.worms@sm.bwl.de


Ärzte der Welt alarmiert über psychische Gesundheit von Flüchtlingen in Sammelunterkünften

München. Die ehrenamtlich tätigen Psychiater/innen von Ärzte der Welt beobachten während psychiatrischer Sprechstunden in Sammelunterkünften von Flüchtlingen eine besorgniserregende Zahl von psychischen Krankheiten.

Seit 2015 engagiert sich Ärzte der Welt für Flüchtlinge in München. Ein Behandlungsbus fährt zwei Mal wöchentlich Gemeinschaftsunterkünfte an. Unser Team versorgt die Menschen medizinisch und unterstützt dabei, sie ins Regelsystem zu integrieren.

Da die Ärzte und Ärztinnen im Projekt immer wieder beobachtet hatten, dass die psychische Gesundheit vieler Bewohner(innen) beeinträchtigt ist, wurde das Angebot durch psychiatrische Sprechstunden erweitert. Diese werden von ehrenamtlichen Psychiater/innen durchgeführt, können aber nur die dringendsten Fälle begleiten. „Unter den prekären Lebensbedingungen in den Sammelunterkünften verschlechtert sich die psychische Gesundheit von Menschen mit Traumafolgestörungen, von Frauen mit Gewalterfahrung und Kindern, ständig“, beobachtet die Psychiaterin Stephanie Hinum. „Gesetzliche und bürokratische Hürden aber machen den Zugang für eine Behandlung von psychischen Erkrankungen geradezu unmöglich.“

Zu den belastenden Lebensbedingungen in den Sammelunterkünften kommt in den letzten Wochen hinzu, dass wiederholt Bewohner/innen nachts von der Polizei aus den Unterkünften abgeholt werden. Auch ein Patient, den unsere Ärztin psychiatrisch behandelt hatte, war unter den Personen, die nicht mehr geortet werden konnten. „Wir sind sehr besorgt über diese Vorgehensweise der unangekündigten Abschiebung“, sagt Dr. Stephanie Hinum, „wir beobachten, dass viele Menschen unter massiven Schlafstörungen, Angst und Depressionen leiden. Wir sehen auch, dass dadurch die Spannungen zwischen den Bewohnern steigen. Eine bereits beeinträchtigte psychische Gesundheit einiger Bewohner wird durch das Vorgehen der Behörden weiter destabilisiert – mit unabsehbaren Konsequenzen.“

Ärzte der Welt wendet sich entschieden gegen breit angelegte Überraschungsabschiebungen. Auch appelliert die Organisation an politische Entscheidungsträger, dass Asylbewerber/innen zügig in Unterkünfte umziehen können, die eine Privatsphäre erlauben und die psychische Gesundheit nicht verschlechtern.

Darüber hinaus fordert Ärzte der Welt, dass Flüchtlinge in ausreichendem Maße psychosoziale Versorgung erhalten. Dies beinhaltet zum einen den Zugang zu dem vollständigen Leistungsspektrums der gesetzlichen Krankenkassen als auch den Abbau von Zugangsbarrieren, (wie z.B. Sprachbarrieren). Nur dadurch kann eine bedarfsgerechte Versorgung gesichert werden.

Pressekontakt:

Ute Zurmühl
Leitung Medien & Kommunikation
Ärzte der Welt e.V. - Doctors of the World Germany
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m. +49 (0) 160 855 74 27
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Rehaklinik Ob der Tauber soll Vorzeigeklinik der Region werden – DRV Baden-Württemberg investiert 10,6 Millionen

Rund 10,6 Millionen Euro investiert die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Baden-Württemberg in die Sanierung der Rehaklinik „Ob der Tauber“ in Bad Mergentheim. Damit stärkt die DRV in Kooperation mit den RehaZentren Baden-Württemberg und der Stadt Bad Mergentheim das „Gesundheitsland“ Baden-Württemberg. Der gesetzlichen Rentenversicherung im Land geht es mit ihren Partnern, der Klinikbetreiberin und der Stadt, auch darum, in der Kurstadt und der Tauber-Region ein hochwertiges Rehabilitationsangebot und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Im Rahmen eines Pressegesprächs am heutigen Donnerstag präsentierten der Erste Direktor der DRV Baden-Württemberg Andreas Schwarz, die Geschäftsführerin der RehaZentren Baden-Württemberg Dr. Constanze Schaal gemeinsam mit Manuela Zahn, Erste Stellvertreterin des Oberbürgermeisters und Juan Victor Coseriu Pisani, Abteilungsleiter Sozialmedizinischer Dienst / Rehamanagement der DRV sowie der Dualen Klinikleitung das Sanierungsprojekt und den Baufortschritt.

