Donnerstag, Januar 19th, 2017

 

Gesundheit im Handwerk 2017 – Erfolgreich mit gesunden Mitarbeitern

Die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist für den Arbeitsmarkt und die Produktivität von größter Bedeutung und ein zentraler Zukunftsfaktor. In diesem Zusammenhang gewinnen Schlagwörter wie „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ und „Prävention“ zunehmend an Gewicht. Was sich hinter diesen Begrifflichkeiten verbirgt und wie sich gesundheitsfördernde Maßnahmen in den betrieblichen Alltag integrieren lassen, erfahren die Teilnehmer der Veranstaltung „Gesundheit im Handwerk 2017“ am 26. Januar in der Rehaklinik Überruh. Vertreter der Rehaklinik Überruh, der ikk classik, der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg und der Kreishandwerkschaft Ravensburg zeigen Wege und Beispiele, wie ein Handwerksbetrieb mit gesunden Mitarbeitern erfolgreich sein kann.
Ein spanisches Sprichwort sagt: „Wer zu beschäftigt ist, sich um seine Gesundheit zu kümmern, ist wie ein Handwerker, der versäumt, seine Maschinen und Werkzeuge in Schuss zu halten“.
Unser Land steht in den nächsten Jahren vor herausfordernden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Gesundheit ist für den Arbeitsmarkt und die Produktivität von größter Bedeutung und ein zentraler Zukunftsfaktor, dem ein großer Wertschöpfungsbeitrag zugemessen wird.
Betriebliches Gesundheitsmanagement gehört bei Großunternehmen bereits zum Alltag und wird zunehmend als nachhaltiger Erfolgsfaktor erkannt. Wie aber können auch Handwerksbetriebe von einer professionellen Gesundheitsvorsorge ihrer Mitarbeiter profitieren? Welche Unterstützung bieten Rehakliniken, die Deutsche Rentenversicherung oder die Krankenkassen?
Antworten auf diese Fragen erhalten die Teilnehmer am 26. Januar im Rahmen der Veranstaltung „Gesundheit im Handwerk 2017 – Erfolgreich mit gesunden Mitarbeitern“.

Programm

18.00 Uhr
Begrüßung
Dr. med. Thomas Bösch, Chefarzt Rehaklinik Überruh
Miriam Milz, Kaufmännische Leiterin Rehaklinik Überruh

18.15 Uhr
Erfahrungsbericht aus Sicht des Arbeitsmediziners
Dr. med. Claus-Wido Frey, Facharzt für Allgemein- und Betriebsmedizin, Überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft

18.45 Uhr
Best Practice – was Arbeitgeber tun können!
Florian Burk, Dipl. Wirtschaftsingenieur Bau (FH), Geschäftsführer der Firmengruppe Burk

19.15
Best Practice – was Krankenkasse und Rentenversicherung tun!
Andreas Urban, Firmenberater Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg, Regionalzentrum Ravensburg
Volker Klose, Leiter Bereich Kundenservice, ikk classic

ca. 19.45 Uhr
Gemeinsamer kulinarischer Ausklang mit Spanferkel vom Grill

Veranstaltungsort
Rehaklinik Überruh
Haus Überruh, Vortragsraum 1
Bolsternang
88316 Isny im Allgäu

Kontakt:
RehaZentren Baden-Württemberg:
Jörg Skupin, Referent PR
Tel.: 0711 – 6994 639-20, j.skupin@rehazentren-bw.de

Rehaklinik Überruh:
Dagmar Czerwinka, Kaufmännische Leiterin (kommissarisch)
Tel. 07562 – 75 185, d.czerwinka@rehaklinik-ueberruh.de

www.rehazentren-bw.de
www.rehaklinik-ueberruh.de


MONITOR-Recherchen: Zu viele Ärzte. Gesetz zum Abbau von Überversorgung wirkungslos.

Pressemeldung vom 19.01.2017

Sendetermin: Do, 19.01.2017 | 21:45 Uhr

Deutschland hat mehr Ärzte pro Einwohner als die meisten anderen Länder. Trotzdem gibt es in einigen Regionen Versorgungslücken. Grund dafür ist, dass die Ärzte extrem ungleich verteilt sind. Während gerade ländliche Gegenden unter Ärztemangel leiden, gelten viele Städte als überversorgt. Ein Anfang letzten Jahres in Kraft getretenes Gesetz sollte das ändern. MONITOR-Recherchen zeigen nun: Das Gesetz ist praktisch wirkungslos. In gerade einmal vier Fällen sind Kassenarztsitze in stark überversorgten Gebieten abgebaut worden.

Um Kassenpatienten behandeln zu können, brauchen Ärzte in Deutschland eine Zulassung. Hier wollte das Gesetz ansetzen. Es zielte unter anderem darauf ab, die Zahl der Kassenzulassungen in stark überversorgten Gebieten (ab 140 Prozent) zu senken. Dadurch sollte für Ärzte ein Anreiz gesetzt werden, sich in unterversorgten Gebieten niederzulassen.

Das Gesetz sieht vor, dass Ärzte, die ihre Kassenzulassung abgeben wollen, weil sie zum Beispiel in den Ruhestand gehen, ihre Zulassung nicht in jedem Fall an einen anderen Arzt weiterverkaufen können. Stattdessen sollen, wenn die entsprechende Region als überversorgt gilt, die jeweils zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen eingreifen, die Zulassung gegen Zahlung einer Entschädigung „aufkaufen“ und nicht erneut vergeben. Finanziert wird das vor allem aus Beitragsgeldern der gesetzlich Versicherten.

Nachfragen von MONITOR bei allen 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) zeigen nun jedoch: Bundesweit ist das in Regionen mit einer Überversorgung von mehr als 140 Prozent nur vier Mal geschehen. Und das, obwohl hunderte Kassensitze zur Disposition standen. „Angesichts dieser Zahlen muss man leider sagen, dass dieses Instrument für den Versicherten nichts gebracht hat“, sagt Ann Martini vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen. Experten machen die vielen Ausnahmen im Gesetz dafür verantwortlich, dass es quasi wirkungslos ist.

Im Vorfeld des Gesetzes hatten Ärztevertreter heftig protestiert und vor „Mangelversorgung“ und „Staatsmedizin nach DDR-Muster gewarnt. Daraufhin hat Bundesgesundheitsminister Gröhe einen Passus ins Gesetz aufgenommen, nach dem Arztpraxen erst ab einer Überversorgung von 140% statt vorher 110% aufgekauft werden sollen. So fielen viele Arztsitze aus dem Raster.

Einen weiteren Grund für das Scheitern sehen Experten darin, dass die Entscheidung, ob eine Zulassung aufgekauft wird oder nicht, im Zweifelsfall von den Ärztevertretern in den Zulassungsausschüssen getroffen wird. Prof. Gerd Glaeske, langjähriges Mitglied im Sachverständigenrat Gesundheit der Bundesregierung, hält es für einen Fehler, solche Entscheidungen der Selbstverwaltung von Ärzten und Kassen zu überlassen: „Da müsste die Politik sehr viel aktiver werden und Dinge selbst entscheiden, die sie eigentlich der Selbstverwaltung überlassen wollte.“

Das Bundesgesundheitsministerium kommentiert die Zahlen auf Anfrage nicht.


Kontakt:

Westdeutscher Rundfunk
Redaktion MONITOR
50600 Köln

E-Mail: monitor@wdr.de