Mittwoch, November 30th, 2016

 

„Impulse für den Bereich der medizinischen Rehabilitation“

Presseinformation

„Impulse für den Bereich der medizinischen Rehabilitation“

DEGEMED begrüßt Referentenentwurf des Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz – HHVG)

Berlin, 30.11.2016. Der Entwurf für ein Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz zielt auf eine deutliche Verbesserung der Qualität in diesen Leistungsbereichen. „Der intensive Preiswettbewerb in den letzten Jahren hat sich nicht ausgezahlt. Er ging deutlich zu Lasten der Patienten. Gut, dass der Gesetzgeber nun reagiert“, so die Einschätzung von DEGEMED-Geschäftsführer Christof Lawall anlässlich der heutigen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages.

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e. V. (DEGEMED) sieht in dem Gesetzentwurf positive Impulse auch für den Bereich der medizinischen Rehabilitation. „Die Ausgangslage ist vergleichbar. Die Krankenkassen haben in beiden Bereichen seit langem ihre Beschaffungspolitik fast ausschließlich am Preis ausgerichtet. Künftig soll bei den Hilfsmitteln die Qualität aber eine wesentliche Rolle spielen. Damit besteht die Chance, die Versorgung deutlich zu verbessern. Das wollen wir auch in der Reha erreichen“, fordert Lawall.

Richtig sei auch das Erproben von sogenannten „Blankoverordnungen“ bei Heilmitteln. „Wir brauchen einfache und unbürokratische Zugangswege, die der Logik der Leistungsberechtigten folgen und nicht irgendwelchen Antragsformularen. Wir wissen es doch längst: Schlechte Versorgungsqualität und hohe Zugangshürden verursachen hohe Folgekosten. Wir als DEGEMED begrüßen daher den Gesetzentwurf ausdrücklich“, so Lawall.

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e. V. (DEGEMED) ist Spitzenverband der medizinischen Rehabilitation und vertritt in ganz Deutschland indikationsübergreifend die Interessen stationärer und ambulanter Reha-Einrichtungen in öffentlicher, frei-gemeinnütziger und privater Trägerschaft.

Weitere Informationen:

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V.
Dr. Matthias Witzmann
Fasanenstraße 5, 10623 Berlin
Tel.: 030 28 44 96 6, Fax: 030 28 44 96 70
E-Mail: m.witzmann@degemed.de
Internet: www.degemed.de


Palliativmediziner dürfen das eigene Leben nicht vergessen

Umgang mit Sterbenden kann eine Belastung sein

Sprachen zu den rund 250 Gästen (v. l.): Prof. Dr. Dr. med. Andreas S. Lübbe, Monika Müller und Prof. Dr. med. Frank Gieseler. Foto: Heiko Appelbaum

Sprachen zu den rund 250 Gästen (v. l.): Prof. Dr. Dr. med. Andreas S. Lübbe, Monika Müller und Prof. Dr. med. Frank Gieseler. Foto: Heiko Appelbaum

Der Tod ist in vielen Bereichen der Medizin allgegenwärtig. Das trifft in besonderem Maße auf die Palliativstationen zu. Hier werden unheilbar kranke Menschen am Lebensende einfühlsam begleitet. Dass die Begleitung von Sterbenden für die Mitarbeiter im Bereich Palliativmedizin eine – zumeist seelische – Belastung sein kann, wurde jetzt im Paderborner Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) von rund 250 Experten diskutiert.

Prof. Dr. Dr. med. Andreas S. Lübbe, Chefarzt der Palliativstation in der Karl-Hansen-Klinik Bad Lippspringe, Vorsitzender des Pallium e.V. – Lebensqualität für Krebsbetroffene e.V. und Vorsitzender des Paderborner Palliativnetzes e.V., hatte zur jährlichen Fortbildungsveranstaltung geladen.

Lübbe warf zunächst die Frage auf, was moderne Palliativmedizin leisten könne und müsse. „Das oberste Ziel ist und bleibt es, den Patienten mit ihren verschiedenen Ansprüchen gerecht zu werden“, sagte der Palliativmediziner. Dazu gehöre auch, die Wirkung von Medikamenten kritisch zu hinterfragen. „Vor wenigen Wochen kam ein 75-Jähriger zu uns auf die Palliativstation in der Karl-Hansen-Klinik“, berichtete Lübbe. „Er hatte täglich 28 unterschiedliche Medikamente verordnet bekommen, was allein wegen der Wirkungen der Arzneistoffe ein Unding ist. Wir haben umgehend eingegriffen und die Medikation angepasst.“ Daraus folgte die Forderung, Apotheker noch stärker in die Palliativmedizin einzubinden.