Die Klinik „Ob der Tauber“ ist eine der neun Kliniken aus dem Verbund der RehaZentren Baden-Württemberg gGmbH. Die Reha-Fachklinik für Stoffwechselerkrankungen, Diabetes sowie Krebsnachsorge verfügt über 175 Betten. Mit der Sanierung soll die aus den 1960er Jahren stammende Gebäudesubstanz den aktuellen Erfordernissen angepasst werden. Die Klinik will ihren sehr guten Ruf bei der Rehabilitation von Patienten mit Diabetes mellitus weiter steigern und ihren onkologischen Schwerpunkt in Bezug auf gastroenterologische und uro-onkologische Krebserkrankungen ausbauen. Begonnen wurde die Sanierung im vergangenen Jahr. Im ersten Schritt wurden in einem Bauteil Erd- und Untergeschoss saniert, in denen zukünftig alle Funktionsbereiche der Klinik konzentriert werden. Dieser erste Bauabschnitt wurde im März 2017 erfolgreich abgeschlossen.

Bad Mergentheims Oberbürgermeister Udo Glatthaar unterstützt die Investition der Rentenversicherung in der Gesundheitsstadt: „Die DRV Baden-Württemberg setzt damit ein Zeichen und verdeutlich, dass sie im zukunftsträchtigen medizinischen Segment Reha in Bad Mergentheim langfristig vertreten sein will und die gute Infrastruktur unserer Stadt für Rehapatienten zu würdigen weiß. Dieses klare Bekenntnis für den Standort Bad Mergentheim, dessen Gesundheitskompetenz weit über die Landesgrenzen bekannt ist, bestätigt unser Engagement und erfreut mich sehr. Es stellt einen weiteren wichtigen Baustein für das nachhaltigen Wachstum des attraktiven Mittelzentrums Bad Mergentheim mit oberzentraler Funktion im Bereich Gesundheit und Bildung dar.“

Die DRV und die RehaZentren wissen die umfassende Unterstützung von Seiten des Oberbürgermeisters im Vorfeld der Sanierung zu schätzen, bekräftigen Andreas Schwarz, der Vorsitzende der Geschäftsführung der DRV Baden-Württemberg, und Dr. Constanze Schaal, Geschäftsführerin der RehaZentren Baden-Württemberg.

Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts im März 2017 konnten die neu geschaffenen Räume in Betrieb genommen werden. Im sanierten Gebäude konzentrieren sich alle Untersuchungs- und Behandlungsräume, Ärztezimmer sowie die Funktionsdiagnose, die Labordiagnose, die Therapieeinrichtungen sowie die Aufenthalts- und Umkleideräume des Personals. Für diesen Bauabschnitt wurden insgesamt rund 1,8 Millionen Euro investiert.

Nach der Sanierung des Patientenbereiches im zweiten Bauabschnitt werden insgesamt 175 Einzelzimmer zur Verfügung stehen. Davon sind 22 Zimmer behindertengerecht eingerichtet und für die Erfordernisse schwer adipöser Patienten ausgerichtet, 13 Zimmer werden so ausgestattet sein, dass Begleitpersonen dort Platz finden. Die anstehende Sanierung dieses Teils der Klinik schlägt mit rund 6,55 Millionen Euro zu Buche. Weitere 2,26 Millionen Euro investiert die DRV für den Brandschutz inklusive neuer Sicherheitstechnik.

Für die Zukunft gerüstet
Die neuen Patientenzimmer werden zeitgemäß, modern, hell und komfortabel sein. In Kombination mit einer bedarfsgerechten Ausstattung, entsteht ein patienten- und mitarbeiterfreundliches Ambiente, das die Attraktivität der Klinik nachhaltig steigert. Weiteres Ziel ist, die Klinikabläufe zu optimieren, insbesondere durch Zentralisierung der ärztlichen, therapeutischen und diagnostischen Räume. Dafür wurde die Neugestaltung der Räumlichkeiten im Vorfeld intensiv mit Ärzten und Pflegepersonal abgestimmt. Die aktuelle Zimmerverteilung stammt noch aus der Zeit, als die Klinik als Akutkrankenhaus fungierte und sich neben den Krankenzimmern auch in jedem Stockwerk Funktionszimmer befanden.

Mehr und mehr nutzen auch Reha-Patientinnen und -Patienten ihr Wunsch- und Wahlrecht und suchen sich ihre Rehaklinik selbst aus. Eine Klinik müsse daher, sind sich Andreas Schwarz und Dr. Constanze Schaal einig, „nicht nur rehamedizinisch, sondern auch bei der Unterbringung der Patienten auf der Höhe der Zeit sein. Die umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen ermöglichen es uns, die Versorgung unserer Rehabilitandinnen und Rehabilitanden auf dem neuesten medizinischen, technischen und energetischen Standard für die Zukunft zu sichern.“ Für die Gesamtkonzeption hat sich auch die Selbstverwaltung der DRV Baden-Württemberg stark gemacht: Im Vorstand haben die alternierenden Vorsitzenden Nikolaus Landgraf von der Versichertengruppe und Joachim Kienzle als Vertreter der Arbeitgeber die Rahmenbedingungen so vorgegeben, dass in Bad Mergentheim auch künftig qualitativ hochwertige Reha gewährleistet ist: Die Rehaklinik „Ob der Tauber“ soll eine „Vorzeigeklinik in der Region“ werden.

