Montag, Dezember 19th, 2016

 

Gelähmte können dank Roboter-Technik in Bad Tennstedt wieder gehen

MEDIAN Klinik Bad Tennstedt ist eines von rund zehn Querschnittsgelähmten-Zentren die innovative Exoskelett-Technologie einsetzen / Positive Erfahrungen nach acht Monaten in der klinischen Erprobung

Vom Hersteller speziell geschulte Therapeuten der MEDIAN Klinik Bad Tennstedt kümmern sich um die individuelle Anpassung des ReWalk-Exoskeletts bei einem Patienten.

Die Szene erinnert an Science-Fiction: An der MEDIAN Klink Bad Tennstedt lernen Querschnittgelähmte mit Hilfe eines so genannten Exoskeletts wieder gehen. Das akkubetriebene System besteht aus einem leichten, am Körper tragbaren Roboteranzug mit Motoren an den Hüft- und Kniegelenken. Während das außen liegende „Exo“-Skelett den Patienten stützt, ahmen die Motoren die natürlichen Laufbewegungen nach und lassen den Patienten wieder eigenständig gehen.

Intensives Training erforderlich
„Die Ergebnisse sind beeindruckend“, schwärmt Chefärztin Dr. Helgrit Marz-Loose. Die Fachärztin für Neurologie war bereits vor fünf Jahren, als die ersten Prototypen auf den Markt kamen, von der Technik fasziniert. Im April dieses Jahres initiierte sie dann für die Klinik Bad Tennstedt, die ein anerkanntes Querschnittgelähmten-Zentrum der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie e.V. ist, eine Kooperation mit „ReWalk“, einem der führenden Hersteller der jungen Branche. Heute ist die MEDIAN Klinik Bad Tennstedt eines von rund zehn Trainingszentren bundesweit, die die neue Technologie einsetzen und damit einer der Vorreiter. „Die Technik macht vieles möglich“, so Dr. Helgrit Marz-Loose, „aber man darf keine Wunder erwarten. Sie eignet sich auch für Patienten mit einer kompletten Lähmung der Beine, der Oberkörper muss aber relativ stabil und die Arme dürfen nicht beeinträchtigt sein. Zum anderen brauchen die Patienten ein intensives und anstrengendes Training, das nicht jeder schafft.“

Spezielle therapeutische Ausbildung
An der MEDIAN Klink Bad Tennstedt wurden darum die Therapeuten, die sich um die individuelle Anpassung der Geräte und das Training mit den Patienten kümmern vom Hersteller eigens ausgebildet. Besonders effektiv war dabei, die Technik auch an sich selbst zu testen und Einstellungen am eigenen Körper zu spüren, um den Betroffenen später Schritt für Schritt besser helfen zu können. „Wir erzielen auch bei Betroffenen Erfolge, die schon seit Jahren querschnittgelähmt sind. Auch Patienten in den besten Jahren können profitieren. “, so Chefärztin Dr. Marz-Loose weiter, „Wir haben 24 Behandlungsplätze für Querschnittsgelähmte Patienten und bisher sieben Patienten, die mit dem System trainieren oder trainiert haben. Unser erster Patient ist jetzt erfolgreich entlassen worden.“ Vier bis sechs Wochen dauert es von der Einweisung in die Bedienung des Roboter-Skeletts, das individuelle Anpassen an den Körper bis zum selbstständigen Gehen. Dann kann der Patient mit einer Fernsteuerung, vergleichbar einer Armbanduhr, die wichtigsten Einstellungen und die Feinjustierung selbst vornehmen.

Hilfe für Körper und Geist
Eine rechtzeitige Rehabilitation ist vor allem deshalb wichtig, weil durch die Querschnittslähmung auch andere Funktionen des Körpers in Mitleidenschaft gezogen werden: Die Muskeln bauen ab, die Knochendichte sinkt, die Verdauung wird verlangsamt und der Kreislauf wird instabiler. Die Bewegung mit dem Exoskelett hilft auch dabei diesen Einschränkungen entgegenzuwirken. Zwei Drittel der Patienten berichten sogar über eine deutliche Reduzierung von Spastiken durch die aufrechte Bewegung. Darüber hinaus bringt das System auch psychische Vorteile: Dank des aufrechten Gangs sind wieder Begegnungen „auf Augenhöhe“ möglich, die Mobilität lässt die Betroffenen wieder mehr am Leben teilhaben und sie berichten sogar von einem besseren Schlafverhalten. Das Ziel, die Technik später selbst einmal im Alltag einzusetzen, ist derzeit allerdings noch nicht für alle Patienten erreichbar. Denn nicht alle Kostenträger übernehmen die Anschaffung des rund 100.000 Euro teuren Geräts. Und privat erschwinglich wird die neue Technik für die wenigsten sein. Bei der MEDIAN Klinik Bad Tennstedt steht ein eigenes Exoskelett für 2017 im Übrigen auf der Anschaffungsliste weit oben.

Über die MEDIAN Klinik Bad Tennstedt
Die MEDIAN Klinik Bad Tennstedt gehört zu den derzeit 27 bundesweit anerkannten Behandlungszentren für Querschnittgelähmte. Die Klinik verfügt über ein breites Spektrum an Therapieeinrichtungen und Trainingsgeräten nach den neuesten Standards. Mit einem vorzugsweise aktiven Therapiekonzept werden die Betroffenen auf den Weg zur größtmöglichen Selbständigkeit begleitet. Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte sind in den Arbeitskreisen der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie (DMGP) aktiv. Sie verfügen über den neuesten Wissensstand und stehen kontinuierlich im fachlichen Austausch zwischen den Zentren.

