Mittwoch, November 2nd, 2016

 

Asklepios-Studie zur Gesundheitsvorsorge im Alltag: Wer es am wenigsten nötig hätte, tut am meisten

Prof. Dr. Christoph U. Herborn, Medizinischer Direktor der Asklepios Kliniken. Quellenangabe: "obs/Asklepios Kliniken"

Asklepios Kliniken

Hamburg

  •   1200 Befragte: Weniger als die Hälfte hält ihren Gesundheitszustand für gut
  •  Lediglich ein Viertel gibt an, im Alltag bewusst auf die Gesundheit zu achten
  •  Nur jeder Dritte betreibt regelmäßig Sport – oft die, die es weniger bräuchten
  • Wer sich gesund fühlt, tut auch gerne etwas dafür, damit es so bleibt
  •  Wohlfühlen und Prävention motivieren mehr als Gewicht und Aussehen
  •  Junge Menschen schwärmen für Wearables – und pfeifen auf Datenschutz

Wie kann man Menschen motivieren, etwas für die eigene Gesundheit zu tun? Diese Frage beschäftigt Gesundheitspolitiker, Präventionsforscher, Krankenkassen und Soziologen schon seit Jahren. Am meisten motiviert es offenbar, wenn man selbst gesund ist und möchte, dass das bis ins hohe Alter so bleibt. Äußerlichkeiten wie Körpergewicht und gutes Aussehen überzeugen deutlich weniger, etwas für die eigene Gesundheit zu tun, als sich wohlzufühlen und Krankheiten vorzubeugen. Das ergab eine aktuelle Studie von Asklepios, bei der 1.200 repräsentative Bundesbürger befragt wurden. Dabei schätzten weniger als die Hälfte der Befragten ihren eigenen Gesundheitszustand als „gut“ ein (Durchschnittsnote 2,8). Fast genauso viele empfinden ihn als mittelmäßig, jeder Zehnte sogar als „schlecht“. Während Erwachsene unter 30 Jahren ihren Gesundheitszustand noch zu 63 Prozent mit gut bewerten, sinkt der Anteil mit dem Alter auf schließlich 39 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Thema Bewegung: Während sich von den unter 30-Jährigen 45 Prozent zu den „Aktiven“ zählen, ist es über bei den 60-Jährigen nur noch jeder Vierte. Dabei zeigt sich eine klare Altersrelation: Während es bei den unter 30-jährigen 56 Prozent sind, die ihren Gesundheitszustand positiv einschätzen, sind es bei den über 60-jährigen nur noch 37 Prozent. Und je schlechter jemand seinen eigenen Gesundheitszustand einschätzt, desto anstrengender empfindet er es, auf die eigene Gesundheit zu achten. Eine weitere Erkenntnis aus der repräsentativen Umfrage: Mit zunehmendem Alter motiviert eine Empfehlung des Arztes immer mehr zur Gesundheitsvorsorge. Am wenigsten erreichen Werbe- oder Informationskampagnen die Menschen, auch das Internet spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.

Prof. Dr. Christoph U. Herborn, Medizinischer Direktor der Asklepios Kliniken. Quellenangabe: "obs/Asklepios Kliniken"

Prof. Dr. Christoph U. Herborn, Medizinischer Direktor der Asklepios Kliniken. Quellenangabe: „obs/Asklepios Kliniken“

„Unsere Studie zeigt deutlich, dass Gesundheitsvorsorge im Alltag den Menschen immer wichtiger wird“, sagt Prof. Dr. Christoph U. Herborn, Medizinischer Direktor der Asklepios Kliniken. „Viele haben verstanden, dass schon kleine Änderungen der Gewohnheiten wie Treppen statt Aufzüge zu benutzen auf Dauer Wirkung zeigen.“ Knapp ein Viertel achtet im Alltag „auf jeden Fall“ bewusst auf die Gesundheit, 57 Prozent „eher ja“. Für 24 Prozent ist es selbstverständlich, das zu tun, 37 Prozent achten gerne darauf, auch wenn es „hin und wieder mit Arbeit verbunden ist“. Immerhin jeder Fünfte achtet nicht auf seine Gesundheit. Während das nur 16 Prozent von denen sind, die ihre eigene Gesundheit mit gut einstufen, sind es 29 Prozent unter denen mit schlechter Bewertung ihrer eigenen Gesundheit.