Kompetenzen ausbauen
Schwerpunkte bei der Belegung der Klinik bilden die Bereiche Diabetes/Adipositas und Onkologie. Dr. Sylvia Zipse, Chefärztin der Rehaklinik, sieht in der Behandlung dieser Patienten ein großes Potenzial: „Mit der Etablierung eines Adipositas-Schwerpunkts und dem Ausbau des uro-onkologischen Schwerpunkts werden wir unsere Attraktivität auch für neue Zielgruppen steigern. So ist in den letzten Jahren der Anteil der adipösen Patienten im erwerbsfähigen Alter stetig angestiegen. Zum Erhalt der Erwerbsfähigkeit ist bei den Betroffenen die Gewichtsreduktion zur Risikoprävention von Folgeerkrankungen unabdingbar.“ Speziell für diese Zielgruppe bietet die Klinik nach der Sanierung dem Gewicht angepasste Zimmer nebst Technik an, beispielsweise auch spezielle Sportgeräte wie Liegefahrräder oder Laufbänder.

„Auch die steigende Zahl an Patienten mit uro-onkologischen Erkrankungen und Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes, die nach ihrem Aufenthalt in der Akutklinik ihre Anschluss-Reha bei uns verbringen, profitieren nachhaltig von der Sanierung“, erläutert der kaufmännische Leiter Traugott Weber. Mit den größeren Patientenzimmern sei zukünftig die Aufnahme von Begleitpersonen möglich. Dies lasse einen positiven Effekt auf den Reha-Erfolg erwarten.

Bis 2018, so sehen die Planungen vor, sollen sämtliche Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. Die Sanierung werde, sind sich Andreas Schwarz und Dr. Constanze Schaal einig, auch dafür sorgen, dass die Klinik bei Klinikvergleichen – wie dem Fokus-Ranking der Rehaklinken im November 2016 – weiterhin auf den vorderen Plätzen rangiert.

Rehaklinik Ob der Tauber
Die 1962 gegründete Rehaklinik Ob der Tauber ist eine Fachklinik für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen sowie Onkologie. Sie gehört zur Gruppe der RehaZentren Baden-Württemberg, die 2007 aus dem Zusammenschluss der der Rehakliniken der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg entstanden ist. Heute gehören dazu acht Kliniken in Baden-Württemberg und eine in Bayern an den Standorten Baden-Baden, Bad Mergentheim, Bad Kissingen, Donaueschingen, Freiburg, Glottertal, Heidelberg, Isny und Nordrach.

RehaZentren Baden-Württemberg
Unter dem Dach der RehaZentren Baden-Württemberg gGmbH sind neun Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation mit individuellen Profilen zusammengeführt. Acht Standorte liegen in Baden-Württemberg, ein weiterer in Bayern. Die Geschäftsleitung hat ihren Sitz in Stuttgart.
Die Kliniken erbringen ein breites Spektrum an rehabilitativen und präventiven Dienstleistungen. Sie ergänzen sich gegenseitig, sodass wertvolle Synergieeffekte entstehen. Vernetzte Strukturen und die fachliche Zusammenarbeit sichern eine optimale Betreuung der Patientinnen und Patienten.

Kontakt:
RehaZentren Baden-Württemberg
Jörg Skupin, PR-Referent
Tel.: 0711 6994 639–62, E-Mail: j.skupin@rehazentren-bw.de


14. Ronsdorfer Gesundheitsgespräch in der HELIOS Klinik Bergisch-Land: Wege zur Kontinenz

Harninkontinenz trifft Männer häufig nach Operationen an der Prostata. Frauen leiden nach verschiedenen Erkrankungen an Belastungsinkontinenz oder nach Chemotherapien an Dranginkontinenz. Im Rahmen des Ronsdorfer Gesundheitsgespräches in der HELIOS Klinik Bergisch-Land informieren Experten am Mittwoch, dem 3. Mai, in der Zeit von 17:30 Uhr bis 19:30 Uhr, zum Thema „Wege zur Kontinenz“. Die Veranstaltung findet im großen Vortragsraum der Klinik, Im Saalscheid 5, statt. Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung nicht erforderlich.

Adam Mol, leitender Oberarzt der Urologie in der Fachklinik für stationäre und ambulante Rehabilitation und Anschlussheilbehandlung, stellt konservative Behandlungsmethoden der Harninkontinenz vor. Seit 2004 ist Ute Hausmann als Physiotherapeutin mit der Zusatzausbildung für den männlichen Beckenboden in der HELIOS Klinik Bergisch-Land in Wuppertal-Ronsdorf tätig und für das Kontinenztraining der Patienten zuständig.

