Donnerstag, November 24th, 2016

 

Tag der offenen Werkstatt im Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V.

Berlin, 24.11.2016

Einblicke in die Elektropneumatik und Fahrradmontage

 

Am Mittwoch, den 30. November 2016 findet im Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V., Standort Berlin, der Tag der offenen Werkstatt statt. In der Zeit von 9 bis 16 Uhr und nach vorheriger Anmeldung können Teilnehmende, Angehörige und Interessierte Wissenswertes über Elektropneumatik erfahren und sich auch die Wirkungsweise eines Druckluftkolbenmotors zeigen lassen. Letzterer wurde von den Teilnehmenden, den Industriemechanikern und Metallfeinarbeitern, in Teamarbeit selbst hergestellt.

 

Daniela Blackstein, Koordinatorin vom Center Metall, verrät, dass die Fahrradwerkstatt ebenfalls geöffnet hat. „Hier werden unter anderem Montage- und Demontagearbeiten durchgeführt und das Einspeichen von Rädern demonstriert.“

 

Mit dem Tag der offenen Werkstatt informieren die Mitarbeitenden des Berufsförderungswerks Berlin-Brandenburg e. V. über die Arbeitsweisen innerhalb der Ausbildungsberufe wie Metallfeinarbeiter, Fahrradmonteure oder Industriemechaniker.

Zudem wird über Möglichkeiten der Umschulung mit Bildungsgutschein informiert.

 

Interessierte können sich gern per E-Mail bei Daniela Blackstein unter

daniela.blackstein@bfw-berlin-brandenburg.de anmelden.

 

 

Tag der offenen Werkstatt im Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V.

Datum: 30. November 2016

Uhrzeit: 9-16 Uhr

Ort: Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V., Epiphanienweg 1, 14059 Berlin

 

 

Kontakt:

 

Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg e. V.

Öffentlichkeitsarbeit

Thomas Sagefka

Epiphanienweg 1

14059 Berlin

Fon: +49 30 30399-109  Fax: +49 30 30399-144

E-Mail: thomas.sagefka@bfw-berlin-brandenburg.de


DVfR-Kongress: Teilhabeorientierung in der medizinischen Rehabilitation umsetzen

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Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der DVfR, hält einen Vortrag zu aktuellen Herausforderungen in der medizinischen Rehabilitation.

Mehr als 200 Rehaexperten nutzten vom 14. bis 15. November die Gelegenheit, um sich beim Kongress der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) in Berlin über den Aspekt der Teilhabe in der medizinischen Rehabilitation zu informieren und auszutauschen.

Unter dem Motto „Teilhabe – Anspruch und Wirklichkeit in der medizinischen Rehabilitation“ bot der Kongress Fachleuten der Rehabilitation, Menschen mit Behinderungen, Politikern, Wissenschaftlern und weiteren Interessierten eine Plattform, um Entwicklungserfordernisse der medizinischen Rehabilitation auszuloten und dabei die Anforderungen einer sich kontinuierlich wandelnden Lebens- und Arbeitswelt und einer inklusiven Gesellschaft aufzugreifen.

Teilhabe und Inklusion für Jede und Jeden!

„Rehabilitation ist mehr als eine Sozialleistung zur Wiedereingliederung kranker, behinderter oder von Behinderung bedrohter Menschen in Beruf und Gesellschaft: Rehabilitation ist das Versprechen einer solidarischen Gesellschaft auf Teilhabe und Inklusion für Jede und Jeden!“, betonte Kongresspräsident Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbands Deutschland (SoVD), in seiner Eröffnungsrede.

Im Auftrag der Schirmherrin des Kongresses Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales (BMAS), brachte Abteilungsleiter Dr. Rolf Schmachtenberg zum Ausdruck, dass Rehabilitation für die rd. 18,3 Mio. Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutschland große Relevanz habe. Er begrüßte die zukunftsweisende Ausrichtung des Kongresses. „Lassen Sie uns gemeinsam frischen Wind und neue Denkweisen in die Reha-Landschaft bringen“, war sein Appell an die Kongressteilnehmer. Dazu soll auch das Projekt RehaInnovativen beitragen, das vom BMAS ins Leben gerufen wurde, um die medizinische Rehabilitation mit vielen Partnern gemeinsam weiterzuentwickeln.

