Freitag, März 31st, 2017

 

Masterplan Medizinstudium: Licht und Schatten dicht beieinander

Freitag, 31. März 2017

Marburger Bund – Bundesverband

Pressemitteilung des Marburger Bundes

Berlin – Der Reformplan für das Medizinstudium hat bei den Studierenden im Marburger Bund zwiespältige Reaktionen hervorgerufen. „Wir begrüßen die Ankündigung von Bund und Ländern, das Medizinstudium praxisnäher zu gestalten. Die Modellstudiengänge liefern schon seit Jahren den Beweis, dass mehr Praxisnähe möglich ist und die Trennung zwischen Vorklinik und Klinik überwunden werden kann. Diese Erkenntnisse hätte man schon längst auch in den Regelstudiengängen umsetzen können. Dafür bedarf es keines Masterplans“, sagte Victor Banas, Vorsitzender des Sprecherrats der Medizinstudierenden im Marburger Bund. Besonders hervorzuheben sei, dass die ärztliche Ausbildung stärker an Kompetenzen ausgerichtet werden soll und Studierende frühzeitig mit der Patientenversorgung in Kontakt kommen.

„Auf der Schattenseite verbuchen wir die Einführung zusätzlicher Obligatorien im Studium und die Quartalisierung des Praktischen Jahrs. Damit wird eine bewährte Struktur aufgelöst, die den Studierenden den notwendigen Freiraum verschafft hat, um im Rahmen eines viermonatigen Wahltertials eigenen Präferenzen nachzugehen oder die gewünschte Fachrichtung besser kennenzulernen. Der Ärztemangel, insbesondere der Mangel an Landärzten, wird sich nicht durch den Masterplan beheben lassen. Angehende Ärztinnen und Ärzte werden sich nur dann für bestimmte, besonders versorgungsrelevante Fachrichtungen entscheiden, wenn sie gute Arbeits- und Lebensbedingungen vorfinden. Insofern bedauern wir sehr, dass einseitige versorgungspolitische Erwägungen und Mutmaßungen zu strukturellen Änderungen im Medizinstudium führen sollen. Das ist ein gefährlicher Paradigmenwechsel. Inhalte des Medizinstudiums müssen aus sich heraus begründet sein und nicht deshalb, weil das althergebrachte Modell des Landarztes immer weniger Attraktivität entfaltet“, kritisierte Banas.

„Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass ein Ausbau der Studienplatzkapazitäten um mindestens 10 Prozent notwendig ist. Nur so kann dem Ärztemangel, der sich durch die bevorstehende Ruhestandswelle eher noch verstärken wird, sinnvoll entgegengewirkt werden. Hier hat die Politik eine große Chance vertan. Jetzt rächt sich auch, dass Finanzierungsfragen bei der Beratung des Masterplans ausgeklammert wurden und nun erst noch geklärt werden müssen. Dies ist aber absolut notwendig, um ausreichend finanzielle Ressourcen für gute Lehre zur Verfügung zu haben. Die Politik darf die medizinischen Fakultäten hier nicht länger im Regen stehen lassen“, forderte der Sprecher der Medizinstudierenden im Marburger Bund.

Der Marburger Bund ist der Verband aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte. Mit mehr als 119.000 Mitgliedern ist er der größte deutsche Ärzteverband mit freiwilliger Mitgliedschaft und Deutschlands einzige Ärztegewerkschaft.


DAK-Gesundheit fordert Reformen nach Bundestagswahl

Hamburg (ots) – Die DAK-Gesundheit fordert Reformen von der zukünftigen Bundesregierung. Der Verwaltungsrat der drittgrößten Krankenkasse plädiert unter anderem für eine Stärkung der Selbstverwaltung, für neue Finanzierungsmodelle sowie für eine kluge Digitalisierung des Gesundheitswesens. Mit dem „Gesundheitspolitischen Kompass“ hat das Parlament der DAK-Gesundheit gestern einstimmig ein umfassendes Positionspapier zur Bundestagswahl 2017 verabschiedet.

„Um das wertvolle stabilitätssichernde Solidarsystem der gesetzlichen Krankenversicherung auch für die Zukunft zu sichern, muss es weiterentwickelt werden“, heißt es in einem gemeinsamen Vorwort des Verwaltungsratsvorsitzenden Dieter Schröder und seines Stellvertreters Horst Zöller. Der Anspruch der DAK-Gesundheit sei es, ihren Versicherten medizinische Leistungen auf hohem Niveau zur Verfügung zu stellen, sie optimal zu beraten und ihnen leicht zugänglichen Service anzubieten.