„Kontinenz beginnt im Kopf, nicht im Körper“, sagt Ute Hausmann. Patienten, denen nach bösartigen Tumoren die Prostata oder die Blase entfernt wurde, leiden oft an Inkontinenz. Grund ist die durch die Operation veränderte Anatomie und Funktion des uro-genitalen Systems.  Der äußere, willkürliche Schließmuskel muss Aufgaben übernehmen, die ihm bis dahin unbekannt waren und das gilt es während des Reha-Aufenthaltes in Wuppertal-Ronsdorf zu  üben. „Meine Männer müssen erst einmal den Leistungsgedanken ablegen und sich an die neuen anatomischen Veränderungen gewöhnen“,  sagt Ute Hausmann. Das gehe nicht von jetzt auf gleich.

Viele möchten so schnell wie möglich in ihr altes Leben. „Sich in die Hose zu machen“ sei dabei tabu. „Dabei sind sie gerade einer lebensbedrohlichen Erkrankung entkommen“, sagt Ute Hausmann. „Ich sage ihnen immer, ihr lebt und euch wurde wertvolle Zeit geschenkt“. Mit einem gezielten Kontinenztraining in der Rehaklinik haben Betroffene gute Chancen, wieder  kontinent zu werden. „Das ist häufig eine Frage der Zeit und man muss lernen, sich diese Zeit zu lassen und auf die Rückmeldungen des Körpers zu hören“, sagt Ute Hausmann, die ihren Patienten das Beckenbodentraining in kleinen Gruppen, aber auch in Einzeltherapien vermittelt.

Auch Beckenbodentraining für Frauen wird in Wuppertal-Ronsdorf angeboten, denn je nach Krankheitsgeschichte leiden viele Frauen an einer Belastungsinkontinenz oder plagen sich nach Chemotherapien mit Dranginkontinenz, der sogenannten Reiz- oder Drangblase herum.

Während des stationären oder ambulanten Reha-Aufenthaltes in der HELIOS Klinik Bergisch-Land werden alle Patienten ganzheitlich versorgt. „Dazu gehört auch eine psychologische Betreuung, die bei der Krankheitsverarbeitung unterstützt“, sagt Ute Hausmann. Auch nach dem Reha-Aufenthalt werden die Patienten mit ihren Problemen nicht alleine gelassen. „Sie erhalten von uns Tipps für das weitere Training zu Hause“, sagt die Therapeutin und immer donnerstags, um 17:15 Uhr,  können sie zu weiteren Therapien in die Klinik kommen.

Alle Männer, denen eine Operation an der Prostata bevorsteht, können zu einem prä-operativen „Beckenboden-Kennenlernen-Treffen“, donnerstags, um 16:30 Uhr, in die HELIOS Klinik Bergisch-Land kommen. Ihnen wird vermittelt, ihren Beckenboden  vor einer anstehenden OP kennenzulernen. Nach der OP können sie in der Reha auf diese Erfahrung sofort zurückgreifen.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.helios-kliniken.de/bergisch-land

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HELIOS ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit mehr  als 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören die HELIOS Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien.

In Deutschland hat HELIOS 112 Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 78 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), vier Rehazentren, 18 Präventionszentren und 13 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. HELIOS versorgt in Deutschland jährlich mehr als 5,2 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über 35.000 Betten, beschäftigt mehr als 72.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete in Deutschland im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro. HELIOS ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

Quirónsalud betreibt 43 Kliniken, 39 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Die Gruppe ist in allen wirtschaftlich wichtigen Ballungsräumen Spaniens vertreten. Quirónsalud beschäftigt 35.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro.

HELIOS gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius. Sitz der HELIOS Unternehmenszentrale ist Berlin.

Pressekontakt:
Volker Martin
HELIOS Rehakliniken GmbH
c/o HELIOS Klinik Hattingen
Unternehmenskommunikation & Marketing
Sparte Reha – Region West
Telefon: +49 2324 966 731
Mobil: +49 1525 477 85 26
Fax: +49 2324 966-716
E-Mail: volker.martin@helios-kliniken.de


Wolfram-Keup-Förderpreis 2018 – Beginn der Ausschreibung

Der Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) vergibt zum fünften Mal den ‚Wolfram-Keup-Förderpreis’ für die beste wissenschaftliche oder praxisorientierte Arbeit auf dem Gebiet der Entstehung und Behandlung von Substanzmissbrauch, Substanzabhängigkeit oder Verhaltenssucht.

Aus dem Nachlass des Projektes ‚Frühwarnsystem zur Erfassung von Veränderungen der Missbrauchsmuster chemischer Substanzen in der Bundesrepublik Deutschland’, das Professor Wolfram Keup initiiert und bis zu seinem Tod am 4. Januar 2007 geleitet hat, wird zur Erinnerung an den Stifter alle zwei Jahre der ‚Wolfram-Keup-Förderpreis’ öffentlich ausgeschrieben und vergeben.