Innovationsstrategien entwickeln

Der Vorsitzende der DVfR, Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, zeigte in seinem Vortrag sehr konkret die erforderlichen Schritte für die Weiterentwicklung der medizinischen Rehabilitation in Deutschland auf und bot damit wertvolle Anknüpfungspunkte für die Diskussion. Dr. Schmidt-Ohlemann forderte u. a. die verbindliche Berücksichtigung der Teilhabe in allen Phasen der medizinischen Rehabilitation, die umfassende Bedarfsermittlung und Teilhabeplanung mit Einbeziehung der Kontextfaktoren der Betroffenen, flexible Angebote, die bedarfsgerecht und flächendeckend zur Verfügung stehen müssen, und auch eine bessere Hilfsmittelversorgung. Die medizinische Rehabilitation müsse strukturell ausgebaut werden, so dass bestehende Unterversorgungen für bestimmte Personengruppen mit schweren Beeinträchtigungen abgebaut werden können. Fallbegleitung bzw. Casemanagement sowie eine teilhabebezogene Nachsorge sind als neue Leistungsbausteine zur Teilhabeförderung zu etablieren.

Mit Blick auf die Neuregelungen des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) sprach sich Dr. Schmidt-Ohlemann dafür aus, die rehabilitationsmedizinische Versorgung in Einrichtungen und Diensten insbesondere im Bereich der Bildung, der beruflichen Rehabilitation und der Eingliederungshilfe sicherzustellen. Wesentlich sei auch, bei der Krankenbehandlung die Teilhabe immer zu berücksichtigen. Er schloss seine Ausführungen mit dem Appell, Innovationsstrategien zu entwickeln und Veränderungen mutig und entschlossen anzugehen.

Jeder ist zur Teilhabe fähig

Einen interessanten Einblick in die ethischen und gesellschaftlichen Grundlagen des Teilhabebegriffs gab Prof. Dr. Johannes Eurich, Direktor des Diakoniewissenschaftlichen Instituts der Universität Heidelberg. „Jeder ist zur Teilhabe fähig, unabhängig von der Schwere seiner Beeinträchtigungen“, so sein Fazit. „Für die Ausrichtung sozialer Leistungen auf die Teilhabe bedeutet dies: Die Anforderungen an die Rehabilitation müssen anhand der individuellen Bedürfnisse der betroffenen Menschen bestimmt werden.“

Betroffenenperspektive einbeziehen

Im Verlauf des Kongresses spielte die Betroffenenperspektive eine herausragende Rolle. Reha-Akteure und Betroffene diskutierten gemeinsam über mehr Teilhabeorientierung in der medizinischen Rehabilitation. Zwei Aspekte wurden dabei als besonders wichtig hervorgehoben: die Partizipation der Betroffenen an ihrer Rehabilitation sowie die konsequente Ausrichtung der Rehabilitation auf die individuellen Teilhabeziele jeder Rehabilitandin und jedes Rehabilitanden.

Wichtige Impulse zur Teilhabeverbesserung

In zehn Workshops erörterten die Kongressteilnehmer die unterschiedlichsten Facetten von Teilhabeorientierung in verschiedenen Reha-Feldern. Wichtige Impulse für Verbesserungen gab es in Bezug auf die frühzeitige, ganzheitliche und trägerübergreifende Feststellung des Teilhabebedarfs, Partizipation, die Festlegung von individuellen Teilhabezielen (im Rahmen der Teilhabeplanung), interdisziplinäre Zusammenarbeit, Berücksichtigung der Kontextfaktoren, konsequente Nachsorge, Casemanagement bei Bedarf sowie Stärkung der Forschung.

Ein zentrales Diskussionsthema des Kongresses war die SGB-IX-Novelle (BTHG). Einschätzungen zu möglichen Auswirkungen der neuen Regelungen für die medizinische Rehabilitation gaben Richard Fischels für das BMAS, Dominik Naumann von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und Markus Hofmann vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion, in der mit Vertretern der Selbsthilfe, der Leistungserbringer, der gesetzlichen Krankenversicherung sowie der Rechtswissenschaft über Auswirkungen des BTHG diskutiert wurde, waren sich einig, dass es keine Einschränkungen bei rehabilitationsmedizinischen Leistungen in der Eingliederungshilfe geben dürfe; dies wäre ein erheblicher Rückschritt für die leistungsberechtigten Menschen. Es wurde die Hoffnung geäußert, dass wesentliche Kritikpunkte am Gesetzentwurf im parlamentarischen Verfahren bis Jahresende noch nachgebessert werden können.

Die Vorträge, Diskussionen und Workshop-Ergebnisse des Kongresses werden in Kürze unter www.dvfr.de zum Nachlesen zur Verfügung gestellt.

Über die DVfR

Die DVfR ist die einzige Vereinigung in Deutschland, in der Vertreterinnen und Vertreter aller Akteure im Bereich Rehabilitation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken: Selbsthilfe- und Sozialverbände, Sozialleistungsträger, Rehabilitationseinrichtungen und -dienste, Reha-Experten sowie Berufs- und Fachverbände. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem interdisziplinären und sektorenübergreifenden, konsensorientierten Diskurs für die Weiterentwicklung von Rehabilitation, Teilhabe und Selbstbestimmung.