Montag, Januar 16th, 2017

 

Berufsunfähigkeitsversicherung Kosten steigen nach Senkung des Garantiezinses

Der aktuell niedrige Kapitalmarktzins macht den lebens- und Rentenversicherern zu schaffen. Betroffen ist davon auch die private Berufsunfähigkeitsversicherung. Die erneute Senkung des Rechnungszinses bzw. des Garantiezinses auf 0,9 Prozent zieht Kostensteigerungen in der privaten Altersvorsorge nach sich. In der BU-Versicherung werden die Nettobeiträge zunehmend in Richtung Bruttobeitrag angehoben, so auch im aktuellen Jahr 2017, berichtet das Online Vergleichsportal für Verbraucher.

Niedrige Zinsen nicht allein verantwortlich für steigende Kosten in der BU-Versicherung

Der historisch niedrige Rechnungszins für die Versicherer ist sicher nicht der einzige Grund für höhere Kosten in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Zumindest ein Problem ist hausgemacht und bei den Versicherungsgesellschaften zu suchen.

Da die Berufsunfähigkeitsversicherung mittlerweile zur Basisabsicherung und damit ein wichtiger Baustein der privaten Altersvorsorge geworden ist, besteht eine zunehmende Nachfrage nach BU-Policen. Im hart umkämpften Markt mit den sogenannten biometrischen Risiken (Biometrie Produkte) versuchen sich die Anbieter mit einem niedrigen Nettobeitrag einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Definition Nettobeitrag und Bruttobeitrag

In der BU-Police finden sich stets zwei Beiträge, der Bruttobeitrag und der Nettobeitrag (wird tatsächlich gezahlt). Den Bruttobeitrag errechnen Versicherungsmathematiker anhand der Risikoeinstufung des Versicherten. Dieser soll bestandsübergreifend alle Kosten decken. Der Bruttobeitrag ist, einmal vereinbart, über die gesamte Vertragslaufzeit unveränderlich.

Der meist deutlich niedrigere Nettobeitrag ist der tatsächlich zu zahlenden Betrag. Dieser kann jedoch jährlich nach oben oder nach unten angepasst werden, abhängig von den erzielten Überschüssen des Versicherers. Der Versicherungsnehmer wird an den mit den Beitragseinnahmen erzielten Überschüssen beteiligt.

Steigende Kosten für die Berufsunfähigkeitsversicherung 2017

In Zeiten niedriger Kapitalmarktzinsen jedoch, kann der Versicherer nur entsprechende Überschüsse erwirtschaften. Die Folge ist eine geringere Überschussbeteiligung und damit ein höherer Nettobeitrag und somit Zahlbeitrag. Der Nettobeitrag kann im schlimmsten Fall bis zur Höhe des Bruttobeitrags angepasst werden.

So geschehen in diesem Jahr 2017. Viele Berufsunfähigkeitsversicherungen haben ihre Nettobeiträge für Bestandskunden angehoben. neue Kunden müssen ab 2017 von vorne herein höhere BU-Beiträge zahlen.

Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt sinnvoll

Der Staat zahlt im Falle einer klassischen Berufsunfähigkeit keine Rente aus, dafür gibt es lediglich die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Um die Einkommenslücke im Ernstfall zu schließen, muss eine private BU-Versicherung mit entsprechender Höhe der Rente abgeschlossen werden. Laut Statistik ist jeder Vierte Erwerbstätige im Laufe seines Lebens von einer Berufsunfähigkeit betroffen. Somit ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll und empfehlenswert.

BU Vergleich: Der Berufsunfähigkeitsversicherung Test der Stiftung Warentest

So wichtig eine BU-Police ist, so undurchschaubar kann sie für Verbraucher sein. Hier zählen nämlich nicht nur der Preis im Verhältnis zur vereinbarten Höhe der Berufsunfähigkeitsrente. Entscheidend für eine gute Absicherung sind die Vertragsbedingungen, in erster Linie die Klauseln. Deshalb prüfen nicht nur die Stiftung Warentest solche Tarife auf eben diese Vertragsbestandteile, bevor die Angebote einem vergleich unterzogen werden.