Alle Personen und Institutionen, die sich in der wissenschaftlichen Forschung oder der therapeutischen Behandlungspraxis mit dem Thema Sucht beschäftigen, sind aufgefordert, sich mit eigenen Untersuchungen oder Projekten um den Wolfram-Keup-Förderpreis 2018 zu bewerben. Die vorgelegten Arbeiten müssen sich mit der Entstehung oder der Behandlung von Substanzmissbrauch, Substanzabhängigkeit oder Verhaltenssucht beschäftigen. Dabei kann es sich um wissenschaftliche Studien handeln, aber auch um die Realisierung von Präventionsmaßnahmen oder die Erprobung von Behandlungskonzepten. Der Förderpreis ist mit einem Preisgeld von 2.000 € ausgestattet.

Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2017. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Wissenschaftlichen Jahrestagung des buss am 21. März 2018 in Berlin. Weitere Details finden Sie in den Ausschreibungsunterlagen unter www.suchthilfe.de.

Kontakt:
Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V.
Prof. Dr. Andreas Koch
Wilhelmshöher Allee 273
34131 Kassel
Tel. 0561/77 93 51
Fax 0561/10 28 83
buss@suchthilfe.de
www.suchthilfe.de


Qualitätskliniken.de erweitert Portfolio für Reha-Kliniken in Deutschland

Neu: Ab sofort Basis-Mitgliedschaft im Bereich Rehabilitation

Den rund 1.300 Reha-Kliniken in Deutschland ermöglicht die neue Basis-Mitgliedschaft eine informative Darstellung ihres umfänglichen Leistungsspektrums. Mit der Bereitstellung von Informationen zu Struktur- und Leistungsdaten im Suchportal Qualitätskliniken.de können Reha-Kliniken für Patientinnen und Patienten, Angehörige und Einweisende nun leichter gefunden und passgenau ausgewählt werden.

Rehabilitationsklinken mit einer Basis-Mitgliedschaft stellen solche Informationen bereit, wie man sie klassisch aus den Qualitätsberichten von Krankenhäusern kennt. Da diese für die Rehabilitation aber nicht standardisiert und öffentlich verfügbar sind, werden die notwendigen Daten über eine von Qualitätskliniken.de entwickelte Software erhoben und ans Portal übermittelt. Dazu gehören: Adresse, Fachabteilungen, medizinisches und therapeutisches Leistungsspektrum, Diagnosen, Behandlungsschwerpunkte und Ausstattungsmerkmale. Ein Wechsel von der Basis-Mitgliedschaft in den Premiumbereich ist jederzeit möglich. Zusätzlich müssen dafür die Ergebnisse der Qualitätsdimensionen Behandlungsqualität, Patientensicherheit, Patientenzufriedenheit und Organisationsqualität übermittelt werden.

Die Kommunikation und damit die Transparenz von Qualitätsdimensionen erfordert von den Reha-Kliniken im ersten Schritt Mehrarbeit und auch Mut. „Die Mitgliedschaft bei Qualitätskliniken.de hat uns sehr geholfen, interne Prozesse anzustoßen und das Qualitätsmanagement nachhaltig zu verbessern. Wir sind stolz, diese Ergebnisse nun auch öffentlich zu zeigen“, so Dr. Stefan Triebel, Chefarzt der Orthopädie, Passauer Wolf Bad Gögging. „Die anfänglichen Kraftanstrengungen und der Aufwand haben sich gelohnt. Sowohl unsere Patientinnen und Patienten als auch die Mitarbeiter unserer Reha-Einrichtung profitieren letztlich davon.“

Das Reha-Portal Qualitätskliniken.de bietet den Nutzern eine Qualitätsbewertung auf der Basis von vier Qualitätsdimensionen. Neben der Behandlungsqualität gibt es die Dimensionen Rehabilitandenzufriedenheit, Rehabilitandensicherheit und Organisationsqualität. Expertinnen und Experten definieren Qualität gut nachvollziehbar und laienverständlich. Patienten, Angehörige und Einweiser können somit leichter eine Klinik finden, die ihren Anforderungen möglichst genau entspricht. Das Wunsch- und Wahlrecht des Patienten wird dadurch unterstützt. Durch die strukturierten Basisdaten über Kliniken, die öffentlich dargestellt werden, wird erstmals Qualität in der Rehabilitation vergleichbar und transparent dargestellt. Knapp 80 Rehabilitationskliniken veröffentlichen ihre Ergebnisse derzeit im Internetportal von Qualitätskliniken.de.