Der Rat des Arztes ist besonders gefragt

Aufschlussreich ist auch, wessen Tipps zur Gesundheitsvorsorge am ehesten befolgt werden. Denn am stärksten wirkt sich auf das Verhalten die Empfehlung eines Arztes aus (88 Prozent), dann folgen als Negativbeispiele die Erkrankung im Familien- oder Freundeskreis (84 Prozent) und der Rat von Partner oder Partnerin (82 Prozent). Informationskampagnen kommen hingegen nur auf 31 Prozent. Während jüngere Menschen noch aufgeschlossener gegenüber Kampagnen sind (33 Prozent), nimmt die Bereitschaft mit dem Alter ab (27 Prozent). Am ehesten erreichen solche Kampagnen über TV-Spots (30 Prozent) oder Aushänge beim Arzt (15 Prozent) ihre Adressaten. Hier spielt das Internet praktisch noch keine Rolle. Wer ohnehin auf seine Gesundheit achtet, lässt sich auch eher von Kampagnen beeinflussen (53 Prozent) als jemand, der gar nicht darauf achtet (24 Prozent). Nur eine Minderheit von 29 Prozent fühlt sich durch Ärzte, Krankenkasse und Politik in der Gesundheitsvorsorge unterstützt, dabei tendenziell auch eher Ältere, über die Hälfte empfindet die Unterstützung als mittelmäßig.

Immer wieder wird in der Öffentlichkeit über die Bedeutung körperlicher Attraktivität diskutiert. Bei der Gesundheitsvorsorge im Alltag spielt sie offenbar nur eine untergeordnete Rolle: Noch nicht einmal jeder vierte Mann achtet darauf, bei den Frauen immerhin 38 Prozent. Bei diesem Kriterium hat das Alter einen entscheidenden Einfluss. So motiviert attraktiv auszusehen am meisten zwischen 30 und 40 Jahren (44 Prozent) und sinkt dann massiv ab.

Nur jeder vierte Senior treibt in der Freizeit Sport

Die Bedeutung von regelmäßiger Bewegung für den Gesundheitszustand wurde in den letzten Jahren immer mehr erkannt, so dass manche Experten Bewegungsmangel inzwischen als einen Risikofaktor betrachten, der ähnlich gefährlich ist wie das Rauchen. Trotzdem betreibt nur eine Minderheit regelmäßigen Freizeitsport. Während es bis zum Alter von 30 Jahren immerhin 45 Prozent sind, sinkt die Quote bis auf 24 Prozent bei Senioren ab. Je älter man ist, als desto wichtiger wird ein Fitness-Check-Up, bevor man losläuft. Das beherzigten die Teilnehmer: Während jeder Dritte unter 30 Jahren sich vorher untersuchen ließ, sind es bei über 60 Jahren schon 45 Prozent. Insgesamt sind es 41 Prozent der Befragten, die sich zumeist bei einem niedergelassenen Arzt untersuchen ließen. Statistisch hätten demnach fast alle sportlich Aktiven sich vorher schon einmal auf ihre Eignung dazu testen lassen. 29 Prozent geben an, sich mindestens einmal jährlich einem Fitness-Check-Up zu unterziehen.

Immerhin die Hälfte der Bundesbürger geht zur Krebsvorsorge, aber Männer bleiben Vorsorgemuffel

Bei anderen Vorsorgeuntersuchungen liegen Zahnarzt und Laboruntersuchungen des Blutes vorne, die von 73 bzw. 67 Prozent regelmäßig wahrgenommen werden. Es folgen Krebsvorsorge (49 Prozent) und Herz-Kreislaufuntersuchungen (47 Prozent). Schlusslicht sind Magen- und Darmspiegelungen, die von 46 Prozent abgelehnt werden, obwohl ihr Nutzen zumindest für Menschen ab 50 außer Frage steht. Trotzdem lassen sich zwischen 40 und 50 Jahren nur 14 Prozent endoskopisch untersuchen, zwischen 50 und 60 Jahren nur jeder Vierte und erst ab 60 Jahren sind es immerhin 44 Prozent. Kaum überraschend: Wer im Alltag schon nicht auf seine Gesundheit achtet, interessiert sich auch weniger für Vorsorgeuntersuchungen. Der bekannte Geschlechtsunterschied beim Gesundheitsbewusstsein bestätigte sich auch bei dieser Befragung. Während 72 Prozent der Frauen regelmäßig zur gynäkologischen Vorsorge gehen, unterziehen sich gerade mal 29 Prozent der Männer Urologischen Untersuchungen. Immerhin: Mit zunehmendem Alter – und möglicherweise auch damit verbundenen Zipperlein – steigt die Bereitschaft dazu auch beim starken Geschlecht.