Besonders wichtige BU-Klauseln sind folgende:

  • Verzicht auf die abstrakte Verweisung
  • Nachversicherungsgarantie
  • möglichst kurzer Prognosezeitraum
  • möglichst keine bzw. kurze Karenzzeit
  • Dienstunfähigkeitsklausel DU-Klausel (Dienstunfähigkeitsversicherung, also eine „Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte“)

Verbraucher, die eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollen, sind gut beraten, sich vor dem Abschluss die Testergebnisse und Testberichte der Stiftung Warentest und anderer Ratingagenturen anzuschauen. Darin finden sich neben dem Preis-Leistungs-Vergleich auch Empfehlungen der Experten zu Vertragsbedingungen und BU-Klauseln. Ein aktueller Berufsunfähigkeitsversicherung Test 2017 sowie ein individueller BU Vergleich findet sich in dieser Übersicht


Beitragserhöhung Private Krankenversicherung 2017

Alle Jahre wieder und auch dieses Jahr wieder, die PKV Beitragserhöhung 2017 erwischt viele versicherte auf dem falschen Fuss und sorgt für Kostensteigerungen im teils zweistelligen Prozentbereich. Auch Branchengrößen wie die Debeka Krankenversicherung, Allianz, AXA, Central und Signal sind betroffen. Die HUK-Coburg und die DKV geben ihre Beitragsanpassungen im März bzw. im April 2017 bekannt. Was können betroffene Versicherte tun, um Beitragserhöhungen in ihrem PKV Tarif zu entkommen? Siehe dazu auch den Beitrag „PKV Beitragserhöhung 2017: was tun?“ auf dem Online Vergleichsportal.

PKV Beitragserhöhung 2017 im Durchschnitt moderat – in Einzelfällen verheerend

Sämtliche Tarife aller Gesellschaften genommen verteuern sich im Durchschnitt um moderate ca. acht Prozent. Ein Blick in einzelne Tarife der Versicherer jedoch lässt aufhorchen. So berichten Leser des Magazins Focus Online von Beitragserhöhungen von bis zu knapp 50 Prozent. Auch beim Marktführer Debeka und anderen großen privaten Krankenversicherungen wie der AXA, der Allianz und der Signal Krankenversicherung finden sich Tariferhöhungen im teils zweistelligen Prozentbereich.

Wie fällt die PKV Beitragsanpassung 2017 der HUK und der DKV aus?

Dass auch die HUK-Coburg und die zweitgrößte PKV in Deutschland, die DKV, PKV Beitragsanpassungen in 2017 vornehmen ist sicher. Ob und in welcher Höhe Beitragssteigerungen bekanntgegeben werden, ist bisher nicht bekannt. Konkrete Zahlen wollen diese Versicherer im März bzw. im April diesen Jahres bekannt geben.

Recht auf außerordentliche Kündigung und Tarifwechsel innerhalb der PKV

Privat Versicherte, die von Beitragserhöhungen hart getroffen sind, haben das Recht auf die ausserordentliche Kündigung ab dem Erhalt der schriftlichen Benachrichtigung ihres Versicherers. In vielen Fällen bietet die Gesellschaft von sich aus den Wechsel in einen günstigeren Tarif mit vergleichbaren Leistungen. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, können Kunden auf den Tarifwechsel bestehen.

Berücksichtigt werden muss lediglich, dass der neue Tarif keine zusätzlichen Leistungen beinhaltet. In diesem Fall darf die Versicherung eine erneute Gesundheitsprüfung anordnen, die bei Vorhandensein von Vorerkrankungen zu einem Risikozuschlag führen kann.

Wechsel in Tarife anderer Krankenversicherer meist ungünstig

Der Tarifwechsel innerhalb der bisherigen PKV-Gesellschaft ist sinnvoll, da so sämtliche gebildeten Altersrückstellungen erhalten bleiben. Diese sollen den Beitrag im Alter möglichst stabil halten. Ein Wechsel in Tarife anderer Krankenversicherer jedoch führt zum teilweisen Verlust der Altersrückstellungen.

Weitere Nachteile eines Krankenversicherungswechsels in Tarife anderer Gesellschaften sind folgende:

  • Höhere Beiträge wegen des höheren Einstiegsalters
  • Erneute Gesundheitsprüfung mit dem Risiko von Zuschlägen bei bestehenden Vorerkrankungen.

Bei Abschluss der PKV Testberichte und Vergleich der Stiftung Warentest und der Rating-Agenturen beachten

Wer sich einen Überblick über die Kosten in der privaten Krankenversicherung verschaffen möchte, kann im Vorfeld individuellen Beiträge berechnen und diese mit anderen Tarifwerken vergleichen.

Die Stiftung Warentest hat die Tarife der privaten Krankenkassen einem vergleich unterzogen und die besten Policen hinsichtlich Preis und Leistung bewertet. Daneben sprechen die Experten der Finanztest regelmäßig Empfehlungen für verschiedene Zielgruppen aus.

Wertvoll auch im Hinblick auf die zukünftige Beitragsentwicklung der PKV Tarife sind die Ratings und Rankings der Analysten. Darin werden wirtschaftliche Ertragskraft der PKV-Unternehmen und ihre Bilanzen geprüft und bewertet. Allerdings ist daraus keine Ableitung auf die einzelnen Tarife und damit auf kommende PKV Beitragserhöhungen möglich.