Der Verwaltungsrat der DAK-Gesundheit kritisiert Einschränkungen der sozialen Selbstverwaltung durch die Politik und verlangt eine Wiederherstellung früherer Rechte durch die zukünftige Bundesregierung. Zentrale Forderungen: Die paritätische Finanzierung der Beiträge durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber müsse wieder hergestellt werden. „Die Arbeitgeber müssen mehr Verantwortung für eine leistungsfähige und effiziente Gesundheitsversorgung übernehmen“, heißt es im Positionspapier. Zudem müsse der Gesamtbeitragssatz wieder durch die Krankenkassen festgelegt werden und nicht nur der von den Versicherten allein zu zahlende Zusatzbeitrag.

Die DAK-Gesundheit fordert darüber hinaus einen „fair justierten“ Finanzausgleich zwischen den gesetzlichen Krankenkassen. Derzeit würden „manche Krankenkassen ungerechtfertigt besser gestellt, andere systematisch benachteiligt“. Der sogenannte morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) sei aktuell nicht gerecht und biete unfaire Wettbewerbsbedingungen. Vielmehr sei derzeit z. B. entscheidend, in welcher Region eine Kasse ihre Versicherten habe. „Wir fordern eine Versorgungsstrukturkomponente für den Morbi-RSA, damit Krankenkassen in Regionen mit besonders günstigen Versorgungsstrukturen nicht weiter ungerechtfertigt bevorteilt werden“, erklärt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit.

Die Krankenkasse fordert zudem einen „Hochrisikopool“ für Erkrankungen mit extremen Ausgaben. Behandlungskosten ab einer Schwelle von 100.000 Euro sollten künftig zwischen den Kassen ausgeglichen werden. Darüber hinaus schlägt die DAK-Gesundheit vor, die Finanzaufsicht für alle Krankenkassen beim Bundesversicherungsamt zu bündeln. Die Landesaufsichten sollten künftig die Umsetzung der kollektiv- und selektivvertraglichen Regelungen überwachen.

Mit Blick auf den demografischen und technologischen Wandel erwartet die DAK-Gesundheit von der künftigen Bundesregierung mehr Freiheiten für Innovationen: „Verantwortungsvoll und klug eingesetzt kann die Digitalisierung zur Verbesserung der medizinischen Versorgung und Prävention, des Services und der Kommunikation beitragen. Wichtige Voraussetzung dafür ist die Gewährleistung der Datensicherheit.“ Die Telemedizin biete Chancen, vor allem in ländlichen Regionen die medizinische Versorgung älterer und chronisch kranker Menschen zu verbessern. Dafür sei das Fernbehandlungsverbot zu lockern. Grundsätzlich müsse sich die Digitalisierung mehr am Bedarf der Versicherten orientieren.

Für eine Pflegereform schlägt die DAK-Gesundheit einen neuen Solidarausgleich zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung vor, um die Finanzierung langfristig zu sichern. Das Pflegerisiko bei Privatversicherten sei weitaus geringer, was zu großen Überschüssen bei privaten Versicherungsunternehmen geführt habe; Gelder, die der Pflegeversicherung insgesamt fehlen. Ein Finanzausgleich würde die gesetzliche Pflegeversicherung um bis zu zwei Milliarden Euro entlasten.

In ihrem Positionspapier fordern die Verwaltungsräte der DAK-Gesundheit für die nächste Legislaturperiode auch eine Wahlrechtsreform der Sozialwahl, um die Akzeptanz bei den Wahlberechtigten zu erhöhen. Ziel der Reform sei es, Urwahlen bei den Sozialversicherungsträgern zu forcieren und diese möglichst zum Standard zu erheben. Zudem sollten Online-Wahlen bereits bei der kommenden Sozialwahl 2023 durchgeführt werden: Die Chance zur „Wahl per Mausklick“ könne die Wahlbeteiligung erhöhen und die Legitimation der sozialen Selbstverwaltung „bei der Ausübung ihrer für Gesellschaft und Staat so wichtigen Aufgaben steigern“.

Das gesamte Positionspapier steht im Internet der DAK-Gesundheit unter www.dak.de/verwaltungsrat zum Download bereit. Die DAK-Gesundheit ist mit rund 5,8 Millionen Versicherten eine der größten Krankenkassen Deutschlands.

Pressekontakt:

DAK-Gesundheit
Pressestelle
Telefon: 040/2396-1409
Mail: presse@dak.de

Dr. Becker Brunnen-Klinik erhält Auszeichnungen

 

Das Qualitätsmanagement-System der Dr. Becker Brunnen-Klinik in Horn-Bad Meinberg wurde zum fünften Mal zertifiziert. Auch für ihre exzellenten Patientenschulungen erhielt die psychosomatische Reha-Einrichtung die begehrte Auszeichnung.

 

Patienten sind zu jedem Zeitpunkt sicher versorgt: Das gewährleistet die Dr. Becker Brunnen-Klinik durch ihr Qualitätsmanagement-System. Dafür wurde die psychosomatische Rehaklinik jetzt erneut ausgezeichnet.