Gesundheitsvorsorge im Alltag: Ausreichend Wasser trinken, viel schlafen und Treppen steigen

Die Top 3 der konkreten Gesundheitsvorsorge im Alltag sind: Ausreichend Wasser trinken (72 Prozent) und schlafen (67 Prozent) sowie Treppen steigen statt den Fahrstuhl zu nehmen (58 Prozent). Gesundheits-Apps (8 Prozent) und Fitnessarmbänder (6 Prozent) spielen hier noch keine Rolle. Der Trend zu Wearables wird vor allem von Jüngeren getragen. 24 Prozent der Befragten bis 30 Jahre benutzen solche Hilfsmittel bereits, weitere 22 Prozent haben es vor. Mit zunehmendem Alter verliert sich die Begeisterung für Fitnessarmbänder und Apps und liegt bei der Generation Ü 60 nur noch bei 7 Prozent Benutzern und 8 Prozent, die so etwas anschaffen wollen. 62 Prozent der Benutzer sind bereit, ihre Daten mit anderen zu teilen: 47 Prozent mit ihrem Arzt, 27 Prozent mit der Familie und immerhin noch 17 Prozent auch mit der Krankenkasse. Mit Freunden aus der Laufgruppe wollen 14 Prozent ihre Ergebnisse teilen und 4 Prozent sogar in Online-Foren. Je jünger, desto geringer die Zurückhaltung beim Teilen der Daten. So sind 70 Prozent der Befragten bis 30 Jahre hier offen, über 60 Jahren sind es nur noch 64 Prozent – von denen die meisten (55 Prozent) ihre Daten mit ihrem Arzt teilen würden. Knapp die Hälfte der Befragten, die ihre Daten nicht teilen mögen (45 Prozent), würde es sich anders überlegen, wenn es dafür einen Bonus der Krankenkasse gäbe. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar zwei von drei, die unter diesen Umständen ihre Meinung ändern würden. Mit 55 Prozent ist die Quote derjenigen, die die Unterstützung zum Thema Gesundheitsvorsorge eher als mittelmäßig betrachten, noch etwas höher als im Bundesdurchschnitt. „Gut“ unterstützt fühlen sich nur 24 Prozent, mit 30 Prozent deutlich mehr Männer als Frauen (18 Prozent).

Die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage erhalten Sie gerne auf Anfrage.

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Untersuchung der Debeka: Psyche ist unverändert Hauptgrund für Berufsunfähigkeit

Debeka Versicherungsgruppe

Koblenz – Psychische Störungen sind unverändert die Ursache Nummer eins, wenn Menschen berufsunfähig werden. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Debeka hervor. Dafür hat der fünftgrößte Lebensversicherer in Deutschland seinen Bestand von etwa 560.000 gegen Berufsunfähigkeit Versicherten ausgewertet. Berücksichtigt wurden dabei die im vorigen Jahr rund 1.000 neu eingetretenen Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeit. Die drei Hauptgründe: Für 41,7 Prozent waren im Jahr 2015 psychische Störungen Grund für die Berufsunfähigkeit. Als zweiten Grund führt die Debeka mit 17,4 Prozent den Bewegungsapparat – sprich Rücken, Gelenke, etc. an. Mit 13,6 Prozent waren bösartige und gutartige Tumore der drittgrößte Anlass, seinem Broterwerb nicht mehr nachkommen zu können.

Die Anzahl psychischer Störungen als Ursache für Berufsunfähigkeit ist laut Debeka seit Jahren auf einem ähnlich hohen Niveau. Mehr als 51 Millionen Euro Rente zahlte die Debeka im Jahr 2015 insgesamt an Menschen, die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung beziehen. Das sind über eine halbe Million Euro mehr als im Vorjahr. Empfänger waren 6.320 Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihre Arbeit nicht mehr – oder nur noch eingeschränkt – verrichten konnten. Davon waren 5.588 Vollinvalide und 732 Teilinvalide.