Gastredner bei der Veranstaltung waren Monika Müller, Therapeutin, Supervisorin und Fachbuchautorin sowie Prof. Dr. med. Frank Gieseler, Leiter der Med. Klinik für experimentelle Onkologie, Palliativmedizin und Ethik in der Onkologie der Universitätsklinik Lübeck.

Monika Müller rückte die Mitarbeiter im Bereich Palliativmedizin in den Fokus und fragte: „Wie viel Tod verträgt man, wenn das Sterben im Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit steht?“. Bislang sei die seelische Belastung der Mitarbeiter im Palliativbereich kaum erforscht. In einer eigenen Studie hat Monika Müller herausgearbeitet, dass der Anspruch an das eigene Wirken die größte Belastung sei. Auch die Nähe zum Patienten – auf einer Palliativstation ist sie unmittelbar – sei für Viele belastend. Die Beschäftigten dürften „das eigene Leben nicht vergessen“, so Müller. „Schaffen Sie sich in der Freizeit einen angemessenen Ausgleich!“

Frank Gieseler sprach zum Thema „Entscheidungen im Schatten der Endlichkeit – ein Plädoyer für eine neue Gesprächskultur in der Medizin“. Die Organisatoren haben sich für dieses Thema entschieden, weil gelingende Kommunikation als Gestaltungselement, nicht nur am Lebensende, die Beziehung von Menschen zueinander wesentlich bestimmt. Hierzu sind unterschiedliche Blickwinkel immer ratsam.

www.medizinisches-zentrum.de

Kontakt:

Medizinisches Zentrum für Gesundheit Bad Lippspringe GmbH – MZG Westfalen
Heiko Appelbaum M.A.
Abteilungsleiter
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation
Tel.: 05252/95-1038
Fax: 05252/95-1027
E-Mail: h.appelbaum@medizinisches-zentrum.de
www.medizinisches-zentrum.de


Welttag der Menschen mit Behinderungen: Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht

Berlin, 30.11.2016

„Die Politik darf sich beim Thema Barrierefreiheit nicht weiterhin auf Freiwilligkeit verlassen. Wir brauchen endlich ein Gesetz, das auch private Rechtsträger, die Güter und Dienstleistungen anbieten, einbezieht“, erklärt Ulrike Mascher, Sprecherratsvorsitzende des Deutschen Behindertenrats (DBR) und Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland heute auf einer Veranstaltung anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen.

Seit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 besteht in Deutschland eine rechtliche Verpflichtung zur Herstellung von Barrierefreiheit. Dennoch habe das novellierte Behindertengleichstellungsgesetz in diesem Jahr zu wenige Verbesserungen gebracht. „Es wurde erneut davon abgesehen, private Anbieter öffentlicher Güter und Dienstleistungen, also beispielsweise Supermärkte, Arztpraxen, Einkaufszentren, Friseure, Gaststätten oder Hotels, zu Barrierefreiheit zu verpflichten. Stattdessen wurden lediglich Vorgaben für die Bundesverwaltung und Träger der öffentlichen Hand gemacht. Das ist inakzeptabel“, erklärt die DBR-Sprecherratsvorsitzende.

Aufmerksam beobachtet der DBR auch die heutigen abschließenden Beratungen im Ausschuss für Arbeit und Soziales im Deutschen Bundestag zum Bundesteilhabegesetz. „Es muss gelingen, die eigenverantwortliche und selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben von Menschen mit Behinderung wesentlich und zuverlässig zu verbessern“, so die DBR-Sprecherratsvorsitzende.

Inakzeptabel bleiben vor allem Einschränkungen des leistungsberechtigten Personenkreises, der Vorrang der Leistungen der Pflegeversicherung und der Hilfe zur Pflege vor Leistungen der Eingliederungshilfe sowie die Aushöhlung des Grundsatzes „ambulant vor stationär“ bzw. des Wahlrechts von Menschen mit Behinderung, etwa beim Wohnen. Außerdem müssen die Einkommens- und Vermögensgrenzen für Menschen mit Behinderung perspektivisch aufgehoben werden.

„Deshalb bleiben wir dabei: das Gesetz muss erheblich nachgebessert werden. Der DBR wird daher weiter hartnäckig bleiben und für die volle Teilhabe von Menschen mit Behinderung kämpfen“, so Mascher. „Wir begrüßen daher, dass – nicht zuletzt durch das Engagement der Verbände – noch Änderungen bei wichtigen Punkten angekündigt wurden und hoffen, dass noch Bewegung in die Sache kommt. Eine endgültige Bewertung ist erst nach Abschluss der Beratungen in Bundestag und Bundesrat möglich.“

Heute übernimmt turnusgemäß für ein Jahr die BAG Selbsthilfe den Vorsitz des Deutschen Behindertenrates (DBR). Im Rahmen der Welttagveranstaltung werden die behindertenpolitischen Forderungen des DBR vorgestellt.