Über Qualitätskliniken.de
Die 4QD-Qualitätskliniken.de GmbH mit Sitz in Berlin wurde 2010 von führenden Krankenhausträgern gegründet. Sie ist Betreiberin des Klinikportals www.qualitätskliniken.de, in dem mehr als 250 Mitgliedskliniken aus der Akut- und Reha-Versorgung ihre Qualitätsergebnisse veröffentlichen. Die Ergebnisse werden in bis zu fünf Dimensionen in einer Klinikvergleichsliste transparent gemacht. Neben medizinischer Qualität werden Kriterien zur Patientensicherheit und die Befragungsergebnisse der Patienten- und Einweiserzufriedenheit in die Bewertung der Kliniken einbezogen. Mit Kriterien zu „Ethik & Werten“ hat Qualitätskliniken.de erst kürzlich eine weitere Dimension eingeführt, die Patienten, ihre Angehörigen, einweisende Ärzten und Krankenkassen bei der Suche nach einer für sie passenden Klinik unterstützt. Qualitätskliniken.de hat sich zum Ziel gemacht, flächendeckende, patientenverständliche und belastbare Informationen zur Qualität in Krankenhäusern transparent darzustellen. Gleichzeitig steht mit Qualitätskliniken.de ein Instrument zur Verfügung, das Krankenhäuser in ihrer Qualitätsarbeit unterstützt und damit hilft, die Patientenversorgung nachhaltig zu sichern.

Das Suchportal von Qualitätskliniken.de:
http://www.qualitaetskliniken.de

Weitere Informationen zu Qualitätskliniken.de:
http://b2b.qualitaetskliniken.de/unternehmen/

Kontakt:
4QD – Qualitätskliniken.de GmbH
Annabelle Neudam
Geschäftsbereichsleitung Reha
Friedrichstraße 60
10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 – 32 50 36 – 50
Fax: +49 (0)30 – 2 40 08 99 – 30
E-Mail: a.neudam@qualitaetskliniken.de


Bewährte Therapien und neueste Erkenntnisse bei MS

Erfolgreiche Rehaprogramme mit Schmerztherapie, Hippotherapie und therapeutischem Klettern

 

Im Fokus des diesjährigen MS-Forums im Medical Park Loipl standen die vielfältigen Therapieverfahren der autoimmun bedingten Erkrankung
Multiple Sklerose. Vertreter aus Fachkreisen, darunter Dr. Jochen Quintern, leitender Oberarzt der Klinik, informierten Betroffene, Angehörige und Experten über Einflussfaktoren, alternative Therapiemöglichkeiten und erzielte Erfolge im Bereich Multiple Sklerose.

 

Multiple Sklerose ist die häufigste autoimmun bedingte Erkrankung des Nervensystems. Mehr als 120.000 überwiegend jüngere Menschen zählen allein in Deutschland zu den Betroffenen. Obgleich immer wirksamere Therapien zur Verfügung stehen, ist Multiple Sklerose noch nicht heilbar. Viele der Erkrankten leiden unter Beeinträchtigungen und Behinderungen. „Für diese Menschen haben wir ein spezialisiertes neuro-rehabilitatives Behandlungsangebot entwickelt, individuell abgestimmt auf die Bedürfnisse dieser Patientengruppe“, berichtet Annelore Barth, Geschäftsführerin des Medical Park Loipl.

 

Ein reger Austausch von Betroffenen und Experten

Das jährliche MS-Forum für Betroffene, Angehörige und Experten am 21.04.2017 wurde diesmal dem Thema „medikamentöse und nicht medikamentöse Schmerztherapie“ gewidmet. Im Rahmen verschiedener Vorträge wurden nicht nur die Möglichkeiten der medikamentösen Schmerzbehandlung bei Multipler Sklerose aufgezeigt, Dr. Jochen Quintern, leitender Oberarzt im Medical Park Loipl, präsentierte darüber hinaus aktuelle Erkenntnisse zum Thema „Lebensstil und die Einflussfaktoren auf den Verlauf der Erkrankung“. So konnte eine kürzlich erhobene Studie das Rauchen als stärksten Einflussfaktor auf den Verlauf in beide Richtungen bestimmen. Darüber hinaus informierte das Therapeutinnen-Team der Klinik über wirkungsvolle, alternativ-therapeutische Möglichkeiten, wie die Feldenkreismethode. Im Besonderen berichtete die Hippo- und Physiotherapeutin Andrea Bethke über die positiven Auswirkungen einer Hippotherapie sowie über Erfahrungsberichte von Erkrankten. Großes Interesse weckte die Vorstellung einer erstmalig erschienenen, medizinischen Studie über die Wirksamkeit der Therapieform mit Pferden bei den Betroffenen. Im Anschluss bot das MS-Forum allen Besuchern Gelegenheit, eigene Erfahrungen in den neuesten therapeutischen Angeboten, wie der Klettertherapie, dem Zeptoring oder dem Motorik- und Sensoriktraining mittels Fingerrobotik – hierbei handelt es sich um ein computergesteuertes Mobilitäts- und Sensibilitätstraining – zu sammeln.