Pressekontakt:

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Leiter der Unternehmenskommunikation /
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Telefon: (02 61) 4 98 - 11 00

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Abteilungsleiter Konzernkommunikation
st. Pressesprecher
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Debeka Lebensversicherungsverein a. G.
56058 Koblenz

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Wenn Bier und Wein die Reha gefährden

Neue Praxisempfehlungen sollen somatischen und psychosomatischen Reha-Kliniken dabei helfen, frühzeitig einzuschreiten, wenn Rehabilitanden zu viel Alkohol konsumieren.

„Wie oft trinken Sie Alkohol?“ Oder: „Wie viel trinken Sie dann typischerweise?“ Diese Fragen gehören an der Klinik Niederrhein in Bad Neuenahr der DRV Rheinland inzwischen zum Routine-Repertoire bei der Aufnahme. Sie stammen aus den „Praxisempfehlungen zum Umgang mit Suchtproblemen in der somatischen und psychosomatischen Rehabilitation“, die im Frühjahr 2016 veröffentlicht wurde. Hintergrund ist ein Forschungsprojekt, das Professor Oskar Mittag von der Uniklinik Freiburg gemeinsam Chefarzt Dr. Hartmut Pollmann durchgeführt hat.
Ausgeschenkt wird in jedem dritten Klinik-Café
Demnach gibt es in etwa jedem sechsten Haus einen Kiosk, in jedem dritten ein Café, in denen Bier und Wein verkauft werden. Das Angebot allein bewerten die Reha-Forscher nicht als problematisch. Schließlich gibt es auch Forschungen, die insbesondere geringen Mengen Wein eine gesundheitliche Wirkung zuschreiben. Negative Folgen aber hat es, wenn es täglich mehr als ein Glas ist. Der problematische Konsum beginnt bei Frauen beispielsweise mit dem zweiten Glas (0,1 Liter), bei Männern mit dem dritten Glas Wein pro Tag.
Interessant für Mittag und Pollmann war, wie unterschiedlich die nicht auf Sucht spezialisierten Reha-Kliniken mit dem Alkoholkonsum ihrer Patienten umgehen. 39 Prozent der Einrichtungen gaben an, maßvolles Trinken zu tolerieren, 61 Prozent unterbinden dies strikt. 74 Prozent haben für die Beschäftigten klare Regeln und in 42 Prozent der Einrichtungen wird kontrovers über die Strategie diskutiert. Auffällig war, dass 80 Prozent der befragten Chefärzte angaben, mit dem Alkoholkonsum ihrer Patienten zuweilen ein Problem zu haben. 85 Prozent von ihnen sahen es auch als ihre Aufgabe an, einen riskanten Alkoholkonsum ihrer Patienten zu thematisieren – auch wenn in der Klinik Suchterkrankungen gar nicht behandelt werden.
Reha-Forscher werten Komplett-Verbot als unrealistisch
Mittag und Pollmann haben es für unrealistisch, den Rehabilitanden jeglichen Alkoholgenuss zu verbieten. Vielmehr sollte der Umgang mit Suchtmitteln von Anfang thematisiert und abgefragt werden. Screening-Fragen, die gleich bei Reha-Antritt eingesetzt werden, bilden dazu die Grundlage. Sie sind ein Teil einer umfassenden Diagnose, in die auch Laborwerte sowie das soziale Verhalten einbezogen werden. Danach ist zuallererst zu prüfen, ob die Reha-Ziele erreicht werden können, ohne das Suchtverhalten zu verändern. Liegt der Alkoholkonsum jedoch im riskanten Bereich, sollte der Rehabilitand damit konfrontiert werden und gegebenenfalls gemeinsam mit ihm an einer Verhaltensänderung während des Reha-Aufenthalts gearbeitet werden.
Dazu empfehlen die Studienleiter eine „Kurzintervention“ nach dem „FRAMES“-Verfahren. Die Abkürzung stammt aus dem Englischen und die einzelnen Buchstaben stehen für Rückmeldung (Feedback), Verantwortung (Responsibilty), Ratschlag (Advice), Auswahl (Menue), Empathie (Empathy) und Selbstwirksamkeit (Self-Efficacy). Für das Vorgehen bedeutet dies, dem Patienten zunächst die eigenen Befunde und Beobachtungen zu vermitteln, seine Eigenverantwortung zu betonen und ihm klare, umsetzbare Vorschläge zu machen, wie er sein Verhalten verändern könnte.