Horn-Bad Meinberg. Durch Depressionen, Angststörungen, Burn-Out oder Tinnitus können immer mehr Menschen ihren Alltag nicht mehr bewältigen. Diese Patienten müssen sich auf die Qualität ihrer Reha verlassen können. In der Dr. Becker Brunnen-Klinik finden sie eine strukturierte Behandlung nach anerkannten Therapiemethoden vor, wie die Zertifizierungsgesellschaft LGA InterCert, ein Unternehmen des TÜV, der nordrhein-westfälischen Reha-Einrichtung jetzt schon zum fünften Mal bestätigte.

 

Mehr Zeit für Patienten

„Unsere Mitarbeiter greifen auf das Qualitätsmanagement-System zurück, um die Qualität unserer Behandlungen zu halten und zu verbessern. Auch hilft uns das System dabei, bestehende Projekte zu bewerten sowie neue aufzusetzen und in den Klinikbetrieb zu integrieren. So ist uns beispielsweise die Einführung einer papierlosen Patientenakte gelungen. Das reduziert Fehler bei der Dokumentation und spart Zeit“, erläutert Ulrich Konert, Verwaltungsdirektor der Dr. Becker Brunnen-Klinik. Dass diese in die Patienten investiert wird, lasen die Prüfer auch an der hohen Patientenzufriedenheit ab.

 

Hervorragend eingearbeitet

Geprüft wurden die Prozesse und Arbeitsabläufe in der Dr. Becker Brunnen-Klinik nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED). Als vorbildlich hoben die Prüfer die strukturierte Kommunikation innerhalb der Abteilungen und das Einarbeitungskonzept für neue Mitarbeiter hervor. „Die Prozesse und Zuständigkeiten sind bei uns klar definiert. Die Hausdame bereitet das Büro vor und die EDV-Abteilung richtet den PC ein. Zwei Wochen vor Beginn ihrer Tätigkeit erhalten neue Mitarbeiter unseren Einarbeitungskompass. Durch diese Unterlagen lernen sie das Unternehmen und unsere Therapiemittel frühzeitig kennen. Sie bekommen auch einen festen Ansprechpartner für die ersten sechs Monate. Für Pflege, Ärzte und Psychotherapeuten haben wir jetzt sogar nochmal spezifische Einarbeitungspläne entwickelt, die ihnen einen Überblick über die ersten 60 bzw. 100 Tage bei uns geben“, erläutert Konert. So stelle man auch sicher, dass sich neue Kollegen von Anfang an in der Rehaklinik wohlfühlen und Patienten zu jedem Zeitpunkt sicher versorgt sind.

 

Gesund bis über die Reha hinaus

Zum zweiten Mal hat die Zertifizierungsgesellschaft die Dr. Becker Brunnen-Klinik außerdem für „exzellente Patientenschulungen“ ausgezeichnet. Dieses Zertifikat erhalten Einrichtungen, die Patienten intensiv zu ihren Krankheiten schulen und sie so zu „Experten in eigener Sache“ machen. Durch das erworbene Wissen können sich die Rehabilitanden auch nach der Reha eigenverantwortlich für ihre Gesundheit einsetzen.

 

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Die Dr. Becker Brunnen-Klinik

Die Dr. Becker Brunnen-Klinik ist auf psychotherapeutische und psychosomatische Rehabilitation und Akutbehandlung spezialisiert. Über 1.600 Patienten werden jährlich in der nordrhein-westfälischen Klinik auf höchstem medizinischem Niveau versorgt. Behandlungsschwerpunkte sind insbesondere Depressionen, Angsterkrankungen, psychosomatische Beschwerden und Krankheitsbewältigung bei körperlichen Erkrankungen wie z.B. Tinnitus sowie die Behandlung älterer Menschen (Gerontopsychosomatik). Die Brunnen-Klinik in Horn-Bad Meinberg beschäftigt rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Weitere Informationen zur Dr. Becker Brunnen-Klinik finden Sie auf der Website www.dbkg.de/brunnen-klinik.

 Zertifizierung nach dem DEGEMED-Leitfaden

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED) ist ein Fachverband für medizinische Rehabilitation. Die Zertifizierungsgesellschaft LGA InterCert, ein Unternehmen des TÜV, prüfte die Dr. Becker Brunnen-Klinik an zwei Tagen nach dem DEGEMED-Leitfaden 5.0 und der DIN EN ISO 9001:2008.

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Kontakt:

Verena Altenhoff
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Becker Klinikgesellschaft mbH & Co. KG

Parkstraße 10
50968 Köln
Tel.: (+49) 221-934647 -45
valtenhoff@dbkg.de
http://www.dbkg.de