 

 

Experten auf ihrem Gebiet

In einem hochprofessionellen Setting bietet die Medical Park Klinik in Loipl bereits seit mehr als 20 Jahren Rehabilitationsprogramme für Patienten mit chronischen Erkrankungen des Nervensystems. „Unser Angebot für MS-Patienten stützt sich daher auf langjährig erprobte und evidenzbasierte Therapieverfahren, welche sich als hilfreich und wirksam erweisen konnten. Wir wissen um die besonderen Erwartungen unserer Patienten, gehen individuell auf ihre Wünsche ein und integrieren sie bewusst und zu jedem Zeitpunkt in die Planung der Therapie“, so Barth.

 


Exoskelette in der Arbeitswelt: Gesetzliche Unfallversicherung zu Chancen und Risiken

 

25.04.2017

Ganz ohne Mühe schwere Kisten heben? Ohne Rückenschmerzen ein Bauteil über Kopf montieren? Was nach den Superkräften der X-Men klingt, könnte durch Exoskelette in Betrieben und an Fertigungsbändern bald Realität werden. Körpergetragene Hebehilfen, die Beine und Becken oder Schulter und Arme unterstützen, werden bereits entwickelt und erprobt. Welche Auswirkungen die neuen Helfer auf den Arbeitsschutz haben, untersuchen Fachleute von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.

„Exoskelette sind eine spannende Innovation, die aber noch Entwicklungsarbeit braucht“, sagt Ralf Schick von der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik: „Nach unserer Einschätzung kommen sie dort infrage, wo andere technische Hilfsmittel wie Stapler oder Kran nicht verwendet werden können. Profitieren könnten zum Beispiel Beschäftigte in der Automobildemontage, der Möbelauslieferung oder bei Arbeiten auf der Baustelle.“ Exoskelette entlasten durch die Kraftunterstützung das Muskel-Skelett-System ihrer Träger. Muskel-Skelett-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit. Exoskelette könnten helfen, diese Ausfallzeiten zu mindern. Sie könnten Menschen dabei unterstützen, länger gesund zu arbeiten.

Es gibt aber auch Risiken, die mit bedacht werden sollten. Schick: „Exoskelette könnten zum Beispiel auch genutzt werden, um die Lastgewichte zu erhöhen. Das wäre nicht im Sinne der Beschäftigten. Sie würden dann weiterhin an der Belastungsgrenze arbeiten.“ Eine weitere Gefahr: Wenn die Nutzer mit dem Exoskelett stolpern oder stürzen, ist das Risiko groß, dass durch die zusätzliche Masse Verletzungen gravierender ausfallen. Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle zählen insgesamt zu den häufigsten Unfällen am Arbeitsplatz. Ebenfalls zu bedenken ist die Gefahr, die vom Exoskelett selbst ausgehen könnte: Bei dem Einsatz von aktiven Exoskeletten, bei denen Motoren die Kraft unterstützen, könnte eine Fehlfunktion zu Verletzungen führen.

Schick: „Es ist wichtig, diese sicherheitstechnischen Aspekte möglichst schon in der Entwicklungsphase zu berücksichtigen.“ Berufsgenossenschaften und Unfallkassen stellen in diesem Entwicklungsprozess ihre Expertise zur Verfügung. Wichtig ist aus ihrer Sicht, die Bedürfnisse der Beschäftigten möglichst früh mit in die technische Entwicklung einzubeziehen. Das gilt auch für die notwendige ergonomische Gestaltung eines Exoskeletts. Schick: „Der Tragekomfort spielt für die Akzeptanz eine wichtige Rolle. Auch bei sommerlicher Hitze muss man sich damit noch gut bewegen können.“

Der Einsatz von Exoskeletten im Betrieb beschäftigt auch die Forschung. So untersucht das Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) die Kraftunterstützung und die ergonomischen Eigenschaften von Exoskeletten und bietet dazu auch Beratung an.

Zehn Fragen und Antworten zum Thema: www.dguv.de/fbhl/sachgebiete/physische-belastungen/faq_exo

Ansprechpartner ist das Sachgebiet „Physische Belastungen“ der DGUV: www.dguv.de/fbhl

 

Pressekontakt:

Stefan Boltz
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Pressestelle
Tel.: 030 288763768
Fax: 030 288763771
E-Mail: presse@dguv.de


Start der Infomobiltour des BFW Leipzig zur beruflichen Rehabilitation in Döbeln

Corinna Schulze und Steffen Gonsior beraten am weißen BARKAS zu Fragen der beruflichen Rehabilitation und dem Wiedereinstieg in Arbeit nach Krankheit oder Unfall.
Corinna Schulze und Steffen Gonsior beraten am weißen BARKAS zu Fragen der beruflichen Rehabilitation und dem Wiedereinstieg in Arbeit nach Krankheit oder Unfall.

Corinna Schulze und Steffen Gonsior beraten am weißen BARKAS zu Fragen der beruflichen Rehabilitation und dem Wiedereinstieg in Arbeit nach Krankheit oder Unfall. © A. Starke, BFW Leipzig

Am 5. Mai 2017 startet der weiße BARKAS zu seiner siebten Infomobiltour durch Mitteldeutschland. Erste Station des Beratungsteams des Berufsförderungswerks Leipzig (BFW Leipzig) ist Döbeln. Dort können sich Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen über neue Wege in Arbeit durch eine Umschulung bzw. Qualifizierung informieren.