Kontakt und Nachfragen:

MEDIAN Klinik Bad Tennstedt
Badeweg 2
99955 Bad Tennstedt

Kaufmännischer Leiter
Andreas Hopp
Telefon: +49 (0)36041 35-511
E-Mail: andreas.hopp@median-kliniken.de

Chefärztin Neurologie
Dr. med. Helgrit Marz-Loose
Telefon: +49 (0)36041 35-604
E-Mail: helgrit.marz-loose@median-kliniken.de

Internet: www.median-kliniken.de


Deutsche Hochdruckliga mit neuem Vorstand

Prof. Dr. med. Bernhard Krämer Quelle:idw

 

Professor Dr. med. Bernhard Krämer aus Mannheim ist neuer Vorstandsvorsitzender

 

Heidelberg, Dezember 2016 – Neuer Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e. V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention ist Professor Dr. med. Bernhard Krämer aus Mannheim. Der Arzt für Innere Medizin löst damit Professor Dr. med. Martin Hausberg aus Karlsruhe ab. Gemäß der Satzung wurde auch der Vorstand der DHL® neu gewählt. Seine Mitglieder bleiben bis zum Jahr 2019 für drei Jahre im Amt.

 

Prof. Dr. med. Bernhard Krämer Quelle:idw

Prof. Dr. med. Bernhard Krämer Quelle:idw

Zu den fachlichen Schwerpunkten von Professor Krämer gehören Hochdruck- und Nierenerkrankungen, also die sogenannte Nephrologie. Seit 2010 leitet er als Direktor die V. Medizinische Klinik der Universitätsmedizin Mannheim und hat einen Lehrstuhl für Innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie der Medizinischen Fakultät Mannheim an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg inne. Der 59-Jährige studierte ab 1977 Medizin in Würzburg. Es folgten Stationen als Wissenschaftlicher Angestellter an der Medizinischen Universitätsklinik in Tübingen und ein Forschungsaufenthalt an der Harvard Medical School, Boston. An die Habilitation und den Erwerb der Lehrbefugnis im Jahr 1992 in Tübingen schlossen sich der Aufbau und die Leitung des Bereichs Nephrologie an der neu gegründeten Universitätsklinik Regensburg an. Dort war Professor Krämer ab 1995 auch für den Aufbau und die Leitung des neugegründeten Transplantationszentrums verantwortlich und ab 1998 als Universitätsprofessor für Innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie an der Medizinischen Fakultät der Universität tätig. 2008 folgte er dem Ruf als Direktor der Medizinischen Klinik I am Marienhospital Herne, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum und als Lehrstuhlinhaber für Innere Medizin/Nephrologie an der Ruhr-Universität Bochum. Zwei Jahre später trat er seine heutige Position an.

 

Als Vorsitzender der DHL® begleitet Professor Krämer zusammen mit seinem Vorgänger Professor Hausberg den 41. Wissenschaftlichen Jahreskongress, der vom 10. bis 11. November 2017 unter dem Motto „Volkskrankheiten Diabetes und Bluthochdruck: vorbeugen, früh erkennen, optimal behandeln“ gemeinsam mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Mannheim stattfindet.

 

Wieder in den Vorstand gewählt wurden Professor Dr. med. Bernd Sanner aus Wuppertal, Professor Dr. med. Burkhard Weisser aus Kiel sowie Professor Dr. med. Peter Trenkwalder aus Starnberg, der im neuen Vorstand das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden übernimmt. Begründet durch die sechsjährige Mitgliedschaft standen der ehemalige Vorsitzende Professor Dr. med. Martin Hausberg aus Karlsruhe und die ehemalige stellvertretende Vorsitzende Privatdozentin Dr. med. Anna Mitchell aus Dorsten sowie Professor Dr. med. Reinhold Kreutz aus Berlin nicht mehr zur Wahl.

 

Als neue Mitglieder wurden in den Vorstand gewählt: PD Dr. rer. nat. Kristina Kusche-Vihrog, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Physiologie II der Universität Münster, sowie Professor Dr. med. Joachim Weil, Direktor der Sana CardioMed Nord und Chefarzt der Medizinischen Klinik II – Kardiologie und Angiologie, Sana Kliniken Lübeck. Ebenso neu gewählt wurde Professor Dr. med. Ulrich Wenzel, Oberarzt am Zentrum für Innere Medizin III, Medizinische Klinik und Poliklinik Nephrologie/Rheumatologie mit Sektion Endokrinologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Neu besetzt ist auch das Amt des Patientenvertreters im Vorstand: Auf Werner Eichbauer folgt Ines Petzold. Sie ist Krankenschwester und Assistentin für Hypertonie und Prävention DHL® an der II. Medizinischen Klinik des Städtischen Klinikums Dresden-Friedrichstadt.

 

 

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Über die Deutsche Hochdruckliga DHL®– Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention

Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® bündelt die Expertise zur arteriellen Hypertonie in Deutschland. Gegründet 1974, engagiert sie sich seitdem für eine bessere Versorgung von Menschen mit Bluthochdruck. Weltweit bleibt Bluthochdruck die größte Gefahr für die Gesundheit. Deshalb verfolgt die DHL® das Ziel „30-50-80“: Jeder Mensch ab 30 Jahren sollte seinen Blutdruck kennen. Ab 50 sollte der Blutdruck bei jedem kontrolliert und gut eingestellt sein. Menschen mit 80 sollten nicht an Folgeschäden des Bluthochdrucks wie Schlaganfall oder Herzinfarkt leiden.

 

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