Hier klicken: Forderungen des Deutschen Behindertenrates (DBR) zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen 2016

 

Info: Der Deutsche Behindertenrat (DBR) ist ein Aktionsbündnis der Behindertenverbände und Selbsthilfeorganisationen in Deutschland und engagiert sich seit vielen Jahren für die Rechte von Menschen mit Behinderung. Im DBR haben sich über 140 Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen vereinigt. Es repräsentiert mehr als 2,5 Millionen Betroffene. Mehr unter www.deutscher-behindertenrat.de

 

Diese Pressemeldung als PDF herunterladen:

DBR-Pressemeldung 30.11.2016 – Welttag der Menschen mit Behinderungen: Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht

DBR-Forderungen zum Welttag der Menschen mit Behinderung als PDF herunterladen:

Forderungen des Deutschen Behindertenrates zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen 2016

 

Sozialverband VdK Deutschland
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Cornelia Jurrmann (verantwortlich)
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Generationswechsel bei der Europavertretung der Deutschen Sozialversicherung in Brüssel

 

30.11.2016

Die Brüsseler Europavertretung der Deutschen Sozialversicherung, eine gemeinsame Einrichtung der Spitzenorganisationen der gesetzlichen Kranken-, Renten- und Unfallversicherung, hat ab 1. Dezember 2016 eine neue Direktorin. Ilka Wölfle, eine ausgewiesene Expertin in der europäischen Sozialpolitik, löst den bisherigen Direktor Dr. Franz Terwey ab, der nach 23 Jahren erfolgreicher Arbeit in Brüssel aus Altergründen in den Ruhestand geht. Der Rechts- und Politikwissenschaftler Terwey hat als langjähriger Leiter die Europavertretung aufgebaut und zum Erfolg geführt. Zuvor war er Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung/Landesversicherungsanstalt Thüringen.

Die 38-jährige Juristin Wölfle bewegt sich bereits seit vielen Jahren als Interessensvertreterin erfolgreich auf dem europäischen Parkett. Seit 2007 arbeitet sie im Brüsseler Büro der drei Sozialversicherungen als Vertreterin der gesetzlichen Unfallversicherung und hat dabei zahlreiche europäische Gesetzgebungsinitiativen im Sozial- und Gesundheitsbereich begleitet. Davor arbeitete sie in der belgischen Hauptstadt für die Brüsseler Geschäftsstelle des Deutschen Anwaltsvereins.

Neuer Internetauftritt und neues Logo

Seit kurzem informiert die Europavertretung der Deutschen Sozialversicherung in Brüssel mit einer neuen Website über aktuelle Entwicklungen in der Europäischen Union, die das Thema soziale Sicherheit berühren. Unter www.dsv-europa.de sind neben aktuellen Informationen auch wichtige gemeinsame Positionspapiere und Stellungnahmen der drei deutschen Sozialversicherungen zu relevanten europäischen Themen zu finden. Interessierte können einen Newsletter abonnieren. Darüber hinaus wird es ab 2017 einen regelmäßigen Themenletter geben, der aktuelle Entwicklungen intensiver behandelt.

Grundlage für die kreative Arbeit am neuen Logo war der Wunsch, zum einen den gemeinsamen Ansatz der Sozialversicherungen zu betonen, zum anderen ihre Verbindung mit der sozialstaatlichen Tradition und Europa darzustellen. Bei dem neuen Logo handelt es sich um einen der Sterne der Europaflagge, die als Symbol für den europäischen Einigungsprozess bekannt ist. „Der deutsche Stern“ wurde mit einem stilisierten Adlerkopf versehen und symbolisiert somit die Stärken und Besonderheiten der Deutschen Sozialversicherung, die auch die Europavertretung in Brüssel repräsentiert.

„Mit den neuen Kommunikationsinstrumenten wird sich die Europavertretung der Deutschen Sozialversicherung stärker als bisher gegenüber EU-Politikern als kompetenter Ansprechpartner für die Themen des deutschen Sozialversicherungssystems – also gesetzliche Kranken-, Renten- und Unfallversicherung – positionieren“, ist der scheidende Direktor Dr. Franz Terwey überzeugt.

 

Pressekontakt:

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
Stefan Boltz
Tel.: 030 288763768
E-Mail: presse@dguv.de

GKV-Spitzenverband
Ann Marini
Tel: 030 206288-4210
E-Mail: presse@gkv-spitzenverband.de

Deutsche Rentenversicherung Bund
Dr. Dirk von der Heide
Tel: 030 865-89178
E-Mail: dirk.heide@drv-bund.de