Von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr werden Corinna Schulze und Steffen Gonsior aus dem BFW Leipzig auf dem Niedermarkt/Ecke Bäckerstraße ihre Beratungsgespräche zur beruflichen Rehabilitation durchführen. „Wir erweitern in den Sommermonaten unser Beratungsangebot für Interessenten, die nicht zu der monatlichen Informationsveranstaltung nach Leipzig oder zur Beratung in eine unserer fünf Außenstellen kommen können“, erläutert Steffen Gonsior vom Bereich Marketing des BFW Leipzig. „Wir haben Informationen für Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Unfall ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausführen können. Wir erklären Zugangswege zur beruflichen Rehabilitation und Chancen, um durch das Erlernen eines neuen Berufes wieder in Arbeit kommen zu können.“

Das breite Spektrum reiche von über 45 Qualifizierungs- und Umschulungskursen im kaufmännischen oder gewerblich-technischen Bereich über Vermittlungsmaßnahmen bis hin zu Angeboten für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

Bei diesem Vor-Ort-Termin könne man bereits auf einzelne Fälle genauer eingehen und weitere Beratungstermine in der Außenstelle des BFW Leipzig in Döbeln sowie in Leipzig vereinbaren.

Steffen Gonsior stellt die positiven Aspekte noch einmal in den Vordergrund. „Zum einen erhalten betroffene Menschen eine zweite Chance auf einen Neubeginn im Arbeitsleben. Zum anderen könnten Unternehmen besonders auf diese Menschen bauen, die hoch motiviert die berufliche Qualifizierung absolvieren.“ Es gehöre viel Willen und Engagement dazu, trotz gesundheitlicher Einschränkungen wieder ins Arbeitsleben einsteigen zu wollen. Diese Bereitschaft und die Lebenserfahrung aus dem ersten Beruf sind wichtige Argumente, um schnell in ein Unternehmen integriert zu werden. Die Erfahrungen zeigen, dass viele Unternehmenslenker genau auf diese Werte bauen.

Seit sechs Jahren ist so der weiße BARKAS als Infomobil in der Region Mitteldeutschland unterwegs, um Betroffene vor Ort zu beraten. Auf dem Plauener Spitzenfest wird die nächste Station der Infomobiltour am 17. Juni 2017 sein. In den Frühjahrs- und Sommermonaten fährt der weiße BARKAS insgesamt 6 Standorte in Sachsen und Sachsen-Anhalt an. Interessenten können vorab die Termine auf dieser Seite des BFW Leipzig einsehen: www.bfw-leipzig.de/infomobiltour.html

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Erstellt: Michael Lindner/BFW Leipzig

Weitere Termine der Infomobiltour:

Plauen: 17.06.2017, 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr, Fußgängerpassage
Borna: 20.07.2017, 9:00 Uhr bis 14:30 Uhr, auf dem Wochenmarkt
Grimma: 04.08.2017, 09:00 Uhr bis 14:30 Uhr, auf dem Marktplatz
Naumburg: 16.08.2017, 9:00 Uhr bis 15.00 Uhr, Vorplatz vorm Amtsgericht
Eilenburg: 14.09.2017, 08:00 Uhr bis 14:00 Uhr, auf dem Marktplatz

BFW Leipzig
Seit 25 Jahren ist das Berufsförderungswerk Leipzig als Spezialist auf dem Gebiet der beruflichen Rehabilitation tätig. Hier werden Menschen ausgebildet und bedarfsorientiert unterstützt, die durch Krankheit oder Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben scheiden mussten. Mit individuellen Erprobungs-, Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen werden neue Möglichkeiten für den Weg zurück in ein erfülltes Arbeitsleben angeboten. Die Angebote als überregionaler Dienstleister auf den Gebieten Beratung, Diagnostik und Assessment, Qualifizierung, Prävention und Rehabilitation stehen neben der Hauptstelle in Leipzig in den Außenstellen in Brand-Erbisdorf, Chemnitz, Döbeln, Plauen und Zwickau zur Verfügung. Die vielfältigen Leistungen sind ein wichtiger Beitrag nicht nur um Menschen wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen, sondern diese tragen auch durch die Orientierung am Arbeitsmarkt zur Lösung des Fachkräftemangels in der Wirtschaft bei. Darüber hinaus werden an der Bildungseinrichtung verschiedene Kurse der beruflichen Weiterbildung angeboten.

Weitere Informationen und Bildmaterial:

Berufsförderungswerk Leipzig
gemeinnützige GmbH
Michael Lindner
Leiter PR | Unternehmenskommunikation
Georg-Schumann-Straße 148
04159 Leipzig
Tel.: 0341 | 9175120
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